DRR Check – Der A&O Effekt zur ITB: „A&O-Hostel Berlin-Hauptbahnhof“

Beginnen wir mit dem Sprachspiel. Das A und O eines Messehotels bedeutet für mich: Annehmbare Zimmer, sauberes Bad, bequemes Bett, gutes Frühstück und akzeptabler Preis.

Beginnen wir ganz hinten. Günstige Preise gibt es zu Messezeiten nur selten. Die Stadt ist voll. Alle Gäste sind auf der Suche nach einem guten Preis –  Leistungsverhältnis. Und eine, zu Normalzeiten günstige, Unterkunft verdoppelt oder auch verdreifacht gerne den Preis, wenn es eine Chance gibt abzukassieren. Damit leben die Gäste gezwungenermaßen. Aus dieser Ausgangssituation entwickelte sich die Idee, doch mal in besonders preisbewussten Unterkünften nachzusehen. Die Hostel- und Hotelmarke A&O ist bekannt für günstige Preise. Der Messezuschlag muss sich deshalb hier in Grenzen bewegen.

„Hostel oder Hotel?“ – Das Haus

Neues Logo – Neue Standards – Alter Preis: A&O Messestand auf der ITB

Das „A&O – Berlin Hauptbahnhof“ liegt verkehrsgünstig in Laufweite des Bahnhofs und verspricht, neben den vielen Mehrbettzimmern auch Einzel- und Doppelzimmer mit eigenem Bad. Die untere Grenze dieser Zimmer liegt bei 20 bis 30 Euro je nach Auslastung. In Messezeiten steigt dieser Preis je nach Auslastung. Damit ist klar: Man steigt nicht in einer Luxusunterkunft ab. Man muss den einen oder anderen Abstrich machen, aber man hat die Chance mit einer günstigen Hotelrechnung nach Hause zu fahren.

Gesagt, gelesen, gebucht. Wer sich rechtzeitig entscheidet, zahlt um die 40 Euro fürs Zimmer. Das Frühstück schlägt mit 7 Euro zu Buche. Ich hatte die Chance auf ein Spezialangebot und zahlte fürs Zimmer inklusive Frühstück nur 25 Euro pro Nacht. Dieser Rabatt hat mir aber nicht die Augen und Ohren verklebt und dieser Hotelcheck fällt damit auch nicht vollautomatisch besser aus.

Wer, wie ich, die üblichen Bewertungsportale von Holiday-Check bis Tripadvisor nach Beurteilungen absucht, bekommt dann zwischenzeitlich Zweifel, ob das doch die richtige Wahl war. Okay, schlimmstenfalls kann man ja im nächsten Jahr wieder woanders…

„Herzlich Willkommen“ oder die Anreise

Hier ist immer was los: Hotellobby des „A&O Berlin-Hbf“ – Foto: A&O Hostels

Dann kam der Tag der Tage. Anreise nach Berlin. Ausladen des Autos auf dem Messegelände und Durchstarten zum Hotel-Check-In. Das „A&O-Berlin-Hauptbahnhof“ hat einen Parkplatz. Den hatte ich vorher reserviert, zum Preis eines halben Doppelzimmers meiner Preiskategorie. Soll sich mein „Yeti“ mal nicht beschweren. Allerdings: Parkraum ist in Berlin begehrt und begrenzt. Im letzten Jahr habe ich 18 Euro für den Parkplatz hinterm Hotel bezahlt und die Parklücke war erheblich enger.

In der Lobby begrüßt mich ein freundlicher Mitarbeiter. Die Reservierung findet er auf Anhieb, das Einchecken geht schnell und reibungslos. Erster Unterschied zum „Normalo-Hotel“ – Die Rechnung kommt mit dem Beziehen des Zimmers. Gleichzeitig erleichtert das die Abreise. Da heißt es nur noch die Zimmerkarte in einer Glasbox neben der Rezeption abwerfen.

„Alles Palletti“ oder die Unterkunft

Mein Doppelzimmer

Das Haus ist groß. Es unterteilt sich in Hostel und Hotel. Ob die Bereiche getrennt sind, lässt sich nicht feststellen. 4. Stock, Zimmer 404: Mein Zimmer für die nächsten 5 Nächte. Es ist klein, aber das war mir klar. Es ist sauber, eine angenehme Überraschung nach vielen schlechten Bewertungen mit „Staubflusenfotos“, wenngleich eigentlich selbstverständlich. Neben der Garderobe, im Eingangsbereich, finde ich sogar einen Schrank. Donnerwetter, das gibt’s nicht mal bei Motel One. Im Gegensatz zu vielen Hotels sind sogar ausreichend Kleiderbügel vorhanden. Es gibt einen Safe und an der Decke hängt ein kleines Fernsehgerät. Das Bad ist klein, aber funktional und blitzsauber. Die Duschkabinentür könnte mal eine Antikalkbehandlung vertragen, aber das ist Jammern auf 4-5 Sterne Niveau.  Halbwegs ruhig scheint es auf meinem Flur auch zuzugehen.

Alles da: Garderobe, Schrank und Fernsehgerät

Klein aber sauber: Das Bad

„Hier ist was los“ oder Lobby mit 24-Stunden Bar

Die Lobby im Erdgeschoss bietet neben der 24 Stunden geöffneten Bar, reichlich Sitzgelegenheit. Bei schätzungsweise zehn bis zwölf Schulklassen wäre selbst die größte Lobby überfordert.  Ich identifiziere Flämisch, Englisch, Italienisch und Spanisch. Deutsche Schulklassen sind auch zu Gast. Das wusste ich spätestens, als nachts gegen 3 Uhr, eine feiernde Truppe nach Hause kam und der „Leadsänger“ den Tim Bendzko gab. Jede Tür des Stockwerks bekam im Takt von „Ich bin doch keine Maschine“ einen Tritt ab. Erst hat es mich geärgert, dann dachte ich an eigene Klassenfahrten, drehte mich um und schlief durch bis zum nächsten Morgen.

„Nudelsalat im Joghurt“ oder Frühstück im Keller

Daran lässt sich arbeiten: Frühstück im Keller

Frühstück, der nächste Test. Die Beurteilungsfotos weisen unglaubliche Müllberge auf den Tischen aus. Ich war gespannt. Welch angenehme Überraschung wartete, denn trotz eines vollen Frühstücksraums war es sauber. Alle Gäste räumten ihr Geschirr freiwillig ab. Die Spender mit Desinfektionstüchern zum Saubermachen der Tische waren nicht nur da, sondern wurden auch benutzt. Die Frühstücksauswahl überraschte positiv. Kaffee, Tee, Wasser, Säfte, Brot und Brötchen (auch gluten frei), Wurst- und Käseaufschnitt, gekochte Eier, Cereals, Joghurt, Milch, alles da. Sogar Salatblätter und Tomaten waren im Angebot. Den Nudelsalat auf dem Büffet direkt neben den Joghurtvarianten zu positionieren ist ungeschickt, denn Cornflakes mit Nudeln sind nicht mein Traum. Geschmacksache ist auch der aufgebrühte „Nescafé“. Ich kann aber nachvollziehen, dass der, gerade bei internationalem Publikum, gerne genommen wird. – Die Atmosphäre hat etwas von Kantine: Helles Neonlicht im Keller. Daran könnte man arbeiten. Eine etwas freundlichere Umgebung gehört, in meinen Augen, zu den Maßnahmen, die man mit der aktuell in Angriff genommenen Neuausrichtung anpacken sollte.

„Nicht für 130 Euro pro Nacht“ oder Fazitversuch

Wer weiß, dass er günstig unterkommt und inhaliert hat, dass er in einem Hostel auf Schulklassen unterschiedlichen Alters trifft und die Ansprüche nicht zu hoch schraubt, der ist bei „A&O“ goldrichtig. Der Zimmerstandard ist gut, das Personal freundlich und hilfsbereit und der Preis geht voll in Ordnung. Eine Kollegin, die später gebucht hatte, bezahlte knapp 80 Euro und war unterm Strich auch zufrieden. Allerdings sollte es eine festgelegte Grenze nach oben geben. Die Dame, die ich grummelnd im Aufzug traf, beschwerte sich über mangelnden Service. Als ich anmerkte, sie sei schließlich in einem Hostel, bekam ich zur Antwort: „Aber nicht für 130 Euro die Nacht, ohne Frühstück. Da hatte sie recht. Nur so sind wohl die Gesetze des Messeansturms. Alles okay bis 90 Euro, danach wird es fragwürdig. – Ich habe weniger bezahlt und komme gerne wieder, wenn es denn günstig sein soll.

Information:

www.aohostels.com

Hinweis:

Mein Aufenthalt bei „A&O-Hostels“war preisreduziert. Dies hat keinerlei Einfluss auf den Hotel-Check und meine persönliche Berichterstattung.

 

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