DRR News – „Small Planet Airlines Deutschland“ beantragt Insolvenzverfahren

Grafik: Small Planet Airlines

Vorboten einer Pleite?

Gestern Abend gab es die Information: Insolvenzantrag gestellt!

Wer heute Morgen auf die Homepage von Small Planet Airlines geht, den empfängt der Hinweis auf das eingeleitete Insolvenzverfahren, verbunden mit dem Hinweis, dass der geplante Flugbetrieb ohne Unterbrechung fortgesetzt werde.

Im folgenden englischen Text ist auch „nur“ von einem Rekonstruktionsverfahren die Rede, nicht von Pleite. Nichtsdestotrotz hat der  Ferienflieger beim Amtsgericht Berlin-Charlottenburg Antrag auf Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung gestellt. Das Gericht hat den Antrag genehmigt und Rechtsanwalt Joachim Voigt-Salus als Sachwalter bestellt.

Das Insolvenzverfahren gilt ausschließlich für „Small Planet Deutschland.“ – Die Mutterfirma sitzt in Litauen und ist von diesem Verfahren gegenwärtig nicht betroffen. Insolvenzgrund, so heißt es in einer Pressemitteilung des Fluggastportals „EUflight“, sei „die angespannte finanzielle Lage auf Grund der Geschehnisse des aktuellen Sommers“.

Klartext: Die zahlreichen Verspätungen die man eingeflogen hatte, führten zu einer Zahlungsverpflichtung nach EU-Ordnung für über 20.000 Fluggäste. So berichtet es zumindest „EUflight“.

Entschädigungsgelder futsch!

Auch wenn der Flugbetrieb ohne Unterbrechungen weiterläuft, werden die Entschädigungsanrechte für die Verbraucher vermutlich nicht mehr erstattet. Diese Forderungen landen in der Insolvenzmasse und werden vermutlich abgeschrieben werden müssen. Ob und wie es perspektivisch bei „Small Planet“ weitergeht, steht zumindest mittelfristig in den Sternen.

Neue Erkenntnisse und Entwicklungen am 20.09.18

Nicht nur Fluggastentschädigungen haben zu den finanziellen Problemen beigetragen. Dem NachrichtenTV-Kanal „N-tv“ liegt wohl ein Schreiben der Geschäftsleitung an die Mitarbeiter vor. Darin soll die Geschäftsführung die finanziellen Schwierigkeiten unter anderem auch mit Problemen bei der Personalsuche, geänderten Vorschriften, verspäteten Flugzeuglieferungen und einem Triebwerksschaden begründen. Alles habe zusätzliche, nicht geplante Kosten erzeugt.

Deutsche Veranstalter stützen „Small Planet Airlines Deutschland“

Wie das Tourismusportal „Reise vor 9“ berichtet, wollen die großen deutschen Reiseveranstalter TUI, Thomas Cook, DER-Touristik und FTI ihre Zusammenarbeit mit „Small Planet Airlines Deutschland“ unabhängig vom Insolvenzantrag fortsetzen. Dies, betonten mehrere Pressesprecher, gelte auch für vertragliche Vereinbarungen im Winterflugprogramm.

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