DRR News – World Travel Monitor 2017

Heftiger Regen und Überschwemmungen betreffen die Kleinen Antillen. Hier: Antigua bei gutem Wetter

Island staubt ab. Mallorca und Amsterdam sind überfüllt. Der „Trump-Effekt“ ist kein Märchen, sondern eine Tatsache.

Die Zahlen des World Travel Monitors 2017 liegen seit Ende November vor. Erhoben vom weltweit anerkannten Institut IPK in München kann sich das Ergebnis auf 500 Tausend repräsentative Interviews stützen, die in mehr als 60 Ländern im September 2017 durchgeführt wurden. Damit deckt man in Europa und Amerika 99 Prozent und in Asien 88 Prozent des touristischen Markts ab. Interessanterweise spielen Afrika sowie Ozeanien keine entscheidende Rolle.

Die Zahlen des Jahres

Der weltweite Tourismus hat auch in diesem Jahr um 6 Prozent zugelegt.

  • Bei Reisen aus Asien sind es +5%, nach Europa +7% innerhalb Asiens +4,5% und nach Amerika +2%. Der Haupttrend des asiatischen Reisemarkts liegt beim Badeurlaub mit einem stattlichen Plus von 17%.
  • Die Gesamtzahl der Reisen aus Europa liegt bei +5%. Die Reisen innerhalb Europas erzielen ein Plus von 6%. Reisen nach Asien liegen bei +3%. Verluste gibt es bei Reisen nach Amerika mit -3%. Trendy sind Städtereisen (+20%), Urlaub in den Bergen (+12%) und Badeurlaub (+7%).
  • Die Nordamerikaner tragen mit einem Plus von 7,5 Prozent zur Statistik bei. Europa ist dabei das Erfolgsziel (+15%) gefolgt von Reisen innerhalb des Kontinents (+6%) und Trips nach Asien (+4%). Auch bei den Nordamerikanern ist die Städtereise im Trend (+15%) gefolgt von Rundreisen (+10%).
  • Der südamerikanische Reisemarkt wächst um 5 Prozent. Hier spielen insbesondere Geschäftsreisen (+8%) eine Rolle. Ein Minus von 7 Prozent weist die Statistik bei den Privatreisen zu Verwandten aus. Der Großteil dieser Reisen ging vorher in die USA.

Die Reiseindustrie kann mehr als zufrieden sein

Das wirtschaftliche Fazit: Mit dem Plus von 6 Prozent erzielt die Reiseindustrie im Vergleich zur Weltwirtschaft (+3%) das doppelte Wachstum.

„Eins, Zwei, Viele…“ – Statistik ist zum genauen Hinschauen – Foto: Petra Hartmann

Der Blick hinter die Statistik der Kontinente

Nichts desto trotz muss man genau hinschauen, wenn es um Zahlen geht, die einen ganzen oder zumindest halben Kontinent betreffen.

Beispiel 1: Da ist die Sache mit dem „Trump-Effekt“. Die deutschen Veranstalter melden, nach Aussage von Norbert Fiebig, dem Präsidenten des Deutschen Reiseverbands, ein Minus von 15% in Richtung USA. Da parallel der kanadische Markt in Deutschland und Europa boomte, relativiert sich das Ergebnis eines „nur“ 3 prozentigen Verlustes für Nordamerika. Rechnet man jetzt noch das Besucherminus aus Lateinamerika hinzu, dürfte die US-Tourismusbilanz unterm Strich nicht besonders positiv ausfallen.

Beispiel 2: Wenn der europäische Tourismus im Schnitt um 5,5 Prozent wächst, sagt das noch nicht aus, dass bei den weltweiten Reisen nach Europa alle Nationen und Regionen diesen Erfolg verzeichnen können. Die wahren Champions in Europa sind Island, die Niederlande und Bulgarien (mehr als +12%), gefolgt von Spanien, Portugal und Kroatien (+7 bis 12%). Einiges erklärt sich aus der Pauschalreisestatistik, das Wachstum der Niederlande, der Riesenerfolg von Island und der Überraschungschampion Bulgarien bemerkt man erst beim Blick hinter die Schlagzeilen.

Voller Strand – leerer Strand? – Auch eine Frage der Kulturen und Bedürfnisse

Terrorgefahr und „Overtourism“

Die internationale Terrorgefahr spielt in diesem Jahr nicht mehr die ganz große beherrschende Rolle, wenngleich der Anteil von 41% der Reisenden, bei denen die Terrorgefahr einen Einfluss auf die Reiseplanung hat, immer noch auf hohem Niveau ist. Nur 33% sagen, dass sie den Wechsel zu sicheren Reisezielen vollzogen hätten. Nur 8% haben das Ausland aus ihren Reiseplänen gestrichen.

Ein immer wesentlicherer Faktor beim Verreisen spielt das sogenannten „Overtourism“. Mehr als ein Viertel der Befragten haben ein „Overcrowding“ an ihren Reisezielen beobachtet. Betroffen sind überwiegend Städtereisen, die ja im weltweiten Trend ganz vorn stehen. Die Spitzenpositionen in Sachen „Overtourism“ werden bei asiatischen Städten registriert (Shanghai und Peking mit 22%) In Europa liegen Amsterdam (19%), Barcelona, Florenz und Venedig (alle 18%) vorn. In Deutschland, sagten die Befragten, wird die Fülle in München, Hamburg und Berlin (jeweils 16%) registriert. – Aber auch Regionen sind von der beobachteten Fülle betroffen. In Europa ist da insbesondere von Mallorca die Rede.

Die Vorausschau auf 2018

Auch hier zeichnen die IPK-Ergebnisse ein positives Bild. Weltweit rechnet man mit einem Wachstum von rund 5 Prozent. Dabei spielen Urlauber aus Asien und Lateinamerika die wichtigste Rolle. Man rechnet da mit einem Wachstum von 6 Prozent. Die Reiselust von Europäern und Nordamerikanern ist mit einem prognostizierten Plus von 4 Prozent etwas verhaltener. Das prognostizierte Wachstum der Deutschen wird mit 2 Prozent angegeben.

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