DRR113 – Reisesommer 2019

Ja, wir sind spät dran. Der Reisesommer 2019 ist schon eine ganze Weile buchbar. Aber gerade jetzt, vor Weihnachten, sind vielleicht doch noch ein paar Tipps und Innovationen ganz nützlich. Außerdem ist vor dem Urlaub auch immer nach dem Urlaub. Das heißt: Es gibt von 2018 noch was aufzuarbeiten.

Verhagelte Bilanz bei Thomas Cook…

In dieser Woche gab es eine ziemliche verhagelte Bilanz des zweitgrößten deutschen Reisekonzerns Thomas Cook. Die Dividende ist im Eimer, die Verlustzahlen sind noch ein wenig höher als schon im September per Gewinnwarnung angedroht.

Die Kundschaft war im letzten Sommer, quer durch alle Veranstalter, nicht gerade glücklich. Die Dauerverspätungen und Flugausfälle machten allen zu schaffen. Die Gründe dafür erklärt Stefanie Berk, Vorsitzende der Geschäftsführung der Thomas Cook GmbH im Podcast. Gleichzeitig betont sie auch, dass die Probleme der Sommersaison im Sommer 2019 der zur nicht rühmlichen Vergangenheit gehören dürften.

Grund Nummer Zwei für ein schleppendes Geschäft war sicherlich auch das Phänomen, das wir als Traumsommer bezeichneten. Wir haben die Sonne genossen: Noch stärker als sonst in heimischen Gefilden. Die Nachfrage nach Flugreisen war schwach und ein Last Minute-Geschäft machten eher die Hotels an Nord- und Ostsee. Auch da will man sich besser aufstellen im nächsten Jahr.  Die vielen Flugprobleme haben, neben der Kundenverärgerung, insbesondere bei den Veranstaltern nicht nur Nerven gekostet, sondern vor allem auch jede Menge Geld und Aufwand. Viele Misslichkeiten auf dem Flugmarkt wurden ja von den Veranstaltern für ihre Kunden aufgefangen, wenngleich das jede Menge ärgerliche Umbuchungen bedeutete.

…die Hoffnung ist trotzdem groß

Bei der Kundenzufriedenheit gab es trotz aller Misslichkeiten für die Veranstalter kaum Einbrüche. Das 24-Stunden Zufriedenheitsversprechen, von „Thomas Cook Signature“ und „Neckermann-Reisen“ zum Beispiel entwickelte sich zum Erfolgsmodell. Das betont Stefanie Berk im DRR-Gespräch und verweist auf ebenfalls erfolgreiche Aktionen wie „Wunschzimmer“ und „Sonnenliegen“ – Reservierung. So scheint die Urlaubswelt unterm Strich doch weitgehend in Ordnung zu sein. Mit einem zusätzlichen Angebot, dem „Late Check-Out“ will man das Wohlfühlgefühl beim Gast im nächsten Jahr noch weiter steigern. Wer einen Heimflug am Abend hat, kann so seinen Zimmeraufenthalt bis maximal 20 Uhr verlängern. Natürlich steigt damit auch die „Wertschöpfung“ des Veranstalters: Das Wunschzimmer kostet 30 Euro extra, die reservierte Sonnenliege 25 Euro, der „Late Check-Out“ schlägt unterschiedlich, je nach Hotel und Saison, zu Buche.

Stefanie Berk während der Pressekonferenz zum Sommerprogramm 2019

Der Trend zum konzerneigenen Hotelprodukt

Da macht Thomas Cook keine Ausnahme. Eigene Hotelprodukte, genau zugeschnitten auf unterschiedliche Gästegruppen liegen seit geraumer Zeit im Trend. Die Rechnung scheint aufzugehen, auch wenn die einzelnen Produktnamen Verwirrung stiften, denn jeder Anbieter hat ja seine eigenen Spezialprodukte. Das neueste Produkt aus Oberursel, soll jetzt offensichtlich auch Zukunftssicherung werden. 78% Neukunden generiert das Angebot, so eine Umfrage des Veranstalters. Der „Cook’s Club“ trifft ganz offenbar den „Reisenerv“ der sogeannten „Millenials“. Die Generation zwischen 18 und 35 hätte es gerne stylish, kostengünstig und vor allen Dingen „instagramable“. Das schlägt sich im Produkt nieder, auf das wir einen genaueren Blick werfen.

Immerhin, auch wer nicht an der „“Social-Media-Nadel“ hängt wird bedacht. Hier gibt es ja die weiteren konzerneigene Zielgruppenhotels: „Sentido“, „Sunprime“, „Sunwing“, „Sunconnect“, „Smartline“, „Casa Cook“ und – manchen wird es freuen – auch der Aldiana-Cluburlaub ist heimgekehrt in den Konzern. Diese Produktpalette soll weiter wachsen. Für den Sommer 2019 hat man 21 neue konzerneigene Hotels angekündigt, davon 9 „Cook’s Clubs“.

Stylish und schick: Die Hotelmarken „Casa Cook“ (Foto) und „Cook’s Club“

Die Sommertrends 2019

Hier lässt sich natürlich schwer etwas Neues erfinden, denn die Urlaubswelt, insbesondere rund ums Mittelmeer, ist erschlossen. Im Hause Thomas Cook setzt man auf Tunesien und hat gleich 4 Flughäfen ins Programm aufgenommen. Über Spanien und Mallorca muss man kein Wort verlieren, sei denn man will das Overtourism-Problem aufarbeiten. Das trifft inzwischen auch griechische Inseln. Trotzdem werden im Sommer 19 alleine auf Santorin sieben neue Hotels im Angebot sein.

Man hat unter den vielen griechischen Inseln drei Neue „ausgemacht“ und „aufgemacht“: Hier verspricht man dem Kunden das ursprüngliche Griechenland. Skiathos, Skopelos und Thassos sind 2019 neu im Programm.

Der Türkeitourismus legt seit diesem Sommer offensichtlich wieder eine Bilderbuchkarriere hin. Aller politischer Bedenken zum Trotz.

Bliebe noch der „Neckermann-Familienurlaub“. 178 Hotels in 11 Ländern stehen zur Wahl. Familienzimmer sind kein Fremdwort mehr. Lollo & Bernie warten mit Kinderanimation im „Family Garden“. Kinderpreise und Frühbucherrabatte sind inzwischen selbstverständlich. Da spricht man schon fast nicht mehr drüber.

Die Hoffnung der „Cook Family“: Wenn nichts schief geht, keine Krise ausbricht, keine Airlinepleiten vom Himmel fallen, Natur und Politik Ruhe geben, sprich das Geschäft gut läuft, dann klappt‘s im nächsten Jahr auch wieder mit der Dividende.

 

 

 

Hinweis:

Zur Programmvorstellung hatte Thomas nach Novo Sancti Petri in Andalusien / Spanien eingeladen. Dies hat keinen Einfluss auf eine objektive Berichterstattung.

 

 

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