DRR57 Kuren und Genießen – Perfekte Tage

Gerade weil Fango und Tango heute nicht mehr ausreichen als Anziehungspunkt für ehemals traditionelle und traditionell gut ausgelastete Kurbäder, müssen sich die Orte etwas einfallen lassen. Das ist nicht immer einfach, aber es geht. Wie das konkret ausschaut klären am Beispiel von vier hessischen Kurbädern.

Hier geht es zur kompletten Reiseradioshow:

Bad Hersfeld
Bad Hersfeld

Es gab Zeiten, da waren Kuraufenthalte in der Sommerfrische ein fester Bestandteil im gesellschaftlichen Leben. Kaiser, Könige und sonstiger Adel machten es vor und wer immer konnte, machte es nach. – Dann folgte irgendwann, nach dem zweiten Weltkrieg und mit dem deutschen Wirtschaftswunder die große Zeit der Kurkliniken und der freizügig verschriebenen Kuren des Sozialstaats. Damit war’s dann irgendwann vorbei und es begann das Wehklagen, die Abwanderung der Gäste ins billigere Ausland und die Erfindung der „freien Badekur“. – Soweit so schlecht für die vielen Kurorte landauf und landab, den so richtig aus dem Quark kam man damit nicht. – Inzwischen besinnt man sich immer mehr auf die Kombination von Kur, Wellness und Freizeitangeboten. Wenn Badeorte Glück haben, besitzen sie darüber hinaus noch eine weitere Attraktion, die jetzt vermarktet werden kann. Klartext: Die deutschen Kurbäder sind zu einem großen Teil im normalen touristischen Markt angekommen.

Bad Hersfeld – Das „Kulturbad“

Stiftsruine Bad Hersfeld
Stiftsruine Bad Hersfeld

Bad Hersfelds Bekanntheitsgrad definiert sich mindestens genauso stark über seine Theater-Festspiele, auch wenn die den Ort nur über zwei Monate pro Jahr begleiten. Kultur, Sprache, Wissenschaft und Kommunikation sind in Hersfeld ohnehin heimisch. Ein Stift, die Geschichte eines Klosters, der Rechtschreibpapst Konrad Duden, der Computerentwickler Konrad Zuse und das Kommunkationsmuseum „Wortreich“ gehören zum Angebot der südlichsten Metropole Nordhessens.

Bad Arolsen – Barocke Pracht und Antistress

Schloss Bad Arolsen
Schloss Bad Arolsen

Arolsen liegt ganz am nordwestlichen Rand Hessens an der Grenze zu Nordrhein-Westfalen. Die Grafen und Fürsten von Waldeck und Pyrmont bauten einst ein hessisches Versailles. Arolsen sollte, vom Reißbrett her, eine dazu passende Residenzstadt werden. Den Fürsten ging das Geld aus. Der Bau des Schlosses dauerte eine Ewigkeit und die Stadt drum herum wurde nur zur Hälfte fertig gestellt. Kurbad wurde man erst 1997, als die Krise schon voll ausgebrochen war. So kämpfte man von Anfang an. Aber glücklicherweise gibt es Besucherattraktionen wie das Schloss und den benachbarten Twiste-Stausee. Mit den Barockfestspielen ist auch jährlich ein großes Kulturevent angesagt.

Das Video zu Bad Arolsen:

 

Bad Sooden-Allendorf – Eine Grenze als Hypothek

badsooden-allendorf-GradierwerkEs wartet ein Kurbad, das insbesondere während der deutschen Teilung nicht gerade begünstigt war.  Die Gäste liefen, nach Ausbruch der Kurkrise, massenhaft davon. In Bad Sooden-Allendorf, unmittelbar an der Grenze zu Thüringen im Werra-Meißner Kreis gelegen, hatte man bis 1989 die Anlagen der innerdeutschen Grenze permanent im Blick. Für dieses Kurbad war die Wiedervereinigung ein großes Glück, auch wenn es noch viel zu tun gibt. Zu weiterem Ausbau fehlt der Region nichts desto trotz der finanzielle Unterbau, denn der Werra-Meißner-Kreis gehört auch nach der Grenzöffnung nicht gerade zu den strukturstarken Regionen. Abwanderung ist hier ein Problem, ob man das wahr haben will oder nicht. – Aber  Therme und Kurbetrieb, als größter Arbeitgeber funktionieren und die „Frau Holle“, die auf dem unmittelbar benachbarten Hohen Meißner zuhause sein soll, trägt zur Popularität bei.

Das Video zu Bad Sooden-Allendorf:

Bad Wildungen – Fluch und Segen der Tradition

Bad WildungenDie Stadt im Kreis Waldeck-Frankenberg lässt sich von allen vier vorgestellten Städten noch am ehesten als klassisches Kurbad bezeichnen. Bäderarchitektur, ein Schloss, moderne Kliniken in zum Teil herrschaftlichen Gebäuden und ein Stadtteil mit dem Bezug zu einem weiteren Märchen, machen Wildungen heute aus. Dazu kommen eine zauberhafte Altstadt und die Freizeitregion des Edersees, mit ihren zahlreichen Angeboten. Und in Sachen touristischer Vermarktung hat man sich auch etwas einfallen lassen. Auch hier gibt es den Märchenbezug der Grimmheimat mit „Schneewittchen“.

 

Das Video zu Bad Wildungen:

 

Information:

 

 

 

Fotos: Rüdiger Edelmann, ttb-media-TON-TEXT-BILD                                                                             & Paavo Blofield, Grimmheimat Nordhessen

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