DRR81 Nürnberg – ein City Trip

Kaiserburg Nürnberg - Foto: Uwe Nicklas

Einfach mal die Seele baumeln lassen in noch nicht bekannter Umgebung. Das genau machen wir mit einem City-Trip nach Nürnberg. Es gibt viel zu sehen, zu erfahren und für alle Geschichtshasser glücklicherweise auch viel zu essen und zu trinken. Und auch sonst kann sich Nürnberg sehen lassen.

Infos vorweg

Je nach Entfernung kann man mit der Bahn oder mit dem Flugzeug nach Nürnberg anreisen. Wer mit dem Auto kommt, hat das Problem aller Großstädte. Man weiß nicht wohin damit und braucht es eigentlich auch nicht, denn Nürnberg ist eine Stadt, die sich recht gut zu Fuß erkunden lässt. Bei einem Wochenende lieber ein Hotel vorreservieren, denn im Sommer ist die Stadt ziemlich voll. Empfehlenswert ist, wie bei vielen Städtereisen, der Kauf einer „Citycard. Die „Nürnberg Card“ (Fürth inklusive) kostet 25 Euro und bietet zwei Tage lang freien Eintritt zu unzähligen Attraktionen (inkl. Kaiserburg) und die freie Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln in Nürnberg und Fürth. Kaufen kann man sie in den Touristinformationen und vielen Hotels. Sie ist vorab auch online bestellbar. Und dann kann es eigentlich auch schon losgehen.

Idylle an der Pegnitz

Erste Eindrücke – Erste Genüsse

Nach der Ankunft Beine vertreten, logo. Das macht man am besten mit einem Spaziergang entlang der Stadtmauer. Fast 5 Kilometer ist sie lang und führt einmal rund um die Altstadt. Die ganze Strecke muss man nicht ablaufen. Zwischendrin tauchen immer wieder alte Stadttore auf und man ist in Windeseile im Zentrum. Bevor es  am nächsten Tag bei einer Stadtführung anstrengender wird, ist am ersten Abend bestimmt ein Bummel durch die Altstadt ganz entspannend. Der Hunger stellt sich dann bestimmt auch irgendwann ein und so könnte man doch auf Spezialitätensuche gehen. Die Gastronomie ist einzigartig und die „Wörschdla“ großartig. Als dann Bratwurst.

Bratwurst pur (möglichst mit Meerettich)

Puristisch mit Bauernbrot und Meerettich. Nürnberger Bratwürste sind eine geschützte Marke

Bratwurst mit Kraut

…so lecker

Bratwurst als „Saure Zipfel“ – das steckt drin:

Ein Stadtrundgang

Es ist Sonntag und draußen vor der Tür wartet nicht nur Gästeführerin Martina Ebert, sondern auch der Klang von Nürnberg am siebten Tag der Woche. In der Innenstadt ist es sehr ruhig, nur der Klang von Kirchenglocken zaubert eine sonntägliche Stimmung. Die allgegenwärtigen Glocken dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass Nürnberg und große Teile Frankens evangelisch sind. Vielleicht auch einer der Gründe, warum man in Nürnberg großen Wert darauf legt, Franke und nicht Bayer zu sein. Der ruhige Sonntagmorgen ist ideal für einen Stadtrundgang, denn der Trubel hält sich in Grenzen. Unsere Route führte in Richtung Graben zum „Unschlitthaus“ einem der ehemals vielen Getreidespeicher der „Reichsstadt“. Die Versorgung an Brot und Bier stand schließlich im Vordergrund. Im unteren Teil des Hauses wurde in historischen Zeiten zudem noch Ochsenfett ausgelassen und zu Kerzen verarbeitet. Da muss ein „sehr kräftiges Aroma“ in der Luft gelegen haben, ähnlich wie im Schlachthof an der Fleischbrücke. Überm Wasser der Pegnitz wurden dort Tiere geschlachtet. Klingt nicht wirklich anregend, aber so war das. Heute ist die Pegnitz sauber und die Gegend sehr idyllisch. Über die „Henkersbrücke“ und am Haus der Nürbernberger Henker geht es auf eine Insel.

Die Henkersbrücke über die Pegnitz

Das dortige „Trödelmarkt-Viertel“ war einst verrufen wegen des Schnapshandels und des Trödels, der dort verkauft wurde. Nach der fast vollständigen Zerstörung der Altstadt im Zweiten Weltkrieg, wurde hier stilgerecht, aber mit neuen Gebäuden, wieder aufgebaut. Gastronomie, kleine Boutiquen und Geschäfte warten (sonntags leider geschlossen!) und der zentrale Platz strahlt Ruhe und Gemütlichkeit aus. Durch die Tuchgasse geht es jetzt zu Nürnbergs guter Stube. Am Sonntag wartet ein großer leerer Platz mit der Frauenkirche am Rand und dem „schönen Brunnen“, der auf vielen Postkarten abgebildet ist. So leer ist der Hauptmarkt aber nur am Sonntag. An Wochentagen wird hier Obst und Gemüse verkauft. Außerdem gibt es „Sondermärkte“ zu bestimmten Zeiten. Der berühmteste „Sondermarkt“ findet wohl in der Adventszeit statt. Der Nürnberger „Christkindlesmarkt“ mag nicht der größte und auch nicht der älteste Weihnachtsmarkt sein. Er ist aber vermutlich der berühmteste Weihnachtsmarkt der Welt.

Der Hauptmarkt

Der Hauptmarkt an einem Sommersonntag

Martina Ebert schwärmt vom täglichen Marktgeschehen und insbesondere vom „Christkindlesmarkt“. Es sei kaum vorstellbar wie viele Menschen auf den Hauptmarkt passten um die adventliche Stimmung zu genießen. Das Christkind begrüße die Gäste vom Balkon der Frauenkirche und überall dufte es nach Bratwürsten (logo!), Glühwein und Lebkuchen. Das bringt uns zur nächsten Spezialität der Stadt. Die Lebkuchen. Das Besondere dabei: Hier in Franken kann man sie ganzjährig kaufen und das nicht nur in den Filialen der größeren Hersteller, sondern auch in kleinen Bäckereien. Wichtig sei, so Martina Ebert, dass wir uns den Begriff „Elisenlebkuchen“ einprägten. Das seien die Richtigen, Lebkuchen mit Oblaten? „Nee, das brauchen wir nicht!“.

Nürnberger Lebkuchen – Foto: Steffen Oliver Riese

Auf dem Weg zur Burg in der Bergstraße gibt es, gleich hinterm Albrecht Dürer-Platz, gibt es gleich zwei Lebkuchenbäcker. Und die Läden von Fraunholz und von Düll, sind auch am Sonntag geöffnet. Man weiß ja, was man seinen Touristen schuldig ist.

Jetzt ist man schon an aber noch nicht auf der Burg. Der Tiergärtnertorplatz hat so was von einem Freiluftwohnzimmer. Open-Air-Gastronomie, und reichlich Attraktionen. Gleich Links das Dürerhaus, das sich der Albrecht bauen ließ und damit belegte, dass er zu den gutverdienenden Menschen in Nürnberg zählte. Seit vielen Jahren ist es, als Museum, zum Anziehungspunkt von Besuchern aus aller Welt geworden.

Das Dürerhaus

Die Kaiserburg

Sinnwellturm

Wir wollten ja noch auf die Burg, dem Wahrzeichen der Stadt. Am Sinnwellturm vorbei gehts nach oben.  Den Turm kennt man, von wegen „Sicherheit im Zeichen der Burg“, als Markenzeichen einer Versicherung. In der Tat war der Turm auch die letztmögliche Zufluchtsstätte in die Sicherheit und gleichzeitig Beobachtungsposten zur Warnung vor herannahenden Feinden oder, auch ganz prophan, vor Feuer im Stadtgebiet. Die Burg selber, in der quasi zweiten Auflage von den Staufern erbaut, war eine der bedeutendsten Kaiserpfalzen des Heiligen Römischen Reichs. Wer Pracht und Opulenz erwartet sieht sich getäuscht. Das Absteigequartier der Kaiser kommt als relativer Zweckbau daher. Das hat aber unseren „letzten Kaiser“ Wilhelm den Zweiten nicht davon abgehalten, regelmäßig auf der Burg zu Gast zu sein. Der Preuße aus dem Adelsgeschlecht der Hohenzollern war gleichzeitig auch Burggraf von Nürnberg. Diesen Titel hat er von seinen zahlreichen hohenzollerschen Vorfahren geerbt. – Die Sache mit Nürnberg, Franken und den Hohenzollern ist aber eine ganz andere Geschichte. Wir werden bei nächster Gelegenheit ausführlich darauf eingehen. Optisches Highlight der Burg ist sicher die sogenannte „Doppelkapelle“. Sie wurde im frühen 13. Jahrhundert gebaut. Sie ist doppelstöckig und bot so dem Kaiser die Chance, trockenen Fußes von seinen Gemächern in den oberen Teil der Kapelle zu gehen. Aus den schlicht gestalteten Pallasräumen hat man auch die Chance wundervolle Fotos von der Burg auf die Altstadt zu machen. Wenn das Wetter mitspielt, wird das Ergebnis ein Traum. Bei unserem Besuch war es eher grau und bewölkt. Ich hoffe das Ergebnis kann sich trotzdem sehen lassen.

Fenster-Burg-Blick

Rotbier und Schäufele

Beim Abstieg machen wir Station im Braustüberl der Hausbrauerei Altstadthof. Dort und nur dort gibt’s das Nürnberger Rotbier. Dazu ein Schäufele? Oder eben doch wieder Bratwürschtla? – Man wird sehen.

Der Blick aufs „Schäufele“

Es ist ja noch Zeit und am Nachmittag kann man dann weiter bummeln, das Germanische Nationalmuseum anschauen oder einen Blick ins Spielzeugmuseum werfen. Nürnberg ist bis heute, durch die Spielwarenmesse, berühmt für Spielzeug. Das Museum bietet jede Menge von der historischen Rückschau, über Dampfmaschinen oder Modelleisenbahnen bis hin zum „Playmobiltrend“. Die bekannten Figuren werden in Zirndorf, ganz in der Nähe von Nürnberg hergestellt. Eine ausgefallene Tour lässt sich auch vom Altstadthof aus starten. Bei einem Gang durch die historischen Felsengänge kann man sich ein Bild machen, wo die Nürnberger in mittelalterlichen Zeiten ihr Bier gelagert hatten. Dann ist das Wochenende rum und man hat bei Weitem nicht Alles gesehen. Das ist ein Grund mehr, ein zweites Mal nach Nürnberg zu fahren. Ich könnt es mir sehr gut vorstellen.

Information:

www.frankentourismus.de  /  www.tourismus.nuernberg.de

Hinweis:

Die Recherche zu diesem Reiseradiobeitrag wurde unterstützt von Franken Tourismus. Dies hat keinen Einfluss auf eine unabhängige Berichterstattung zum Thema.

 

 

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