
Der Streit um Fluggastrechte und die Details
Der Streit um Fluggastrechte innerhalb der EU – wir berichteten – und der offenkundige Dissens zwischen Europaparlament und EU-Rat spitzt sich zu. Pauschal lässt ich sagen, dass die Parlamentarier mehr Passagierrechte haben wollen, der EU-Rat aber eher auf die Bremse treten will. Hintergrund ist dabei auch die Lobbyarbeit europäischer Fluggesellschaften in ihren Ländern. Es ist schlicht die Divergenz von Verbraucherschutz und Sparpolitik der Airlines.
Worum geht’s konkret?
Der Streit entzündet sich an vergleichsweise kleinen aber wichtigen Details. Die Abgeordneten fordern die Garantie auf ein kostenfreies Handgepäckstück mit einem Maximalgewicht von 7 Kilo (Kantenmaß 100cm). Viele Airlines, insbesondere Billigfluggesellschaften geben viel kleinere Maße an und verlangen für Überschreitungen ziemlich viel Geld.
Entschädigung bei Verspätung
Bisher gilt folgende Regelung: Ab drei Stunden Verspätung am Zielort gibt es 300 Euro bei Flügen bis 1500 Kilometer, 400 Euro bis 3500 Kilometer und 600 Euro ab 3.500 Kilometer nach oben unbegrenzt.

Das EU-Parlament fordert jetzt die Fluggesellschaften in die Pflicht zu nehmen, innerhalb von 48 Stunden, eine Formular für Anträge auf solche Entschädigung zu verschicken. Dies ist neu und dürfte auch der Verzögerungstaktik der transportierenden Gesellschaften, über die Rechtmäßigkeit des Anspruchs eine Ende bereiten. Denn, wer das Formular verschickt, erkennt auch den Anspruch des Fluggastes an. Gleichzeitig geht es um Unterstützung von Familien mit Kindern und Passagieren mit Behinderungen in Sachen kostenfreie Sitzplatzwahl und Hilfe durch die Airline bei verpassten Anschlussflügen.
Airlines und einige EU-Verkehrsminister sehen das unter Kostengründen völlig anders. Die Tickets würden teurer, mehr Handgepäck erhöhe den CO₂-Ausstoß und mache das Boarding langsamer. Dies kann eigentlich kein Argument sein, denn kostenpflichtiges oder zwangsweise aufgegebenes Gepäck erhöht die CO₂-Belastung ebenfalls. Die Sache mit dem Boarding ist nachvollziehbar, wenn man sieht, was von Passagieren mitunter als Handgepäck in die Kabine geschleppt wird, wenn vorher nicht kontrolliert wird.
Weiterer Knackpunkt ist die Forderung der Fluglobby erstens die Delay-Zeit von drei auf mindestens vier Stunden zu erhöhen und dann weniger Entschädigung zu zahlen.

Die Diskussion dauert gefühlt schon ewig. Die Argumente liegen konträr gegenüber. Ein Kompromiss ist nicht in Sicht, eine Einigung dürfte schwierig werden.
Auszeichnungen – Tag der Bustouristik
Der Verband Baden-Württembergischer Omnibusunternehmen e.V. (WBO) und die Gütegemeinschaft Buskomfort e.V. (gbk) haben am 20. Januar zum Tag des Bustourismus busfreundliche Destinationen in Baden-Württemberg ausgezeichnet. Mit der Auszeichnung, die während der CMT in Stuttgart stattfand, würdigen die Verbände Städte, Regionen sowie Unternehmen der Freizeit- und Tourismusbranche, die den Bustourismus fördern.

Unterschiedliche Ziele für unterschiedliche Interessen
Es wurden zehn Auszeichnungen vergeben. Sie gingen an sechs Städte, zwei Freizeitparks sowie an die Landesgartenschau Ellwangen und die Insel Mainau.
Die ausgezeichneten Städte sind Bad Wimpfen, Eppingen, Göppingen, Tettnang, Wertheim und Ulm – die ausgezeichneten Freizeitparks der Europa-Park in Rust und der Erlebnispark Tripsdrill in Cleebronn. Während Bad Wimpfen, Göppingen und Wertheim sowie der Europa-Park und der Freizeitpark Tripsdrill zum wiederholten Mal ausgezeichnet wurden, haben Eppingen, Tettnang und Ulm sowie die Insel Mainau und die Landesgartenschau Ellwangen erstmals diese Auszeichnung erhalten.

Die WBO-Vizepräsidentin für Tourismus Carolin Grötzinger sprach während der Verleihung über die Intention eines solchen Preises:
Mit der Auszeichnung möchten wir Städte, Regionen und touristische Destinationen hervorheben und würdigen, die den Bustourismus bewusst in ihre Planungen einbeziehen, ihre Infrastruktur und Serviceangebote darauf ausrichten oder mit innovativen Ideen neue Impulse setzen. Unsere Hoffnung ist, dass solche Leuchtturmbeispiele zahlreiche Nachahmer finden und als Vorbild sowie als Impulsgeber für Destinationen dienen, die das Potenzial des Bustourismus als Wirtschaftsfaktor bislang unterschätzt haben.
Gleichzeitig werde eine Reiseform ausgezeichnet, die man noch mit gutem Gewissen wahrnehmen könne. Die beiden Verbände betonen:
Busreisen sind umweltfreundlich und sie bringen die Reisenden komfortabel und sicher direkt zum angestrebten Reiseziel – sei es die historische Altstadt, die Oper, das Museum, die Wanderregion, das Kur- und Heilbad, das Wellnesshotel, der Freizeitpark oder jedes andere touristisch attraktive Ziel. Damit sind Busreisen ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für die Destinationen. Die Ausgaben der Busreisegäste kommen insbesondere dem örtlichen Einzelhandel, der Gastronomie und Hotellerie sowie den Kultur- und Freizeitangeboten zugute.
Saarland in leichter Sprache

Die Tourismus Zentrale Saarland hat eine Broschüre veröffentlicht, die Urlaub und Ausflüge im Saarland in Leichter Sprache präsentiert. Die Publikation richtet sich an Menschen mit Lernschwierigkeiten, an Familien und Gruppen sowie an alle, die sich möglichst verständlich informieren möchten.
Die neue Broschüre bietet in Leichter Sprache:
- Informationen zu Urlaub und Ausflügen im Saarland
- Hinweise zu barrierefreien Angeboten
- Lieblingsrezepte von drei Athlet*innen zum Nachkochen
- Tipps zu Städten, Natur, Aktivurlaub, Kultur und Essen im Saarland
- Informationen zur Mobilität und Hilfeangebote
- QR-Codes im Heft, die einen Schnellzugang zu weiteren Informationen auf dem Smartphone ermöglichen
Die neue Broschüre soll mehr Menschen eine einfache und schnelle Orientierung beim Reisen im Saarland ermöglichen und die Barrierefreiheit beim Reisen stärker in den Fokus rücken. Die Broschüre lässt sich auf der Website von Saarland-Tourismus kostenfrei downloaden.
Die neue Broschüre ist auch Teil der Marketingmaßnahmen zur Vorbereitung der Special Olympics Nationale Spiele, die vom 15. bis 20. Juni 2026 im Saarland stattfinden werden.
Belgien mit Bahnstreik
Wer in der nächsten Woche nach Belgien reisen will oder gar muss, sollte sich auf Behinderungen im Bahnverkehr einstellen. Bei der Belgischen Bahngesellschaft (SNCB)steht ein Streik ins Haus. Geplant ist er von Sonntag (25.01.) 22 Uhr bis zum Freitag (30.01.) 22 Uhr.

Das betrifft auch den Fernverkehr in Richtung Belgien von Frankfurt und Köln aus, sowie die Nightjet-Verbindungen zwischen Brüssel und Aachen, Mannheim, Hannover, Halle (Saale) und Berlin.
Die Deutsche Bahn teilte mit, dass es im Streikzeitraum zu Verbindungseinschränkungen und Zugausfällen kommen kann. Passagiere sollten sich dementsprechend vor Fahrtantritt zum Beispiel in der „DB-Navigator-App“ informieren.

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