D-RR305 TALK – Peenemünde: Raketen, Museum, Nazigeschichte

Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD

Das Historisch-Technische Museum ist kein Urlaubs-Wohlfühlort, aber es ist politisch und historisch wichtig. In der gegenwärtigen Zeit ohnehin!

Das Historisch-Technische Museum Peenemünde

Das in Peenemünde im Norden der Ostseeinsel Usedom verortete Historisch-Technische-Museum erinnert an und dokumentiert die einst hier angesiedelte Heeresversuchsanstalten während der Nazizeit. Es existierte von 1936 bis 1945. Technischer Leiter war der spätere NASA-„Star“ Wernher von Braun. Hier wurden mit der V1, der erste Marschflugkörper der Welt entwickelt und zur Serienreife geführt. Auch die erste funktionsfähige Großrakete wurde hier entwickelt. Die Rakete mit ursprünglichem Namen „Aggregat 4“ wurde in der Nazipropaganda zur sogenannten „Vergeltungswaffe V2“.

Das Außengelände des HTM, Peenemünde – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD

Historische Einordnung

Das Museum legt Wert darauf, zuerst ein historisches und erst danach ein Technisches Museum zu sein. Den Kuratoren geht es in erster Linie um die historisch-politischen Zusammenhänge der einstigen „Heeresversuchsanstalt“.

Dauerausstellung – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD

Insbesondere auf die Lebenssituation der Zwangsarbeiter, Häftlinge und Kriegsgefangenen, die zu Hunderten in den dort angesiedelten Arbeits- und Konzentrationslagern angesiedelt waren, richtet sich eine besondere Aufmerksamkeit.

Auch die Auslagerung der Waffenproduktion in einen Stollen in der Nähe von Nordhausen am Harz nach britischen Bombenangriffen im Jahr 1943 ist ein wichtiges Thema. Die menschlichen Bedingungen in den Stollen und dem dazugehörigen KZ sind Thema der Dauerausstellung.

KZ-“Ausstattung” – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD

Besuch im November 2025

Ich war mehr oder weniger spontan dort und Kai Jores, der Mann für die Öffentlichkeitsarbeit, nahm sich gerne die Zeit, mir die Geschichte näher zu bringen. Prädikat: Historisch und Politisch Besonders wertvoll. Kommt mit in die Hörwelt des Reiseradio-Podcasts. Zusätzlich empfehle ich den Podcast über die Nebensaison auf Usedom.

Das H-T-M in Peenemünde wurde 1991 eröffnet. Nach 1945 und bis zur Wende war das Gelände ein Militärstandort der NVA und für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. Das Museum ist ganzjährig geöffnet.

Das historische Kraftwerk – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD

Es vermittelt tiefgehende Eindrücke, auch der Inselgeschichte der 1930er und 40er Jahre und es sollte Pflichtbesuch der politischen Bildung Usedoms, Mecklenburg-Vorpommerns und aller Urlauber sein oder zeitnah werden, damit nichts in Vergessenheit gerät, was nicht vergessen werden darf.

Vielleicht ist dieser Talk – auch zur aktuellen politischen Situation in Deutschland – hilfreich. Denn dieser Teil der deutschen Geschichte darf sich – auch in neuem Gewand – nicht wiederholen!Auch deshalb empfehle ich das Technisch–Historische Museum von Peenemünde.

Historische Fakten, menschliches Schicksal & politische Konsequenz

Wer die Ausstellung inhaliert hat, geht etwas stiller vom Gelände. Fazit: Technische Faszination darf nicht über historische Zusammenhänge hinwegtäuschen. Wenn Ihr nach Usedom kommt, besucht bitte dieses Museum. Es lohnt sich.

Und noch wichtiger:

Zieht danach Euer politisches Fazit und handelt entsprechend!

Waffen und Gewalt sind kein Spiel – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD

Information und Links

Historisch – Technisches Museum Peenemünde

Im Kraftwerk, 17449 Peenemünde

Telefon: 038371 – 505-0

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Weitere Infos

Usedom Tourismus

Websitelink


Hinweis

Die Recherche für diesen Podcast wurde unterstützt von Usedom Tourismus. Meine Meinung wurde davon nicht beeinflusst.


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