Wanderer auf dem Ahrsteig - Foto: Dominik Ketz / Ahrtal Tourismus
Reise News, Tipps & Kommentare
Winter ade oder irgendwie reicht’s
Rüdiger Edelmann – Foto: Holger Leue
Dem Klimawandel zum Trotz haben wir derzeit wieder mal richtig Winter. Auch wenn man jetzt wieder diskutieren muss, dass Klimawandel nicht allgemeine Erwärmung, sondern Veränderungen bedeutet, wie zum Beispiel, extreme Wetterlagen. Die haben wir derzeit mit starker Kälte im Norden, Probleme mit Vereisung in Nord- und Ostsee und zahlreiche Behinderungen in allen Bereichen von Mobilität.
Die Bahn fährt noch unpünktlicher, wenn sie denn fahren kann. Auf den Autobahnen ist „Rutsch und Rodel gut“ und der Flugverkehr bricht dank Schneefall oder Eisregen in sich zusammen. Vorgestern in Frankfurt, heute Morgen in Berlin. Klartext: Verschneite Runways und wetterbedingte Probleme bei der Enteisung von Maschinen.
Ich jedenfalls hatte jetzt genug Winter, auch wenn ab Morgen die Welt wieder in Richtung Wintersport schaut bei den Olympischen Spielen. Aber gerade in der Winterwelt der Berge gibt es ja Unterschiede: Pulverschnee statt Matsch. Blauer Himmel statt nicht mehr auszumachendem nebelgrauem Horizont. Letzteres übrigens auch im Süden, wo von Portugal bis Balearen so keine Frühlingsstimmung aufkommen mag. Dies dank Starkregen und Überschwemmungen.
Mein Klartext: Es wird Zeit für Frühling (subjektiv) oder zumindest Zeit für Normalisierung der Mobilität (objektiv). Und es wird Zeit für etwas Sonnenschein und blauen Himmel. Geht’s Eurem Gemüt da ähnlich wie meinen?
Narrenschnee und Fassenachtsflucht
Ab nächster Woche sind auch die Narren endgültig wieder los. Straßen- (Fassenacht, Fasching, Karneval) startet spätestens am Donnerstag durch. Die Jecken freuts, die Nicht-Jecken verkriechen sich oder treten die Flucht an.
Sogar ein Bundesland mit hoher Narrendichte (Rheinland-Pfalz) hat Mitleid und macht eine Tugend daraus. Unter dem Motto „Wanderschuh statt Pappnas“ gibt es Winter-Wandertipps (hoffentlich im Sonnenschein, s.o.).
Der Hinweis, rund um die kleinen Orte im Hunsrück, im Ahrtal, im Westerwald und an der Lahn fände sich wohltuende Ruhe, soll den weniger närrischen Zeitgenossen Hoffnung machen. Es warten Wandertipps und Hinweise auf weitere Wohlfühlerlebnisse auf Diejenigen, die demnächst von mehr Ruhe träumen. So klappts dann auch mit der närrischen Flucht.
Bad Mergentheim feiert 200 / 100
Es sind zwei prägende Meilensteine, die Bad Mergentheim im Taubertal und im Dreiländereck Baden-Württemberg, Bayern, Hessen 2026 feiert: Die Entdeckung der heilenden Quellen vor 200 Jahren und die Ernennung der Stadt zum “Bad” vor genau 100 Jahren.
Historisches Bad Mergentheim – (c) Kurverwaltung Bad Mergentheim
Nach gesicherten Erkenntnissen waren die Bittersalzquellen schon in der Bronzezeit bekannt. Vermutlich durch Naturereignisse sie verschüttet und gerieten für 3.000 Jahre in Vergessenheit, bis sie Schäfer Gehrig wiederentdeckte.
Die Geschichte vom Schäfer und seiner Herde
Er weidet am 13. Oktober 1826 seine Herde am Ufer der Tauber. Doch an diesem Tag ist etwas anders: Schäfer Gehrigs Blick fällt auf ein kleines, klar fließendes Rinnsal, zu dem die Tiere immer wieder traten. Gehrig kostet von dem Wasser; es schmeckt bitter und salzig. Was der Schäfer in diesem Moment nicht ahnt: Dieser Tag sollte die Geschichte verändern. Denn Franz Gehrig hatte soeben die Wilhelmsquelle entdeckt – ein Wasser, das bald als heilkräftig beschrieben und zum Ausgangspunkt für eine neue wirtschaftliche und kulturelle Identität wurde. Vor 100 Jahren folgte die Ernennung zum Staatlichen Kurort.
Heute zählt Bad Mergentheim mit knapp 700.000 Gästeübernachtungen jährlich zu den Top 15 der Urlaubsdestinationen Baden-Württembergs. Der Ort gehört zu den führenden Gesundheitskompetenzzentren Süddeutschlands.
Ein Jahr voller Events
Kur- und Stadtverwaltung Bad Mergentheim gestalten das Heilquellenjubiläum 2026gemeinsam. Während die Stadtverwaltung überregionale Großveranstaltungen und stadtweite Formate verantwortet, setzt die Kurverwaltung eigene Akzente mit kurbezogenen Veranstaltungen, Inszenierungen und kulturellen Highlights rund um Gesundheit, Geschichte und Kurtradition.
Zu den Event-Höhepunkten zählen u.a. der 21. Regionale Bauernmarkt am 14. Juni, das große Kurparkfest mit Illumination am 18. Juli sowie das Taubertäler Weindorf am 7. und 8. August. Im Herbst folgt mit dem eigens entwickelten Theaterstück “Die Quellen von Bad Mergentheim” ein kultureller Höhepunkt, der die Kurgeschichte der Stadt szenisch beleuchtet. Die Aufführungen finden am 25., 26. und 27. September statt.
Die Marketing-Katastrophe ist perfekt am ohnehin gebeutelten „Airport Kassel“. Wurde im Herst ein erneuter Hoffnungsschimmer in Sachen Flugbetrieb angekündigt, so wird die „Causa Fischer Air“ immer mehr zur öffentlichen Blamage und zum Ärgernis für Kunden, die sich darauf eingelassen haben.
Fischer Air – Merkwürdigkeiten
Wurden zahlreiche Flugverbindungen schon zum Winterbeginn angekündigt, dann auf Januar verschoben, ist bisher nicht ein angekündigter Flug von Fischer-Air in KSF gestartet. Information und Buchungsverfahren waren von Anfang an eher dubios. Inzwischen entwickelt sich das Thema zur Sache für den Verbraucherschutz.
Gebucht werden konnte auf der „Fischer Air“ Website. Das haben viele Kunden auch getan. Allerdings hat bisher kein einziger Flug stattgefunden. Die Verbraucherzentrale Hessen bezeichnet die Buchungs-Homepage als unseriös. Hauptproblem: Es gibt keinerlei Möglichkeit die Fluggesellschaft zu kontaktieren.
Derzeit ist nicht einmal klar, ob die immer noch buchbaren Flüge im Februar stattfinden. Der Airport Kassel ist zwar nicht verantwortlich, kündigt die Fischer-Flüge aber weiterhin an. Der Imageschaden ist beträchtlich. Das sagen auch Reisebüros in der Region Nordhessen.
Eine öffentliche Erklärung des Airports gibt es nicht. Die letzte Pressemeldung des Flughafen, auf der Website, ist ziemlich genau ein Jahr alt.
Deutschland-Tourismus auf Rekordniveau
Der Deutsche Tourismusverband (DTV) erwartet für das vergangene Jahr einen Übernachtungsrekord. Das Statistische Bundesamt werde voraussichtlich in der kommenden Woche die Übernachtungszahlen für das Gesamtjahr 2025 veröffentlichen.
DTV-Präsident Reinhard Meyer zeigt sich zuversichtlich, warnt aber auch vor Gefahren in einer aktuellen Presseerklärung:
Deutschland ist ein attraktives Reiseland. Gleichzeitig dürfen wir uns auf Erfolgsmeldungen nicht ausruhen. Wir stehen aktuell vor einem großen Investitionsstau in der touristischen Infrastruktur. Die Kommunen, also diejenigen, die maßgeblich in den Ausbau und die Instandhaltung des Tourismus vor Ort investieren, sind finanziell komplett überlastet. Das Haushaltsdefizit der Kommunen wächst von Jahr zu Jahr, und für die freiwillige Aufgabe Tourismus fehlen zunehmend die notwendigen Mittel.
Aus Sicht des DTV drohen negative Folgen, sollte der Bund, gemeinsam mit den Ländern, die Kommunen nicht spürbar entlasten und die Tourismusförderung nicht weiter ausbauen. Die Attraktivität der Destinationen beruhe auf einer stabilen Tourismusfinanzierung und einer breiten Tourismusförderung.
Es geht (nicht nur) um Bier. Franken heißt Kultur, Natur und kulinarische Verführung. Der Franken-Tourist soll (nach Corona) all das wiederbekommen. […]
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