Reise News 20.10.26 – Rente – Regen – Regeneration

Letzte Landung in Frankfurt: A340-600 - Foto: Lufthansa

„Super Bird“ geht in Rente

Als die lange 340er auf den Markt kam, war das schon eine Sensation. Airbus hatte eine Maschine für die Langstrecke konstruiert und dieses Modell dann noch mal stark in die Länge gezogen. Das Ergebnis: Der Airbus A340-600.

Seid Ihr ihn mal geflogen? Wenn nicht, dann dürfte es zumindest bei Lufthansa endgültig zu spät sein. Ich hatte die Chance bei LH auf dem Weg nach Boston und Orlando, sowie relativ früh auf der A340-600 von South African Airways.

Gestern ging beim Kranich das Zeitalter der vierstrahligen A340-600 zu Ende. Der letzte Flug kam aus Washington D.C. mit der Nummer LH419. Die Chronik des Typs weist aus: Unfallfrei und das ganze 23 Jahre lang.

Treffen der Generationen: Airbus A340-600 und Boeing 787-9 – Foto: Lufthansa

Abschied von einem Rekordflieger

Am 25. November 2003 übernahm Lufthansa ihr erstes Exemplar der A340-600 — die D-AIHB, die 2004 auf den Namen „Bremerhaven” getauft wurde. Mit 75,30 Metern war die A340-600 damals das längste Verkehrsflugzeug der Welt. Erste Ziele im Streckennetz waren Buenos Aires und Santiago de Chile.

In den folgenden zwei Jahrzehnten schrieb die A340-600 bei Lufthansa Geschichte: Sie flog unter anderem für die Klimaforschung im Rahmen des CARIBIC-Projekts und brachte die deutsche Fußballnationalmannschaft zur erfolgreichen Weltmeisterschaft nach Brasilien. Im März 2022 kehrte sie als erstes Flugzeug nach dem pandemiebedingten Grounding nach Washington D.C. zurück. Insgesamt 24 Flugzeuge dieses Typs betrieb Lufthansa in dieser Zeit.

Genussfliegen

Die Maschine war nicht nur lang, sondern auch vom Raumgefühl her ausgesprochen großzügig. Clou, der 600er Variante waren die Toiletten in der Economy Class. Sie befanden sich im hinteren Teil der Maschine, aber eine Etage tiefer. Dort wo sonst nur Fracht transportiert wurde. Bei der Länge konnte man sich das leisten.

Vierstrahlig fliegen war damals noch erschwinglich. Mit den steigenden Kerosinpreise wurden die 340er und insbesondere das längste Modell zunehmend unrentabel. Deshalb auch jetzt die Verabschiedung von dieser, gerade von außen, sehr eleganten Maschine.

LH-Airbus A 350-900 – Foto: Lufthansa

Mehr Nachhaltigkeit

Bis 2028 sollen rund 70 Prozent der Langstreckenflotte von Lufthansa aus Flugzeugen der nächsten Generation bestehen. Damit gibt es wieder Neues zu entdecken: Boeing 787-9 und Airbus A350-900 und A350-1000. Letztere hat das Zeug dazu, die 340-600 würdig zu ersetzen, allerdings mit 30% geringerem Verbrauch und damit auch geringerem Schadstoffausstoß.

Spanien: Regen stark, statt Sonne satt

Einmal mehr schlagen die Auswirkungen des Klimawandels zu Buche. Insbesondere Spanien inklusive der Balearen haben das, seit dem Wochenende, zu spüren bekommen.

Regen (Symbolbild) Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD

Mallorca kämpfte mit Starkregen mit einer unglaublichen Niederschlagsmenge von bis zu 90 Litern pro Quadratmeter innerhalb von einer Stunde. Flüge waren verspätet oder fielen ganz aus. Gestern waren die Schulen auf den Balearen geschlossen. Dabei kamen die Inseln noch vergleichsweise glimpflich davon.

Im Südosten Spaniens, insbesondere in den Provinzen Valencia und Alicante sind bis zu 600 Liter Regen pro Quadratmeter innerhalb von 24 Stunden gefallen. Starke Überschwemmungen waren die Folge. Das Wetter kostete mindestens 4 Todesopfer. In Oliva, südlich von Valencia mussten Campingplätze und damit rund 2.000 Menschen evakuiert werden. Auch Andalusien, ganz im Süden, war betroffen.

Der Himmel über Andalucia – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD

Klimakrise = Extremwetter

Wir müssen daraus einmal mehr lernen: Klimawandel heißt nicht, dass es im Sommer immer wärmer wird, sondern dass uns extreme Wetterereignisse zunehmend beschäftigen werden. Spanien hat den heißesten Sommer, seit Beginn der Wetteraufzeichnungen, erlebt. Jetzt kommt das fehlende Wasser gleich so heftig vom Himmel, dass Teile der Infrastruktur zerstört werden. Die Unwetter sind inzwischen weiter nach Norden gezogen.

Spanische Gesamtbilanz: Mehr Regen an einem Tag, als sonst im ganzen Jahr!

Island: Wärme in Kalten = Regeneration

Wer bisher eine Reisenach Island machte, wurde von Einheimischen regelrecht genötigt, unmittelbar nach der Ankunft am Kevlavik-Airport auf dem Weg in die Hauptstadt Reykjavik eine Entspannungspause in der „Blauen Lagune“ einzulegen. Gäste, mich eingeschlossen, haben das auch immer genossen, denn was gibt es Schöneres als nach dem Flug im warmem mineralischen Wasser zu entspannen. Die Attraktion hatte sich im Lauf der Jahre zu einem echten touristischen Magneten entwickelt, lieferte sie doch gleichzeitig eine erste Annäherung an das ganz andere Energiekonzept auf der Insel. Planschen im „Abwasser“ eines Wärmeaustausch-Kraftwerks, das u.a. große Teile der Insel mit Heizungsenergie versorgt, hat was. Zugegeben, der leicht schweflige Duft im mitgebrachten Badetuch, füllt auch Stunden später noch die Luft des dann bezogenen Hotelzimmers.

Konkurrenz für die Lagune

Screenshot: Reykjaböd Hot Springs

Der Süden der Insel bekommt jetzt eine weitere „Lagune“. Das neue Natur- und Wellnessbad „Reykjaböð Hot Springs“ wurde jetzt im Reykjadalur-Tal in der Ortschaft Hveragerði eröffnet.

Cool: Hot & Cold

Auf die Fahne geschrieben hat man sich die Verschmelzung mit der Natur. Es warten nicht nur Thermalquellen und ein nordisches Badehaus, sondern ein besonderes Konzept namens „Nordic Journey“. Man wird zum Wechsel der Temperaturen aufgefordert. Hintereinander warten ein Kneipp-Becken (kalt), eine Sauna (heiß), das kalte Tauchbecken danach, gefolgt vom Untertauchen in der Lagune.

Die Anlage ist per Tour- oder Linienbus oder auch Mietwagen zu erreichen. Es wartet ein Restaurant vor Ort und man kann auch übernachten. Von Reykjavik aus, dauert die Anreise eine gute halbe Stunde.

Foto: Visit Iceland

Deutscher Tourismuspreis 2026

Es geht zügig in Richtung Finale. Fünf Projekte aus ganz Deutschland haben es ins Finale des Preises für 2026 geschafft. Sie zeigen, wie vielfältig und zukunftsorientiert sich der Deutschlandtourismus entwickelt – von digitalen Gästeservices über inklusive Veranstaltungen bis hin zu neuen Konzepten im Destinationsmarketing. Alle Interessierten können jetzt bis 4. November ONLINE entscheiden, welches Projekt den ADAC-Publikumspreis erhält. Die anderen Preise werden von einer Jury ausgelobt.

Wer die Auszeichnungen erhält, wird am 19. November 2026 auf dem Deutschen Tourismustag in Leipzig bekannt gegeben.

Der Deutsche Tourismuspreis wird in diesem Jahr zum 22. Mal verliehen. Mit ihm zeichnet der Deutsche Tourismusverband zukunftsweisende Produkte, Events, Marketingstrategien und Kooperationsmodelle im Deutschlandtourismus aus. In diesem Jahr wurden 57 Bewerbungen eingereicht. Die Expertenjury hat aus allen eingereichten Wettbewerbsbeiträgen die zehn überzeugendsten Projekte ausgewählt. Diese haben sich der Jury präsentiert und fünf von ihnen sind nun für den Deutschen Tourismuspreis 2026 nominiert.

Deutscher Tourismuspreis 2025: Fröhliche Preisträger:innen – Foto: DTV / Jan Sobotka

GrimmHeimat: Nächte der Burgen und Schlösser

Wenn sich der Herbstnebel um alte Burgmauern legt, Laternen durch historische Gassen leuchten und Geschichten aus vergangenen Jahrhunderten lebendig werden, beginnt in Nordhessen eine besondere Zeit: Vom 30. Oktober bis 15. November 2026 findet zum zweiten Mal die Veranstaltungsreihe „Nacht der Burgen & Schlösser“ statt.

Kassel: Schloss Wilhelmshöhe und Weltkulturerbe Bergpark – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD

Zahlreiche Partner der Burgen- und Schlösserkooperation der GrimmHeimat NordHessen laden dazu ein, die historischen Anlagen zum Ende der Saison aus einer neuen Perspektive zu entdecken. Mit einem abwechslungsreichen Programm für Familien, Kulturinteressierte und Geschichtsbegeisterte verbindet sie Geschichte, Kultur und herbstliche Atmosphäre.

Zwischen Grusel, Geschichte und Märchen

Den Auftakt macht am Freitag, 30. Oktober, eine Kirchenerkundung für Familien mit Kindern ab sechs Jahren in der Stiftskirche Kaufungen.

Wasserschloss Wülmersen – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD

Am Samstag, 31. Oktober, erwartet Besucherinnen und Besucher unter anderem ein herbstlicher Fledermaustag im Wasserschloss Wülmersen. Im Bergpark Wilhelmshöhe führt eine Taschenlampenführung durch die besondere Atmosphäre des abendlichen Parks. Auf der Löwenburg sorgen „Rittermut und Gespensterspuk“ sowie eine Halloween-Familienführung in russischer Sprache für spannende Erlebnisse. Schloss Wilhelmshöhe verbindet beim Kunstfrühstück „Halloween im Schloss“ Kultur und Genuss; außerdem gibt es dort eine spanischsprachige Gruselführung. Ein herbstlicher Spaziergang auf der Insel Siebenbergen und die Themenführung „Nachts im Schloss“ im Residenzschloss Arolsen ergänzen das Programm.

Residenzschloss Bad Arolsen – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD

Am Sonntag, 1. November, werden auf der Löwenburg märchenhafte Geschichten für Kinder ab fünf Jahren frei erzählt. Wer es abenteuerlicher mag, kann sich auf eine Gruselwanderung auf dem Burg-Löwenstein-Weg begeben.

Details zu den einzelnen Veranstaltungen gibt es HIER!

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