DRR News 17.07.20 – Not/Lösung/Hoffnung

Regionales Ausreiseverbot

Die zu Beginn der Woche diskutierten lokalen Reiseeinschränkungen sind inzwischen beschlossene Sache. Gestern tagten die Staatskanzleichefs der Bundesländer mit Kanzleramtsminister Helge Braun in Berlin. Dort wurde ein entsprechender Beschluss gefasst. Damit dürfen jetzt Behörden in Corona-Hotspots mit lokal beschränkten Ein- und Ausreisesperren reagieren. Im Beschluss steht:

„Diese Maßnahmen sollen zielgerichtet erfolgen und müssen sich nicht auf den gesamten Landkreis bzw. die gesamte kreisfreie Stadt beziehen.“

Damit ist klar, dass ein Corona-Lockdown inklusive Mobilitätssperre in ganz kleinen lokalen Bereichen erlassen werden können. Darin schlägt sich die Kritik der Bundesländer nieder, an Lockdowns für komplette Landkreise oder Städte. Wie man das kontrollieren will, erschließt sich aus der Entscheidung allerdings noch nicht. In der Hauptsache gehe es aber darum, unkontrollierte Ausreisen zu vermeiden und gleichzeitig nicht zwingend allen Menschen einer Region zum Beispiel die Fahrt in den Urlaub zu verbieten. Damit will man künftig das vermeiden, was vielen Urlaubern aus dem Kreis Gütersloh in Sachen Hotelaufenthalt und Ablehnung widerfahren ist.

Deutsche Binnenregionen leiden unter Corona-Krise

Wir berichteten gestern über die mangelnde Nachfrage von Urlaubern in den Binnenregionen Deutschlands. Heute veröffentlicht die Tourismusdestination „Grimmheimat Nordhessen“ Zahlen, die dies untermauern. Konnten im Jahr 2017, lt. Berechnungen des Institutes dwif, knapp 10 Millionen Übernachtungen und 49,5 Millionen Tagesgäste in den fünf nordhessischen Landkreisen und der Stadt Kassel gezählt werden, so erwarten die Tourismusexperten in diesem Jahr einen Rückgang von ca. 30 Prozent. Damit sinke der touristische Bruttoumsatz in im Jahr 2020 um 700 Mio. Euro. Wie viele Betriebe aufgrund der Verluste ganz schließen müssten, werde sich erst im Laufe der kommenden Monate und im nächsten Jahr zeigen. Tourismusvertreter gehen von einem Verlust von 10 %, d.h. ca. 6.000 Betten/Schlafgelegenheiten aus. Das hat auch Auswirkungen auf weitere Wirtschaftszweige wie den Einzelhandel sowie das Handwerk.

Grimmwelt in Kassel

Für die Zukunft sieht sich die Region aufgrund von Qualitätsinitiativen und umfangreichen Investitionen in den vergangenen Jahren trotzdem gut gerüstet.

„Vorzeigeprojekte wie die Grimmwelt in Kassel, die UNESCO Welterbestätten in der Region und die Rad- und Wanderinfrastruktur sind schon jetzt Publikumsmagneten“,

berichtet Ute Schulte, Geschäftsführerin der Regionalmanagement Nordhessen GmbH und verantwortlich für die Bereiche Standortmarketing und Tourismus. Positiv wirke sich auch aus, dass der Auslandstourismus in Nordhessen nur eine untergeordnete Rolle spiele. Derzeit würden vor allem Ferienwohnungen und Campingplätze im ländlichen Raum gebucht. Aber auch Hotels, die sich auf Urlaubsgäste spezialisiert haben, verzeichneten deutliche Zuwächse. Die Betriebe hofften auf eine Saisonverlängerung bis in den November, um die Umsatzverluste von März bis Mai zumindest teilweise kompensieren zu können.

Griechenland

Einreise nur mit Registrierung im Netz: Griechenland

Urlaubersollten unbedingt darauf achten, vor der Anreise das vorgeschriebene Online-Formular auszufüllen und sich damit zur Einreise zu akkreditieren. Griechische Behörden überwachen dies offensichtlich inzwischen sehr genau. In einem Einzelfall soll sogar ein Bußgeld in Höhe von 500 Euro verhängt worden sein.

Frankreich

Die ursprünglich für den 1. August geplante Schutzmaskenpflicht in allen öffentlichen, geschlossenen Räumen des Landes, ist von den Behörden vorgezogen worden. Die Maskenpflicht beginnt jetzt bereits am kommenden Montag (20.07.) – Hintergrund der Maßnahme ist der überdurchschnittlich hohe Anstieg von Infektionen in den letzten Tagen.

Algarve beteuert Sicherheit

Nachrichten über Corona-Ausbrüche in Portugal sorgten in den letzten Tagen bei vielen Urlaubern für Aufregung. Tatsächlich konnten sich in einigen Vororten von Lissabon Hotspots entwickeln, die Situation an der Algarve sei aber eine andere, betont das dortige Tourismusbüro. Am 15. Juli waren bislang an der gesamten Algarve insgesamt nur 750 Infizierte registriert, von denen keiner intensivmedizinisch behandelt werden musste.
Die niedrigen Infektionszahlen an der Algarve seien dem Hygiene-Management der lokalen Behörden zu verdanken. Bereits vor Wochen sei ein „Clean & Safe“-Siegel eingeführt worden, deren Einhaltung regelmäßig kontrolliert wird. Bislang hätten sich über 4.100 Hotels, Resorts und Ferienhausvermieter, Golfplätze und Autovermieter, Reisebüros und lokale Tourismus-Dienstleister erfolgreich zertifizieren lassen. Fast alle touristischen Einrichtungen an der Algarve seien, unter Einhaltung der Sicherheitsvorschriften, nun wieder geöffnet.

Urlaubsregion Algarve

Die Strände seien deutlich leerer und touristische Highlights garantiert nicht überlaufen. Deshalb lasse sich auch der vorgeschriebene Sicherheitsabstand von 1,5 Metern problemlos einhalten. Ein sicheres Badevergnügen gewährleiste auch die „Strandampel“, die online unter und als kostenlose Smartphone-App für iOS und Android verfügbar sei. Damit lasse sich im Vorfeld klären, wie frequentiert bestimmte Strände bzw. Strandabschnitte sind.

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An Bord der Ferienflieger zum portugiesischen Festland (für die Azoren und Madeira gelten gesonderte Regelungen) müssten die Passagiere lediglich ein Formular mit ihren Kontaktdaten ausfüllen. Im Einreisebereich der Airports sind automatische Wärmebild-Kameras installiert.

Das Tourismusbüro nimmt auch zu einer kürzlich kursierenden Falschmeldung Stellung:

„Anders als mitunter behauptet, benötigen Besucher aus Deutschland, Österreich und der Schweiz bei der Einreise keinen Corona-Test und werden am Flughafen auch nicht getestet – diese Regelung gilt nur für Besucher aus den USA, Brasilien und einigen portugiesisch-sprachigen Ländern Afrikas.“

TUI mit Covid-19-Versicherung

Für größtmögliche Sicherheit im Urlaub bietet TUI einen neuen Covid-19-Versicherungsschutz in Kooperation mit AXA Partners. Der Schutz „Covid Protect“ ist kostenfrei für alle TUI-Gäste (TUI, airtours, XTUI, Fly & Mix) ohne Mehrkosten inkludiert, die bis Ende 2020 in den Urlaub reisen und greift sowohl für Neubuchungen, als auch für Gäste, die ihren Urlaub bereits gebucht haben. Eine 24/7-Notfall-Hotline und eine App bieten medizinische Telebetreuung während des Urlaubs. Die Kosten für einen PCR-Test und eine Heilbehandlung werden übernommen, Quarantänekosten bis zu einem Festbetrag. Auch die medizinische Rückführung nach Deutschland im Ambulanzjet in ein Krankenhaus nahe des Wohnortes ist möglich, sofern dem keine medizinischen oder sonstigen Gründe entgegenstehen.

Lufthansa Express Rail

Deutsche Bahn und Lufthansa wollen noch enger zusammenarbeiten und ihre Partnerschaft ausbauen. Man will durch die intelligente Verknüpfung des Bahn- und Luftverkehrs eine nachhaltige Verkehrswende in Deutschland unterstützen. Das Ziel sei eine durchgängige und komfortable Reisekette.

LH-Expressrail: ICE Bahnhof am Frankfurter Airport – Foto: Deutsche Bahn

Im ersten Schritt wurde das gemeinsame Angebot „Lufthansa Express Rail“ ausgebaut. LH-Passagiere können ab sofort täglich jeweils ab Hannover Hbf. und Leipzig Hbf. vier Bahn-Verbindungen zum Frankfurter Flughafen nutzen. Auch ab Basel steht der „Zug zum Flug“-Service mit täglich drei Verbindungen neu zur Verfügung. Das gemeinsame Angebot soll in den kommenden Jahren verdoppelt werden.

Umstrukturierung mit Opfern

Der Direktveranstalter „Berge & Meer“ baut knapp ein Drittel seiner Arbeitsplätze ab. Von den 345 Mitarbeitern müssen etwa 100 gehen. Gleichzeitig soll das komplette Geschäft neu strukturiert werden.

Kreuzfahrt

Die Reederei „Holland-America-Line“ gibt vier der bisher vorhandenen 14 Schiffe ab. „Amsterdam“ und „Rotterdam“ sind wohl von Fred Olsen Cruiselines gekauft worden. Ob die beiden anderen Schiffe („Veendam“ / „Maasdam“) schon einen Käufer gefunden haben ist noch nicht bekannt.

 

Abendstimmung in Fort Lauderdale Beach
Holland-America-Line verkauft Schiffe

 

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