
Reise- und Tourismus-News vom 09.04.2026
LH-Streik
So dicht liegen feiern und ärgern beieinander. Dem Jubiläumsfest am Osterwochenende folgt jetzt die harte Realität des Streiks. Die Flugbegleiter-Gewerkschaft „Ufo“ hat ihre Mitglieder ab Morgen, Freitag, zwischen 0 Uhr 01 und 22 Uhr zur Niederlegung der Arbeit bei Lufthansa und Lufthansa Cityline aufgerufen.

Betroffen sind damit nicht nur die internationalen Drehkreuze der Lufthansa in Frankfurt und München, sondern auch die Zubringerflüge dorthin durch LH Cityline. Ufo hat angekündigt, dass dies für alle Abflüge der Lufthansa CityLine von den Flughäfen Frankfurt, München, Hamburg, Bremen, Stuttgart, Köln, Düsseldorf, Berlin und Hannover gelten soll. Mit erheblichen Flugausfällen ist morgen zu rechnen. Lufthansa hat für den Streikzeitraum inzwischen einen Sonderflugplan erarbeitet und veröffentlicht.
Die Schuld für die gescheiterten Verhandlungen weist man sich gegenseitig zu. Es geht unter anderem um die bessere Planbarkeit der Einsätze und längere Kündigungsfristen.
Italien-Streik

Morgen werden in Italien die Fluglotsen in Streik treten. Geplant ist die Arbeitsniederlegung am Nachmittag zwischen 13 und 17 Uhr. Hauptsächlich betroffen sein werden die Airports von Rom, Mailand und Neapel. Zu Verspätungen kann es aber im gesamten italienischen Luftraum kommen.
Gratis Interrail

Erhöhte Energiepreise dürften das jährliche Angebot der Europäischen Union für alle „neu volljährig Werdende“ noch attraktiver machen. Junge Leute, die zwischen dem 1. Juli 2007 und dem 30. Juni 2008 geboren wurden, können sich über das Jugendportal der EU um kostenfrei Interrailtickets bewerben.
Die Europäische Kommission verschenkt auch in diesem Jahr mehr als 40.000 Tickets über das Programm DiscoverEU. Davon gehen 7.000 Interrailpässe nach Deutschland.
Wer einige Fragen beantwortet könnte also einen Interrailpass gewinnen, der dann vom 1. Juli 2026 bis zum 30. September 2027, 30 Tage lang kostenfreie Fahrten im Streckennetz der Europäischen Bahngesellschaften ermöglicht. Die Verlosungsaktion hat schon Tradition und findet seit 2018 statt.
Kreuzfahrtschiffe und Iran-Krieg

Foto: TUI Cruises
Seit Beginn des Irankrieges sitzen zwei Kreuzfahrtschiffe von TUI Cruises fest. Gestern gab es wieder Hoffnung auf eine freie Durchfahrt durch die „Straße von Hormus“. Ob dies zeitnah Realität wird, steht zwar schon wieder in Frage. Trotzdem hofft TUI die „Mein Schiff 4“ und „Mein Schiff 5“ zeitnah aus dem Krisengebiet herauszuholen.
Sommerprogramme noch nicht bestätigt
Sobald die rund 12 Stunden dauernde Passage in sichere Gewässer möglich ist, will man die Schiffe dort rausholen und sie nach dem Transfer wie geplant in Europäischen Gewässern einsetzen. Wann dies möglich sein wird, hängt vom Transfer ab. Derzeit sind die Programme bis Anfang Mai abgesagt.

Gleiches gilt auch für die „Euribia“ von MSC Cruises, die ebenfalls im Persischen Golf festsitzt. Sie sollte am 2. Mai ihre erste Sommer-Cruise in Kiel starten. Die Reederei hat sich allerdings noch nicht dazu geäußert, ob dies realistisch ist.
Niederlande teurer
Die Touristensteuer und die Erhöhung der niederländischen Mehrwertsteuer auf Hotelübernachtungen von 9 auf 21 Prozent, haben zur Explosion der Übernachtungspreise geführt.

Erste Folgen der Kostensteigerung zeigen sich jetzt in Buchungseinbrüchen. Der Branchenverband der niederländischen Übernachtungsbetriebe spricht, je nach Region, von einem Rückgang von 10 bis 30 Prozent und fordert die Rücknahme der Mehrwertsteuererhöhung.
Die Holländer hoffen auf Gebührensenkungen bei den Steuern und damit wieder auf steigende Buchungen. Ob dies Realität wird ist nicht bekannt. Gleichzeitig befürchtet die Branche, dass sich potentielle Urlauber inzwischen längst für ein anderes Reiseziel im Sommer entschieden haben.
Barockes Jubiläum
Im Juni 1966 aus der Taufe gehoben gehört die Oberschwäbische Barockstraße heute zu den traditionsreichsten Kultur- und Ferienstraßen Europas. Sie führt auf 790 Kilometern zu rund 50 großen und kleinen Schätzen der Barockzeit.
Barocke Schätze

Der prächtige Bibliothekssaal im Kloster Schussenried, die größte Barockbasilika nördlich der Alpen in Weingarten oder das imposante Kloster Ochsenhausen etwa sind echte „Barockstraßen-Klassiker“. Im Jubiläumsjahr sind neue Stationen sind hinzugekommen: das Bauernhaus-Museum Allgäu-Oberschwaben Wolfegg, die Heimat Bärenweiler bei Kißlegg, die Gemeinde Bergatreute, das Kloster Kellenried und das Kloster Bonlanden mit seiner figurenreichen Barock-Krippe.

Abstecher nach Österreich
Von der Route lässt sich problemlos auch ein Abstecher ins österreichische Vorarlberg machen. Hier warten das Barockbaumeister-Museum in Au und das Klostertal Museum in Wald. Beide Ziele finden sich jetzt auch im Stationsverzeichnis der Route.
Barocke Woche
Das glanzvolle Erbe wird während der jährlichen „BAROCKwoche“ besonders zelebriert. In diesem Jahr findet die Veranstaltungsreihe vom 8. bis 16. August 2026 statt.
Wal-Drama oder warum der bestehende Schutz oft nicht reicht.
Die Schweizer NGO „OceanCare“ hat sich gestern in Sachen Walschutz öffentlich zu Wort gemeldet. In einer Medienerklärung heißt es:
Das tragische Schicksal des gestrandeten Buckelwals in der Ostsee zeigt, dass Meeressäuger in Deutschland und der EU zwar streng geschützt sind, dieser Schutz in der Praxis jedoch oft nicht greift.
OceanCare fordert daher von der deutschen Politik die konsequente Umsetzung bestehender Schutzverpflichtungen – insbesondere in der Fischerei sowie bei der Verschmutzung durch Unterwasserlärm und Plastik.
OceanCare fordert erneut eine regionale Temporeduktion in der Schifffahrt für die Nord- und Ostsee. Diese würde gleichzeitig Lärm, Emissionen und Kollisionsrisiken mit Meerestieren senken.
Die jüngste Ausweisung von drei Schutzgebieten für die stark bedrohten Ostsee-Schweinswale ist ein wichtiger Schritt. Sie wird aber nur dann wirksam, wenn nun auch konkrete Maßnahmen und konsequente Umsetzung folgen.

Eine Rettung des Wals in den Gewässern vor der Insel Pöhl bei Wismar, gilt inzwischen als nicht mehr möglich.
OceanCare betont, dass die genaue Ursache für das Verirren und die wiederholte Strandung des Tieres erst auf Basis gesicherter fachlicher Erkenntnisse abschließend eingeordnet werden könne. Gleichzeitig zeige der Fall, dass Meeressäuger in Deutschland und in der Europäischen Union zwar streng geschützt seien, dieser Schutz in der Praxis aber zu oft nicht ausreiche.
Rettungsaktionen

OceanCare betont, dass das Wohlbefinden des einzelnen Tieres immer an erster Stelle stehe. Entscheidungen über Rettungsmaßnahmen, Begleitung oder gegebenenfalls Euthanasie müssten von den zuständigen Fachleuten und Behörden auf Basis des Gesundheitszustands des Tieres getroffen werden.
Die öffentliche Aufmerksamkeit für den Buckelwal sei jedoch auch eine Chance: Die große Aufmerksamkeit am Schicksal eines einzelnen Tieres könne helfen, auf die größeren Zusammenhänge hinzuweisen und dadurch die politische Verantwortung für Lebensbedingungen von Meeressäugern zu verbessern.

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