Reise News 16.07.26 – Escapio, KI, Nahost, Tiefgang & mehr

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Freude im Haus: Deutsches Reiseradio auf der „Escapio-Podcast-Hitliste 2026“

Rüdiger Edelmann – Foto: Holger Leue

Als ich vor 12 Jahren mit meinem Projekt begann, war vermeintlich alles noch ein wenig einfacher. SEO steckte in den Kinderschuhen. Unter Mitbewerber:innen ging man noch ein ganzes Stückchen freundlicher um und selbst die Reisewelt war im Vergleich zu heute noch in ziemlich guter Ordnung.

Bedingungen ändern sich

Heute sieht das etwas anders aus, auf allen genannten „Baustellen“. Von KI hab ich noch gar nicht gesprochen. Ich bin vermutlich altersmäßig einer der ältesten Reise-Podcaster auf dem umkämpften Markt, fühle mich, als Radiomann, immer noch journalistischen Werten verpflichtet. KI nutze ich allenfalls um technische Verbesserungen in der Soundqualität hinzubringen. Inhaltlich kann ich damit nix anfangen. Ich mache meine Interviewfragen noch selber, schreibe meine persönlichen Eindrücke auf und bastle (hoffentlich) qualitativ hochstehende Radio-Features.

Natürlich habe ich gelernt, dass der viel weiter verbreitete „Laber-Podcast“ ebenfalls zum Portfolio gehört. Gute Gespräche bringen was. Vor Allem sind sie sehr viel einfacher zu produzieren. Trotzdem liebe ich das gebaute Feature, auch wenn es heute natürlich anders klingt, als meine Magazin-Häppchen aus den Zeiten des öffentlich-rechtlichen Radios. Podcast bietet nämlich auch Freiheit: Ich kann Inhalte so produzieren, wie ich es möchte.

Refinanzierung und Gewinn

Zugegeben: Mitunter frage ich mich auch, ob das „meine Kundschaft“ genauso sieht. Zumal wenn bekanntere Podcasts offensichtlich kein Problem mit der Finanzierung ihrer Arbeit haben. Das Betteln (ja so komme ich mir vor) um eine nun wirklich günstige Anzeige auf der Reiseradio-Website oder einem Spot mit der Präsentation meiner Podcast-Produktion stößt fast immer an Grenzen. Hör- und Produktionsqualität mitnehmen, aber wehe, es kostet was. Vermutlich falle ich Zug um Zug (schönes Bild, wenn man an die DB denkt) aus der Zeit. Trotzdem: „Verbiegen für Knete“ – das mach ich nicht. 

Umso mehr freut es mich, dass ich auf der Escapio-Liste der 20 besten Reise-Podcasts für 2026 bin. Das ist Ansporn. Das tut gut. Vielleicht hilft es ja sogar ein wenig weiter. Ich danke für die Auszeichnung und versuche am Ball zu bleiben.

Allen Kolleginnen und Kollegen auf der Liste meinen Glückwunsch. Ihr macht das vielleicht anders als ich, aber Ihr macht das gut – Schöne Grüße!

Escapio – Screenshot

KI akzeptiert bei Reiseplanung?

 Nicht alles ist schlecht. KI inhaltlich oder KI als Hilfe ist die bedeutsame Frage. Bei der Kundschaft gibt es zumindest eine positive Grundstimmung. Zu diesem Schluss kommt das Institut CENTOURIS der Universität Passau in einer repräsentativen Studie.

Reisebüro ade? – Foto: TUI AG

Wichtig sei es, einer verständlichen Unsicherheit in der Bevölkerung durch Informationen entgegenwirken, denn die Studien-Ergebnisse weisen fast durchgehend dieselben Unterschiede zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen auf:

Männer, jüngere Generationen und Personen mit höherem Bildungsabschluss seien aufgeschlossener gegenüber KI im Mobilitätsbereich als Frauen, ältere Generationen und Personen mit niedrigerem Bildungsabschluss.

Positive Empfindung

Der Gedanke an KI in der Mobilität wecke, laut Studie, vor allem Neugierde: die Mehrheit der Befragungsteilnehmer und -Teilnehmerinnen (57 %) empfinde dieses Gefühl. Kontrollverlust, Misstrauen und Sorge würden jedoch auch damit in Verbindung gebracht.

Als Informationsquellenwerden nennen aber stolze 23 Prozent der Befragten ChatGPT. Das Programm verweist also inzwischen Social-Media-Kanäle (21%) und analoge Informationsquellen (20%) auf die Plätze

Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD

Konkrete Erwartung

In Sachen Reiseplanung schlägt sich das in folgenden Erwartungen nieder:

Funktional:

  • Reisevorschläge, die exakt auf persönliche Vorlieben zugeschnitten sind
  • Transparenter Angebotsvergleich
  • Schnellere Angebotserstellung
  • Personalisierte Empfehlungen vor Ort
  • Vereinfachung der Reiseplanung ohne langes Suchen

Vertrauen & Kontrolle:

  • Information darüber, wenn man mit einer KI statt einem Menschen interagiert
  • Nachvollziehbarkeit, wie Empfehlungen zustande kommen
  • Jederzeit menschliche Unterstützung hinzuziehen können
  • Buchungen nur mit menschlicher Freigabe

Begleitung:

  • Unterstützung vor und während der Reise
  • Kenntnis der eigenen Vorlieben
  • Zeitersparnis und Aufwandsreduktion
  • Passende Angebote und Veranstalter finden

Krieg oder nicht:  Warnungen sind zurück

Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD

Erst in der vergangenen Woche gab es die Entspannungsmeldung für Fluggesellschaften für Flüge Richtung Nah-Ost. Nun hat die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) eine schnelle Kehrtwende gemacht. Die Warnungen sind zurück, nachdem US-Angriffe auf und Gegenschläge aus dem Iran wieder zugenommen haben.

Im Klartext: Airlines sollten den Luftraum von Bahrain, Kuwait, Qatar, den Vereinigten Arabischen Emiraten und den Golf von Oman meiden.

Die neue Warnung gilt jetzt erst einmal bis 29. Juli.

Niedrigwasser behindert Fluss-Kreuzfahrten

Flusskreuzfahrt kämpft gegen Niedrigwasser (Symbolbild) – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD

Nach einer Recherche des Touristik-Fachportals „Reise vor 9“ bedeutet das anhaltende Niedrigwasser auf Rhein und Donau zunehmende Behinderungen im Routenverlauf von Kreuzfahrtschiffen.

Die Reedereien reagierten zunächst mit Streckenänderungen oder geänderten Häfen für die Ein- und Ausschiffung. Einzelne Absagen gäbe es inzwischen auch schon. Betroffen sind auf dem Rhein ganz besonders das Mittelrhein-Tal und einzelne Abschnitte bei Karlsruhe.

Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD

Phoenix-Reisen hat bereits „Rheinschiffe“ in Richtung Mosel umgeleitet. Eine Kreuzfahrt mit Start am 13. Juli musste abgesagt werden.

Bei Thurgau-Travel gibt es ebenfalls Umroutungen, bisher aber keine Absage.

Auch Nicko-Cruises hat Streckenverläufe angepasst. Eine Donau-Kreuzfahrt in Richtung Schwarzes Meer musste gestrichen werden.

Viva-Cruises hat eine Donau-Kreuzfahrt abgesagt. Lediglich A-Rosa meldet normalen Betrieb. Mit der einen oder anderen Anpassung im Streckenverlauf müssten Passagiere aber eventuell rechnen.

Geschluckt: Rail Europe

Die Bahnplattform mit den großen internationalen Plänen wird vom Mobilitäts-Portal Omio geschluckt. Die Besitzer von Rail Europe verkaufen. Künftig wird Rail Europe unter neuer geschäftlicher Flagge arbeiten.

Reiseradio-Podcast mit Björn Bender, CEO Raileurope – Foto: Tanja Piepenburg für ttb-media /TON-TEXT-BILD

Björn Bender, CEO und Vorstandsvorsitzender von Rail Europe, betonte, dass dadurch der größte Anbieter von internationalen Bahntickets entstehe. Käufer Omio betreibt eine Buchungsplattform für Flüge, Busse, Bahnen und Fähren.

FEWO-Regeln von logisch bis kurios

Rauchen, Partys oder zusätzliche Übernachtungsgäste sind in vielen Ferienwohnung und -häusern tabu. Das ist genauso nachvollziehbar wie das weit verbreitete Rauchverbot in den Unterkünften. Weiterhin nachvollziehbar sind Regeln wie Fahrräder in der Wohnung abzustellen, oder Möbel umzustellen.

Fincaträume und mehr auf Mallorca – Foto: Holidu

Eine aktuelle Umfrage des FEWO-Portals Holidu unter Ferienhausvermietern zeigt aber auch, welche außergewöhnlichen Vorgaben Gäste mitunter ebenfalls erwarten.

Beispiele: Kein Fisch in der Küche, keine hohen Absätze auf dem Parkett oder Berührungsverbot des Web-Routers.

Manche Gastgeber bitten darum, Straßenschuhe auszuziehen oder hohe Absätze zu vermeiden. In einer italienischen Unterkunft sind Schuhe im Schlafbereich tabu. In anderen ist Barfußlaufen untersagt, stattdessen stehen den Gästen Hausschuhe zur Verfügung.

Auch der Alkoholkonsum ist in einzelnen Ferienunterkünften geregelt. Während ein vollständiges Alkoholverbot in Deutschland und Spanien kaum vorkommt (1%), nennen 3% der italienischen und 5% der französischen Gastgeber diese Regel als Teil der Hausordnung.

In einer französischen Unterkunft ist das Aufstellen von Zelten im Garten des Ferienhauses ausdrücklich untersagt. Die Erfahrung hat hier offensichtlich gezeigt, dass der Garten schon als zusätzlicher Campingplatz genutzt wurde.

Gute Gründe für FEWO-Regeln – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD

Gute Gründe

Die Beispiele zeigen meist nicht auf den ersten Blick, dass es auch für die meisten kuriosen Regeln einen Grund gibt. Susanne Becher, verantwortlich für das Deutschlandgeschäft bei Holidu, betont:

Ungewöhnliche Hausregeln sind die Ausnahme. Wenn es sie gibt, haben Gastgeber sie meist erst eingeführt, nachdem etwas kaputtgegangen ist oder sich eine Situation wiederholt hat. Was zunächst kurios wirkt, soll am Ende vor allem dafür sorgen, dass alle Gäste ihren Urlaub unbeschwert genießen können.

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