
Spanien bleibt spitze
Auch wenn in diesem Jahr eventuell weniger deutsche Urlauber nach Spanien jetten, ein Rekord in Sachen Tourismus dürfte den Spaniern jetzt schon für den Sommer 2026 sicher sein.
Wie das Fachmagazin „TRVL Counter“ berichtet, hat Spanien für die Sommermonate Juni bis September eine Rekordzahl von rund 43 Millionen internationalen Touristen hochgerechnet. Diese Zahl würde eine erneute Steigerung der Besucherzahlen von sechs Prozent im Vergleich zum Vorjahr bedeuten.
Die Ausgaben, die die Gäste tätigen, sollen sogar um rund zehn Prozent auf rund 64 Milliarden Euro steigen – so die Prognose der Tourismusorganisation „Turespaña“.

Nachhaltigkeit ganz praktisch
Der Deutsche Tourismusverband e.V. (DTV) hat die zweite, aktualisierte Auflage seines Praxisleitfadens zur nachhaltigen Entwicklung von Tourismusdestinationen veröffentlicht. Er soll Tourismusstandorte dabei unterstützen, Nachhaltigkeit strategisch zu verankern und konkrete Maßnahmen in den Bereichen Umwelt-, Natur- und Klimaschutz, wirtschaftliche Entwicklung und soziale Verantwortung umzusetzen.

Reinhard Meyer, Präsident des DTV, sagt zur Initiative:
Destinationen in Deutschland sollen sich so entwickeln, dass ökologische Tragfähigkeit, wirtschaftlicher Erfolg und soziale Verantwortung in Einklang stehen. Dass Nachhaltigkeit im Deutschlandtourismus inzwischen strategisch an Bedeutung gewinnt, zeigen auch die Ergebnisse unserer bundesweiten Befragung deutlich. Der Tourismus ist in besonderem Maße auf intakte Natur und die Akzeptanz vor Ort angewiesen – nachhaltiges Handeln ist daher keine Option, sondern Voraussetzung für langfristigen Erfolg.
Ja, aber: Vielerorts fehlen Nachhaltigkeits-Kapazitäten

Eine bundesweite Befragung unter 379 Tourismusorganisationen zeigt zugleich, dass Nachhaltigkeit im Deutschlandtourismus weiter an Bedeutung gewinnt: Rund 70 Prozent berichten von einer steigenden Relevanz nachhaltiger Ausrichtung von Tourismus in den vergangenen drei Jahren.
72 Prozent erwarten eine weitere Zunahme in den kommenden Jahren.
24 Prozent der Organisationen geben an, nachhaltige Tourismusentwicklung breit berücksichtigt oder fest in ihrer strategischen Ausrichtung verankert zu haben.
Die Ergebnisse sind allerdings auch mit einem großen „ABER“ versehen.
44 Prozent der Organisationen verfügen zwar über personelle Ressourcen für nachhaltige Tourismusentwicklung, doch insbesondere begrenzte zeitliche Ressourcen (76 Prozent), fehlende finanzielle Mittel (71 Prozent) und unzureichende personelle Kapazitäten (65 Prozent) erschweren die praktische Umsetzung.
Entsprechend sehen 91 Prozent der Befragten ausreichende personelle Ressourcen als entscheidenden Faktor für eine erfolgreiche nachhaltige Tourismusentwicklung an. Zudem bewerten 83 Prozent finanzielle Anreize und Förderprogramme als relevant oder sehr relevant.
Cool Down: Hitzewelle als Zusatzgeschäft

Ab sofort können Bürgerinnen und Bürger von Karlsruhe im Rahmen der Sommeraktion „Cool Down in deiner Stadt“ der Hitze in den eigenen vier Wänden entfliehen und klimatisierte Hotelzimmer zu Sonderkonditionen buchen. In Kooperation mit der DEHOGA Karlsruhe bietet die KTG Karlsruhe Tourismus GmbH eine Auszeit in den heißen Sommermonaten und lädt gleichzeitig dazu ein, die Vielfalt der Karlsruher Hotellerie direkt vor der eigenen Haustür zu entdecken.
Im Aktionszeitraum bis Ende August sind mit dem Promotionscode „CooldownKarlsruhe“ klimatisierte „Aktionszimmer“ in ausgewählten Karlsruher Hotels buchbar. Karlsruherinnen und Karlsruher aus Stadt und Region erhalten dabei 20 Prozent Rabatt auf ihre Übernachtung und können sich während besonders heißer Tage oder Nächte eine kühle Auszeit gönnen.
Reiseradio-Kurzkommentar: Eine erfrischende Idee und ein sicher zukunftsträchtiges Geschäftsmodell. Wie wäre es, wenn die Gewinne aus dieser Aktion in den Ausbau von Klimaschutzmaßnahmen, wie städtische Begrünung gesteckt würden? Dann hätten alle Einheimischen was davon und das dauerhaft.
Immerhin, der gleichzeitig entwickelte, interaktive „Stadtplan für heiße Tage“ ist schon mal ein Schritt in die richtige Richtung.

„Vulkanbad“ gegen Neue Hitzewelle
Baden ohne Trubel, Pommes und Chlorgeruch? Wer das sucht, könnte im Meerfelder Maar in der Eifel an der richtigen Adresse sein. Es ist ein Ziel für Angler, aber er bietet auch eine ausgewiesene Badestelle für Menschen, die sich nach einem Rundgang ums Maar – oder auch ohne Spaziergang – abkühlen wollen. Bis September können Gäste dort ins Naturfreibad am See eintauchen.

Das gesamte Meerfelder Maar ist bis zu 18 Meter tief und umfasst eine Wasseroberfläche von stattlichen 25 Hektar. Die Badestelle samt Liegewiese liegt im Süden, nahe des Örtchens Meerfeld. Gäste können dort parken und über die Einstiegsstelle, die an der Liegewiese eingerichtet ist, ins Wasser. Umkleidemöglichkeiten und Toiletten gibt es vor Ort. Der Eintritt ins Naturfreibad kostet für Erwachsene und Jugendliche ab 16 Jahre drei Euro, für Kinder ab sechs Jahre zwei Euro. Für jüngere Kinder ist der Eintritt frei. Eine Badeaufsicht gibt es dort nicht, das Baden erfolgt auf eigene Gefahr.
Zeugnis des Vulkanismus
Das frische Vergnügen ist einer heißen, vulkanischen Aktivität zu verdanken. Vor rund 80.000 Jahren hat eine gewaltige Explosion den „Maar-Kessel“ erschaffen, der sich im Lauf der Zeit mit Wasser gefüllt hat. Heute steht der Kratersee mit seinen Feuchtwiesen und Schilfgebieten im Süden, die vielen seltenen Vogelarten ein Zuhause bieten, unter Naturschutz.
Fahrradsommer
Radtouren seien ideal in Sachen nachhaltiger Urlaub, sagt der Allgemeine Deutsche Fahrrad Club (ADFC). Noch idealer sei die Kombination aus Rad und Bahn für Ausflüge und Radtouren mit der Familie. In der Praxis gäbe es jedoch große Lücken. Vor allem die zu niedrigen Kapazitäten der Fahrradmitnahme im Fern- und saisonal auch im Nahverkehr bremsten den nachhaltigen Tourismus aus.

Der ADFC gibt Tipps, wie die Reise gelingen kann – und wann man besser mehrgleisig plant. Dazu gehören so wichtige Dinge wie Stoßzeiten meiden, die richtigen Einstiegsbahnhöfe wählen und stark frequentierte Strecken meiden.
Kurzstrecken
Wer mit dem Fahrrad reist, sollte frühzeitig am Bahnhof sein und sich bereits an die Gleisabschnitte mit den Fahrrad- oder Mehrzweckabteilen stellen. Die Fahrradtaschen sollten so vorbereitet sein, dass sie schnell vom Fahrrad abgenommen werden können. Wenn der Zug da ist, zügig einsteigen, den Türbereich freimachen und das Fahrrad so abstellen und sichern, dass andere Fahrräder nachkommen können. Fahrradtaschen abnehmen, damit auch andere Fahrräder Platz finden. Mit anderen Radfahrern absprechen, wie sich ein schnelles Ein- und Aussteigen organisieren lässt. Das eigene Fahrrad nur so anschließen, dass andere Fahrräder dadurch nicht blockiert werden. Frühzeitig an den Ausstieg denken, Fahrradtaschen bereithalten und das Fahrrad in Richtung Ausgang drehen.

Wichtig: Fahrräder und Pedelecs dürfen in den allermeisten Fällen mit. Lastenräder, Tandems, Liegeräder und andere Spezialräder jedoch häufig nicht. Hier gelten je nach Verkehrsverbund unterschiedliche Regeln. Vorher schlau machen schützt vor Enttäuschung.
Langstrecken
Im Fernverkehr – also in ICE-, IC- und EC-Zügen mit Fahrradmitnahme – muss der Platz für das Fahrrad vorab gebucht werden. Deshalb lohnt es sich, frühzeitig seine Reise zu planen und einen Fahrradplatz zu reservieren. Dazu gibt man in der App der Deutschen Bahn unter „Reisende“ das Fahrrad als Zusatz ein. Damit sind dann nur noch Züge mit einem freien Fahrradplatz buchbar.

Wenn es geht, sollte man immer eine Direktverbindung wählen, auch wenn diese eventuell länger dauern sollte. Denn ein Zugwechsel ist immer mit einem Risiko verbunden: Klappt die Verbindung? Gibt es einen funktionierenden Aufzug zum nächsten Gleis? Wenn ein Umstieg nötig ist, sollte genügend Zeit als Puffer eingeplant werden, falls die vorherige Verbindung Verspätung hat. Dafür lässt sich in der DB-App die bevorzugte Umsteigezeit einstellen.
Pedelecs können unter Umständen mehr als 30 Kilo wiegen. Viele Fernverkehrszüge sind nur über Stufen zugänglich. Die Fahrräder müssen selbstständig ins Fahrradabteil gehoben werden können. In manchen Zügen müssen die Räder außerdem aufgehängt werden. Auch das kann bei einem 30-Kilo-Fahrrad schwer werden.
Extras-Tipp: In vielen Orten lassen sich Leihfahrräder mieten. Wer auf sein eigenes Rad nicht verzichten möchte, kann prüfen, ob sich das Fahrrad rechtzeitig an den Zielort verschicken lässt.

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