D-RR News 08.01.21 – Neue Reisewarnungen / Schneewochenende / LH / Impfhilfe

Rüdiger Edelmann

Vorm Fenster schneit es und die Naherholungsgebiete in der Umgebung machen dicht. Eine Erfahrung, die nicht nur in Hessen, sondern im ganzen Land um sich greift. Vermutlich sind wir selber schuld, aufgrund der Massenaufläufe in der Natur. Auf der anderen Seite stellt sich gerade für Familien die Frage, was man den bitte mit seinen Kindern unternehmen soll, wenn der Rodelschlitten lacht und trotzdem alle Abstand halten sollen. Wie sagte eine Bekannte: „Das Wort ‚Gemütlichmachen‘ kann ich beim besten Willen nicht mehr hören.“

Trotzdem wird das eingesperrte Gefühl noch eine Weile anhalten, angesichts der RKI-Tageszahlen von 31.849 Neuinfektionen und vor allem 1.188 Todesopfern innerhalb eines Tages und der weiteren Risikogebiete, die heute auch mit der Reisewarnung versehen werden. Eigentlich geht nichts mehr in Sachen Mobilität.

Das sind die Reiseradio-News vorm Wochenende

Neue Reisewarnungen – neue Testvorgaben

Auch die letzten vermeintlichen Entspannungsorte holt das Virus ein. Nach der Ernennung zum Risikogebiet gelten folgende neue Reisewarnungen des Auswärtigen Amts.

Ab Morgen warnt das AA auch vor „nicht notwendigen, touristischen Reisen“ nach Madeira. Die Fallzahlen sind nach Weihnachten und Jahreswechsel innerhalb der letzten Woche angestiegen. Bereits am Dienstag gab es Einschränkungen des öffentlichen Lebens: Verkehrsverbot auf öffentlichen Straßen und Ausgangssperren zwischen 23 Uhr und 05 Uhr, Schließung der Schulen, Schließung von Bars und Restaurants um 22.30 Uhr.

Jetzt auch mit Reisewarnung versehen: Madeira

Nach dem heutigen Update gelten auch ganz Irland und Frankreich, sowie die Färöer-Inseln als Risikogebiet. – Bei der Rückreise von Irland nach Deutschland muss seit heute beim Flug Check-in ein negativer Coronatest vorgelegt werden.

In Norwegen gibt es eine Ausweitung. Hier schreibt das AA:

Vor nicht notwendigen, touristischen Reisen in die Provinzen Oslo, Viken und Innlandet wird vor dem Hintergrund hoher Infektionszahlen gewarnt. Ab dem 9. Januar 2021 gilt dies auch für die Provinzen Rogaland und Trøndelag.

Für die Einreise nach England verlangen die Behörden ab kommenden Montag die Vorlage eines negativen Corona-PCR-Tests. Die Grenze zwischen Frankreich und Großbritannien bleibt vorerst weiterhin für Reisende geschlossen.

In Finnland wurde die Reisewarnung für die Provinz Päijät-Häme aufgehoben. Dies ist aber für den touristischen Verkehr irrelevant, da es eine Einreisesperre der finnischen Behörden für alle Bürger aus Schengen-Staaten gibt.

Japan hat in der Hauptstadt Tokio, aufgrund stark steigender Infektionszahlen, den Notstand ausgerufen.

Schneewochenende mit Einschränkungen

Angesichts der starken Überfüllung in der Vorwoche bereiten sich viele Regionen intensiv auf das bevorstehende Winterwochenende vor. Insbesondere im Mittelgebirgsbereich sollten sich alle potentiellen Ausflügler auf Einschränkungen einstellen und nicht blauäugig in Richtung Berge fahren.

Folgende Einschränkungen wurden inzwischen schon bekanntgegeben.

Im Harz hat der Landkreis Goslar den Verleih von Wintersportausrüstungen übers Wochenende untersagt.

Winterberg im Sauerland sperrt Parkplätze, Pisten und Rodelhänge. Auch der hessische Nachbar Willingen schließt über das Wochenende alle Pisten und Rodelhänge.

Die Zufahrten zur Wasserkuppe in der Rhön werden am Wochenende jeweils zwischen 9 und 16 Uhr gesperrt. Im gesamten Großraum sollen auch keine Parkplätze zur Verfügung stehen.

Wasserkuppe im Winter – (Archivbild)

Die Zufahrt zum Großen Feldberg im Hochtaunuskreis ist großräumig gesperrt. Eine Zufahrt soll bereits frühzeitig unterbunden werden. Die Polizei bittet die direkten Anwohner im abgesperrten Gebiet an den Kontrollen ihren Personalausweis zur Vorlage bereitzuhalten. Die Gemeinde Taunusstein, im benachbarten Rheingau-Taunus-Kreis sperrt ab heute Wohngebiete, sowie Feld- und Waldwege, die zu Naherholungsgebieten führen.

In Nordhessen wird im Bereich Hoher Meißner die Zufahrt zum Frau Holle-Teich gesperrt. Eine generelle Sperrung des Gebiets wird erst greifen, wenn die Parkplätze gefüllt sind.

Aus dieser langen Beispiels-Liste geht schon hervor, dass die Wintersportregionen eine erneute Überfüllung ihrer Gebiete vermeiden möchten. Es empfiehlt sich vor einem eventuellen Start, die noch bestehenden Möglichkeiten zu überprüfen und erst dann zu planen.

Lufthansa besorgt sich Liquidität

Wie die Deutsche Lufthansa AG gestern mitteilte, hat sie seit Juli 2020 insgesamt rund 500 Millionen Euro über die Nutzung von Flugzeugen als Sicherheiten bei acht Finanzierungen aufge­nommen. Damit konnte sich der Konzern zusätzliche weitere Mittel sichern.

LH-Airbus A 350 – Foto: Lufthansa

Fünf Airbus A350 sowie drei Flugzeuge aus der A320-Familie wurden als Sicherheiten genutzt. Das Verfahren nennt sich „Sale und Lease Back“. LH hat die Maschinen an Leasingfirmen verkauft und anschließend zurückgemietet. Da­bei konnten, nach Angaben der Airline attraktive Kondi­tionen vereinbart werden. Wilken Bormann, Executive Vice President Corporate Finance der Lufthansa Group sagte:

Wir sind einen weiteren erfolgreichen Schritt gegangen, bestehende Verbindlich­keiten zu refinanzieren, die 2021 fällig werden. Die Transaktio­nen zeigen erneut das Vertrauen, das der Markt in unser Unternehmen und unsere Restrukturierungsmaßnahmen hat.

Veranstalter hilft bei der Impfplanung

Der Direkt-Veranstalter „Berge&Meer“ hat einen Vertrag mit seinem Heimat-Bundesland Rheinland-Pfalz geschlossen. Für alle dortigen Impfzentren übernimmt der Reiseveranstalter die telefonischen Hotlines zur Organisation der Impftermine.

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