D-RR News 26.11.20 – Skisaison & Streit / Gastro & Hotels / Wahrnehmung & Folgen

Jetzt sind sie da die Beschränkungen. Weitere Kontakteinschränkungen und das ist gut so. Irgendwann wollen wir ja auch wieder raus aus dem Teufelskreis. Alles bis Weihnachten. Und im Januar? Fangen wir von vorn an? Keiner will das. Bleibt abzuwarten, ob sich das auch im Verhalten über die Feiertage auswirkt. Gedankenspiel: Wir haben die Freiheit über die Feiertage, aber wir haben auch die Freiheit, uns nicht alle Freiheiten zu nehmen. Großes Fragezeichen. Liegt an uns.

Aus der Novemberhilfe wird jetzt eine Dezemberhilfe. Skeptiker und in Not geratene hoffen darauf, dass es überhaupt eine Hilfe wird, denn von dem vielen Geld ist ja noch nichts geflossen und angekommen.

In der Reisewelt und in der Welt von Hotellerie und Gastronomie wird sich absehbar nichts ändern. Kultur bleibt gestrichen. Das gilt offiziell bis zum 20. Dezember. Und danach? Es gab gestern keine Antworten. Ich bange um viele Betriebe und Selbständige.

Das sind die Reiseradio – News des Tages. Diesmal kam ich nicht ganz ohne kommentierende Begleitung aus.

Skisaison erst ab 10. Januar?

Skistopp: Der Sport ist das geringste Problem

Wie gestern schon berichtet, ist man sich fast einig. Italien hatte den „Wintersport-Stopp“ vorgeschlagen. Frankreich und die Schweiz sind dabei. Auch die Bundesregierung und der sonst auf seine Landes-Wirtschaft doch so bedachte bayerische Ministerpräsident kämpft mit, ganz weit vorn sogar. Österreich blockiert und will Schadenersatzforderungen an die EU stellen. Von Milliarden ist die Rede. Wird man sich einigen? – Auch Dies hat wieder seine zwei Seiten. Da prallen Gesundheitsvorsorge auf wirtschaftliche Interessen. Vor allem aber prallt das Hygienekonzept auf alkoholisierte „Après-Ski-Feierer“. – Es könnte alles so einfach sein, mit dem richtigen Verhalten. Das aber wird gar zu gern über Bord geworfen, spätestens nach dem zweiten Jagatee.

Öffnung von Gastronomie und Hotels über die Feiertage?

Leere Tische…

Hier trifft das theoretische, aber noch nicht verbriefte Recht, Lokale zu öffnen. Kann sein, mal sehen, vielleicht? – Die Realitäten sehen, insbesondere in der Gastronomie, anders aus. Nicht nur Starköche wie Tim Melzer, gestern Abend im ZDF, hält eine kurzzeitige Öffnung für wirtschaftlich unrentabel und nicht realisierbar. Damit steht er in der Gastro-Szene nicht alleine da.

Ähnliche Berechnungen stellen auch Hotels an. Hier wäre die Lage vielleicht besser planbar, aber wirtschaftlich ebenfalls unrealistisch. Das beginnt mit der Frage, wo die kurzfristig buchenden Gäste ganz plötzlich alle herkommen sollen und endet mit dem noch größeren Problem, dass niemand beantwortet hat (ehrlicherweise ja auch nicht kann), was geschieht, wenn die Infektionszahlen am 19. Dezember eine Öffnung nicht zulassen.

So wird auch dieser Bereich auch das Weihnachtsgeschäft 2020 abhaken müssen.

…leere Betten

Auswirkungen: Tourismus-Lockdown

Bei uns spüren ihn Reisebüros, Veranstalter und Airlines. Das ist hart, aber nicht so bedrohend wie in Schwellen- und Entwicklungsländern. Afrikanische Staaten, beliebte Inseln, wie die Kapverden und insgesamt Länder mit hoher Abhängigkeit vom Tourismus und geringer sozialer Absicherung stehen vor einer Katastrophe. Arbeitslosigkeit und Armut in weiten Teilen der Bevölkerung prägen das Bild. Dies zeigt sich nicht nur als menschliche Katastrophe, es wirft auch ein Bild auf den Umgang des Tourismus mit großen Teilen der Welt. Abschalten lässt sich ein Urlaubsziel nicht ohne Konsequenzen. Auch dies wird der weltweite Tourismus bedenken müssen, wenn es denn wieder aufwärtsgeht. Wenn, wie die Deutsche Welle berichtet, einem Land von 600 Tausend Einwohnern in diesem Jahr 820 Tausend Touristen fehlen, dann brechen, zum Beispiel auf den Kapverdischen Inseln, alle Strukturen in sich zusammen.

Die Reisewelt zwischen Erleichterung und Verschärfung

Die Meldungen klingen kurios. Da verkündet Tunesien die große Erleichterung, dass jetzt eine vorgeschriebene Quarantäne bei der Einreise wegfalle und „nur“ noch ein negativer PCR-Corona-Test vorgelegt werden müsse. – Gleichzeitig bricht der Buchungsstrom ab, wenn aufgrund der Gesundheitsvorgaben der spanischen Zentralregierung das gefordert wird, was Tunesien als Erleichterung verkauft: Die Forderung nach Vorlage eines PCR-Tests.

Da gerät die Verhältnismäßigkeit aus den Fugen. Auch wenn man sich trefflich darüber streiten kann, ob der schnelle Antigen-Test ausreicht oder nicht, bewegen wir uns in einer Atmosphäre aus Ängsten, Geiz und Unsicherheit. Ja, der PCR-Test kostet Geld. Dafür bekomme ich mehr Gesundheitssicherheit bei Anreise und im Urlaub. Wenn ich jetzt in Urlaub will, wäre es mir das Kosten- Sicherheitsverhältnis wert.

Freud und Leid als Frage der Wahrnehmung?

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