DRR Corona-News 02.05.20 – Proteste – Aktivitäten – Poker – Quarantäne

Proteste der Reisebüros und mittelständischer Veranstalter

Wir haben bereits über das große Medienecho berichtet. Leider haben die Proteste bisher wenig praktische Wirkung gezeigt, wenngleich sich einige poltisch Verantwortliche am Protesttag bei den Demonstrationen haben sehen lassen und Gespräche geführt haben. Der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Thomas Bareiß hat jetzt noch einmal laut über einen Rettungsfond nachgedacht, falls die angestrebte Gutscheinlösung rechtlich nicht funktionieren sollte. Gegenüber dpa sagte Bareiß:

„Diese mehr als ärgerliche Hängepartie gefährdet so langsam Unternehmen und Beschäftigte“

Am 13. Mai soll es erneut bundesweite Proteste geben.

AER-Veranstalter werden aktiv

Der Verbund von Spezialreiseveranstalter geht mit einem Video an die Öffentlichkeit. Der Titel soll in der breiten Öffentlichkeit Aufmerksamkeit für die derzeitigen Probleme erzeugen.

Der Verbund präferiert, wie die meisten Reisebüros und –veranstalter die Gutscheinlösung. Nur so sei eine Rettung der vielfältigen Reiseveranstalter und ihres Angebots realistisch. In einer Presseinfo betont man:

Gemeint sind Lösungen, die beispielsweise in Frankreich, Italien, Belgien, Dänemark oder den Niederlanden bereits eingesetzt werden. (…) – In Deutschland fehlen solche politischen Beschlüsse, dabei betrug die zurechenbare Bruttowertschöpfung der Tourismusbranche vor der Pandemie laut der Studie „Wirtschaftsfaktor Tourismus“ 213,5 Milliarden Euro. Und die Branche sicherte bisher 2,9 Millionen Arbeitsplätze allein in Deutschland. Davon sind, nur sozialversicherungspflichtig, über 70.000 direkt bei Reiseveranstaltern und Reisebüros. Wenn die Politik nicht schnell handelt und dem Beispiel der Nachbarländer folgt, wird es, wenn es wieder möglich ist, die Welt und nicht nur das eigene Zuhause zu entdecken, den Großteil von ihnen nicht mehr geben.

LH – Poker

Das Verhandlungspoker um die staatliche Unterstützung für die Lufthansa geht weiter. CEO-Carsten Spohr stemmte sich bisher gegen eine direkte Staatsbeteiligung. Jetzt zeichnet sich wohl ab, dass hinter verschlossenen Türen die Rahmenbedingungen für die benötigte Finanzhilfe von rund 10 Milliarden Euro geschaffen sind. Der Spiegel berichtet, dass 5,5 Milliarden als stille Staatsbeteiligung fließen könnten. Dafür verlange der Staat aber eine Dividende von 9 Prozent. 1 Milliarde Euro soll durch den direkten staatlichen Einstieg von 25,1 Prozent abgedeckt werden. Die Restsumme soll wohl durch einen Kredit bei der KfW ins Haus kommen, abgedeckt durch eine Regierungsbürgschaft. Eine Bestätigung des Deals liegt noch nicht vor, da sich weder Lufthansa noch Wirtschaftsministerium derzeit dazu äußern.

O’Leary schimpft und spart

Bei Ryanair sollen bis zu 3.000 Stellen gestrichen werden. Der Stellenabbau trifft weitgehend fliegendes Personal. CEO Michael O’Leary verzichtet zwar im gesamten Haushaltsjahr auf die Hälfte seines Gehalts, was ihn nicht davon abhält, über jede Form von staatlicher Unterstützung für Fluggesellschaften herzuziehen.  Bei den Iren rechnet man mit einer Betriebs-Wiederaufnahme nicht vor Juli.

„Mein Schiff 3“ unter Quarantäne

Das Schiff der TUI Cruises liegt zurzeit in Cuxhaven mit knapp 2.900 Besatzungsmitgliedern an Bord. Der bestätigte Infektionsfall eines Crewmitlieds sorgt jetzt für eine amtliche Quarantäne. Detailinfos sind nachzulesen bei meinem Kollegen Franz Neumeier auf cruisetricks.de

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