DRR Corona-News 06.04.20 – Gutscheine / Luftbrücke / Kreuzfahrt-Quarantäne

Mee(h)r als freie Sicht aufs Mittelmeer? - Was geht, was geht nicht?

Inland

Gutscheindiskussion geht weiter

Trotz der Entscheidung der Bundesregierung für eine Gutscheinlösung bei nicht stattfindenden Reisen, Hotelaufenthalten und Flügen, geht die Diskussion weiter. Die endgültige Klarheit steht weiterhin aus, da die Regelung einer Zustimmung durch die EU-Kommission bedarf. Dies ist aber alles andere als klar. EU-Verbraucherschutzkommissar Didier Reynders reagierte am Freitag im Fernsehinterview mit einem Sender in Belgien mit einer sehr unklaren Formulierung:

„Wir haben die Fluglinien und Reiseveranstalter an ihre Pflicht erinnert, die Verbraucher zu entschädigen.“ Dennoch rate ich Verbrauchern, Gutscheine anstelle einer Erstattung zu akzeptieren.“

Das Hauptproblem ist nach wie vor die Absicherung ausgegebener Gutscheine im Falle einer Insolvenz der ausgebenden Veranstalter, Fluggesellschaften, Hotels etc. Die EU-Kommission arbeite, so Reynders, an einem System „abgesicherter Gutscheine“. Die Mitgliedstaaten sollten Fonds auflegen, um die Auszahlung von Reisegutscheinen im Insolvenzfall zu garantieren.

Dies deckt sich mit der Forderung von Bündnis90/Die Grünen. Die Linke fordert die staatliche Garantie durch einen Rettungsschirm.

Cash oder Gutschein – Die Diskussion geht weiter

Auch die Diskussion zwischen Reisebüros und dem Deutschen Reiseverband ist beileibe noch nicht zu Ende. Hier entzündet sich der Streit an den Regeln für die Abwicklung von Provisionen und Reisegutscheinen. Die Reisebüros weisen darauf hin, dass selbst wenn Gutscheine ausgegeben und damit eine bereits getätigte Reisebuchung stattfände, bedeute dies dann eine zeitliche Verlagerung des Problems, da sich damit zwangsläufig die Zahl neuer Urlaubsbuchungen im Jahr 2021 reduzierten. Der DRV will ausgegebene Reisegutscheine an Veranstalter und Airline und an die ausgebende Stelle, also das Reisebüro, binden. Nur so sei gewährleistet, dass das Geld dort ankäme, wo es aktuell als Verlust gebucht werden muss. Gleichzeitig sollten Veranstalter bereits gezahlte Provisionen nicht zurückfordern und anstehende Provisionen an die Reisebüros auszahlen. Nur so sei eine finanzielle Absicherung möglich.

Ausland

Balearen vor Rekordverlust

Der dortige Tourismusverband kalkuliert den Jahresverlust auf 40 Prozent und einen Totalausfall von Einnahmen von vermutlich vier Monaten. Mit der Wiederaufnahme des Betriebs rechne man nicht vor Mitte Juni.

Balearenverlust – Foto: Herbert Bopp

Australien

Ein in Behandlung befindlicher deutscher Kreuzfahrttourist von der „Artania“ ist in einer Klinik von Perth in West-Australien verstorben. Dort befinden sich noch 36 Patienten in Behandlung. Nach der ursprünglichen Aufforderung an das Schiff, die Gewässer Australiens umgehend zu verlassen, wurde die Artania am Wochenende unter Quarantäne gestellt. Crew und die restlichen 16 Passagiere mussten das Schiff verlassen und befinden sich in einem Hotel für eine Quarantäne von mindestens zwei Wochen.

MS Artania – Foto: Phoenix-Reisen

USA

Das Kreuzfahrtschiff „Coral Princess“, das ursprünglich in Ft. Lauderdale anlanden sollte, liegt jetzt mit 1.020 Passagieren und 878 Besatzungsmitgliedern im Hafen von Miami. Corona-Infizierungen und Covid-19 sind an Bord bestätigt. Sieben Passagiere und fünf Crewmitglieder sind infiziert, zwei Menschen gestorben. Wann die Passagiere und Crew von Bord dürfen, ist unklar.

Neuseeland

Die Luftbrücke aus Neuseeland zur Rückholung von noch etwa 10.000 Touristen ist wieder angelaufen. Am Samstagmorgen erreichte ein Jet von Air New Zealand den Frankfurter Flughafen. Gestern ist eine Maschine der Condor in Christchurch gelandet, um Urlauber über das gegenwärtige Drehkreuz Phuket / Thailand nach Deutschland zu transportieren.

Condor unermüdlich unterwegs – Foto: Condor

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