DRR Corona-News 27.04.20 – Condor, Kosten und Kultur

Verschärfte Attestregeln bei Maskenpflicht - Foto: Condor / Jan Kornas

Condor darf weitermachen

Es ist die Schlagzeile des Montags. Bundesregierung und Hessische Landesregierung haben dem Ferienflieger ihre Unterstützung in Form einer Bürgschaft für ein Darlehen aus dem Corona-Schutzschild-Programm des Bundes zugesagt. Die Pressestelle der Condor teilte heute Morgen mit:

„Condor erhält einen Kredit über 294 Millionen Euro als Corona-Hilfe sowie 256 Millionen Euro zur vollständigen Refinanzierung des Überbrückungskredits, den der Ferienflieger nach der Insolvenz von Thomas Cook für den vergangenen Winter erhalten hatte. Die EU-Kommission hat ihre beihilferechtliche Genehmigung bereits erteilt. Condor hatte Unterstützung beantragt, um Liquiditätsengpässen durch die immensen Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Luftverkehr vorzubeugen und den bestehenden Kredit trotz des Rücktritts des vertraglich vereinbarten neuen Eigentümers PGL (Polish Aviation Group) vollständig zurückzubezahlen.“

Finanzieller Schub für den Ferienflieger

Tourismusindustrie in dramatischer Finanzsituation

DRV-Präsident Norbert Fiebig fordert einmal mehr einen Rettungsschirm für die Branche. Der Deutsche Reiseverband hatte in den letzten Tagen eine Umfrage unter rund 500 Mitgliedsunternehmen durchgeführt. Ergebnis: Zwei von drei Reiseveranstaltern und Reisebüros seien unmittelbar von einer Insolvenz bedroht. Bei drei Viertel aller Unternehmen gäbe es Kurzarbeit. Fiebig betonte:

„Es ist zu befürchten, dass die Mehrheit der 11.000 Reisebüros und über 2.300 Reiseveranstalter diese existenzielle Bedrohung durch die Corona-Pandemie nicht überstehen, wenn die Bundesregierung nicht bald einen Schutzschirm über die Branche spannt.“

Hoffnung stirbt zuletzt: Reisebüro Schaufenster

Weitere Reiseabsagen

Was sich am Freitag mit den Reiseabsagen von DER-Touristik abgezeichnet hatte, ist eingetreten. Weitere große und mittlere Reiseveranstalter haben weitere Reisen abgesagt. Bei FTI, TUI, Alltours und Schauinsland sind alle Reisen bis 15. Mai gecancelt. Stornierungen von Reisen außerhalb dieses Zeitraums sind inzwischen meist bis Ende Mai möglich.

Touristiker wollen bundesweit mit Demo-Aktionen auf ihre Situation weiter aufmerksam machen.

Politik und Tourismus

Außenminister Heiko Maas hat am Wochenende noch einmal darauf hingewiesen, dass die Infektionsgefahr im europäischen Ausland noch viel zu groß sei, um über Lockerungen nachzudenken. Die Öffnung von Grenzen innerhalb Europas sollte koordiniert erfolgen. Dafür müssten gemeinsame europäische Kriterien entwickelt werden. In dieser Woche steht auch die Entscheidung an, ob die weltweite Reisewarnung der Bundesregierung über den 3. Mai hinaus verlängert wird.

Der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Thomas Bareiß, hält es durchaus für möglich, dass es in diesem Jahr die Möglichkeit gibt, innerhalb Deutschlands zu verreisen. Für Fernreisen stünden die Chancen schlecht.

Weitere Luftfahrtmeldungen vom Wochenende

Die Bundesregierung will in den nächsten Tagen Gespräche mit der Lufthansa führen. Geplant ist das Gespräch mit Lufthansa-Chef Carsten Spohr für die nächsten Tage. Neben Kanzlerin Merkel sollen drei weitere Minister am Gespräch teilnehmen. Wir unterstellen: Wirtschaft, Finanzen und Verkehr!?! – Die finanzielle Dimension, die diskutiert werden soll, liegt bei mindestens 10 Milliarden Euro. LH-Boss Spohr wies inzwischen auch darauf hin, dass die gezwungenermaßen anstehende Flottenreduktion auch den Verlust von mindestens 10.000 Arbeitsplätzen bedeuten.

100 Maschinen und 10.000 Arbeitsplätze weniger? – LH in der Krise

Die Airline Gruppe Air France/KLM erhält von der französischen und niederländischen Regierung eine Finanzspritze in Höhe von rund 11 Milliarden Euro.

Hotels & Restaurants

Deutsche Hoteliers und Gastronomen werden zusehends zorniger über den anhaltenden Shutdown ihres Gewerbes. Es zeichnet sich zudem ein Konflikt rund um die sogenannten Betriebsschließungsversicherungen ab. Zwischen 25.000 und 40.000 Betriebe besäßen eine solche Versicherung, sagt der Branchenverband DEHOGA. Da sich Versicherungen gegenwärtig weigern, für die Schäden bundesweit zu zahlen, sieht der Hotel- und Gaststättenverband eine Klagewelle gegen die Versicherungen am Horizont. Lediglich in Bayern gibt es bisher eine weitergehende Regelung. Die Crux liegt, wie immer, in den Versicherungsbedingungen. Manche Versicherung zieht sich darauf zurück, dass ein Fall, wie die gegenwärtige Corona-Pandemie, nicht zum Leistungskatalog zähle.

Kultur-Engagement

Die Bonner „BTHVN2020-Betriebsgesellschaft“ hat am Wochenende mitgeteilt, man werde die Feierlichkeiten und Veranstaltungen zum 250. Geburtstag von Ludwig van Beethoven bis einschließlich September 2021 weiterführen. Damit hofft Bonn, ein Großteil der aktuell ausfallenden Veranstaltungen und Aktionen doch noch Realität werden zu lassen.

Geburtstagsfeier verlängert: Bonn hofft auf 2021

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