Reise News 10.02.26 – Ferien, Kirschblüte, Kuba & Bayreuth

Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD

Reise- und Tourismusnews vom 10.02.26 

Umfrage: Reisegewohnheiten und Ziele

Fürs Geschäft sehr wichtig, für eine Zukunftsplanung noch mehr. Aktuell gibt es mal wieder eine repräsentative Befragung nach unseren Urlaubs- und Reisegewohnheiten.

Urlaubsziele und -formen

Meer ist mehr (Symbolbild) – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD

Das Mysterium „Berge oder Meer“ scheint aktuell beantwortet. Mehr als die Hälfte der Deutschen entscheidet sich am liebsten für einen klassischen Strand- und Badeurlaub. Städtereisen folgen auf Platz zwei, dicht dahinter der Urlaub im Ferienhaus oder in der Ferienwohnung. Auch Fernreisen bleiben attraktiv und gehören für gut ein Viertel der Befragten zu den favorisierten Reiseformen.

Grafik & Quelle: RTK

Urlaubsmotiv

Sonne und Wärme stehen für die meisten Deutschen ganz oben auf der Wunschliste. Ebenso wichtig sind Entspannung sowie bewusst Ruhe zu haben und dem Alltagsstress zu entkommen. Erst danach folgen Motive wie Zeit für sich selbst oder für die Familie, neue Eindrücke zu sammeln oder die Natur zu erleben.

Schlussfolgerungen

RTK zieht daraus eindeutige Schlüsse und bringt natürlich auch das eigene Geschäftsinteresse ins Spiel.

Je komplexer Wünsche und Angebote würden, desto wichtiger sei persönliche Beratung. Moderne Reisebüros würden dabei zunehmend die Rolle von Urlaubslotsen übernehmen. Heißt: Sie hören zu, ordnen ein und finden aus der Vielzahl an Möglichkeiten genau die Reise, die passt.

Thomas Bösl – Foto: RTK

Doch woher nimmt RTK-Geschäftsführer Thomas Bösl Erkenntnis und Zuversicht? Er sagt:

Gerade weil es online scheinbar unendlich viele Optionen gibt, ist der Wunsch nach Orientierung groß. Unsere Reisebüropartner sind persönliche Reise-Experten, die Bedürfnisse übersetzen und aus Ideen echte Urlaubserlebnisse machen.

Die Vielfalt der Urlaubsarten sei heute größer denn je“, so Bösl. Umso wichtiger sei es, Reisende kompetent durch diese Angebotsvielfalt zu begleiten und genau den Urlaub zu finden, der zu den individuellen Wünschen passe.

Allerdings muss mann und frau seinen Urlaub richtig planen, um den vollen Genuss  und die komplette Erholung zu erreichen. Das sollte richtig geplant werden. Jenseits der Untersuchung gibt es dazu auch ein weiteres Forschungsergebnis aus dem letzten Jahr als Reiseradio-Podcast zum Thema „Richtig urlauben.

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Umfragehintergrund

rtk (Raiffeisen-Tours-Kooperation), die größte Reisebürokooperation, die wir im Land haben, beauftragte das Marktforschungsinstitut mindline mit der Realisierung. Die machten sich im November 25 ans Werk. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die deutschsprachige Wohnbevölkerung in Deutschland im Alter von 18-74 Jahren, die in den letzten drei Jahren eine Urlaubsreise ab fünf Tagen unternommen haben und selbst über ihren Urlaub entscheiden bzw. diese Entscheidung mit beeinflussen.

Kommentierende Bemerkung

Die Frage nach umwelt- und klimagerechten Reisen wurde dabei entweder nicht abgefragt oder sie spielte in den Ergebnissen keine nennenswerte Rolle. Falls das nicht abgefragt oder nicht in Auftrag gegeben wurde, spricht das nicht für den Auftraggeber. Spielt es keine Rolle in der Urlaubswelt der Deutschen wurde politisch im letzten Jahr „ganze Arbeit“ geleistet. Beides ist, ich sag‘s mal vornehme, suboptimal.

Japan: Kirschblütenfest abgesagt

Knospe vor Blüte (Symbolbild) – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD

Overtourism schlägt wieder mal zu und sorgt dafür, dass die Stadt Fujiyoshida am Fuß des „Mount Fuji“ ihr jährliches Kirschblütenfest abgesagt hat.

Grund dafür sind die Erfahrungen aus dem letzten Jahr. Da kamen rund 200.000 Touristen. Der Andrang an Menschen, die massenhaft Müll weggeworfen hatten oder sich unerlaubt auf Privatgrundstücken aufhielten wurde der Stadtverwaltung schlicht zu groß. Die Verkehrsbelastung sei kaum noch erträglich gewesen. Der örtliche Bürgermeister betonte deshalb jetzt, man müsse Ruhe und Lebensumfeld der Bürger wieder stärker schützen und hat das Kirschblütenfestival abgesagt.

Fujiyoshida ist kein Einzelfall. Beschwerden über die Touristenströme gibt es auch in anderen Landesteilen, insbesondere aus der historischen Kaiserstadt Kyoto.

Der Reiseboom nach Japan gerät zunehmend außer Kontrolle. Statistiken weisen für das vergangene Jahr 42,7 Millionen ausländische Touristen aus. Im Jahr 2024 waren es 37 Millionen.

Vielen Besuchern ist offensichtlich die japanische Verhaltensnorm von Achtung und gegenseitiger Rücksichtnahme völlig unbekannt oder wird ignoriert.

Italien: Gestörtes Capri-Gefühl

Auch auf der legendären süditalienischen Insel im Golf von Neapel, sind die Besucherströme in den letzten Jahren außer Kontrolle geraten. Anreisende Reisegruppen dürfen in der bevorstehenden Sommersaison künftig eine Zahl von 40 nicht mehr überschreiten.

Overtourism von Venedig über Rom bis Capri (Symbolbild) – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD

Lärm durch Führungen

Touristen-Guides dürfen künftig bei Gruppen über 20 Personen keine umgehängten Lautsprecher für ihre Erklärungen mehr verwenden. Die Einführung von Funkkopfhörern wird verpflichtend.

Der Lärm, insbesondere durch Reiseleiter, die Regenschirm schwenkend, ihre Gruppen durch die Straßen gelotst hätten, sei unerträglich geworden, heißt es. Wenn eine solche Äußerung von Menschen aus dem italienischen Kulturkreis geäußert wird, muss es wirklich die Schwelle der Ertragbaren überschreiten.

Es ist voll, auch am Strand – Foto: Uwe Krist

Hintergrund

Capri hat 13.000 Einwohner. Diesen stehen in der Saison etwa 50.000 Touristen pro Tag gegenüber. Wenn die Einschränkungen sogar vom örtlichen Handelsverband unterstützt werden, muss es extrem sein. Normalerweise sind es ja oft Gastronomie und Handel, die Verordnungen bekämpfen. Letztlich verdienen sie mit den Touristenströmen ihr Geld.

Kuba – Tourismus unter Druck

Oldtimer vor dem Capitol in Havanna – Fotocredit: oldcarshavana.com – Annie Ehringhaus

Das Ölembargo der USA und die weggefallenen Lieferungen aus Venezuela wirken sich nicht nur das Alltagsleben der Kubaner aus. Die Folge sind immer häufigere Stromsperren und Benzinmangel an den Tankstellen. Starke Auswirkungen hat die Energieknappheit auch für den ohnehin unter Druck befindlichen Tourismus.

In Strandorten wurden jetzt gering ausgelastete Hotels geschlossen und Reisende in Ersatzunterkünfte umgezogen.

Foto: oldcarshavana.com

Kein Kerosin für Urlaubsflieger

Auch die Anreise zu kubanischen Flughäfen wird immer problematischer. Angekommene Maschinen müssen aufgetankt werden. Dafür reichen die Reserven nicht mehr.

Air Canada hat inzwischen Flüge auf die Insel gestrichen. In den nächsten Tagen wird es nur noch Flüge geben, die leer nach Havanna starten, um kanadische Touristen planmäßig von dort nach Hause zu bringen. Air Europa will künftig Tankstopps in der Dominkanischen Republik einlegen. Air France wird, vermutlich auf einer französischen Karibikinsel zwischenlanden. Auch die spanische Fluggesellschaft Iberia hat die Zahl ihrer Flüge stark reduziert.

Die im Auftrag von Cubana durchgeführten Flüge der spanischen „Plus Ultra Líneas Aéreas“ von Frankfurt nach Holguin und Havanna werden reduziert. Künftig wird nur noch am Mittwoch geflogen. Die Samstagsverbindung soll entfallen.

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Franken zieht Bilanz und schaut voraus

Stabile Zahlen hat der Tourismusverband Franken bei seinem Jahres-Pressegespräch gestern in Ochsenfurt, im Fränkischen Weinland, präsentiert.

Die Bilanz des vergangenen Jahrs zeigt bei den Übernachtungen von Inlandsgästen ein Plus von 0,1 Prozent und bei den Gästeankünften aus Deutschland ein Plus von 0,7 Prozent. Einen Rückgang von 3,5 Prozent gab es bei den Übernachtungen im Auslandsreiseverkehr.

Dies sei zwar insgesamt ein leichtes Minus von 0,4 Prozent, trotzdem zeigt sich Thomas Bold, der Vorsitzende des Tourismusverbands Franken, zufrieden. Die Zahlen lägen über dem hohen Niveau des Jahres 2023 bei den Übernachtungen und sogar über dem Rekordjahr 2024 bei den Gästeankünften.

Fränkische Genüsse mit Krenfleisch, Kloß und Weißbier – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD

Franken 2026

Auch in diesem Jahr setzt Franken auf seine vorhandenen Stärken köstliche Küche, Bier- und Weinspezialitäten, Fachwerkromantik, prächtiger Barock, urbaner Lifestyle und Naturparks, die für aktive Erlebnisse „wie geschaffen“ sind. Am Schwerpunkt Nachhaltigkeit will man festhalten: Großer Urlaubsgenuss und kleiner CO2-Fußabdruck passten in Franken gut zusammen.

Hochrhöner

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Ein Jubiläum (20 Jahre) feiert der „Hochrhöner”. Die als Premiumwanderweg zertifizierte Route durchquert zwischen Bad Kissingen und Bad Salzungen die Rhön. Im „Land der offenen Fernen“ öffneten sich immer wieder neue Landschaftspanoramen. Man begegne alten Nutztierrassen wie dem Roten Höhenvieh und dem Rhönschaf, man entdecke mystische Hochmoore, uralte Wälder oder den vom gleichnamigen Kloster gekrönten Kreuzberg, oberhalb von Bischofsheim.

Felsenbad Pottenstein

Stolze 100 Jahre feiert das Felsenbad Pottenstein in der Fränkischen Schweiz. Als eines der ältesten Freibäder in Bayern begeistert es mit seinem Naturbadeteich, der Lage direkt an einer Felswand und seinem Jugendstil-Charme.

Festival150 in Bayreuth

Wagner beherrscht Bayreuth – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD

150 Jahre zurück in die Geschichte geht es in Bayreuth, wo 1876 Richard Wagners erste Opern-Festspiele stattfanden. Mit ihnen erfand Wagner das moderne Festival, bei dem sich das Publikum ganz auf das Musikerlebnis konzentrieren sollte. Auch das von ihm nur für seine Werke konzipierte Festspielhaus dient bis heute der ungestörten Erfahrung seines Gesamtkunstwerks.

Zum Jubiläum 2026 verwandeln sich Stadt und Landkreis Bayreuth in eine große Bühne für 150 Veranstaltungen. Theater und Musik, Kunstinstallationen und originale Bühnenbilder im Stadtraum, Lichtinszenierungen und digitale Erlebnisse verschmelzen zu einer epischen Erzählung.

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