Reise News 27.10.26 – Schiffe, Fähren, Flugtarife & mehr

Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD

Probleme niemals unterschätzen?

Rüdiger Edelmann – Foto: Holger Leue

Man muss nicht vollautomatischer Pessimist sein, um Entwicklungen und auch Ängste einzuschätzen. Es wird immer Dinge geben, die mit großer Vorfreude und Zuversicht beginnen und dann doch an Grenzen stoßen. Mitunter sind es die eigenen, manchmal führen äußere Faktoren dazu.

Wer von den vielen Passagieren auf der „Mein Schiff 3“ hätte beim Ablegen daran gedacht, dass die geplante Kreuzfahrt nur wenige Minuten dauern könnte? Nicht einmal Crew und Kapitän hätten das vermutet.  Glücklicherweise gab es keine Verletzten, trotzdem bleibt immer ein Risiko.  

Wäre das vermutlich der letzte Grund, künftig keine Kreuzfahrt mehr zu buchen? Zumindest gibt es weit triftigere Gründe das nicht zu tun.

Risiken abwägen, dürfte für die meisten Urlauber keine wirkliche Gedankenoption sein, da es vermeintlich keine gibt. Diejenigen, die sich am Bungee-Seil festgehakt eine Brücke hinunter stürzen, gehen das erhöhte Risiko bewusst ein und vermutlich denken sie darüber sogar nach. Trotzdem bleiben Adrenalinkick und anschließende Glücksgefühle. Wirklich, oder wollten wir nur endlich wieder etwas spüren? Bewusste Angst und Aufregung können so auch zum Geschäftsmodell werden. Leben auf eigene Gefahr.

Normalerweise denkt in unserer Reisewelt aber niemand über, zumindest gering wahrscheinliche, Risiken nach. Fliegen ist alltäglich. Fernreisen sind zu gut organisiert, als dass man Ängste haben müsste. Die Erkenntnis reift, dass die meisten tödlichen Unfälle im eigenen Haushalt passieren. Wenn wir das verdrängen, können wir auch entspannt eine Reise antreten. Sie sicher zu gestalten, ist der Job von Millionen von Menschen weltweit. Dass sie das in der Regel auch schaffen, wird einem immer erst dann bewusst, wenn etwas schief geht.   

“Mein Schiff 3″ muss in die Werft

Mein Schiff 3 – Foto: Carolin Otersen / TUI Cruises GmbH

Die Kollision mit zwei Containerschiffen in Bremerhaven sorgt dafür, dass TUI-Cruises die geplante Kanaren-Kreuzfahrt absagen musste. Für die Passagiere war die Kreuzfahrt zu Ende, bevor sie richtig begonnen hatte. Die Reise musste abgesagt werden. Der Reisepreis wird erstattet.

Die Sachschäden am Schiff machen einen Werftaufenthalt notwendig. Noch liegt die „Mein Schiff 3“ in Bremerhaven. Die Reparaturen könnten eine Weile dauern, so dass derzeit auch noch nicht klar ist, ob Anschlussreisen ebenfalls gefährdet sind.

Die Untersuchung der Unfallursache läuft. Auch die Frage, ob der Kapitän angesichts der Wetterbedingungen hätte auslaufen dürfen, wird geprüft.

TUI Cruises teilte mit, dass nach aktuellem Kenntnisstand, bei der Kollision niemand verletzt wurde.

Wirtschaftliche Übernahme auf dem Fährmarkt

Die “Color Fantasy” im Hafen von Kiel – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD

Die schwedische Reederei „Stena AB“ will ihren norwegischen Konkurrenten „Color Line“ übernehmen. Schwedens größte Reederei plant den Kauf der kompletten Wirtschaftsanteile der norwegischen „Color Line“, wenn wirtschaftliche Aufsichtsbehörden zustimmen. Der Deal soll bis spätestens Frühjahr 2027 abgeschlossen werden.

Beide Marken sollen aber unabhängig voneinander weiter arbeiten. Für die Kundschaft dürfte sich damit erst einmal wenig ändern.

Campingboom geht weiter

Sonnenland – Der europäische Top Campingplatz 2026 – Foto: camping.info

Das Wetter im Sommer 26 war über die Maßen schön. Klar, dass das seit Jahren immer beliebter werdende Camping weiter boomte.

Das Buchungsportal camping.info rechnet vor, dass alleine im Juli und August dieses Jahres fast 20 Millionen Campingübernachtungen stattfanden.

Der Anteil der deutschen Gäste ist dabei weiter gestiegen. Die höhere Steigerungsrate liegt, mit einem Plus von 5 Prozent, aber bei den Gästen aus dem Ausland. Diese kommen mehrheitlich aus den Niederlanden und Belgien, aber auch die Gäste aus der Schweiz haben kräftig zugelegt.

Als Ziel wählten die meisten Gäste Bayern, sowie Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein. Den höchsten prozentualen Anstieg (15-16%) verzeichneten aber Campingplätze im Saarland und Sachsen-Anhalt. Das Portal geht auch für 2027 von stabilem Wachstum aus.

ICE Berlin-Paris kommt zurück

ICE 3neo Baureihe 408 (Velaro) – Foto: Deutsche Bahn / Volker Emersleben

Mit Beginn des Winterfahrplans der Deutschen Bahn soll die ICE-Verbindung zwischen Berlin und Paris wieder aufgenommen werden. Sie war, nach technischen Problemen mit dem europäischen Zugleitsystem ETCS (European Train Control System), trotz des Erfolges wieder eingestellt worden.

Da das Zugleitsystem nicht in allen ICEs vorhanden war, mussten Passagiere seit Sommer 26 in Frankfurt oder Mannheim umsteigen.

Die Verbindungen

Ab 13. Dezember kann man jetzt wieder in knapp acht Stunden, ohne Umsteigen, zwischen den beiden Hauptstädten den Zug benutzen. Der ICE9590 soll morgens um 7.05 in Berlin starten und den Gare de l’Est um 14 Uhr 50 erreichen. Die Rückfahrt beginnt um 11 Uhr 07 in Paris-Ost und erreicht fahrplanmäßig Berlin um 18 Uhr 54.

Impact ist jetzt fix, sonst ändert sich nix

Foto: LH Group

Die Lufthansa Group benennt ihren Tarif „Green Fare“ in „Impact Fare“ um. Der neue Name soll noch stärker den Beitrag der Kunden für mehr Nachhaltigkeit in der Luftfahrt betonen und damit neuen regulatorischen Anforderungen an Umweltkommunikation Rechnung tragen. Klartext: Grün darf nicht mehr Grün heißen, falls eine Mogelpackung droht. So will es das jetzt in Kraft getretene „EmpCo-Gesetz“.

Was bleibt

Nach wie vor werden die Fluggäste damit den zusätzlichen Einsatz von Sustainable Aviation Fuel (SAF) im Streckennetz der Lufthansa Group unterstützen. Darüber hinaus werden sie einen Beitrag zu ausgewählten Klimaschutzprojekten außerhalb der Wertschöpfungskette des Unternehmens unterstützen. Je nach Projekt zielen diese auf die Vermeidung oder Entfernung von CO₂ ab. Den „Impact Fare“ können Kunden bei den Fluggesellschaften der Lufthansa Group in allen Reiseklassen buchen.

Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD

Wie‘s geht

Für jede „Impact Fare“ Buchung bringt die Lufthansa Group innerhalb von sechs Monaten nach Abflug eine zusätzliche SAF-Menge in den Flugbetrieb ein. Diese bemisst sich für Flüge innerhalb Europas an 20 Prozent der geschätzten flugbezogenen CO₂-Emissionen. Zusätzlich unterstützt der Tarif Klimaschutzprojekte. Die Höhe des Beitrags orientiert sich an den verbleibenden 80 Prozent der geschätzten flugbezogenen CO₂-Emissionen. Auf interkontinentalen Strecken liegt das Verhältnis bei zehn zu 90 Prozent. Darüber hinaus erhalten Fluggäste zusätzliche Meilen und Points. Je nach Buchungsklasse und Reiseziel beinhaltet der Tarif flexiblere oder gebührenfreie Umbuchungsmöglichkeiten.

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