DRR87 – Papenburg – von Torf, Tee & Großer Fahrt

Moin!

Käptn Franz Bruns lädt zur Hafenrundfahrt auf der „MS Papenburg“

Papenburg, das ist für die meisten Menschen eine unbekannte Staddt mit einer bekannten Werft. Auf der Meyer-Werft entstehen seit vielen Jahren große Kreuzfahrtschiffe in der größten Schiffsbauhalle der Welt. Noch bekannter wird Papenburg immer dann, wenn eines der Schiffe fertiggestellt wurde und anschließend über die Ems in Richtung Nordsee nach Emden überführt wird. Die Stadt dabei zu ignorieren wäre ein Fehler. Die wichtigste Erkenntnis überhaupt ist aber: Papenburg liegt weder am Meer noch in Ostfriesland. Trotzdem darf man Moin sagen und Tee nach ostfriesischer Tradition konsumieren. Der Papenburger legt aber großen Wert darauf, dass seine Stadt im Emsland liegt.

Torf

Erdhütte der Torfabbauer im Museum „Van-Velen-Anlage“

Papenburg liegt im Emsland, dicht an der niederländischen Grenze in einem ehemaligen Moorgebiet und auch diese Geschichte hat mit der Schiffsbautradition zu tun, die das Städtchen heute ausmacht. Papenburg ist die nördlichste Stadt des Landkreises Emsland und hinter der Stadtgrenze bereits betritt man im Landkreis Leer dann auch Ostfriesland. – Den Emsländern ging es lange Zeit nicht besonders gut. Bis ins letzte Jahrhundert hinein, waren die Menschen meist bettelarm und versuchten mit Torfabbau, dessen Transport auf selbstgebauten kleinen Schiffen und dem Verkauf in weiten Teilen Europas über die Runden zu kommen. Der heutige Reichtum der Stadt und die vielen Arbeitsplätze haben aber mit diesen Traditionen zu tun und Torf wird heute aus den Gegenden importiert, in die man im 18. Jahrhundert Torf lieferte: Er kommt aus Russland, Lettland und Litauen.

Zurück geht das Ganze auf einen Bischof und ins 13. Jahrhundert. Papenburg entstand als „Bischofs-Raststätte“. Der Bischof von Münster musste durch die fremde unwirtliche Moorlandschaft zu deinen Gemeinden in Ostfriesland. Also ließ er sich  eine Burg bauen. Papenburg war gegründet, entwickelte sich aber erst im 17. Jahrhundert in die Richtung einer Ansiedlung. Das wiederum hatte mit der Tatsache zu tun, dass die hässliche und ungemütliche Moorgegend in eine Siedlung verwandelt werden sollte. Dafür entwässerte man das Moor, grub dafür Kanäle und baute Torf ab. Der Torf wiederum wurde zur Einnahmequelle. Mit Schiffen konnte er besser abtransportiert werden, also begann man Schiffe zu bauen. Damit schließt sich der Kreis. Im 19. Jahrhundert gab es 23 Werften in Papenburg. Übrig geblieben sind nur die Meyers. Sie begannen 1795 mit ihrer Werft.

„Große Fahrt“ made in Papenburg

Gigantisch: Kleine Werfthalle

Auch wir wollen wissen, wie das ist mit dem Schiffsbau und natürlich erkunden wir die Werft. Es ist die neue Werft, denn in der alten Schiffsbauhalle befindet sich heute das Restaurant des Hotels „Alte Werft“ – Gemacht haben wir das mit der „MS Papenburg“ mit Kapitän Franz Bruns. Von ihm erfahren wir dann auch eine Menge über Papenburg, seinen Hafen und das ursprüngliche „Gold“ der Stadt, den Torf. Papenburg als „Bischofs-Raststätte“ im 13. Jahrhundert als Burg gegründet, entwickelte sich erst im 17. Jahrhundert in die Richtung einer Ansiedlung. Doch die Fahrt ist zu kurz, um Alles zu erfahren. Stattdessen weefen wir erst mal einen Blick in die Werft der Familie Meyer. Es ist ein Familienbetrieb und das bereits in der siebten Generation.

Besucherzentrum a la Meyer

Christoph Asis führt durch die Welt der Kreuzfahrt und der Werft

Im Besucherzentrum der Werft erhält der geneigte Besucher einen Einblick in die Firmen- und Familiengeschichte. Fast alle großen Reedereien dieser Welt haben in Papenburg oder an den anderen Standorten der Werft bauen lassen. Die Modelle der sich entwickelnden Baureihen und Prototypen reihen sich wie Perlen auf einer Ausstellungskette auf. Man denkt „Wow“ und fragt sich gleichzeitig, wie es Menschen schaffen, solche Kolosse so zu zeichnen und zu planen, dass am Ende ein Schiff herauskommt und dass jede Leitung, jede Niete und jeder Einrichtungsgegenstand sitzt. Genau dort, wo sie hingehören. Die Hochachtung für die Konstrukteure wächst ins Uferlose. – Dass die Meyer-Werft besonders erfolgreich ist, hat sie sicher ihrer Präzision und Pünktlichkeit bei der Fertigstellung zu verdanken.

„Norwegian Bliss“ – Blick in die große Werfthalle

Licht und Schatten

Natürlich ist auch Schatten wo viel Licht ist. Natürlich wird über das Ems-Sperrwerk bei Leer unter ökologischen Gründen weiter gestritten. Natürlich löst die Diskussion um eine tiefere Fahrrinne der Ems bei Umweltaktivisten Alarm aus.

Tee

Ostfriesentee im Emsland

Die Geschichte Papenburgs lässt sich heute am besten in der Von Vehlen-Anlage, einem eindrücklichen Freiluftmuseum erkunden. Mit dem Vereinsvorsitzenden des Museums, Ludger Stukenbrog haben wir gesprochen und uns die Geschichte der Entwicklung erzählen lassen. Am Tag des Besuchs war es emsländisch-regnerisch. Deshalb ist es gut, dass man im „Papenbörger Hus“ wunderbaren Tee, Buchweizenpfannkuchen und auch einen Schnaps bekommt.

Weiß Alles über das alte Papenburg: Ludger Stukenbrog

Ziel Papenburg

Papenburg – die berüchtigten drei Brücken

Von der Unwirtlichkeit eines Moors ist nur die schöne Seite geblieben. Unzählige Kanäle durchziehen heute die Stadt Papenburg und geben ihr dadurch ein besonderes Flair. Gute Hotels und schöne Restaurants warten auf Gäste und wer einmal kurz dort war, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit wiederkommen, für länger. Denn Papernburg bietet neben der Werft noch viel mehr. Dabei hatten wir nicht mal die Chance die weitere Umgebung zu erkunden. Der zweite Besuch wird damit Pflicht und Bedürfnis. Moin!

Information:

www.papenburg-marketing.de

 

 

 

 

Die Recherche zu diesem Reiseradiobeitrag wurde unterstützt von Papenburg – Marketing. Diese Unterstützung hat keinen Einfluss auf eine unabhängige Berichterstattung zum Thema!

 

 

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