Reise News 17.02.26 – Skandale, Flüge, Wetter & Bedenken

Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD

Reise- und Tourismus News vom 17.02.26

Skandale: Tourismus, Wirtschaft, Politik & „Epstein-Files“ 

Die Veröffentlichung der Epstein-Akten in den USA, rund um sexuellen Missbrauch und weitere „seltsame“ Dinge, fordert inzwischen Opfer. Selbstredend sind es die, nicht weniger schlimmen, kleineren Akteure im Jeffrey Epstein-Konglomerat.

Bei Hyatt-Hotels hat die Haupteigentümerfamilie Pritzker jetzt die Notbremse bei einem prominenten Familienmitglied gezogen. Thomas J. Pritzker, 75 jähriger Milliardär hat, offensichtlich mit Druck aus dem Hintergrund, die Position des Aufsichtsratsvorsitzenden im Hotelkonzern aufgegeben. Er bedauere seine Verbindung zu Epstein zutiefst.    

Allegris: Business am Start

Der “Extra-Long” Sitz in der Allegris Business-Class – Foto: Lufthansa Group

Business fliegen. Was selbst für Geschäftsleute heute nicht mehr selbstverständlich ist, gehört auch im Tourismus immer noch zu den Dingen, die man sich nicht jeden Tag leistet. Und wenn dann die gehobene Klasse bei meiner Top-Airline in die Jahre gekommen ist und schon lange nicht mehr „State of the Art“ ist, kriegen selbst Airliner kalte Füße.

Das Allegris Syndrom

Lufthansa 787-9 – Foto: Lufthansa

Das bekam in den letzten Jahren auch das Produkt Lufthansa zu spüren. Hatte die Airline mit der Einführung des Nachfolgeprodukts erst kein Glück und dann kam auch noch Pech dazu. Jetzt aber soll das Business Class Feeling neu durchstarten.

Mit Allegris hatte man im Sommer 2024 ein vollständig neu entwickeltes Kabinenkonzept auf der Langstrecke eingeführt. Das klappte für den Airbus A350-900 ganz prima. Im Oktober flog Allegris in den neuen Boeing 787-9.  auch ab Frankfurt. In der Business Class (die richtig Geld einbringt) allerdings fast leer. Die FAA Zulassung für den neuen Sitz war nicht da. Ein herber Verlust, imagetechnisch, wie finanziell. Das scheint jetzt weitgehend erledigt, bis auf die Sitze in der Reihe 2, die immer noch nicht zertifiziert sind. Trotzdem sind jetzt 25 der 28 Sitze zugelassen und dürfen ab 15. April genutzt werden.

Stärke des Produkts: Es gibt unterschiedliche Variationen von der bereits in Betrieb befindlichen Business-Suite (Reihe 1) über Sitze die extra lang, besonders geräumig oder ein besonders privates Flugerlebnis bieten. Damit keine Missverständnisse auf kommen: Diese Extrasitze kosten Aufpreis.

Derzeit sind acht Dreamliner mit Allegris ausgestattet. Bis 2027 sollen es (so Boeing liefert) 29 Maschinen dieses Flugzeugtyps werden.

Wichtig: Nicht die Sitze an sich waren ein Problem. Es gab keine Zertifizierung der US-Luftfahrtbehörde mit der Bodenbefestigung des Business-Class-Sitzes. Ein ausschließliches Boeing /FAA Problem, das im A350 von Airbus nie ein Thema war.

Bahn: Reden vom Wetter

Der Bahn Werbeclaim vom Wetter über das sie nicht redet, ist allseits bekannt. Jetzt kommt der Spruch erneut in die Abteilung der weniger erfreulichen Schlagzeilen.

Harte Wintertage bei der Bahn – Foto: Deutsche Bahn AG / Uwe Miethe

Die Deutsche Bahn musste gestern mitteilen, dass es mal wieder später wird. Gemeint ist die Fertigstellung der Großsanierung auf der ICE-Strecke zwischen Berlin und Hamburg. Das langanhaltende Winterwetter sorgt dafür, dass die Strecke nicht Ende April wieder in Betrieb geht. Der Grund sind Tiefbauarbeiten für die Signalanlagen, die frostbedingt nicht durchgeführt werden konnten. Ende der Bauarbeiten: Derzeit offen!

Das wiederum hat Folgen für die Sanierung der ICE-Strecke zwischen Hamburg und Hannover. Dort sollte ab Mai gebaut werden. Dies steht jetzt ebenfalls in Frage.

USA-Tourismus

Allen Stimmungsmachern zum Trotz, sieht es auch 2026 nicht gut aus. Die kürzlich angekündigten Verschärfungen der Regeln für die Einreise mit ESTA, sorgt für kräftige Verunsicherung bei der potentiellen Kundschaft. Hier war die Rede davon, dass jetzt auch Auskünfte über Social-Media Accounts (und deren Überprüfung – ein Schelm der Böses denkt) von Einreisewilligen abgefragt werden sollen. Das ist zwar noch nicht beschlossen und wird sicher vor Jahresmitte auch nicht umgesetzt.

Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD

Die Erklärung des Heimatschutzministeriums (Department of Homeland Security) würde mich aber trotzdem nicht entspannen:

Für Einreisende in die USA hat sich in dieser Hinsicht nichts geändert. Dies ist keine endgültige Regelung, sondern lediglich ein erster Schritt, um neue politische Optionen zum Schutz der amerikanischen Bevölkerung zu erarbeiten. Das Ministerium prüft fortlaufend die Einreisekontrollen, insbesondere nach dem Terroranschlag in Washington DC auf die Nationalgarde kurz vor Thanksgiving.

Reiseversicherung  

Dass dies nicht zur Beruhigung beiträgt, ist klar. Dies sieht man auch an Spezialveranstaltern, die ihr Geld zu einem großen Teil mit dem Tourismus in die USA (und dem wirtschaftlichen Rettungsanker Canada) verdienen.

So hat der Hamburger Anbieter CANUSA eine finanzielle Absicherung aller USA-Reisebuchungen eingeführt.

Tilo Krause-Dünow, Geschäftsführer von Canusa-Touristik – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD

Falls einem Kunden mit USA-Buchung, trotz komplett erfüllter Voraussetzungen und korrekter Angaben die Einreise verweigert wird, erstattet CANUSA den kompletten Reisepreis. Diese Absicherung wird vom Veranstalter kostenfrei angeboten. Chef Thilo Krause-Dünow erklärte in diesem Zusammenhang, man wolle ein Signal setzen und zeigen, dass diese Einreisebedenken unbegründet seien.

Reiseradio-Kommentierung: Thilos Wort in Donalds Ohr. Man darf gespannt sein.

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