Reise News 02.06.26 – Last Minute, Cuba, Treideln & Strand

Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD

Reiseradio – Kommentar: Hey, was geht? Last Minute als Hoffnungsträger

Rüdiger Edelmann – Foto: Holger Leue

Noch vier Wochen, dann beginnen die ersten Sommerferien im Land. Die Zeiten, wo das Buchen in letzter Minute wenig Erfolg versprach, hatten gerade so richtig begonnen und jetzt soll „Last Minute“ doch wieder die Rettung des Geschäfts sein. Sicher, das gilt nicht überall. Spanien und Griechenland zum Beispiel sind für echte Chancen zu gut gebucht. Aber da sind in diesem Sommer noch zwei Sorgenkinder der Reisebranche.

Schlecht gebucht: Ägypten und auch die Türkei. Aus dem Frühbucher-Plus wurde im Normalgeschäft ein sattes Minus. Es gilt schließlich Buchungseinbrüche in Sachen Ängste vor Kriegssituationen in Nahost zu bekämpfen. Hier soll in „letzter Minute“ noch Einiges gehen, hofft die Branche.

Rettungsanker Flex und Last Minute?

Die Preise purzeln und außerdem erinnern die Veranstalter an die existierenden Flex-Tarife. In Covid-Zeiten geübt, darf die Kundschaft damit auch relativ kurzfristig zu stornieren. Dies natürlich in der Hoffnung, dass genau das nicht nötig wird.

Die „Sonnenschein-Wirtschaftsbranche mit dem ewigen Smiley” wirft aber auch schon wieder mit Statements in Sachen Geschäftserholung um sich. Trotzdem merkt man die Nervosität. Trotz hoher Kerosinpreise ist bei Ferienfliegern wie „Sun Express“ von Preiszuschlägen, dank Veranstalterversprechen, im Sommergeschäft nicht mehr die Rede. Bei künftigen Buchungen ist das aber nicht garantiert. „Corendon“ führt den günstigeren Handgepäcktarif in Richtung Urlaub ein. Familienurlaub im Gepäckmaß 40x30x20 Zentimeter dürfte schwierig werden, auch wenn das die ganz flexiblen Urlauber mit Freude erfüllt. Türkische Hoteliers wissen, dass der deutsche Markt überlebenswichtig ist und haben die heftigen Preiserhöhungen des letzten Jahrs ad Acta gelegt.

Ob diese Rechnung aufgeht? Wirtschaftlich geht es hauptsächlich darum, den Status zu erhalten. Steigende Gewinne sind in diesem Marktbereich illusorisch. Die breiter aufgestellten Veranstalter haben immerhin die Chance, mit gut gebuchten Alternativen die Verluste an anderer Stelle auszugleichen. Große Gewinne dürften aber hinfällig werden und es darf jetzt politisch nichts mehr schief gehen.

Wenn die Gewaltspirale nach oben geht, geht die Gewinnmarge in den Keller. Das wissen alle und hoffen trotzdem. Für Urlauber heißt das: Last-Minute-Schnäppchen vs. Risiko!

Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD

Politik gegen Tourismus

Das Reisevergnügen hat immer viel mit Politik zu tun, insbesondere wenn diese unberechenbar wird.

Foto: oldcarshavana.com

Das bekommen gerade internationale Hotelgruppe zu spüren und reagieren entsprechend. Der Tourismus in Richtung Cuba ist ohnehin schon dezimiert, dank wirtschaftlicher Sanktionen der USA und den dadurch ausgelösten Treibstoffmangel. Damit aber nicht genug. Die US-Regierung und insbesondere „Hotelier“ und Präsident Donald Trump drohte jetzt internationalen Hotelgruppen vor weiterem Engagement auf der Insel und der Zusammenarbeit mit der Hotelsparte des Militärkonglomerats der kubanischen Regierung. Folge: Die Platzhirsche Iberostar, Melía und die kanadische Hotelgruppe „Blue Dimond Resorts“ packen die Koffer und ziehen sich aus dem Geschäft zurück.

Viele Hotels sind ab 5. Juni nicht mehr international buchbar, sollen aber weiterhin geöffnet und lokal betrieben werden. Ob das zum Überleben reicht, sei dahingestellt.

Kräftig aber nicht gefährlich

Süditalien (Symbolbild) – Foto: Uwe Krist

Das ist die Bilanz des Erdbebens, das sich einige Kilometer vor der italienischen Südküste in der letzten Nacht ereignete. Die Stärke von 6,2 ist heftig. Allerdings ereignete es sich in einer Tiefe von immerhin 250 Kilometern.

Es war in Kalabrien und auf Sizilien deutlich zu spüren. Schäden seien, so die örtlichen Feuerwehren, aber nicht gemeldet worden.

Frankfurt Airport: „Skyline“ stockt

Kaum in Betrieb musste die neue „Skyline-Bahn“ am Frankfurter Rhein-Main-Flughafen ihren Betrieb vor einigen Tagen wieder einstellen. Sie verbindet die Terminals 1 und 2 mit dem neuen Terminal 3 auf der Südseite des Airport-Geländes. Die Bahnen waren nach Inbetriebnahme des neuen Terminals 3 mehrfach auf offener Strecke stehen geblieben. Jetzt fahren wieder Busse zwischen den Terminals. Die kurze Fahrzeit der Bahn von acht Minuten wurde damit allerdings pulverisiert. Die alte Verbindung zwischen Terminal 1 und 2, auf der die alte Bahn weiterhin fährt ist davon nicht betroffen.

Skyline People Mover zum Terminal 3 – Foto: Fraport

Mehr Zeit für Abflug ab Terminal 3

Fluggäste, die mit der Bahn anreisen, müssen jetzt erheblich längere Fahrzeiten in Kauf nehmen, wenn sie am neuen Terminal einchecken wollen. Die Busse fahren vor den Ankunftsbereichen der jeweiligen Terminals ab und sollen im Abstand von 3 Minuten verkehren. Anreisende mit dem Auto sollten gleich in Richtung Terminal 3 fahren und dort parken.

Fraport sagt, es sei noch nicht sicher, ob das Problem bis zum Beginn der Sommerferien, Ende Juni, behoben werden kann.

Franken: 180 Jahre Ludwig-Donau-Main-Kanal

Unter dem Motto „Schau mal – Denk mal“ stellt das Nürnberger Land 2026 seine Denkmäler mit zahlreichen Veranstaltungen in den Mittelpunkt. Anlass ist unter anderem das Jubiläum „180 Jahre Ludwig-Donau-Main-Kanal“.

Dieser Kanal gilt als längstes Baudenkmal Bayerns und bietet heute vielfältige Einblicke in die Industriegeschichte. Zu den besonderen Erlebnissen zählen unter anderem Führungen an der Trogbrücke über die Schwarzachschlucht.

Historisch Treideln

Treidelschiff “Elfriede” – Foto: Thomas Geiger / Nürnberger Land Tourismus

Ein echtes historisches Treidelschiff aus der königlich-bayerischen Kanalschifffahrt lädt zum nostalgischen Treideln ein. Dies ist eine alte Form der Lastenbewältigung und bezeichnet die Tätigkeit des Schiffeziehens auf Flüssen durch Menschen oder Zugtiere. Das Treidelschiff legt in Schwarzenbach an der Gaststätte “Zum Ludwigskanal” ab und wird vom Kaltblüter “Florian” bis zum Dörlbacher Einschnitt gezogen (ca. 2 km). Dort wird das Pferd umgespannt und es geht wieder zurück zur Anlegestelle. Die Fahrzeit beträgt ca. 45 Minuten. Getreidelt wird bis September an jedem ersten Sonntag im Monat.

Auch Naturdenkmäler wie die Maximiliansgrotte oder die Hutanger der Hersbrucker Alb werden im Denkmaljahr erkundet. Bis in den Herbst 2026 stehen zudem Führungen, Spaziergänge und Ausstellungen auf dem Programm.

Juist: Übernachten am Strand

Die Ostfriesische Insel Juist bietet vom 12. auf den 13. Juli 2026 erstmals eine Übernachtung am Nordseestrand an.

Übernachten am Juister Strand – Foto: Kurverwaltung Juist

Bis zu 40 Inselgäste können so eine besondere Nacht auf Feldbetten (Schlafsack mitbringen geht auch) am Strandabschnitt vor dem „TöwerVital“ verbringen. Der Schlafort wird gemütlich gemacht und vor möglichem Wind geschützt.

Los geht der außergewöhnliche Abend um 19.00 Uhr: Auf Decken und Kissen sitzt man entspannt am Feuerkorb beisammen, hört leise Musik, erzählt sich Lagerfeuer-Geschichten und erlebt gemeinsam mit einem Sundowner-Drink den Sonnenuntergang sowie später den Sternenhimmel. Am nächsten Morgen gibt es vor Ort ab 9.00 Uhr ein leckeres Frühstücksbuffet mit frischen Brötchen, Brot, Obst, Joghurt, Müsli, Kaffee oder Tee. Die Teilnahmegebühr liegt bei 95 Euro pro Person, Kinder ab drei Jahren können kostenlos dabei sein.

Eine Anmeldung ist allerdings erforderlich.

Sonnenaufgang auf Juist am Strand – Foto: Kurverwaltung Juist

Wer nicht zur Kategorie Langschläfer gehört, kann übrigens morgens vor dem Frühstück noch zum Frühschwimmen ins nahe TöwerVital gehen, das von 7.30 bis 9.00 Uhr für morgendliche Bahnen geöffnet hat. Außerdem befindet sich nahe der Schlafplätze die Calisthenics-Anlage und ein Beachvolleyball-Feld. Auch kleine Tore für Beachsoccer stehen zur Verfügung.

In eigener Sache

Reiseradio-News-Fans müssen jetzt ganz stark sein. Es ist ja bekannt, dass das komplette Angebot hier als „One Man Show“ entsteht. Da zwischenzeitliche Recherche für die Podcasts vor Ort eingeplant sind, muss in dieser Zeit der „Nachrichtenbetrieb“ ruhen.

Screenshot-Deutsches-Reiseradio.com by ttb-media TON-TEXT-BILD

Am kommenden Donnerstag ist in vielen Bundesländern (auch in Hessen) Feiertag. Deshalb fallen die News aus. In der nächsten Woche werde ich in Sachen Recherche in Bremen unterwegs sein. Die nächsten Nachrichten wird es damit erst am 16. Juni wieder geben. Kleiner Trost: Zum Wochenende kommt natürlich noch ein märchenhafter Podcast.

Bremen ruft – Foto: Carina Tank / WTF Bremen

Außerdem herrscht Vorfreude: Bald gibt es dann akustische Reiseeindrücke aus der schönen Hansestadt Bremen mit viel Musik (siehe Foto), Kultur, Kulinarik, Museen und Erlebnissen, Kaffeeröstung und Schnoorkuller. Bremer (Erfolgs)Geschichte(n) gehören natürlich auch dazu.

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