DRR Corona-News 04.05.20 – Hoffnung / Akzeptanz / Engpässe / Kreativität

Buchungstrend Ferienhäuser - Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD

Veranstalter reagieren auf Reisewarnung

Die zunächst erwartete komplette Absage von Reiseangeboten durch Veranstalter kommt inzwischen wesentlich differenzierter daher, nach dem es zunächst so aussah, als ginge nichts bis Mitte Juni, berichtet das Tourismus-Nachrichtenportal „Reise vor 9“.

TUI nimmt von den Absageregelungen sein Deutschlandprogramm aus und lässt es nur bis Mitte Mai pausieren. Offensichtlich hofft man auf eine schnellere Freigabe der Reisemöglichkeiten innerhalb Deutschlands.

FTI geht noch einen Schritt weiter und reduziert die Absagen auch für die Niederlande, Österreich, Polen und die Schweiz nur bis zum 16. Mai.

Weitere Veranstalter, wie DER-Touristik, Schauinsland, Studiosus und LMX bleiben beim Termin Mitte Juni. – Trotzdem ist davon auszugehen, dass auch andere Veranstalter die Reiseabsagen schnell revidieren, falls das Reisen innerhalb Deutschlands gesetzlich wieder möglich wird. Die meisten Auslandsreisen und insbesondere Fernreisen sind bis 14. Juni gecancelt.

Urlauber akzeptieren Regelungen und Einschränkungen

Nach einer Umfrage der Deutschen Presseagentur (dpa) haben knapp die Hälfte der Deutschen (48%) den Jahresurlaub im Ausland für sich persönlich abgehakt. Sie sind der Meinung, dass auch die Grenzen innerhalb Europas, wegen der Corona-Pandemie geschlossen bleiben sollten. 20% der Befragten waren für eine schnelle Grenzöffnung nach sorgfältiger Prüfung. 13% der 2.000 Befragten sind der Meinung, man solle alle EU-Grenzen öffnen.

Urlaub in Deutschland akzeptiert?

Kapazitätsengpässe?

Falls es in diesem Jahr ausschließlich beim Urlaub im eigenen Land bleiben sollte, prophezeit der Tourismusforscher Professor Torsten Kirstges, in einem Gespräch mit dem „Spiegel“, erhebliche Engpässe insbesondere in den favorisierten Reisedestinationen an Nord- und Ostsee sowie in den alpennahen Regionen. Dies sei mathematisch vorhersehbar meinte er:

„Rund drei Viertel aller längeren Urlaubsreisen der Deutschen gehen zu normalen Zeiten ins Ausland, vor allem nach Spanien, Italien, Griechenland, Österreich und in die Türkei. Das sind mehr als 50 Millionen Auslandsurlaubsreisen pro Jahr mit im Schnitt jeweils rund 13 Übernachtungen. Diese Bettenkapazität muss man erst mal haben.“

Der Sommer 2020 könnte damit zur großen Stunde der weiteren naturnahen Urlaubziele werden, die sonst nicht so sehr im Focus der Urlauber stehen. Insbesondere für die Favoriten im Deutschlandtourismus sagt Kirstges auch Preiserhöhungen voraus.

Ansturm z.B. auf Rügen?

Nach wie vor gehen der Deutsche Tourismusverband (DTV) und die Tourismusorganisationen der Bundesländer davon aus, dass die Öffnung für den Urlaub nur schrittweise erfolgen kann. An erster Stelle der Freigabeliste dürften Ferienhäuser und Ferienwohnungen stehen.

Auslandsziele treffen Vorbereitungen

Die Furcht vor einer zweiten Infektionswelle und die Rückkehr zu Lockdowns führt auch im Ausland, insbesondere in besonders betroffenen Ländern wie Italien, zu Vorsorgeüberlegungen. Diese reichen von der verpflichtenden Vorlage eines aktuellen und negativen Corona-Tests bis zur Pflicht per App ein  Bewegungsprofil anzufertigen. Gesundheitschecks bei der Einreise gehören ebenfalls zu den Kontrollüberlegungen.

Gesundheitschecks in “Bella Italia”?

„Mein Schiff 3“ – Quarantäne bleibt

Die Quarantänemaßnahmen auf dem Schiff der TUI-Cruises bleibt zunächst bestehen. Das Schiff liegt nach seiner Ankunft in Cuxhaven. An Bord befinden sich knapp 3.000 Crewmitglieder unterschiedlicher TUI-Schiffe, die von der Reederei per Schiff zurückgebracht wurden. Alle an Bord befindlichen Personen müssen getestet werden. Im besten Fall wird die Quarantäne dann in zwei Wochen aufgehoben werden können.

Kreuzfahrt in Deutschland?

Die Kreuzfahr-Veranstalter sind erfinderisch: Wenngleich die Idee so simpel ist, man muss erst einmal darauf kommen. Der Kreuzfahrtveranstalter „Plantours“ denkt über Kurzreisen, quasi in deutschen Gewässern nach. Eine Kreuzfahrt von Emden über Bremerhaven, Cuxhaven, Hamburg und Kiel nach Warnemünde könnte auch für Neueinsteiger und „Ängstliche“ interessant sein. Solche Kurzreisen könnten mit einem kleineren Schiff, wie der MS “Hamburg” durchgeführt werden. – Dass dies nicht von heute auf morgen geschehen wird, belegt die Tatsache, dass die „Hamburg“ jetzt erst einmal zur Modernisierung in die Werft geht.

Kreuzfahrten zwischen deutschen Häfen? – Foto: Plantours

 

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