D-RR News 28.04.21 – Sperren / Freiheiten / Perspektiven / Israel / Sundair

Foto: Fraport (Archivbild)

Keine Fortschritte: Anreise – Abreise – Ausgangssperre

Wir berichteten am Montag über die Forderungen des Deutschen Reiseverbands an Politik und Behörden in Sachen An- und Abreise von Airports zum und nach dem Urlaub, wenn diese Mobilität in die Zeit der Ausgangsbeschränkungen fällt. Die Betroffenen schieben sich inzwischen die Verantwortung gegenseitig zu. Airlines verweisen auf Reiseveranstalter. Auch die juristische Diskussion hat noch keine Ergebnisse gezeigt.

Umstritten: Ausgangsbeschränkungen und die Fahrten zum oder vom Flughafen nach Hause – Foto: Fraport AG

Zeitliche Anpassungen von Abflügen und Ankünften werden derzeit zwar diskutiert, sind aber weitgehend noch Science-Fiction. Letztlich ist der Urlauber der Dumme, der zumindest Gefahr läuft bei einer Überprüfung mit Verwarnung oder Bußgeld zur Kasse gebeten zu werden. – Die Crux der Regelungen besteht ja auch darin, dass bei Urlaubsreisen, die sonst gerne benutzte Variante „Sleep & Fly“ mit einer Übernachtung vor oder nach dem Urlaub in einem flughafennahen Hotel ebenfalls weitgehend nicht gestattet ist. Der „schwarze Peter“ landet damit zusätzlich bei Reisebüros, die aber nicht in der Lage sind, eine entsprechende Ausnahmegenehmigung zu erstellen.

DTV: Impfgipfel enttäuschend

Norbert Kunz, DTV-Geschäftsführer

Der Deutsche Tourismusverband äußert sich enttäuscht von den Ergebnissen des Impfgipfels vom Montag. DTV-Geschäftsführer Norbert Kunz sagte dazu:

Wenn keine Ansteckungsgefahr mehr besteht, müssen die Einschränkungen bei den Grundrechten aufgehoben werden.

Dies gelte insbesondere für touristische Übernachtungen. Laut dem Wissenschaftlichen Dienst des Europäischen Parlaments gäbe es derzeit in 19 der EU-Mitgliedsstaaten kein touristisches Beherbergungsverbot für die einheimische Bevölkerung. Die Bundesregierung sei gefordert, mit den Ländern jetzt schnell eine handhabbare Regelung für den Nachweis der Immunisierung im Deutschlandtourismus zu erarbeiten. Dabei spielten Impfnachweis und Antikörpertests eine wichtige Rolle bei einer immer noch ausstehenden Öffnungsstrategie für den Tourismus. Der Forderung von Bundesfinanzminister Olaf Scholz, bis Ende Mai einen verbindlichen Fahrplan zum Ausstieg aus dem Corona-Lockdown festzulegen, müssten jetzt Taten folgen.

Statistik gibt Modellregion recht

Die Schlei, eines von Schleswig-Holsteins Modellprojekten für Tourismusöffnung

Die derzeit einzige geöffnete touristische Modellregion Schleswig-Holsteins an der Schlei und in Eckernförde hat Zahlen vorgelegt, die eine touristische Öffnung in weiteren Modellregionen ermöglichen könnten. Die Testergebnisse der ersten sechs Tage wurden gestern veröffentlicht. Es wurden über neuntausend Antigen-Schnelltests durchgeführt. Positive Testergebnisse gab es in nur 10 Fällen und nur die Hälfte (5) davon waren Touristen. Bei einer Quote von 0,1 Prozent ist das Modell an der Schlei zunächst als Erfolg zu werten. Offen ist bisher die Frage von Infektionsentwicklungen im Laufe des Aufenthalts am Urlaubsort. Max Triphaus, der Geschäftsführer der Ostseefjord Schlei GmbH, erklärte gegenüber dem Tourismusportal „TN-Deutschland“:

Wir sind natürlich sehr erleichtert, dass die Testergebnisse zum Auftakt unauffällig sind. Somit greift die erste Hürde der negativen Antigenschnelltests, die jeder Gast bereits vor der Anreise zuhause machen muss.
Doch der Erfolg des Modellprojektes wird sich auch daran messen, wie die zweite Hürde des kontaktarmen Urlaubs in der Region greift, also wie wir es durch klare Regeln und Einhaltung der Konzepte schaffen, auch die positiven Fälle zu kontrollieren.

Erleichterungen nach Impfung

Hessen und Bayern stellten gestern Corona Geimpfte rechtlich mit negativ getesteten Menschen gleich. Brandenburg hatte diese Regelung schon verabschiedet.

Die Regelung erfolgte auf der Basis der Erkenntnisse des Robert-Koch-Instituts, dass das Risiko einer Übertragung durch Personen, die vollständig geimpft seien und sich trotzdem infizieren, geringer sei als bei negativen Antigen-Schnelltests von symptomlos infizierten Personen.

Die Folge: Die Testverpflichtung für Friseurbesuch, Einkauf und Quarantäneregeln entfällt für alle komplett geimpften 14 Tage nach der zweiten Impfung, wenn keine Krankheitssymptome vorliegen.

Gleichzeitig preschen Hessen und Bayern in Sachen Impffreigabe für alle nach vorn, so die Bereitschaft erklärt wird, sich mit dem Astra-Zeneca-Vakzin impfen zu lassen. Nicht beantwortet wurde die Frage, wie dies die Gesundheitsbehörden leisten sollen. Die Hausärzte allein werden es bei den geringen Impfdosen nicht richten können. In den Impfzentren gibt es zum Beispiel in weiten Teilen Hessens eine riesige Warteliste von Registrierten.

Israel: Positive Schlagzeilen zur Werbung nutzen

Wir haben in den letzten Wochen nur gute Nachrichten in Sachen Pandemie aus Israel bekommen. Jetzt wollen die Tourismusverantwortlichen dies offensichtlich fürs Reisemarketing benutzen.

Israel hat die schrittweise Öffnung für Touristen bereits angekündigt. Ab 23. Mai sollen Gruppenreisen ermöglicht werden. Für Juli plant man eine komplette Öffnung des Landes für alle Touristen an, die eine komplette Corona-Impfung abgeschlossen haben und dies nachweisen. Voraussetzung dafür ist eine Impfung mit Vakzinen, die von den amerikanischen und europäischen Gesundheitsbehörden zugelassen sind.  Verpflichtend wird, trotz Impfung, ein PCR-Test vor Abflug sowie ein Antikörpertest bei Ankunft sein.

Israel sieht derzeit eine große Chance für die touristische Vermarktung des Landes.

Sundair klappt Rettungsschirm zu

Sundair A319 am Airport Kassel

Die Charter-Airline Sundair verlässt heute das Schutzschirmverfahren. Bereits Anfang April hatten die Gläubiger dem vorgelegten Sanierungsplan zugestimmt. Sundair-Chef Markos Rossello nannte gegenüber dem Touristik-Magazin fvw die Maßnahmen der Gesellschaft und die daraus gewachsenen Erfolgsfaktoren:

Primär bei der Anpassung der Leasingverträge, da diese natürlich die zentralen finanziellen Belastungen der Zukunft bedeuten und wir durch das Schutzschirmverfahren die Fixkosten im Flugzeugleasing stark senken und weitermachen konnten. Außerdem haben wir alle Kostenpositionen nach Möglichkeiten der Optimierung im Rahmen des Verfahrens angesehen und angepasst.

Erfreulich bei diesem Sanierungsprozess ist die Tatsache, dass die Airline kein Personal abgebaut hat. Alle 240 Mitarbeiter seien noch an Bord, so der Sundair-Boss.

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