DRR Corona-News 02.04.20 – Tourismusnot

Inland

Milliardenforderungen

Die FAZ beziffert, in einem Artikel heute, den wirtschaftlichen Schaden durch ausgefallene Reisen der deutschen Pauschalreiseveranstalter auf 3,5 Milliarden Euro. Dies beziehe sich alleine auf die Frist von Beginn der Krise bis Mitte April. Die Wiederaufnahme des Reisegeschäfts nach Ostern sei aber sehr unwahrscheinlich. Die großen Veranstalter wie TUI, DER-Touristik oder FTI haben ihre Reisen bereits bis Ende April abgesagt.

Reisebüros und Veranstalter in Not – Foto: TUI Group

Gutscheindebatte

Angesichts dieser Diskussion ist das Bestreben der Reiseanbieter auf die viel diskutierte Gutscheinlösung nachvollziehbar. Inzwischen hat sich die Bundestagsfraktion von CDU/CSU für eine solche Gutscheinlösung ausgesprochen. Ungeklärt ist allerdings nach wie vor, ob es dazu kommt und vor allem, wie eventuell ausgegebene Reisegutscheine finanziell abgesichert werden sollen. Eine Anwaltskanzlei in Düsseldorf sieht Bund und Regierung ohnehin in der Pflicht einer solchen Absicherung. Grund sei die gesetzlich ungenügende Absicherung von Insolvenzen. Dies habe sich schon die Insolvenz von Thomas Cook im letzten Jahr gezeigt.

Markus Tressel, MdB

Missstimmung in der Politik.

Markus Tressel, Tourismuspolitischer Sprecher der Grünen im Bundestag kritisierte gestern, dass die Regierung bislang keine Notwendigkeit der persönlichen Unterrichtung, des für die Touristik zuständigen Bundestagsausschusses, gesehen habe. Er forderte, dass Thomas Bareiß, Regierungsbeauftragter und Staatssekretär eiligst im Ausschuss vorstellig werden müsse.

Ausland

Luftbrücke

Die Regierung von Neuseeland hat grünes Licht für die Wiederaufnahme der Rückholflüge nach Deutschland gegeben. Die ersten Flüge, nach einer Unterbrechung der Aktion sollen am morgigen Freitag starten. Die gestrandeten Urlauber sollen von Lufthansa und Air New Zealand transportiert werden.

Gekappte Verbindungen

Litauen hat alle Flug- und Fährverbindungen für den Personenverkehr mit dem Ausland eingestellt.

Kreuzfahrt

US-Präsident Donald Trump hat sich in die Anlandungsprobleme der MS Zaandam und der MS Rotterdam eingeschaltet. Gleich wie groß die Probleme an Land seien, hier seien die Passagiere des Kreuzfahrtschiffs in Not. Wenn die Meldungen stimmen, hat er offenbar Floridas Gouverneur umgestimmt, der die beiden Schiffe abgewiesen hatte.

Abendstimmung in Fort Lauderdale Beach

Luftfahrt

Begründung Gesundheitsrisiko

Gesundheitsminister Jens Spahn untersagt mit sofortiger Wirkung Flugverbindungen zwischen Deutschland und dem Iran. Diese Maßnahme sei angesichts der gesundheitlichen Gefährdung angeraten.

Trouble für Condor?

Wie schon am vergangenen Freitag gemeldet, wackelt die Übernahme des Ferienfliegers Condor durch die polnische PGL-Gruppe, deren Tochtergesellschaft LOT, durch das Grounding ihrer Flotte selber in finanzielle Schwierigkeiten geraten ist. Inzwischen verdichten sich die Gerüchte, dass der Bund entweder die Kredite verlängert oder sogar als Interimseigner auftreten könnte. Zu einer Stellungnahme sind, nach wie vor, weder Bundesregierung und Condor, noch die PGL-Gruppe bereit.

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