DRR News 26.08.20 – Reisewarnung verlängert / Corona-Tests / LH-Group-Tarifstruktur / MV öffnet

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EILMELDUNG: Bundesregierung verlängert Reisewarnung

Wie mehrere Medien mit Bezug auf dpa melden, hat die Bundesregierung beschlossen, die weltweite Reisewarnung für etwa 160 Länder außerhalb der Europäischen Union bis zum 15. September zu verlängern. Focus-Online veröffentlichte zuerst, mit Bezug auf die Deutsche Presseagentur, die dies aus Regierungskreisen erfahren haben will. Damit wird die bestehende Regelung in Sachen Reisewarnung um zwei Wochen verlängert.

BDL und BARIG zum Corona-Test-Streit

Es gibt weitere Stellungnahmen zur geplanten Abschaffung der Corona-Tests an deutschen Flughäfen bei der Einreise aus Risikogebieten und Ländern mit Reisewarnungen des Auswärtigen Amts.

Insbesondere aus der Luftfahrt gibt es argumentativen Gegenwind. Peter Gerber, Präsident des Bundesverbands der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) warnt vor einer solchen Maßnahme. In einer Pressemitteilung des BDL wird er zitiert:

„Für die europäische Tourismuswirtschaft, für die Luftverkehrswirtschaft und für die vielen Menschen, die Verwandte und Freunde besuchen wollen, geschäftliche Termine wahrnehmen müssen oder Urlaub machen wollen, ist das ein bitterer Rückschritt. Damit werden erneut rund 80 Prozent der Flugziele im Luftverkehr mit Deutschland durch pauschale Quarantänebestimmungen blockiert.“

Auch der Verband der in Deutschland tätigen internationalen und deutschen Fluggesellschaften (BARIG) unterstützt den Vorstoß des BDL. BARIG-Generalsekretär Michael Hoppe erklärte:

„Eine pauschale Quarantäneanordnung von mindestens fünf Tagen steht in keinem Verhältnis und stellt die Behörden sogar vor größere Herausforderungen bei der Kontrolle und Umsetzung als bei der derzeitig etablierten Testpflicht. Außerdem braucht es eine differenziertere, stärker regional geprägte Betrachtung und Einordnung von etwaigen Reisebeschränkungen und keine flächendeckenden Pauschalentscheidungen – so können auch die Testkapazitäten gezielter und effektiver eingesetzt werden.“

LH-Group: Mehr Flexibilität und Sicherheit durch Tarifstruktur

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Die LH-Group (Lufthansa, SWISS, Austrian Airlines und Brussels Airlines) teilte gestern mit, ihre Tarifstruktur bis zum Jahresende komplett umstellen zu wollen.

Ab sofort seien sämtliche Tarife mehrfach gebührenfrei umbuchbar – Eine einmalige gebührenfreie Umbuchung ist schon seit Beginn der Corona-Krise möglich. Die Umbuchungsregeln sollen weltweit und auf allen Flügen gelten. Mehrkosten könnten für den Kunden nur dann entstehen, wenn beispielsweise bei einer Umbuchung auf ein anderes Datum oder zu einem anderen Reiseziel die ursprüngliche Buchungsklasse nicht mehr verfügbar ist.

Das „Rückflugversprechen“ auf allen europäischen Strecken sowie zusammen mit AXA Partners eine Reiseversicherung zum Schutz im Reiseland sollen erhalten bleiben.

Mecklenburg-Vorpommern öffnet

Die Landesregierung hat gestern in Schwerin beschlossen, ab 3. September auch den Besuch von Tagesgästen in Mecklenburg-Vorpommern wieder zuzulassen. Ministerpräsidentin Manuela Schwesig schrieb vor der entscheidenden Sitzung auf Twitter:

#MV hat nach wie vor die niedrigsten Infektionszahlen, als Tourismusland Nr. 1 haben wir eine sichere Hochsaison gemeistert, Kitas & Schulen sind seit über drei Wochen im sicheren Regelbetrieb ab 4.9. können wir auch weitere Reisen nach #MV ermöglichen.“

MV öffnet für Tagesbesucher

Scheuer gegen DB-Reservierungspflicht

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer hat sich gegen eine Reservierungspflicht auf den Fernstrecken der Deutschen Bahn ausgesprochen. Eine solche Maßnahme schränke die Reiseflexibilität der Kunden ein. Er antwortete damit auf die Forderung von Verbraucherschützern und der Gewerkschaft der Lokomotivführer (GDL).

Keine Reservierungspflicht auf Fernstrtecken

UNO: Weltweite soziale Folgen des Tourismuseinbruchs

Die Vereinten Nationen haben vor den sozialen Folgen des weltweiten Tourismuseinbruchs gewarnt. Insbesondere die Entwicklungsländer seien davon hart getroffen. Dort mache der Tourismus einen Gesamtwirtschaftsfaktor von teilweise bis zu 30 Prozent aus. UNO-Generalsekretär Antonio Gutierrez nannte Zahlen: 120 Millionen Arbeitsplätze seien gefährdet. Der weltweite Einnahmeverlust läge in einer Größenordnung zwischen 900 Milliarden und 1,2 Billionen US-Dollar.

Cunard stoppt Betrieb bis Frühjahr 2021

Angesichts der aktuellen Empfehlungen des Auswärtigen Amtes und des Außenministeriums des Vereinigten Königreichs (UK Foreign and Commonwealth Office) sowie der großen Komplexität, die der weltweite Kreuzfahrtbetrieb während der Covid-19 Pandemie mit sich bringt verlängert die Reederei Cunard ihre Betriebspause über November 2020 hinaus. Cunard teilt mit, die „Queen Elizabeth“ solle bis einschließlich 25. März 2021 stillgelegt werden. Für die „Queen Mary 2“ seien alle Reisen bis einschließlich 18. April 2021 ausgesetzt und die „Queen Victoria“ werde ihre Fahrt erst nach dem 16. Mai 2021 wiederaufnehmen. Cunard Präsident Simon Palethorpe wird in der Pressemitteilung zitiert:

„Nach sehr sorgfältiger Abwägung und Überprüfung der neuesten Richtlinien erachten wir es einfach nicht für sinnvoll, den Kreuzfahrtbetrieb mit unserem aktuell geplanten Fahrplan wiederaufzunehmen, sodass wir uns dazu entschieden haben, die Betriebspause zu verlängern und die zukünftigen Fahrpläne zu überarbeiten.“

Cunard-Flotte vor Weymouth – Foto: Cunard Cruises

Norwegen: Bald wieder Quarantäne?

Die norwegischen Gesundheitsbehörden warnen vor dem weiteren Corona-Infektionsanstieg in den europäischen Nachbarländern. Eine Entscheidung über die Wiedereinführung einer Quarantänepflicht für Einreisende aus Deutschland und Liechtenstein könnte noch heute kommen.

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