Panorama01

DRR63 Europas berühmtestes Geheimnis – Algarve

facebookgoogle_pluspinterestlinkedinmail
facebooktwittergoogle_pluspinterestlinkedinrsstumblr

Man soll es finden können im äußersten Südwesten unseres Kontinents. Das Deutsche Reiseradio hatte die Chance zumindest einen kurzen Blick auf das berühmte Geheimnis zu werfen. Deshalb war es gut, dass ich schon vorher einige Male dort war: Algarve heißt das Zauberwort. Im Gespräch mit Martina Kerk vom Algarve Tourismus Büro in Faro versuchen wir hinter dieses Geheimis zu kommen.

Die Wiederentdeckung eines traditionellen Ziels

Felsenküste bei Albufeira

Felsenküste bei Albufeira

Dank der geplanten Verschiebung unserer Urlaubsziele in Richtung Westen sind Ziele wie die Algarve wieder stärker in den Blickpunkt gerückt. Das Geschäft soll dort im Sommer 2017 wieder verstärkt werden. Eigentlich logisch, die Reisemultis wollen ja schließlich im Geschäft bleiben. Die mangelnde Türkeinachfrage hat den Veranstaltern im Sommer 2016 das Geschäft verhagelt und noch eine Saison mit der Konzentration auf Mallorca und die Kanaren kann man durchziehen. Zu sehr hat zum Beispiel die Baleareninsel unter dem Zustrom gelitten. Voll fanden auch die Mallorquiner gut, aber die Ressourcen wurden an den Rand des Verkraftbaren gefahren. Leere Stauseen, weil die Touristen duschten während das Gemüse auf der Insel vertrocknete Schlussfolgerung: Es werden die Ziele wieder stärker beworben, die nach einigen Boomjahren wieder in die zweite Reihe treten mussten.

Algarve-MorgenstimmungDie Algarve gehört auch dazu. Das darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass auch dort in den guten Jahren so manche Sünde an die Küste betoniert wurde. Gerade deshalb muss man über neue potentielle Sündenfälle reden. 1980 sagte mir ein portugiesischer Touristiker: Die Fehler der Spanier werden wir nie machen und also geschah das Gegenteil. Die Küstenlinie zwischen Vilamoura und Lagos hat das damals zu spüren bekommen. Glücklicherweise blieb noch einiges an Landschaft übrig. Aber was ist mit dem Sündenfall der Vergangenheit? Auch hier gab es Antworten von Martina Kerk. Die konzentrierte Fassung zum Nachhören:

Die richtige Auswahl

FlaggePartyzone Albufeira? Wer gern feiert, bitte schön! – Soll es ruhig und idyllisch zugehen? Dann lieber Richtung Ostalgarve und die Steilküste nur mal per Tagesausflug besuchen. – Aktivurlaub für Wanderer und Radler? Vorhanden! – Relaxurlaub an einsamen Stränden? Geht sogar in der Hauptsaison! – Herausforderung für Surfer? Läuft! – Wellness und Kulinarik? Geht! – Kultur und Geschichte? Ebenfalls erlebbar! Darüber berichten wir in der nächsten DRR-Ausgabe. Man merke: Auf die eigenen Bedürfnisse und die damit verbundene richtige Auswahl kommt es an. Das übrigens nicht nur im Süden Portugals.

Thomas-Cook-Signaturealgarve-logoInformation:

 

 

Fotos: Rüdiger Edelmann, ttb-media TON-TEXT-BILD

Dieser Bericht entstand mit Unterstützung von Thomas Cook und Turismo do Algarve

frametraxx_banner_2

 

 

TITEL-PK

DRR62 In den Startlöchern: Der Sommer 2017 bei Thomas Cook

facebookgoogle_pluspinterestlinkedinmail
facebooktwittergoogle_pluspinterestlinkedinrsstumblr

Auch wenn es noch keine offiziellen Zahlen gibt, steht fest, dass das krisengeschüttelte Urlaubsjahr 2016 die Reisekonzerne Geld gekostet hat. Zudem war Krisenmanagement gefragt und die „Umroutung“ von Urlaubern in andere Zielgebiete. Kein leichtes Unterfangen, das sich auch auf die Bilanzen niedergeschlagen hat. Umso gespannter durfte man sein, wie sich die Reiseindustrie auf die mögliche Fortsetzung der Buchungsflauten in Richtung Türkei, Ägypten und Nordafrika eingestellt hat. Welche Akzente werden gesetzt für den Reisesommer 2017? Welche Zielgebiete und welche Innovationen warten auf den Kunden im nächsten Jahr?

Stefanie-BerkWir haben mit Stefanie Berk, Mitglied der Geschäftsführung der Thomas Cook GmbH und Vorsitzende der Geschäftsführung der Thomas Cook Touristik GmbH, während der Vorstellung der Sommerkataloge in Vilamoura an der Algarve in Portugal gesprochen. Vom Krisenmanagement über die Qualitätssicherung bis zu Sommerzielen und Preisen gab sie uns Auskunft.

 

Krisenmanagement

Die Veranstalter, so auch Thomas Cook und Neckermann, waren gefordert im Jahr 2016. Trotzdem ist man, durch clevere Planung, mit einem blauen Auge davon gekommen. Ein Minus wird wohl trotzdem unterm Strich übrig bleiben.

Qualitätsmanagement

TC-PK-Berk-BrandesEinhaltung von Service- und Unterkunftsqualität sind das A und O der Branche. Im Hause Thomas Cook hat man das mit dem neuen 24 Stunden-Beschwerdeservice als Pilotprojekt wohl erfolgreich umgesetzt und deshalb beschlossen, das „Service-Versprechen“ künftig flächendeckend auf alle Hotels der Edelmarke „Signature“ anzuwenden. Das Veranstalter-Versprechen im Klartext: „Wir lösen Kundenbeschwerden durch die örtliche Reiseleitung innerhalb von 24 Stunden“. Ein ehrgeiziges Unterfangen, das dem anspruchsvollen Gast entgegenkommen dürfte.

Sommer-Ziele

Natürlich hält man bei Neckermann und Thomas Cook am Produkt Türkei fest. Parallel wurde aber ein Ergänzungsprogramm gebastelt, das sich eindeutig in Richtung westliches Mittelmeer orientiert. „Alte“ traditionelle Ziele werden reaktiviert und mit höheren Kapazitäten angeboten. So kommen plötzlich die italienische Adria, Kroatien, Bulgarien und auch die portugiesische Algarve wieder zu Ehren und erhalten Werbebedeutung. – So wird es  im Sommer 2017 ein verstärktes Flugangebot nach Rimini an der Adria geben. Man setzt dabei auf sechs wöchentliche Verbindungen mit „Air Berlin“. In Kroatien wird es jeweils ein neues „Sentido“- und ein „Smartline“-Hotel sowie weitere Flugpauschalreisen mit Ziel Dubrovnik geben. In Bulgarien warten neue preisgünstige Konzepthotels, die Flugangebote nach Griechenland und Zypern sollen ausgebaut werden.

SizilienNeu im Angebot wird der Süden Siziliens sein. Mit einer Charterkette der „Condor“ bedient man jeweils am Dienstag von Düsseldorf und Frankfurt aus u.a. ein neues „Sentido“-Hotel in Marina di Ragusa. Angeflogen wird dabei der ehemalige Militärflughafen in Comiso, der nur 20 Minuten Fahrzeit von den Hotels entfernt liegt.

Portugal-Porto-Santo

Für den Massentourismus will man auch eine schöne und (noch) stille Insel im Windschatten von Madeira erschließen. 8 Hotels auf der kleinen Strandinsel Porto Santo im Atlantik sollen die Urlauber anlocken. Musste man dorthin bisher umständlich über Madeira, mit anschließender Fährüberfahrt, anreisen, so erledigt das im nächsten Sommer die „Condor“ mit Nonstop-Flügen.

Neue eigene Hotels

Casa-Cook-2017Die immer besser angenommenen Konzepthotels werden zahlenmäßig ausgebaut. Voran die Marke „Sentido“, mit neuen Anlagen in Sizilien, Kroatien, Bulgarien und in der Türkei. Ein neues „Sunprime“-Hotel wartet in Spanien. Das jüngste Kind, die Lifestyle-Marke „Casa Cook“ wartet nach dem erfolgreichen Start auf Rhodos im nächsten Sommer mit einer Neueröffnung auf der Insel Kos auf. Stolz ist man auf alle 6 Marken, die bei Holidaycheck immerhin eine Weiterempfehlungsrate von rund 90 Prozent erreicht haben. Immerhin warten im nächsten Jahr 181 Thomas Cook Hotels in 16 Ländern auf Gäste.

Preise

in finanzieller Hinsicht bietet sich ein eher uneinheitliches Bild. Zu verdanken hat man das dem Krisensommer 2016. Die Faustregel heißt ganz schlicht: Das, was im letzten Sommer gut lief, wird teurer. Die Sorgenkinder der Branche sollen mit Preisnachlässen wieder mehr Kundschaft anlocken. Mallorca, Bulgarien und Griechenland werden rund 4% teurer, die Kanarischen Inseln werden wohl bis zu 7% im Preis steigen. Dafür sinken die Buchungskosten in der Türkei um 8%. Auf der Fernstrecke wird hauptsächlich Kuba (+6%) teurer. Bis Ende März soll es zudem Frühbucherpreise geben, die punktuell bis zu 40% Nachlass gewähren sollen.

Neckermann-Reisen_LogoThomas-Cook-SignatureInformation:

 

 

„Westwärts mit dem Wind“ – DRR-Kommentar                                                                              von Rüdiger Edelmann

reLee Marvin und Clint Eastwood zogen im gleichnamigen Western-Musical einst „Westwärts mit dem Wind“. Die Reisemultis werden es in der nächsten Saison ebenso machen. Es gibt aber mehrere Unterschiede. Die Westernhelden zogen ins Ungewisse, unsere Reiseunternehmen ziehen eher auf die vermeintlich sicherere Seite. Befürchtet man doch insgeheim, dass das Wunden lecken in der Türkei noch nicht beendet sein wird. Dem will man vorbeugen.

Die alten, neuen Ziele freut es, standen sie doch in den letzten Jahren eher im Schatten. Da wird wohl in den nächsten Monaten am Teutonengrill in Rimini, an der Algarve, in Kroatien oder in Bulgarien der eine oder andere Investitionsstau in Angriff genommen werden. Was der Türken Leid ist wird so schnell zur Hoffnungsperspektive von Italienern, Portugiesen oder Bulgaren. Wie aber wird es perspektivisch wirklich weitergehen?

Ist der Trend gen Westen, aus der Not geboren, nur ein Strohfeuer? – Man weiß es nicht, aber nach den herben Verlusten in diesem Jahr will man auf Nummer sicher gehen. Klar braucht man Alternativen zu Balearen und Kanaren, denn noch einen Ansturm dieser Größenordnung wird zum Beispiel Mallorca nicht mehr vertragen. Schon in diesem Jahr leerten sich die Stauseen und damit der Wasservorrat der Insel weit über das Verkraftbare. Tomatenfelder vertrockneten, weil die Touris duschten. Diese Perspektive kann sich niemand wünschen, denn sie gefährdet den sozialen Frieden in den Urlaubsgebieten.

Gleichzeitig stürmt man kleine unscheinbare Inselchen wie Porto Santo. Elf Kilometer Länge, 6 Kilometer Breite und 42 Quadratkilometer Größe werden auf geschätzte 2 Millionen zusätzliche Urlauber treffen. Ja, der Tourismus ist einer der Hauptwirtschaftsfaktoren von Porto Santo, was aber wird bleiben, wenn die Karawane irgendwann weiterzieht? Ob westwärts oder ostwärts spielt dann keine Rolle mehr. Den Hoffenden wird es nichts nutzen, wenn sie investiert haben und die Veranstalter das nächste Ziel (zurück-)erobern, weil der Wind wieder einmal gedreht hat.

Fotos: Rüdiger Edelmann, ttb-media TON-TEXT-BILD & Thomas Cook AG

 

frametraxx_banner_2

bad-woerishofen--alpenpanorama

DRR61 Der „Mao“ von Wörishofen – Kneipp-Spurensuche

facebookgoogle_pluspinterestlinkedinmail
facebooktwittergoogle_pluspinterestlinkedinrsstumblr

Die Ausgabe Nummer 61 mit Hintergrundinfos zu sehr gesundem Kuren mit kaltem und warmem Wasser. Am Anfang aber stand die Ordnungslehre, denn nur Körper mit einer geordneten Seele können geheilt werden, sagte einst Pfarrer Sebastian Kneipp in seiner Wahlheimat dem Kurbad Wörishofen. Wir waren in Bad Wörishofen auf einer ganz besonderen Spurensuche.

Kneippsche Spuren zum Anhören:

Kneipp gestern und heute

Wassertherapie

Wassertherapie

Da spricht der Pfarrer Kneipp im späteren 19. Jahrhundert schon von Nervosität als der Krankheit unserer Zeit. Und liefert simple einfache Methoden zur Genesung von Geist und Körper. Zusammen mit seinem strengen katholischen Glauben, mag das auf den ersten Blick nicht so recht in die heutige Zeit passen. Geht das nur mit Wasser, wie man das gerne unterstellt? Braucht man die Zurückgezogenheit eines Hotels mit klösterlicher Stimmung, wenngleich der Standard in den letzten Jahren gewachsen ist?

Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, man gewöhnt sich dran und man lernt damit umzugehen. Positiv wird aber jeder Gast die besondere Herzlichkeit spüren, mit der man den Gästen entgegenkommt. Wenn man näher hinschaut und nachfragt wird man im Übrigen auch feststellen, dass Pfarrer Sebastian Kneipp ein Mann war, der mitten im Leben stand und auch offen warfür den Genuss. So offen, dass es Kneipp heute sicher nicht ganz einfach hätte, würde er zu einer Kur kommen. Dort würde ihm sofort das Heilfasten verordnet, genauso wie Akupunkturnadeln gegen die Zigarrensucht. So gesehen hat sich schon etwas verändert.

Die fünf Elemente

Bad Wörishofen: Kurpark im Herbst

Bad Wörishofen: Kurpark im Herbst

Gesund leben mit der Natur“ basiert heute wie zum Ende des 19. Jahrhunderts auf den fünf Elementen „Wasser, Bewegung, Ernährung, Kräuter & Innere Ordnung“. Wenn eben jene innere Ordnung angeschoben ist, bleiben die Anwendungen und die haben mit dem Element zu tun auf das die Kneippsche Lehre gerne reduziert wird. Bei 120 verschiedenen Wasser-Behandlungen verwundert es nicht, dass gleich ob in Kneippianum, Sebastianeum oder Kurpark die Tretbecken allgegenwärtig sind. Im 163.000 Quadratmeter großen Kurpark befinden sich gleich mehrere Anlagen. Ganz traditionell angelegt oder auch im Rahmen des Barfussparks mitten in einem kleinen Fluss.

Kneippsche Initiativen

Viele entstanden eher unfreiwillig. Kneipp behandelte die vielen Hilfesuchenden im Kloster, das gefiel den Schwestern nicht. Er behandelte sie zu unterschiedlichen Tarifen. Arme bekamen die Therapie sogar kostenfrei. Das wiederum führte zu wütenden Protesten von Ärzten und Apothekern. Also baute Sebastian Kneipp ein Kurhaus und ergänzte es um weitere Gebäude. Das Geld dafür erwirtschaftete er aus den Sprechstunden, seinen Büchern und einem genialen Selbstmarketing für die damalige Zeit. Schon zu Lebzeiten verkaufte Kneipp, seine Namensrechte an einen Apotheker. Das brachte ihm ordentliche Lizenzen ein. Wer sich also darüber beschwert, die Kneippschen Produkte, die heute in den Supermärkten und Großdrogerien stehen, hätten nichts mit dem frommen Pfarrer zu tun irrt. Beschweren müsste er sich bei Kneipp höchstpersönlich.

Sozialer Sprengstoff

Kneipp erklärte, alle Menschen seien gleich. In seiner rabiaten Therapie ließ er deshalb den Erzherzog Josef von Österreich-Ungarn Holz hacken. Die Arbeit konnte er sich mit einem Metzger teilen. Das wurde in Zeiten des anerkannten Standesdünkel nicht geschätzt und brachte ihm keine Freunde.

Der Mao von Bad Wörishofen

bad-woerishofen-tretbecken im flussEin faszinierender Mensch war dieser Pfarrer Sebastian Kneipp. Bad Wörishofen hat ihm viel zu verdanken. Aus einem Bauerndorf wurde ein prominenter Kurort, der heute jedes Jahr über 700 Tausend Übernachtungen zählt. – Zugegeben, das Image der Kneippschen Kuren sorgt dafür, dass über 80 Prozent der Gäste das 70. Lebensjahr überschritten haben und Rollatoren tagsüber das Stadtbild prägen. Doch man bemüht sich inzwischen mit neuen Angeboten und einer großen Therme auch Jüngere in die Stadt zu holen. Alt hin – Alt her, Kneipp ist die prägende Persönlichkeit der Stadt geblieben. So prägend, dass eine Schweizer Zeitung einst witzelte, Wörishofen sei wie China, überall stünde ein „Mao“ herum. Kein Wunder, sagen die Wörishofener heute. Kneipp hat aus einem kleinen unbedeutenden Bauerndorf ein weltweit bekanntes Kurbad gemacht.

BW-Logo-4cInformation:

 

 

Fotos: Rüdiger Edelmann, ttb-media TON-TEXT-BILD & Kneipp-Original Bad Wörishofen

 

frametraxx_banner_2

 

Brücke-Strandkörbe

DRR60 Alles klar mit Usedom?

facebookgoogle_pluspinterestlinkedinmail
facebooktwittergoogle_pluspinterestlinkedinrsstumblr

Diesmal sind wir etwas später dran. Der Grund wird  zum Thema. Deutschlands östlichste Insel war uns einen Besuch wert. Einfach ein paar Tage ausspannen, das Herbstwetter, das eigentlich  in den Sommer gehörte tat sein Übriges. Ein Rundum Sorglos Paket sollte es werden. Gebucht im August. Und dann gab es eineinhalb Wochen vor der Abreise die Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern. Dann folgten Fragen, die wir zu beantworten versuchen.

Hier geht es zum kompletten Usedom-Report:

Usedom-FORUMHatte sich Deutschland schon an gute AFD-Wahlergebnisse in anderen Regionen gewöhnen müssen, so erreichte in MV die politische Stimmung ihren Tiefpunkt. Zweitstärkste Fraktion mit 20,8 Prozent der Stimmen, CDU abgehängt. Alle Parteien verlieren um die 5 Prozent. Blieb nur das Trostpflaster, dass es die NPD nicht auch noch in den Landtag geschafft hatte. Was die Wahlergebnisse unseres Reiseziels, der Insel Usedom, betraf war das aber noch harmlos. Im dortigen Wahlkreis wurde die AFD stärkste Partei und das Direktmandat ging ebenfalls an den Kandidaten der AFD. – Tagsdrauf schwirrte schon die Frage durch die Luft, ob man denn nun auf der „braunen“ Insel mit gutem Gewissen Urlaub machen könne. – Wir erwischten uns selber beim Zweifel, gefahren sind wir, wie Viele, dann doch, da man den kompletten Reisepreis für die Ferienwohnung schon bezahlt hat. Usedom im Herbst 2016 mit Antworten auf unsere Fragen von UTG-Chefin Dörte Hausmann.

Die Saison 2016 lief gut

Ahlbeck - BrückeJa, die Insel ist schön. Die Urlaubsinfrastruktur stimmt. Das Meer ist klasse. Das im Achterland findbare Naturparadies einmalig. Usedom hat zudem in diesem Jahr vom noch stärker gewordenen Trend zum Urlaub im eigenen Land profitiert. Heile Welt für glückliche Urlauber? Selten habe ich so viele aktive Menschen gesehen: beim Strandlauf, beim Wandern und auf dem Fahrrad. Die Hotels sind voll, die Promenaden und Seebrücken gut besucht und die Restaurants bevölkert. Selbst die vielen Strandkörbe wurden dank des guten Wetters eifrig genutzt. Nun muss der Urlauber im Jahr 16 auf Usedom auch tiefer in die Tasche greifen. Klar die Nachfrage bestimmt den Preis. Aber an manchen Stellen ist es dann doch recht happig. Kleine Hotels, die vor zwei Jahren in der Hochsaison 90 Euro fürs Doppelzimmer verlangten, rufen in diesem Jahr in der Nachsaison 150 Euro für die gleiche Leistung auf. Lassen wir‘s gut sein. In Spanien haben sich die Hoteliers den Sommerboom dieses Jahr auch vergolden lassen. Die Gesetze des Markts funktionieren. Die Gäste sind fröhlich.

Braun nicht nur im Strandkorb?

Protest-KinderstationDie Sonne scheint und man wird schön braun. – Im Strandkorb holt uns das Wahlergebnis wieder ein. Die Welt scheint doch schön und in Ordnung und die 35 Flüchtlinge im Wahlkreis können nicht schuld sein an den 32 Prozent AFD. Sind sie auch nicht, sagt Dörte Hausmann. Die Menschen in Vorpommern und insbesondere auf Usedom fühlen sich abgehängt. Da war die Schließung des Amtsgerichts, die Schließung der Kinderstation im Krankenhaus in Wolgast. Dagegen protestierten rund zwei Drittel der Usedomer Bevölkerung vergeblich. Da ist die hinterher hinkende Infrastruktur. Schnelles Internet über weite Strecken Fehlanzeige. Das veranlasste unter anderem sogar die Tourismusgesellschaft zum Umzug. Netzoffensive auf Usedom? Fehlanzeige. Lokale Probleme, lokaler Protest. Erklärt das die Wahlergebnisse? Im Usedomer Wahlkreis kam die AFD auf über 32 Prozent der Stimmen, die NPD auf 5,6 Prozent und das Direktmandat ging mit 35 Prozent ebenfalls an den Kandidaten der AFD.

Die Insel und die Politik zum Nachhören:

Auch in der Geschichte des Usedom-Tourismus gibt’s seltsame Flecken. Viele der prachtvollen Villen der Kaiserbäder gehörten einst jüdischen Geschäftsleuten. Aber „Berlins Badewanne“ war auch damals sehr mit vorauseilendem Gehorsam beschäftigt, als bereits 1937 die Seebäder Bansin und Ahlbeck in die Reichshauptstadt meldeten, sie seien inzwischen judenfrei. Mag sein, dass das Alles Zufall ist, aber ins Bild passt die Historie schon. Wir glauben vielen aufrechten Menschen und Touristikern auf der Insel, dass sie nicht ins gleiche politische Horn stoßen.

Peenemünde-V2Manch Schreckgespenst löst sich auch in Marginalien auf. Das Wahlergebnis von Peenemünde zum Beispiel. Hier witterten Eifrige bei rund 47% AFD plus 5 Prozent NPD eine breite rechte Front. Bei 260 Einwohnern und einer Wahlbeteiligung von 50 Prozent relativieren sich 47% AFD- und 5% NPD-Stimmen. Über das dortige Wahlergebnis ist man unter den Touristikern trotzdem erschrocken. Entspricht es doch nicht den sonstigen weltoffenen Initiativen des Örtchens zur Aufarbeitung der Nazi-Vergangenheit in vielen internationalen Workshops. Nichts desto trotz. Die Zahlen stehen im Raum und das Image ist lädiert. – Dass es auch anders geht hat Patrick Dahlemann, der der Direktkandidat der SPD im unmittelbar benachbarten Wahlkreis Vorpommern-Greifswald IV, bewiesen. Sein Credo, „Du musst den Leuten zuhören und Dich für sie einsetzen“, brachte ihm nicht nur das Mandat, sondern auch 31 Prozent der Stimmen. Doch Alles nur Protest? – Fast möchte man’s glauben.

Perspektiven und Probleme

Warthe-Lieper WinkelDie Welt dreht sich weiter. Die Tourismuswelt von Usedom wird sich weiter drehen müssen, denn die Wirtschaft und die Jobs der Insel hängen an ihrem Tropf. 85 Prozent aller Beschäftigten haben direkt oder indirekt mit dem Tourismus zu tun. Dessen Entwicklung ist auch nicht immer problemfrei. Wer zur Hochsaison die Insel wahlweise erreichen oder auch verlassen will, muss an Wochenende eineinhalb Stunden für eine Strecke rechnen, die sich normalerweise in 30 Minuten erledigen lässt. Der Verkehrsinfarkt droht. – Am Strand stapeln sich die Menschen, im Achterland kommt der wirtschaftliche Aufschwung kaum noch an. Naturschützer werden sagen: Gut so. Der Gastwirt oder Pensionsbesitzer im äußersten „Lieper Winkel“ wird es vermutlich anders einschätzen. Tourismus hat immer auch eine Verantwortung in Sachen Sozialstruktur und Umwelt.

Hier unternimmt die UTG allerdings sehr viel, um Usedom auch während des Winters als attraktiv und besuchenswert zu präsentieren.Die Erfolgsbilanz kann sich sehen lassen. Immerhin macht die Nebensaison inzwischen ein Drittel des Gesamtumsatzes aus. Abseits der großen Ströme kommt dann gerade das Achterland, also die Landschaft hinter den Seebädern zur Geltung und das ist gut so.

Rankwitz

Usedom. Eine Trauminsel – aktuell leider mit einem gehörigen Imageproblem. Man möchte der Insel wünschen, dass sie die Kurve kriegt, denn sie ist wunderschön. Und man möchte hoffen, dass die Wahl nur reiner Protest, jenseits von rechter Gesinnung, war. Die neue Landesregierung hat das, zumindest teilweise, in der Hand. Tourismus und Politik. Ein Thema, das uns gerade in diesem Jahr heftig einholt. Hier gilt es auch für Veranstalter und Touristiker eine Menge aufzuarbeiten. Klare und ehrliche Bekenntnisse aus der Branche sind gefordert. Wer das versäumt, hat‘s nicht besser verdient.

logo_usedomInformation:

 

 

 

Fotos: Petra Hartmann & Rüdiger Edelmann, ttb-media TON-TEXT-BILD

frametraxx_banner_2

 

 

 

Demnächst folgt hier der selbstgedrehte Usedomfilm des Deutschen Reiseradios!

Waelderhaus-Panorama

DRR59 „Alles Wald“ – Das Wälderhaus in Hamburg, Hotel und mehr

facebookgoogle_pluspinterestlinkedinmail
facebooktwittergoogle_pluspinterestlinkedinrsstumblr

Es gibt Dinge, die erschließen sich erst nach Jahren der Existenz. Der Grund dafür ist ganz simpel: Was man nicht kennt, kann einen nicht faszinieren. So erging es mir auch mit einem Hotel- und Naturprojekt. Eröffnet bereits 2012, stach es uns erst vor drei Monaten ins Auge. Da hielten wir es, auf den ersten flüchtigen Blick, für ein neues Hotel, irgendwo in Tirol oder dem Bregenzer Wald. Der zweite Blick belehrte eines Anderen. Das „Wälderhaus“ ist in Hamburg zuhause. Und es ist weit mehr als ein Hotel.

Hier geht es zur kompletten Reiseradio-Show:

Einfach mal machen

Waelderhaus-DetailDer eingefleischte Hamburger mag ebenfalls noch nie vom WÄLDERHAUS gehört haben. Das mag daran liegen, dass er sich weigert die Elbe nach Süden zu überqueren, bzw. Stadtteilen wie Harburg oder gar Wilhelmsburg, die Zugehörigkeit zu verweigern. So steht das Haus jetzt im Wilhelmsburger Inselpark und transportiert ganz unterschiedliche Ansprüche und Botschaften. Das beginnt mit dem Hauseigentümer. Bauherr ist die Umweltorganisation „Schutzgemeinschaft Deutscher Wald“, die ursprünglich ganz Anderes und an anderer Stelle vor hatte. Daraus wurde nix, dann kam die Internationale Architekturausstellung und das neue Projekt entstand. Allerdings mit der Verpflichtung neben dem „Science-Center, Tagungsräumen und einem kleinen Bistro jetzt ein ganzes Hotel zu bauen.

Der Ehrgeiz war geweckt. Prinzip: wenn nachhaltig bauen, dann richtig. Normen sollten unterboten werden. Das Hotel sollte energetischen „Passivhaus-Standard“ erreichen. Es sollte komplett aus Holz genbaut werden. Nicht alle Träume gingen in Erfüllung, trotzdem kostete das Projekt am Ende 17 Millionen Euro. – Immerhin, man fand mit der „Raphael-Group“ eine heimische Hotel-Company, die einstieg und jetzt das Hotel betreut. So kam Eins zum Anderen und 2012 wurde eröffnet. Die ganze Geschichte gibt es in dieser Ausgabe des Reiseradios.

Das Hotel

Raphael-Hotel-WaelderhausDer erste Besuch ist für die Meisten – trotz Vorwarnung – überraschend. Eigentlich ist klar, das Hotel ist eine komplette Holzkonstruktion. Das wird einem im völlig holzverkleideten Flur klar und spätestens beim Betreten der Zimmer ist deutlich. Holz spielt im Wälderhaus die zentrale Rolle. Holz an der Wand, Holz an der Decke, Möbel aus Holz. Jedes Zimmer trägt, neben seiner Nummer, den Namen eines Baums und einen entsprechenden Ast findet man innen natürlich völlig folgerichtig. Es riecht nach Holz. Man könnte auch sagen: Es riecht gemütlich. Es ist entspannend und gesund. Und all diese Attribute soll der Aufenthalt ja auch erfüllen.

Das „Science-Center-Wald“

ScienceCenterWaldDas ist das Herzstück des Hauses für die „Schutzgemeinschaft Deutscher Wald“. Was sehr wissenschaftlich klingt, vermittelt die komplizierten Zusammenhänge des Ökosystems Wald ganz einfach und deshalb so einleuchtend. Auch als Erwachsener kann man viel lernen, sagt Jan Muntendorf von der SDW und lädt mich zu einer Tour ein.

Live on Tape: Der akustische Gang durchs Science-Center:

Das Tagungszentrum

Im Wälderhaus gibt es auch Tagungsräume. Hier finden regelmäßig Konferenzen und Meetings statt. Alle Mitsrteiter sind aber überglücklich, wenn sich Manager mit Reisegruppen und Schulklassen gemeinsam in der Lobby treffen. Was irritieren mag, funktioniert und so mancher „Businessfreak“ hat sich nach der Konferenz auch noch das Ökosystem „Wald“ erklären lassen. Die Schutzgemeinschaft findet das klasse!

Restaurant „Wilhelms“

Waelderhaus-kleinDas Hamburger Wälderhaus ist ziemlich einzigartig. Es macht Spaß hier zu lernen, zu tagen, zu wohnen und auch zu essen. Das Restaurant „Wilhelms“ serviert nicht nur ein köstliches Frühstücksbüffet, sondern liefert ganztägig, Kaffee und Kuchen genauso wie Fisch- und Fleischspezialitäten, Salate und auch vegane Gerichte. Mein „Hamburger Pannfisch mit Senfsosse und Bratkartoffeln“ ist jedenfalls extrem lecker. Und Alle, die mit am Tisch saßen, waren voll des Lobes.

Facts und Feeling

Man nimmt viel mit, beim Besuch oder Aufenthalt im Wälderhaus.Da lassen muss man für die Übernachtung pro Zimmer ab 89 Euro aufwärts. Dafür übernachtet man gesund, schläft gut, ist in der Stadt und trotzdem in der Natur. Am „sozialen Brennpunkt Wilhelmsburg“ will die Stadt Hamburg arbeiten. Neue Wohnungsbauprojekte sollen den Stadtteil in den nächsten Jahren aufwerten. Eine Bundesstraße soll verschwinden und auf dieser versiegelten Fläche die neuen Häuser gebaut werden. Ein ehrgeiziges Projekt, dem man Glück wünschen möchte.

Information:

logo-raphael-hotelsWaelderhaus-Logosdw

 

 

 

Fotos: (c) Rüdiger Edelmann, ttb-media TON-TEXT-BILD & Raphael-Hotels

frametraxx_banner_2

AZ-Panorama

DRR58 Northern Arizona – Route 66, Grand Canyon und mehr

facebookgoogle_pluspinterestlinkedinmail
facebooktwittergoogle_pluspinterestlinkedinrsstumblr

Tagestemperaturen von 40 Grad und mehr gehören in Arizona, im Südwesten der USA, zur Tagesordnung. Außer man verlässt die Metropolregion um Phoenix, Scottsdale oder auch Tucson und fährt gen Norden. Dort sinken dann die Temperaturen, aber nur, weil das Gelände ansteigt und Höhen von 2000 Metern durchaus normal sind.  Deshalb gilt für die Sommermonate: Arizona  nur im Norden! Da ist es tagsüber mit 30 Grad immer noch warm genug.

Die komplette Reiseradioshow gibt’s hier:

Wer dort hinreist, wird an einer Stadt nicht vorbeikommen, denn sie liegt verkehrsgünstig an der Kreuzung von zwei großen Interstates. Und sie war auch schon in früheren Zeiten so etwas wie ein Verkehrsknotenpunkt. Flagstaff ist der ideale Ausgangspunkt für Ausflüge in die nähere und weitere Umgebung, Historic Route 66, Grand Canyon oder auch Lake Powell inklusive.

Amerikas „Mother-Road“ – Route 66

Route66Sie war die erste durchgehende Straßenverbindung zwischen Chicago und Los Angeles. Allerdings darf man sich die „66“ nicht als Autobahn vorstellen. Sie bestand aus aneinander gereihten Betonplatten und ging von Ort zu Ort. Mehr als 200 Meilen pro Tag waren in den Zeiten der Inbetriebnahme nicht drin. Davon profitierten die Städte, insbesondere im Südwesten. Die Leute brauchten Tankstellen, Werkstätten, Läden und natürlich auch Übernachtungen. Die Orte entlang der Route 66 boomten, bis irgendwann die Interstates gebaut wurden und viele Städte in die Krise stürzten. – Ein paar Kilometer historische Route 66 gibt es auch rund um Flagstaff. Innerhalb der Stadt fährt man an vielen sehr alten, traditionellen Motels vorbei.

MuseumClub-FlagstaffEin Magnet an der „66“ von Flagstaff war der „Museum Club“, eine Mischung aus Tanzlokal, Restaurant, Bar und Nightclub. Der Laden hat sich bis heute gehalten und wir haben ihn natürlich besucht. – Insbesondere wenn man weiter nach Westen fährt, in Richtung Williams, findet man noch alte, teilweise ungeteerte Straßenabschnitte mit all der Nostalgie, die man von der 66 erwartet. Holzhäuser, alte runter gekommene Tankstellen und ein paar Diners. Es ist gewissermaßen die Zeitmaschine zurück in die 1920er Jahre.

Route 66 & Museum Club:

 

Back on Tracks – „The Train“ bringt Dich zum Grand Canyon

GrandCanyon RailwaysNoch mehr Nostalgie erwartet uns in Williams. Dort stehen das Depot und der Bahnhof der Grand Canyon Railway. 1901 eingeweiht, brachte sie Besucher und Touristen zum „South Rim“, dem südlichen Rand des Canyons. Zur Einweihung war das Angebot eine Revolution. Bis zum Ende der 1920er Jahre war der Zug das schnellste und sicherste Verkehrsmittel. Als dann Straßen gebaut wurden verlor die Bahn an Bedeutung. Sie hat sich aber gehalten: Als Touristenattraktion, die wir nicht verpassen wollten:

Grand Canyon Railway:

GrandCanyonDer Grand Canyon ist ein „Must See“ im Südwesten. Unendliche Weite, scheinbar unendliche Tiefe nach unten, grenzenlose Naturgewalt. Man kann das auf ganz unterschiedliche Weise wirken lassen, Ausflüge in den Canyon machen, an der Kante entlangwandern, oder einfach nur hinsetzen und schauen. Es lässt sich auch kaum nachvollziehen, dass das vermeintlich kleine Flüsschen da unten, der Colorado, im Lauf der Jahrtausende eine solche Schneise durch die Felsen gegraben haben soll. Der Canyon ist etwa 450 km lang, zwischen 6 und 30 km breit und bis zu 1800 m tief. Auf der gesamten Länge gibt es nicht eine Nord-Süd-Verbindung. Im Westen ist das Wasser des Colorado durch den Hoover Damm aufgestaut und die Staumauer bietet einen Straßenübergang.  Im Osten gibt es einen Übergang über die „Glen Canyon“-Staumauer bei Page.

Water Shortage – „Voll war gestern“ am Lake Powell

LakePowellDer Glen Canyon Damm staut den Colorado im nächsten Canyon und so entstand Amerikas zweitgrößtes Trikwasserreservoir. Der Lake Powell ist unwirklich groß. Er hat eine Gesamtküstenlänge von über 3000 Kilometern und bedeckt, in vollem Zustand eine Fläche von 653 Quadratkilometern mit etwas über 33 Millionen Kubikmetern Wasser. Am Damm beträgt die Wassertiefe 171 Meter. Diese Daten sind schon fast Geschichte, denn der See war zum letzten Mal im Jahr 2001 wirklich voll. 2012 war der Wasserstand auf nur noch 60 Prozent gefallen. Die Einzigen, die das freut sind vermutlich Touristen, die am Ufer inzwischen sehr breite Strände vorfinden. Am südwestlichen Ende des Lake Powell findet man ein großes Tourismuszentrum, mit Hotel, Restaurants, Marinas für Yachten und Hausboote, sowie zahlreiche Campingplätze. Dort sind die Temperaturen im Sommer mit 40 Grad und praller Sonne übrigens schon wieder gewöhnungsbedürftig.

Lake Powell:

Northern Arizona – Indianerland

"Vortex-Site" bei Sedona

„Vortex-Site“ bei Sedona

Die tatsächliche Erschließung haben weit vorher ganz andere Menschen geleistet. Und das mit einer hochstehenden Kultur und Zivilisation. Die wurde den Indianern immer abgesprochen. Wer das Museum of Northern Arizona in Flagstaff besucht, lernt viel dazu. Eine jahrtausendealte Kultur gilt es zu entdecken. Felsenbilder, die sogenannten „Petroglypths“ sind teilweise bis zu 7000 Jahre alt.

Wer mehr über indianische Kultur wissen möchte muss unbedingt nach Sedona, etwa 50 Kilometer südlich von Flagstaff gelegen. Dort sind wir mit einer früheren Ausgabe des Deutschen Reiseradios gewesen. Hier gibt’s mehr zu Sedona und dem Verde Valley.

PetroglypthAuch wenn das viele Amis nicht wahrhaben wollen, große Teile der indianischen Kultur sind mit der Besiedlung des Westens schlicht platt gemacht worden. Im Bestreben um Ausdehnung wurde weder auf Menschen noch auf Geschichte und Kultur Rücksicht genommen. Das Schicksal der Indianer wurde immer öfter mit der Umsiedlung in Reservate besiegelt. Die lagen selbstredend an den Orten, an denen sich kein weißer Siedler niederlassen wollte. Und so entzog man den eigentlichen Besitzern des Landes ihren Lebensraum. Ein gutes Beispiel für ein Reservat in menschenverachtender Umgebung ist das der Navajo auf dem Weg von Flagstaff nach Page am Lake Powell. Auf etwa 200 Kilometern gibt es nur einen Rastplatz auf der Strecke. Man fährt durch karge Wüsten- und Felslandschaft und wer bisher immer per Telefon erreichbar war, muss zur Kenntnis nehmen, dass im Reservat die Mobilfunkverbindung zusammenbricht. Das ändert sich erst kurz vor Page an der Glen Canyon Staumauer wieder. Gleichberechtigung ist noch immer ein Fremdwort. Die verbliebenen Indianerstämme wären ohne den Tourismus wirtschaftlich ruiniert. Denn normale Einnahmequellen in natürlicher Umgebung sind hier ein Fremdwort. Mit einem künftigen Präsidenten mit Perücke und nationalistischer Gesinnung würde das übrigens nicht besser – Mal vornehm ausgedrückt.

Es ist schon ein besonderes Land. Die Landschaft und auch die Entfernungen sind eine echte Herausforderung. Schade, dass  die USA so schändlich mit Menschen und auch mit den natürlichen Ressourcen umgehen.

discoveramericaAZ-TOURISMInformation:

 

 

 

Fotos: Rüdiger Edelmann, ttb-media TON-TEXT-BILD / Grand Canyon Railway / Flagstaff CVB

frametraxx_banner_2

badsooden-allendorf-gradierwerk-totale

DRR57 Kuren und Genießen – Perfekte Tage

facebookgoogle_pluspinterestlinkedinmail
facebooktwittergoogle_pluspinterestlinkedinrsstumblr

Gerade weil Fango und Tango heute nicht mehr ausreichen als Anziehungspunkt für ehemals traditionelle und traditionell gut ausgelastete Kurbäder, müssen sich die Orte etwas einfallen lassen. Das ist nicht immer einfach, aber es geht. Wie das konkret ausschaut klären am Beispiel von vier hessischen Kurbädern.

Hier geht es zur kompletten Reiseradioshow:

Bad Hersfeld

Bad Hersfeld

Es gab Zeiten, da waren Kuraufenthalte in der Sommerfrische ein fester Bestandteil im gesellschaftlichen Leben. Kaiser, Könige und sonstiger Adel machten es vor und wer immer konnte, machte es nach. – Dann folgte irgendwann, nach dem zweiten Weltkrieg und mit dem deutschen Wirtschaftswunder die große Zeit der Kurkliniken und der freizügig verschriebenen Kuren des Sozialstaats. Damit war’s dann irgendwann vorbei und es begann das Wehklagen, die Abwanderung der Gäste ins billigere Ausland und die Erfindung der „freien Badekur“. – Soweit so schlecht für die vielen Kurorte landauf und landab, den so richtig aus dem Quark kam man damit nicht. – Inzwischen besinnt man sich immer mehr auf die Kombination von Kur, Wellness und Freizeitangeboten. Wenn Badeorte Glück haben, besitzen sie darüber hinaus noch eine weitere Attraktion, die jetzt vermarktet werden kann. Klartext: Die deutschen Kurbäder sind zu einem großen Teil im normalen touristischen Markt angekommen.

Bad Hersfeld – Das „Kulturbad“

Stiftsruine Bad Hersfeld

Stiftsruine Bad Hersfeld

Bad Hersfelds Bekanntheitsgrad definiert sich mindestens genauso stark über seine Theater-Festspiele, auch wenn die den Ort nur über zwei Monate pro Jahr begleiten. Kultur, Sprache, Wissenschaft und Kommunikation sind in Hersfeld ohnehin heimisch. Ein Stift, die Geschichte eines Klosters, der Rechtschreibpapst Konrad Duden, der Computerentwickler Konrad Zuse und das Kommunkationsmuseum „Wortreich“ gehören zum Angebot der südlichsten Metropole Nordhessens.

Bad Arolsen – Barocke Pracht und Antistress

Schloss Bad Arolsen

Schloss Bad Arolsen

Arolsen liegt ganz am nordwestlichen Rand Hessens an der Grenze zu Nordrhein-Westfalen. Die Grafen und Fürsten von Waldeck und Pyrmont bauten einst ein hessisches Versailles. Arolsen sollte, vom Reißbrett her, eine dazu passende Residenzstadt werden. Den Fürsten ging das Geld aus. Der Bau des Schlosses dauerte eine Ewigkeit und die Stadt drum herum wurde nur zur Hälfte fertig gestellt. Kurbad wurde man erst 1997, als die Krise schon voll ausgebrochen war. So kämpfte man von Anfang an. Aber glücklicherweise gibt es Besucherattraktionen wie das Schloss und den benachbarten Twiste-Stausee. Mit den Barockfestspielen ist auch jährlich ein großes Kulturevent angesagt.

Bad Sooden-Allendorf – Eine Grenze als Hypothek

badsooden-allendorf-GradierwerkEs wartet ein Kurbad, das insbesondere während der deutschen Teilung nicht gerade begünstigt war.  Die Gäste liefen, nach Ausbruch der Kurkrise, massenhaft davon. In Bad Sooden-Allendorf, unmittelbar an der Grenze zu Thüringen im Werra-Meißner Kreis gelegen, hatte man bis 1989 die Anlagen der innerdeutschen Grenze permanent im Blick. Für dieses Kurbad war die Wiedervereinigung ein großes Glück, auch wenn es noch viel zu tun gibt. Zu weiterem Ausbau fehlt der Region nichts desto trotz der finanzielle Unterbau, denn der Werra-Meißner-Kreis gehört auch nach der Grenzöffnung nicht gerade zu den strukturstarken Regionen. Abwanderung ist hier ein Problem, ob man das wahr haben will oder nicht. – Aber  Therme und Kurbetrieb, als größter Arbeitgeber funktionieren und die „Frau Holle“, die auf dem unmittelbar benachbarten Hohen Meißner zuhause sein soll, trägt zur Popularität bei.

Bad Wildungen – Fluch und Segen der Tradition

Bad WildungenDie Stadt im Kreis Waldeck-Frankenberg lässt sich von allen vier vorgestellten Städten noch am ehesten als klassisches Kurbad bezeichnen. Bäderarchitektur, ein Schloss, moderne Kliniken in zum Teil herrschaftlichen Gebäuden und ein Stadtteil mit dem Bezug zu einem weiteren Märchen, machen Wildungen heute aus. Dazu kommen eine zauberhafte Altstadt und die Freizeitregion des Edersees, mit ihren zahlreichen Angeboten. Und in Sachen touristischer Vermarktung hat man sich auch etwas einfallen lassen. Auch hier gibt es den Märchenbezug der Grimmheimat mit „Schneewittchen“.

grimmheimatInformation:

 

 

 

Fotos: Rüdiger Edelmann, ttb-media-TON-TEXT-BILD                                                                             & Paavo Blofield, Grimmheimat Nordhessen

frametraxx_banner_2

 

 

 

Lesetipps des DRR:

Blick auf Kassel

DRR56 Von Märchen und Menschen

facebookgoogle_pluspinterestlinkedinmail
facebooktwittergoogle_pluspinterestlinkedinrsstumblr

Von Märchen und Menschen erzählt von der Grimmheimat Nordhessen und den Menschen, die die Märchenwelt real werden lassen.

Hier gibt es die komplette Reiseradioshow:

Mit Lui und Lotte durch Kassel

Lotte und Lui Grimm alias Sylvia und Wolfgang Schmelzer im DRR - Interview

Lotte und Lui Grimm alias Sylvia und Wolfgang Schmelzer im DRR – Interview

In Kassel waren Jakob und Wilhelm Grimm rund 30 Jahre zuhause. Und Jeder, der hierher kommt, will natürlich Märchenhaftes erleben. Deshalb gibt es beim Stadtmarketing Kassel auch Führungen, die dem Rechnung tragen. So lässt sich zum Beispiel die Stadt, inklusive Familiengeschichte und –anekdoten mit den jüngeren Geschwistern der Grimm-Brüder erleben. Lotte führte den Haushalt und Lui, genau Ludwig Emil Grimm wirkte auch in Kassel und war Maler. – Sylvia und Wolfgang Schmelzer haben die Beiden ins Herz geschlossen und verwandeln sich regelmäßig zu Führungen in die beiden jüngeren Grimm-Geschwister. Mit großem Erfolg und mit einem entscheidenden Vorteil. Im Kostüm erzählt sich Vieles einfacher und näher. Der Zuhörer ist vermeintlich dichter dran und inhaliert die Geschichten und Inhalte viel lieber. Wir haben Lotte und Lui Grimm oder besser Wolfgang und Sylvia Schmelzer an einem Kasseler Prachtort getroffen. Direkt vor der Orangerie in der Karlsaue, dem Kasseler Innenstadtpark schlechthin. Natürlich haben sie uns auch verraten, wo die jüngsten Grimm-Geschwister vor 200 Jahren in Kassel hingegangen wären und welche Lieblingsorte sie hatten.

„Mit Lui und Lotte durch Kassel“ – das haben sie uns erzählt:

Die Favoriten des Ehepaar Schmelzer haben wir natürlich auch abgefragt. Sie unterscheiden sich nicht so sehr vom Interesse der meisten Besucher. Allerdings, betonen Beide, dass auch die jüngere Geschichte Kassels zunehmend eine Rolle spielt. Die 50er Jahre-Architektur, die vor Jahren zum Urteil vieler geführt hat, die Stadt sei gesihtslos und hässlich, wird offenbar immer interessanter. Viele Besucher fragten danach und seien interessiert an dieser Entwicklung. Verkehrt sich hier eine Bewertung ins Gegenteil?

Besichtigungscharts – Die beliebtesten Orte in Kassel

Bergpark-Herkules1. Das Welterbe Bergpark Wilhelmshöhe mit Wasserspielen, Schloss und Löwenburg – Der Herkules thront über dem Bergpark, der seit 2013 auf der UNESCO Welterbeliste steht. Bekannt sind hauptsächlich die natürlichen Wasserspiele, die inzwischen zigtausende Besucher anziehen. Schloss Wilhelmshöhe versammelt eine sehenswerte Galerie „Alter Meister“, u.a, die meisten „Rembrandt“-Werke in Deutschland.

Orangerie2. Die Orangerie in der Karlsaue mit dazugehörigem Landschaftspark – errichtet 1701 bis 1710. Sie ist der blicktechnische Dreh- und Angelpunkt des Landschaftsparks „Karlsaue“ und nur 5 Gehminuten von der Haupteinkaufsstraße Kassels entfernt. Der Landschaftspark ist zusammen mit der Fuldaaue, die mal BUGA-Gelände war, die größte innerstädtische Erholungs- und Grünfläche.

 

Documenta - Spitzhacke3. Die Kunst im öffentlichem Raum, Kunstwerke, die von vergangenen Documenta-Jahren übrig geblieben sind, findet man überall in der Kasseler Innenstadt. Die berühmtesten Werke stehen vor dem „Hauptbahnhof“ („Man Walking to the Sky“-vokstümlich „Himmelsstürmer“ genannt und die „Spitzhacke“ von Claes Oldenburg am Ufer der Fulda. – Seine Theorie: Hätte Herkules, die Spitzhacke ins Tal geworfen, wäre sie exakt dort gelandet.

Grimmwelt4. Die Grimmwelt – Dieses neueste Museum der Stadt Kassel hat das ehemalige Brüder Grimm Museum abgelöst. In einem futuristischen Gebäude am Kasseler Weinberg, kann man ins Leben der kompletten Familie eintauchen und macht Erfahrungen weit über die Märchensammelei hinaus. Das Museum ist interaktiv und bietet, neben den Urausgabe, der Grimmschen Märchen, viel Spannendes aus der Zeit der Grimms in Kassel.

Treppenstraße5. Die 50er-Jahre Architektur – Sie hat Kassel vor vielen Jahren den Ruf eingebracht, langweilig und trostlos zu sein. Inzwischen besinnt man sich des architektonischen Werts geschlossener Ensembles, wie der „Treppenstraße“, die 1953 fertiggestellt wurde. Kassel sollte, ganz der Zeit entsprechend, eine autofreundliche Stadt werden. Das ist gelungen. Manches blieb dabei auch auf der Strecke, und es wurde gebaut, was heute wieder als sehenswert eingestuft wird.

Märchenhafte Begegnungen

Kirsten Stein

Kirsten Stein

Da gibt es, unter anderem, eine Frau, die wir hier im Reiseradio schon einmal vorgestellt haben. Gerade jetzt im Sommer ist Erzählerin Kirsten Stein mehrmals pro Woche unterwegs und bietet Ihr Märchenerlebnis an besonders schönen Stellen von Kassel und der Umgebung. Dafür muss man und frau sich aber bewegen. Eine klasse Kombination aus Wanderung, Spaziergang, Picknick, Kerzenwanderung und natürlich vielen erzählten Märchen.

 

Die Idee der Märchen“gänge“ und Märchen“erlebnisse“:

Das märchenhafte Kassel und die Märchenwelt Nordhessens, ist allemal eine Reise wert. Und es gibt zusätzlich viele unterschiedliche Möglichkeiten in der Region einen tollen Urlaub zu verbringen. – Tipps dazu gibt’s natürlich unter unseren Internetlinks, aber auch schön zusammengefasst in einem Buch, das jetzt gerade in einer aktualisierten Neuauflage erschienen ist. Wenn Sie es kaufen, freut sich der Autor und Reiseradioredakteur.

 

kskm-logoInformation:

 

 

 

Fotos: (c) Petra Hartmann & Rüdiger Edelmann – ttb-media TON-TEXT-BILD

 

Chiemsee

DRR55 „Der See, die Nonne und der König“ – Sommer am Chiemsee

facebookgoogle_pluspinterestlinkedinmail
facebooktwittergoogle_pluspinterestlinkedinrsstumblr

Jetzt sind überall Sommerferien und es soll Regionen im eigenen Land geben, die sind fast völlig ausverkauft. Deutschland bleibt 2016 im Urlaub noch stärker im eigenen Land, als in den Vorjahren. Für Viele kommt die Türkei nicht mehr in Frage, erst recht nach den aktuellen Vorkommnissen der letzten Tage und Wochen. Spanien ist inzwischen aufgrund der Nachfrage recht teuer geworden und unsere Lieblingsinsel Mallorca platzt aus allen Nähten. Der Flughafen in Palma ist an der Grenze seiner Leistungsfähigkeit. Da noch hinfliegen? Hohe Preise drohen den Urlaubssuchenden inzwischen auch in den beliebten deutschen Ferienregionen: An Nord- und Ostsee genauso wie in den Bergen. – Wenn dann noch die „ideologische“ Diskussion um „Berge oder Meer“ hinzukommt,  wird es noch schwieriger. Deshalb empfehlen wir in dieser Ausgabe des Deutschen Reiseradios das „Bayerische Meer“.

Hier ist die komplette Show mit allen Erlebnissen:

Chiemsee-Schiffahrt

Urlaubswundertüte

Die Region um den Chiemsee, mit Rosenheim, Traunstein und Berchtesgaden um die Ecke war einst die Pionierregion des Urlaubs, nach dem zweiten Weltkrieg. Zwischenzeitlich ließ der Hype heftig nach, aber die Stammurlauber hielten dem See die Treue. Vielleicht entsteht ein neuer Hype? Die Region jedenfalls kann Urlauber glücklich machen: Es gibt Bademöglichkeiten am Chiemsee und Sport: Segeln, Surfen, Kitesurfen. Alles da. Unterkünfte treffen für jeden Geschmack, vom Campingplatz über Pensionen bis zum 5 Sterne Hotel. Und es wartet noch viel viel mehr, was Urlauber zu jeder Jahreszeit glücklich machen kann.

Der Chiemsee aus den Augen der Urlaubsmacher:

„Anderes Leben spüren“ – auf der Fraueninsel:

FraueninselDie Chiemsee-Schifffahrt läuft die Inseln von 6 verschiedenen Orten am Seeufer an. Längstens in einer halben Stunde ist man am Ziel. Im Kloster „Frauenchiemsee“ ist frau bei aller Besinnung sehr fleißig, das wurde allen Klöstern gewissermaßen auf die Fahne geschrieben. Begrüßt wurden wir dortvon Schwester Hanna. Sie ist auch Gemeinderätin. „Um Himmels Willen“, wem da nicht die Ohren klingeln angesichts der Fernsehschmonzette vom Kloster Kaltenthal, seinen hyperaktiven Nonnen und einem starrsinnigen Bürgermeister mit großem Herzen. Auf der Fraueninsel ist das Ganze gelebte und praktizierte Realität und der Bürgermeister heißt nicht Wöller und betrinkt sich abendlich im Gasthaus zum Ochsen.

Akustisches von Schwester Hanna:

SCHLOSS-Herrenchiemsee

Die Herreninsel, das Schloss und „der Kini“

LudwigIIBayern hatte mehrere „Wittelsbacher-Könige“. Touristen könnten aber mitunter den Eindruck bekommen, es gab nur den Einen: Den Ludwig, den Zweiten, den Spinner, den Bauwütigen, den „Wagnerianer“, den irgendwann Entmachteten. Wir haben nicht nur Schloss Herrenchiemsee besucht, das den Plänen nach „Versailles“ in Paris übertreffen sollte (und teilweise hat), wir haben insbesondere einen intensiven Blick auf „Ludwig den Zweiten“ geworfen, den „Kini“ eben.

Nachgehört bei Bayern: Ludwig – die Geschichten und Legenden:

„Schee is trotzdem“, merkte ein Führungsbesucher auf Herrenchiemsee an und freute sich dann doch auf die Rückfahrt. Am Ufer des Chiemsees wartete dann ein schönes Weissbier und ein kräftiger Schweinsbraten. Und auch wir gestehen ein: Am Chiemsee ist es irgendwie „ganz schön schön schon“.

logo-Chiemsee-AlpenlandInformation:

 

 

 

Fotos: Rüdiger Edelmann, ttb-media TON-TEXT-BILD

frametraxx_banner_2

 

 

 

Buchtipps vom DRR:

Panorama-Titel

DRR54 „Bienvenue à Ile de Maurice“ – Mauritius näher kommen

facebookgoogle_pluspinterestlinkedinmail
facebooktwittergoogle_pluspinterestlinkedinrsstumblr

Diese Ausgabe bietet einen multimedialen Ausflug, der etwas über unsere normale Berichterstattungsgrenze hinausgeht. Grund dafür war die Katalogvorstellung der TUI für die Wintersaison 2016 / 17. Die fand auf Mauritius statt, satte 9000 Kilometer von Deutschland entfernt, Luftlinie versteht sich. Und wenn man denn schon im angeblichen Luxusurlaubsparadies ist, lohnt es sich natürlich Augen und Ohren aufzusperren.

Hier ist die komplette Mauritius-Show am Stück:

Mauritius, das sind 50 mal 40 Kilometer ehemals vulkanische Insel, weit draußen im Indischen Ozean. Mauritius, das sind 1,2 Millionen Einwohner, macht 640 Menschen pro Quadratkilometer. Mauritius, das ist der fast geschlossene Korallengürtel rund um die Insel, die umgekehrten Jahreszeiten dank Erd-Südhalbkugel. Mauritius das ist eine unabhängige Republik – nach englischem Vorbild – seit 1968. Die Inselrepublik gilt als eine der wenigen Staaten Afrikas, der es wirtschaftlich vom Entwicklungsland zum sogenannten Schwellenland geschafft hat. Das hat heute sehr viel mit Textilindustrie zu tun, mit Tourismus und mit dem – zurückgehenden – Ruf als Zuckerinsel.

DRR-Video: Bienvenue à Ile de Maurice – Mauritius

 

Rainbow-Nation – Mauritius mulitikulti

Da wäre schon einmal das „Creolische“. Es klingt beim ersten Hinhören irgendwie Französisch.  Mauritius ist eine Insel der Vielsprachigkeit. Amtssprache: Englisch, Verkehrssprache: Französisch und  dann gibt es das Creolische, das ist Umgangssprache. Sandhya, unser Guide, sagt, das habe man der wechselnden Geschichte der Insel zu verdanken. Viele unterschiedliche Menschen und Religionen seien hier durch die verschiedenen Kolonialherren zusammen gekommen. Daraus habe sich auch das Creole entwickelt, ein Sprachmix so unterschiedlich wie die vielen Kulturen auf der Insel. – Das Tolle sei, und dabei strahlt sie uns an, auf Mauritius gäbe es keine Rassen- oder Religionskonflikte.

Hör mal „Creole“:

Religiöses Multikulti

Shiva Statue

Shiva Statue

Hohe kirchliche Feiertage der vielen Religionen sind „Nationale Feste“. Das bringt nicht nur viele Feiertage, sondern vereint die Bevölkerung zur religiösen Vielfalt aus Hinduismus, Katholizismus, Islam, Buddhismus und einigen weiteren Religionen. Toleranz und gegenseitiges Lernen stehen dabei im Vordergrund. Bestes Beispiel ist die jährlich im Februar oder März stattfindende Wallfahrt der Hindus zum „Heiligen See“, dem „Grand Bassin“ im Black River Nationalpark. 400 Tausend Besucher kommen an diesen Tagen zum See. – Die religiöse Stätte findet sich ganz in der Nähe weiterer Sehenswürdigkeiten des Nationalparks. Ein „Must See“ auch außerhalb des religiösen Top-Ereignisses.

 

Bunte Erde, Heiliges Wasser und „Shiva“ zum Hören:

Tee – Britisches Erbe und asiatisches Kulturgut

Tee aus Mauritius

Tee aus Mauritius

Dank der britischen Kolonialherren und den Einwanderern aus asiatischen Länder spielt der Anbau von Tee eine wichtige Rolle auf der Insel. – Ja, es wird auch Kaffee auf Mauritius angebaut. Der kommt aus Chamarel in den Bergen und wird gerne als Aromastoff für den einheimischen Rum genutzt.

Hier ist der akustische Ausflug in die Welt des beliebtesten Heißgetränks auf Mauritius.

Vanille und Rum – die Agro-Stars aus Orchideen und Zuckerrohr

Vanilleschoten aus St. Aubin

Vanilleschoten aus St. Aubin

Vanille kommt bei uns, mit dem Puddingpulver, aus der Tüte. Wenn’s echt sein soll, dann kratzt ein Koch auch schon mal den Inhalt einer Vanilleschote aus. Aber was ist das eigentlich für ein Gewächs, für das gerade Mauritius und seine Nachbarinsel Réunion so berühmt sind? – Wer in St. Aubin, an der Südküste zum „Maison de La Vanille“ fährt, bekommt ganz international einen Eindruck von der Frucht einer besonderen Pflanze. Auf 4 Hektar Land werden hier Orchideen gezüchtet. Zu sehen gibt es, neben dem paradiesischen Garten des „Vanilla-House“ nicht viel, außerhalb der Erntezeit. Aber kaufen kann man den edlen Stoff. 400 Euro kostet das Kilo Vanilleschoten. Wer den Traumstoff mit nach Hause nehmen will, begnügt sich meist mit einigen Gramm Vanillepuder. Das gibt’s schon für etwa 6 Euro.

Rumprobe mit Nitish in St- Aubin

Rumprobe mit Nitish in St- Aubin

Ein paar hundert Meter weiter steht eine der zwei Premium-Rumdestillerien. In der kleinen Rumfabrik von St. Aubin produziert man den „Rhum Agricole“, den natürlichen Rum. Er wird direkt aus Rohrzuckersaft hergestellt. Zwei Destillerien produzieren so. Der Rest der Rumfabriken stellt industriellen Rum her, der aus Melasse hergestellt wird. In St. Aubin kriegt man die unterschiedlichen Stationen der Produktion genau erklärt, erfährt dass aus der Destille hochprozentiger Alkohol kommt, der anschließend mit Wasser verdünnt und später aromatisiert werden kann. – Aber ganz ehrlich: Die meisten Besucher, sind hauptsächlich gespannt auf die Verkostung.

Vanille und Rum akustisch zum Nachschmecken:

Welt „upside – down“ – Die Sache mit dem Wetter

Raibow-Multikulti-NationUrlaub in tropischen Gefilden: Immer scheint die Sonne und immer ist es gleichmäßig warm. Wer das auf Mauritius erwartet, den müssen wir enttäuschen. Überhaupt ist beim Wetter schon mal alles verkehrt herum. Nur Eins ist auf Mauritius garantiert tropisch. Es regnet schon mal gerne. Kaum öffnen sich die Wolken, kommen Sturzbäche vom Himmel. 10 Minuten später scheint bereits wieder die Sonne. Im Sommer ( November bis April) regnet es häufiger, dafür aber warm. Lediglich aufkommende Zyklonstürme können das Wettervergnügen im Dezember und Januar trüben. Aber da ist es wie mit den Hurrikans. Sie können auftauchen, müssen aber nicht. Auf jeden Fall, bietet Mauritius ganzjährig Sonne und die Temperaturen, die wir uns im Sommer verlässlich wünschen, aber meist nicht kriegen.

Akustischer Wetterbericht:

Touristisches

LeMorneFelsenMauritius gilt als einer der Urlaubsträume schlechthin. Das Paradies für Verliebte und Hochzeitreisende. Ein Paradies, das sich nur Reiche leisten können. Das wird jetzt anders, denn die großen Reiseveranstalter entdecken die Insel zunehmend auch als Ziel für Familien und für Menschen mit normaler Geldbörse. Der Luxus wird ergänzt durch bezahlbare Angebote, sagte uns Oliver Dörschuck Touristikchef der TUI Deutschland. Er ist begeistert von der Vielfältigkeit der Insel. Wer in einem der Hotels auf der Halbinsel Le Morne Urlaub macht, findet schöne Strände, einen Hotelservice, der keine Wünsche offen lässt, den „Le Morne“-Felsen, der 556 Meter aufrecht von Meereshöhe in den Himmel ragt und in der unmittelbaren Nähe den „Black River Nationalpark“. Hier geht es ins Vulkangebirge. Die Straße gehört zu den schönsten Routen mit den besten Ausblicken auf die Insel.

Reisetipps

Kite-Surfen: Beste Bedingungen in Le Morne

Kite-Surfen: Beste Bedingungen in Le Morne

Mauritius ist im Programm vieler Reiseveranstalter. Man hat die Insel jetzt auch als Ziel für Urlauber entdeckt, die normalerweise keinen Luxusurlaub verbringen. Bleibt zu hoffen, dass damit das Ursprüngliche außerhalb der Hotelanlagen nicht dauerhaft gefährdet wird, denn das Eiland ist mit etwas über 600 Einwohnern pro Quadratkilometer ohnehin schon recht gut bevölkert. Zur Einreise aus Europa benötigt man einen Reisepass. Ein Visum ist nicht erforderlich. Flugverbindungen gibt es von Deutschland aus, nonstop mit Condor und Eurowings in 12 Stunden, oder zum Beispiel mit Emirates mit Stopover in Dubai. Hier fliegt man zwei Mal 6 Stunden und hat in der Regel einen Aufentahalt von etwa 4 Stunden am Flughafen von Dubai. Noch ein Satz zum Thema Gesundheit: Impfungen sind nicht vorgeschrieben. Einen entsprechenden Schutz gegen Tetanus und Hepatitis A ist allerdings ratsam. Guter Insektenschutz ist wichtig, auch wenn die Insel seit vielen Jahren malariafrei ist. Französische oder englische Sprachkenntnisse sind von Vorteil, denn Deutsch wird auf Mauritius nur selten gesprochen. Wassersportler sind insbesondere im Südwesten gut aufgehoben. Die Korallenbänke ermöglichen ein gefahrloses Windsurfen oder –kiten. Die schönsten Strände der Insel liegen im Norden der Insel.

Praktisches zum Nachhören:

 

discover-mauritiusdiscoveryoursmileInformation:

 

 

Fotos & Video: (c) Rüdiger Edelmann, ttb-media, TON-TEXT-BILD

Diese Ausgabe des Deutschen Reiseradios wurde unterstützt von der TUI-Deutschland. Vielen Dank!

frametraxx_banner_2

 

 

Beachlife