DRR94 Von Grimm, Natur, Kultur und Kulinarik

Es ist eine gute Tradition, dass sich die Beteiligten am Tourismus der Grimmheimat Nordhessen einmal im Jahr treffen. Ende Januar war es wieder soweit. Man traf sich in der diesjährigen Hessentags-Location, der Hansestadt Korbach und wir waren dabei.

Kunst & Kultur: „Dauer-documenta“ in Kassel

Erfolgreiche Bilanz 2017

Es ist ein großes Gebiet, das sich da zusammengefunden hat, um gemeinsam für die Region zu werben und Gäste ins märchenhafte Reich der Brüder Grimm zu holen. Die Bilanz-Zahlen sprechen für sich: Über zweieinhalb Millionen Gäste und mehr als 7 Millionen Übernachtungen stehen auf der Habenseite. Der Bruttoumsatz aus dem Tourismus brachte 14 Milliarden Euro in die Region, die neben der Großstadt Kassel, eher ländlich geprägt ist. Tourismuschefin Ute Schulte kann stolz sein, betont aber auch, dass die Erfolge auf die immer bessere Zusammenarbeit in der Region zurückzuführen ist.

Allem voran hat die Idee der Gästekarte „Meine Card+“ Furore gemacht. Gäste der mitmachenden Übernachtungsbetriebe erhalten sie kostenfrei. Sie ermöglicht nicht nur die kostenfreie Nutzung des gesamten öffentlichen Personenverkehrs der kompletten Region, sondern macht unendlich viele Kultur-, Sport- und Freizeiteinrichtungen kostenfrei. Das Projekt Meine Card+ gibt es jetzt auch ganz bequem als App. Man hat aber auch an die Menschen der Region gedacht und im letzten Jahr die sogenannte „Heimatcard“ eingeführt. Für knapp 40 Euro ermöglicht sie die Nutzung von über 80 Freizeitangeboten der Region. Sie ist ein ganzes Jahr gültig, bietet ein Gegenwert von rund 350 Euro und ist ein echtes Schnäppchen für die freizeitbegeisterten Nordhessen.

Auszeichnungen für Grimmheimat-Projekte

Der GEO-Landschaftspark Frau Holle-Land ist erfolgreich gestartet und erstreckt sich jetzt sowohl über den Bereich des Kaufunger Walds als auch das Gebiet rund um den Frau Holle-Berg Hoher Meißner. Dafür gab es einen der  Hessischen Tourismuspreise 2017.

Zu den Ausgezeichneten zählt insbesondere auch die „Burgen- und Schlösserkooperation“, die im letzten Jahr, sowohl mit dem Nordhessischen als auch den Hessischen Tourismuspreis ausgezeichnet wurde. Es ist der Zusammenschluss von 25 Schlösser- und Burgen Nordhessens. Einer der Hauptorganisatoren der Kooperation ist Fabian Graf von Berlepsch. Wir haben uns im Podcast genau erklären lassen, was es mit der Zusammenarbeit auf sich hat und was man als Besucher erleben kann. Er betont dabei die Vielfältigkeit von alter Ruine bis zum großen intakten Schloss. Seine sicher richtige Behauptung: Wer sich an einer Burg erfreut, wird sicher auch andere Burgen und Schlösser sehen wollen. Dafür hat die Kooperation den Burgen- und Schlösserpass erfunden und belohnt Besucher, mit vielen Stempeln im Pass, mit der Chance auf attraktive Gewinne. Besonders erfolgreich war im letzten Jahr der Burgen- und Schlössertag. So beliebt, dass es 2018 eine Neuauflage geben wird.

Schloss Berlepsch: Eine der 25 Burgen- und Schlösser der Kooperation

Natur, Kultur und Kulinarik 2018

Natur…

…ist für die Region und damit für Einheimische wie Besucher selbstverständlich. Das beginnt beim UNESCO-Weltkulturerbe „Kasseler Bergpark“, geht über das UNESCO-Weltnaturerbe „Nationalpark Kellerwald-Edersee“ bis zu zahlreichen Naturparks vom „Frau Holle-Land“ bis zum „Reinhardswald“. – Tourismuschefin Ute Schulte spricht von der Landschaft, die sich für jeden im Kopf einstelle, der sich mit der Landschaftsbeschreibung der Grimmschen Märchen beschäftige. Märchen- und sagenumwobene Plätze gibt es quer durch die Grimmheimat. Gleich ob man auf Sababurg oder Trendelburg steht und sich vorstellt, dass Dornröschen oder Rapunzel um die Ecke kommen, unterhalb des Meißner den Frau Holle-Teich besucht oder zu sagenumwobenen Orten wandert, wie der Krukenburg  oberhalb von Bad Karlshafen oder der Wichtelkirche und den Helfensteinen am Hohen Dörnberg, die Mittelgebirgsnatur verzaubert, wenn man sich darauf einlässt.

Die Helfensteine am Hohen Dörnberg

Kultur…

…ist allenthalben vorhanden, auch wenn sie nicht so direkt ins Auge springt, wie die märchenhafte Natur der Region. Neben den bekannten Dingen, wie den Bad Hersfelder Festspielen oder den Barockfestspielen in Bad Arolsen sind es oft die kleinen Projekte der freien Kulturszene, die Aufsehen erregen. Sie seien zwar etwas schwerer zu finden, betont Ute Schulte, deshalb aber nicht weniger attraktiv.

Die ideale Mischung aus Groß und Klein stellt der „Kultursommer-Nordhessen“ dar. Er lebt von Vielfältigkeit, großen Künstlern und fantastischen bis ausgefallenen Locations. Zu Konzept und Programm 2018 haben wir Geschäftsführerin und Intendantin Maren Mathes im Podcast befragt. Sie verspricht auch für 2018 ein gigantisches Kulturspektakel. Wie man sich die Veranstaltungen zugänglich macht und ob bzw. wie man bei einem spontanen Besuch der Grimmheimat, genauso spontan einen Platz bei einer der über 100 Veranstaltungen bekommt, hat sie uns auch erzählt.

Bei den Einheimischen ist das Festival längst angekommen. Der Etat könnte größer sein. Die Zahl der Veranstaltungen ist groß. Sie lag 2016 mit 113 Veranstaltungen, dicht an der Zahl der Konzerte der „Musikfestspiele Mecklenburg-Vorpommern“. Das kann sich sehen lassen, insbesondere wenn man bedenkt, dass der zur Verfügung stehende Etat lediglich ein Viertel der verglichenen Konkurrenz ausmacht.

Kulinarik…

…ist unerlässlich für ein gelungenes Reiseerlebnis. Den Nordhessen unterstellt man zwar gerne, dass es links und rechts der wohlschmeckenden „Ahlen Wurscht“ kaum Innovationen gibt. Wer auf Stefan Frankfurth, vom Parkhotel Emstaler Höhe in Bad Emstal trifft, wird auf einen glühenden Verfechter regionaler Küche stoßen und auf einen Menschen, der genau diese regionale Vielfalt in zauberhafte Verlockungen umsetzt. Er hat die Habichtswälder Wildwochen erfunden und ganz aktuell geht eine Aktion an den Start, die man auf den ersten Blick nicht unbedingt im nördlichen Hessen ansiedeln würde. – Fastenzeit und Fisch gehöre zusammen, sagt er und erzählt uns im Podcast jede Menge mehr von der Aktion „Heimat Fisch“.

Kulinarische Offensive: „Heimat Fisch“ – Foto: Grimmheimat Nordhessen

Der „Heimat Fisch“ startet in diesem Jahr als Pilotprojekt. Sieben namhafte Gastronomen machen mit und zaubern heimische Fischspezialitäten aus Forelle, Saibling oder Zander. Natürlich gibt es passend zum leckeren Fisch auch das passende Märchen. „Der Fischer und seine Frau“ dürfte bekannt sein.

Nicht verpassen…

…sollte man in diesem Jahr

  • den Burgen- und Schlössertag am 29. April
  • die Veranstaltungen des Kultursommers Nordhessen vom 10. Mai bis 12. August
  • die Entdeckertage Grimmheimat Nordhessen vom 15. bis 17. Juni
  • den Hessentag in Korbach vom 25. Mai bis 2. Juni

Das Fest der Hessen findet in diesem Jahr in der Hansestadt Korbach statt. Wer jetzt erstaunt schaut und fragt, wie es denn eine Hansestadt mitten im deutschen Binnenland gibt, erhält die Antwort in Korbach. Auch wir sind der Frage im Film nachgegangen. Den „perfekten Tag in Korbach“ haben wir, gemeinsam mit der Korbacher „Goldmarie“, Lisa-Marie Fritzsche, nachvollzogen. Sie ist auch der weibliche Part des Korbacher Hessentagspaars.

Buchtipp:

Die passende Literatur zur Region möchte ich Ihnen auch ans Herz legen. Mein Band in der Reihe „Lieblingsplätze zum Entdecken“ aus dem Gmeiner-Verlag bietet reichlich mehr Ausflugs- und Erlebnistipps. Könnt Ihr hier bestellen:

 

Information:

Grimmheimat Nordhessen

Kultursommer Nordhessen

Hessentag Korbach

Heimat-Fisch-Genusswochen

Schlösser und Burgen

Entdeckertage Grimmheimat Nordhessen

 

 

 

 

 

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