Reise News 07.04.26 – Reisejahr, Energiezuschlag, LH-Jubi100

Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD

Reiseradio-Kommentar: Es bleibt schwierig

Rüdiger Edelmann – Foto: Holger Leue

Oder sollte ich eher von einer Betrachtung reden? Entwicklungen im Tourismus derzeit zu kommentieren fällt unendlich schwer. Hatten die Konzerne schon zu Beginn des Jahres von einem allenfalls moderaten Wachstum für dieses Jahr gesprochen, so steht mittlerweile so Vieles Kopf. Der potentielle Urlauber fragt sich trotzdem, wohin es denn noch gehen könnte.

Die Weltkugel schrumpft

Die Vereinigten Arabischen Emirate als Feriendestination? Derzeit völlig außen vor.

Fernziele in Richtung Asien und Afrika mit Zwischenlandung an den Drehkreuzen in Dubai, Doha etc.? Aktuell ein Thema für die Reisewarnungen des Auswärtigen Amts.

USA wird immer unbeliebter, was mich nicht wundert. Trotzdem könnte hier die Statistik heil davon kommen, wie haben schließlich Fußball WM. Canada ist daran auch beteiligt und ohnehin gut gebucht. Dort könnte es eng werden.

Ägypten, Türkei, Zypern? Manch Urlauber wird in den letzten Wochen selbst dort „kalte Füße“ bekommen haben. Das sagen inzwischen auch die Buchungszahlen.  

Bleibt Europa?

Zumindest das westliche Mittelmeer dürfte wieder mal überlaufen. Profizieren dürften Portugal, Italien und die andere Seite der Adriaküste zwischen Slowenien und Montenegro. Albanien könnte punkten.

Spanien würde punkten, wenn es dort nicht im letzten Jahr viel zu voll gewesen wäre. Mallorca setzt auf amerikanische Touristen und wird vermutlich nicht nur deshalb teurer.

Coolcation in Skandinavien? – Die Zahlen steigen seit Jahren. Bleibt abzuwarten, wie das Wetter wird. Ja, es gibt auch noch Spezialziele. Schottland ist plötzlich auf der Landkarte aufgetaucht, Island war schon drauf. Irland sollte vielleicht noch etwas mehr davon profitieren. Wie wär’s mit der polnischen Ostseeküste? Top-Angebote zu vernünftigen Preisen.

Ferien in deutschen Landen? 

Die Aussichten sind hier nie extrem schlecht. Das liegt schlicht an der alten Gewohnheit, dass Menschen gerne im eigenen Land Ferien machen. Bei uns sind das immer so etwa die Hälfte.

Hängt von Preisen ab (eher schwierig) und natürlich vom Wetter. Mit Regen kann man allenfalls noch bei Nordseefans punkten. Die sind’s gewöhnt.

Reisewirtschaft im Krisenmodus?

Sie hat kein leichtes Jahr, aber wann war’s in der letzten Dekade schon mal leicht? Allenfalls 2019 oder “gaaaanz lange her”.

Wichtiger Bestandteil der Anbieter von Pauschalreisen ist in der Regel der Flug. Dort wird’s vermutlich bald teuer, wenn nicht… – aber wer kann das jetzt schon vorhersehen. Klimaschützer könnten sich freuen, wenn weniger Kerosin ausgestoßen wird. Klimaexperten könnten aber auch die Luft anhalten. Wenn die Geschäfte schlecht laufen, sind Bemühungen um die verstärkte Produktion von klimaneutralen Kerosin (SAF) zum Tode verurteilt. Der wiederholte Schrei der Airlines nach staatlicher Hilfe dürfte noch lauter werden. Aber nicht doch, liebe Airliner, wie war das mit der Gewinnmarge?

2026 – Es bleibt und wird schwierig.


Reise- und Tourismus-News vom 07.04.26 

Warteschlange – Flug verpasst

Warteschlange am Airport (Symbolbild) – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD

Das ist nicht nur ärgerlich, sondern könnte jetzt unter bestimmten Voraussetzungen zum Problem der Reiseveranstalter werden. Das Oberlandesgericht Celle hat jetzt in einem Prozess, zugunsten der betroffenen Urlauber entschieden.

Zwei Fluggäste waren, wie empfohlen, zwei Stunden vor Abflug am Check-In. Der dauerte schon 1 Stunde. Die Schlange an der Sicherheitskontrolle sorgte für weitere 50 Minuten Wartezeit. Der Flug war nicht mehr zu erreichen.

Wenns mal wieder länger dauert: Warteschlange beim Boarding – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD

Das Gericht könnte den Passagieren Schadenersatz zusprechen, nach Beweis der entsprechenden Sachlage. Diese muss die Airline erbringen, da ein Check-In, nach Regularien nicht länger als 45 Minuten dauern darf. Da es sich im entsprechenden Fall um eine Pauschalreise handelte, ist der direkte Vertragspartner natürlich der Reiseveranstalter, der das Gesamtpaket verkauft hat. Vorangegangene Urteile kamen aber auch schon zu anderen Beurteilungen. Noch ist das Urteil nicht rechtskräftig, es könnte aber wegweisend sein.

Praktische Lehre für Urlauber: Lieber drei Stunden vorher am Airport sein, zumindest am Tagen mit viel Ferienverkehr.

Energiekrise sichtbarer

Nicht nur an der Tanke ist der Preis nach oben geschnellt. Alle Bereiche, die auf fossile Energie angewiesen sind, schlucken heftig. Der EU-Energiekommissar hat bereits zum Energiesparen aufgerufen.

Seit Ende der letzten Woche wird deshalb auch wieder einmal über Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Autobahnen diskutiert. Trotz hoher Preise wird diese Diskussion immer noch höchst emotional geführt. Zu Ostern, heißt es in ersten Berichten, hätten immerhin 14 Prozent der potentiellen Urlauber ihre Reisepläne angepasst. Entweder wurde kürzer, anders oder auch gar nicht verreist. Vier Prozent hätten sogar geplante Urlaube storniert.

Energiezuschläge

Sie könnten demnächst auch von Hotels oder Vermittlern von Ferienwohnungen erhoben werden, zumindest, wenn bisher pauschal abgerechnet wurde.

Betroffen ist natürlich der Flugbetrieb. Die Kerosinpreise haben sich in den letzten Wochen fast verdoppelt. Das setzt einigen Airlines ziemlich zu. Die lettische Air Baltic sah sich inzwischen sogar gezwungen, aufgrund der Preise einen Staatskredit zu beantragen.

Foto: United Airlines

Kerosinzuschläge gibt es teilweise schon und sie dürften in der Menge und Höhe ziemlich rasch steigen, falls sich nicht kurzfristig etwas an der Versorgungslage ändern sollte.

Lufthansa feiert 100

Die 100er Flotte der Lufthansa – (c): Lufthansa

Es ist ein besonderes Datum für Lufthansa, das gestern gefeiert wurde.

Am 6. April 1926 – vor 100 Jahren – brachte die Lufthansa (damals: „Luft Hansa“) ihre ersten Flüge in die Luft.

Zwei Flugzeuge machten sich an diesem Tag vom Flughafen Berlin-Tempelhof aus auf den Weg nach Zürich und Köln. Genau ein Jahrhundert später wurde dieses besondere Datum im Jubiläumsjahr am heutigen Ostermontag als chronologischer Höhepunkt gebührend gefeiert – unter anderem mit zwei Sonderflügen, die sich auf die historischen Routen der Erstflüge begaben.

100 Jahre LH: „Jubi“feier in Berlin

Eine Boeing 787-9 und ein Airbus A350-900, beide in blauer Jubiläumslackierung, waren am Morgen in Frankfurt und München gestartet. An Bord: Mitarbeitende von Lufthansa mit ihren Partnerinnen und Partnern, die als glückliche Gewinner einer internen Verlosung vom Unternehmen eingeladen worden waren, an diesem Tag in Berlin live dabei zu sein.

“Jubi”maschinen gestern in Berlin: Boeing 787-9 & Airbus A350-900 – Foto: Lufthansa / Jee Hae Youm

Insgesamt mehr als 600 Gäste, feierten bei einer Feststunde in Berlin den Höhepunkt des Jubiläumsjahres. Darunter auch der Regierende Bürgermeister von Berlin, Kai Wegner. Besonderes Highlight: Die Boeing 787-9 in Jubiläumslackierung erhielt den offiziellen Taufnamen „Berlin“.

Nachgeflogen: Erstflüge 1926

Gegen 15:15 Uhr verließen die Boeing 787-9 und der Airbus A350-900 dann die Hauptstadt in Richtung Zürich und Köln. Auf ihrer Reise überflogen die Sonderflüge die Orte, an denen am 6. April 1926 noch zwischengelandet wurde. Die Boeing 787-9 flog von Berlin über Halle, Erfurt und Stuttgart nach Zürich, der A350-900 über Magdeburg nach Köln. Auch die Flugnummern der beiden Flüge LH1926 und LH2026 sollten dabei an das besondere Jubiläum erinnern.

Historische Einsätze auch bei Luft Hansa: Junkers F13, das Flugzeug auf dem Weg zur JU52 – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD

Offizieller Festakt

Der protokollarische Höhepunkt des Jubiläumsjahres von Lufthansa wird am 15. April mit einem Festakt in Frankfurt stattfinden. An diesem Tag wird auch Bundeskanzler Friedrich Merz im Lufthansa Group Hangar One, dem neuen Konferenz- und Besucherzentrum an Flughafen Frankfurt, erwartet.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*