Reise News 18.08.26 – LGBTQ+, Party, Welterbe, Sommerabende

Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD

Reisen & Toleranz: Entwicklung bei der wahrgenommenen Sicherheit queerer Reisender

LGBTQ+-Tourismus gehört seit Jahrzehnten zu den dynamischsten Segmenten des internationalen Reisemarktes. Gleichzeitig gewinnen Fragen nach Sicherheit, Akzeptanz und verlässlichen Orientierungshilfen für queere Reisende weltweit zunehmend an Bedeutung.

Die zweite gemeinsame Untersuchung von ITB Berlin, A3M Global Monitoring und Diversity Tourism hat globale Trends in Sachen Reisesicherheit analysiert. Ergebnis: Kanada, die Niederlande, Spanien und Österreich zählen zu den positiv bewerteten Reisezielen, während sich die Wahrnehmung der Situation in den USA deutlich verändert hat.

Grafik: A3M

Sicherheit wahrnehmen

Die Ergebnisse zeigen: Sicherheit auf Reisen hängt nicht allein von rechtlichen Rahmenbedingungen ab. Ebenso entscheidend sind gesellschaftliche Akzeptanz, regionale Unterschiede und persönliche Erfahrungen vor Ort. Die Studie macht sichtbar, wie sich die Wahrnehmung der Reisesicherheit innerhalb von zwei Jahren verändert hat und welche Faktoren das Sicherheitsempfinden queerer Reisender prägen.

Die Studie „LGBTQ+-Reisesicherheit 2026“ wurde von Dezember 2025 bis Mai 2026 durchgeführt und durch Interviews mit LGBTQ+-Tourismusexpert:innen sowie erfahrenen Reisenden ergänzt. In Verbindung mit der aktualisierten „LGBTQ+-Risk Map 2026“ von A3M Global Monitoring zeigt sie aktuelle Entwicklungen bei Sicherheit, Akzeptanz und Risiken für queere Reisende weltweit.

Duval Street Key West 2003 Foto: Florida Keys News Bureau

Hamburg: Miniatur Wunderland feiert 25. Geburtstag

Am vergangenen Samstag wurde jedenfalls kräftig gefeiert. An der Bedeutung als touristische Destination zweifelt niemand mehr.

Gerrit & Frederik Braun bei der Eröffnung der Jubiläumsnacht – Foto: Miniatur Wunderland

Vor 25 Jahren, zur Eröffnung, sah das sicher noch anders aus. Als am 16.08.2001 um 12.00 Uhr die ersten Gäste das Miniatur Wunderland betraten, konnte sich noch niemand vorstellen, was in diesem alten Hamburger Speicher entstehen würde.

Kurz zuvor hatte Wunderland-Gründer Frederik Braun während der Eröffnungszeremonie mit dem damaligen Hamburger Bürgermeister Ortwin Runde noch vollmundig verkündet, es sei zwar noch nicht fertig, aber der erste Bauabschnitt erledigt. 300 von 544 Quadratmetern Traumlandschaft waren verwirklicht. Sein Zwillingsbruder Gerrit fügte damals hinzu, dass am Ende 500 Züge mit 7.000 Waggons auf 5.000 Metern Gleis fahren sollten.

Es geht einfach weiter

Auch 25 Jahre später ist noch kein Ende in Sicht – sicher ist nur, dass die beiden mit ihren Prophezeiungen völlig danebenlagen. Mittlerweile sind aus 300 Quadratmetern 1.694 geworden, aus 5.000 Metern Gleis 16.491 und aus 500 Zügen, die einmal das Ziel für den Endausbau waren, 1.231 mit über 12.000 Waggons.

Auch im Hinblick auf Bekanntheit und Besucherzahlen haben sich die Wunderland-Gründer komplett verrechnet. In den ersten Prognosen hofften die beiden auf 100.000 Besucher im Jahr. Im März 2025 durfte das Wunderland seine 25-millionste Besucherin begrüßen. Für 2026 wird mit etwa 1,6 Millionen Besucherinnen und Besuchern gerechnet. Menschen aus allen Teilen der Welt reisen inzwischen eigens für den Besuch des Wunderlandes nach Hamburg.

Rückblickend hätte kaum jemand damit gerechnet, dass sich aus einem leicht angestaubten Hobby, dessen große Zeit auch 2001 längst vorbei schien, eine Weltattraktion entwickeln würde.

Fragt man Besucher, was sie am meisten schätzen, tauchen immer wieder dieselben Begriffe auf: Detailliebe, Kreativität, Perfektion – und immer neue Erfolge.

Party mit sozialem Anliegen

40 Quadratmeter Monaco – Foto: Miniatur Wunderland

Eines war für die Gründer klar: 100 Plätze sollen an Menschen gehen, die sich die 150 Euro Eintritt schlicht nicht leisten können oder gerade eine verdammt schwere Zeit durchmachen. Deshalb wurden die letzten 80 Tickets versteigert. Wer mitbot, finanzierte damit gleichzeitig den Besuch eines anderen Menschen. Alles über 300 Euro pro Ticket ging zusätzlich an den Wunderland eigenen Verein Kleine Wunder e.V.

Das höchste Gebot lag bei über 600 Euro für ein einziges Ticket. Am Ende hatten 80 Gäste nicht nur sich selbst, sondern tatsächlich alle 100 eingeladenen Menschen finanziert. Obendrauf kamen noch 3.000 Euro für „Kleine Wunder e.V.“

Was bleibt sind weder die Versteigerung noch die Rekordgebote. Es sei, so die Macher, die Erkenntnis, dass 80 Menschen völlig fremden Menschen eine Nacht geschenkt haben, die sie niemals vergessen werden.

Travemünde: Roboter übernimmt Massage

“aja-Travemünde” (rechts) vor dem Maritim Hotelturm

Nach einer erfolgreichen Testphase im „aja Travemünde“ wird der robotergestützte Massageservice nun fest in das Spa-Angebot des Resorts integriert.  Als eine der ersten größeren Ferienhotelgruppen im deutschsprachigen Raum setzt die „DSR Hotel Holding“ eine Massageanwendung im regulären Hotelbetrieb ein. Das Resort an der Lübecker Bucht dient weiterhin als Pilotstandort für die schrittweise Einführung in weiteren Häusern. Im ersten Quartal 2027 soll die Technologie auch in ausgewählten weiteren Hotels der Marken „aja“ und „A-ROSA“ eingesetzt werden.

Automatisierte Wellness?

Massageroboter im aja-Travemünde – Foto: Felix Gänsicke / DSR Holding

Der Massageroboter führt vorab ausgewählte Massageprogramme mit gleichmäßigen und präzisen Bewegungsabläufen aus. Druckstärke und Geschwindigkeit können während der Behandlung individuell angepasst werden. Bedient wird das System über eine Handsteuerung, sodass die Gäste die Intensität jederzeit an ihr persönliches Empfinden anpassen können.

Der Massagekopf ist mit vier beheizbaren Steinen ausgestattet, deren Temperatur während der Anwendung konstant bleibt. Ergänzt wird die Behandlung durch eine Wärme- und Rotlichtfunktion sowie integrierte Lautsprecher mit Entspannungsmusik. So verbindet das System mehrere Elemente zu einer automatisierten Wellnessanwendung.

Die robotergestützte Massage ist für Hotel- und externe Spa-Gäste buchbar. Die Preise liegen bei 29 Euro für 30 Minuten und 39 Euro für 45 Minuten.

Open House im UNESCO-Welterbe

Bamberg – Kultur in jeder Hinsicht – Foto: Frankentourismus

Am 13. September 2026 richtet Bamberg die bundesweite Eröffnung des „Tags des offenen Denkmals“ aus. Damit findet der Auftakt erstmals seit zehn Jahren wieder in Bayern statt. In der UNESCO-Welterbestadt Bamberg können die Besucher:innen am Aktionstag historische Bauwerke besichtigen und Orte kennenlernen, die sonst nicht oder nur eingeschränkt zugänglich sind.

Als zentraler Treffpunkt dient der Maxplatz mit einer Veranstaltungsbühne und dem „Markt der Möglichkeiten“. Ausgewählte Schaubaustellen der Deutschen Stiftung Denkmalschutz zeigen außerdem, wie Fachleute historische Gebäude erforschen, restaurieren und erhalten. Begleitend zur Eröffnung locken bei einem Gewinnspiel verschiedene Preise rund um die Welterbestadt in Franken.

Mainau: Sommeraktivitäten

Schloss Mainau Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD

Laue Sommerabende, ein kühles Getränk und Kino unter freiem Himmel: Vom 20. bis 23. August verwandelt sich das Sonnendach der Insel Mainau jeweils ab 19.30 Uhr in einen stimmungsvollen Open-Air-Kinosaal. Auf dem Programm stehen „Glennkill“, „Mamma Mia!“, „Grand Budapest Hotel“ und zum Abschluss „Same Sun – Mit dem Fahrrad durch Afrika“. Beim Finale am 23. August ist Filmemacherin Wiebke Lühmann persönlich zu Gast und erzählt von ihrer mehr als 20.000 Kilometer langen Fahrradreise durch Afrika.

Nordisches Sommer-Gefühl wartet am 22. August in der Schwedenschenke: Beim „Schwedischen Sommerabend“ treffen von 18 bis 22 Uhr traditionelles Smörgåsbord, sommerliche Getränke und schwedisches Flair auf die besondere Atmosphäre der Blumeninsel.

Mainau: Schwedenturm – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD

Zum Monatsende wird es schließlich noch einmal farbenprächtig: Ab dem 28. August startet die Dahlienwahl – in diesem Jahr zum 75. Mal. Aus mehr als 10.000 Dahlien in rund 260 Sorten kann die persönliche Lieblingsblüte gewählt werden.

Ätna: Weitere Einschränkungen

Ätna – Sizilien – Foto: ENIT

Sah es so aus, dass sich der vulkanische Ascheausstoß in der Region Catania etwas beruhigt hatte, gibt es jetzt erneute Einschränkungen am Flughafen von Catania. Betroffen sind hauptsächlich Landungen. Passagiere werden weiterhin aufgefordert, mit ihrer Airline Verbindung aufzunehmen, da ein regulärer Betrieb auf dem Airport in Sizilien nicht garantiert werden kann. Pauschalurlauber erhalten die Fluginformationen direkt von ihrem Veranstalter.

München: Ursachenforschung nach Beinahe-Flugunglück

Foto: Michael Fritz / Flughafen München

Betroffen ist eine Boeing 787-9 (Dreamliner) von Vietnam Airlines. Die Maschine war am Samstagnachmittag in letzter Sekunde vor Runway-Ende gestartet, hatte dabei viel Staub aufgewirbelt. Anschließend zog sie Schleifen über dem Münchner Airport, um nach Ablassen von Kerosin, um nach eineinhalb Stunden wieder zu landen. Während der Landung kam es zu großer Rauchentwicklung im Fahrwerk. Nach dem Stillstand, konnte die Maschine die Nordbahn des Flughafens 26 R nicht aus eigener Kraft verlassen, da die Reifen des Hauptfahrwerks stark beschädigt waren.

Die Schadensursache wird derzeit ergründet. Es könnte sein, dass die Fahrwerkbremsen bereits beim Start blockiert haben. Das würde den geringeren Schub und das späte Abheben der Boeing 787-9 erklären. Die Maschine steht weiterhin in München. Bei der Notlandung am Samstag kam niemand zu Schaden.

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