2 Wochen Gesundheit tanken und eventuell sogar abspecken?
Rüdiger Edelmann – Foto: Holger Leue
Auf geht’s kann ich derzeit noch sagen. Wer sich in den letzten Tagen gefragt hat, warum es eigentlich keine Reiseradio-News gibt, den kann ich jetzt mit Anderem entschädigen. So hoffe ich zumindest.
Ab heute realisiert sich ein Projekt, das einen langen Vorlauf hatte. Sewit geraumer Zeit will ich nämlich nicht nur ein paar Kilo loswerden, sondern würde gar zu gerne berichten, wie so etwas in einem privaten Kururlaub möglich gemacht wird.
Die Suche nach einer solchen Chance wird jetzt real. Heute bin ich angekommen und bleibe bis zum 19. November. Zwei Wochen lang heißt es jetzt Erfahrungen sammeln und im wahrsten Sinn des Wortes am eigenen Leib zu spüren.
Wer jetzt die Nase rümpft und zum X-ten Mal meint, dass sich so etwas auf einer Standard-Pressereise nicht in Erfahrung bringen lässt, dem stimme ich zu. Das war auch der Grund, warum ich nicht zwei Tage, sondern zwei Wochen bleibe. Dieses Projekt tut (hoffentlich) auch mir gut und deshalb habe ich es auch selbst bezahlt. Ja, einen Rabatt habe ich bekommen, sonst aber auch nix. Und jetzt wünsche ich viel Erkenntnis und auch ein wenig Vergnügen bei der Darstellung sehr subjektiver Erlebnisse: Rüdiger nimmt ab und Ihr dürft dabei sein; wenn das kein Spaß wird.
Selbstverständlich wird daraus auch ein Podcast. Auf den müsst Ihr aber warten bis ich zurück bin. Das Tagebuch kommt jetzt täglich und 15mal.
Tag 1 – Donnerstag 05. November
Den „Deal“ haben wir vor einem guten halben Jahr eingetütet. Ab heute läuft die Zeit. Wir, das sind die „Ensana Health Spa Hotels“ und das Reiseradio. Die konkrete Wahl fiel auf das Hotel „Hvězda“ in Mariánské Lázně. Wie sagte doch der Marketingmann von Ensana gefragt nach dem am besten geeigneten Hotel so spaßig: „Weißt Du, Nix zu essen können wir überall anbieten“. Das war ein guter Gag, aber nicht mal die halbe Miete.
Die Fahrt
Alsdann: Die Anfahrt mit dem Auto ins tschechische Marienbad dauert, inklusive Nachladen und Pause ziemlich genau 5 Stunden.
Auto laden im Novembersonnenschein – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Für November habe ich einen Supertag erwischt. Frisch, aber Sonne satt auf der ganzen Anfahrtsroute.
Marienbad: Das Hotel
Kurz nach 15 Uhr bin ich am Ziel. Der Check-In mit den ersten Hinweisen geht zügig und superfreundlich. Tschechisch kann ich nicht. Der Versuch mit Englisch erntet die Frage „Können wir auch Deutsch sprechen?“ – Das nur für alle potentiellen Gäste, die Angst haben könnten, dass die Verständigung schief gehen könnte.
Mein Zimmer ist wunderschön eingerichtet. Ein Schreibtisch, ein Sessel zum Fernsehen, ein Balkon und genügend Platz in den Schränken. Das Bad ist frisch renoviert und bietet sogar eine Regendusche.
Zum sehr entspannten Programm des ersten Nachmittags gehört der Besuch bei der „Krankenschwester“. Sie ist gewissermaßen, die „Abfragerin“ für die ersten wichtigen Gesundheitsinformationen. Allergien, regelmäßige Medikamente, Blutdruck, chronische Krankheiten und Einiges mehr. Nachdem das notiert ist, bekomme ich die ersten beiden Termine für Tag 2.
6 Uhr 30: Labor. Urintest mitbringen und Blutabnahme.
8 Uhr 10: Einführungsgespräch mit der Kurärztin
Danach könne ich mir meinen Kur-Plan an der SPA-Rezeption abholen. Fürs Frühstück sei dann noch Zeit bis 10 Uhr. Das wiederum heißt heute nicht zu spät schlafen gehen. Immerhin kann ich in Erfahrung bringen, dass angesichts meiner Gesundheitspläne insgesamt 48 Anwendungen in den nächsten 13 Tagen anstehen. Das wären dann 3-4 pro Tag, wobei ich nicht weiß, ob am Wochenende reduziertes Programm stattfindet.
Wie auch immer, über „Langeweile“ werde ich nicht klagen müssen, denn es gibt ja auch noch das Schwimmbad, eine Sauna, das Tepidarium (bitte fragt noch nicht, was das ist) und ein umfängliches Fitness-Center.
Die Anwendungen sind räumlich weit verzweigt. So kommt vermutlich auch die erforderliche Tagesschrittzahl zusammen, denn Fitness soll ja auch ein wichtiges Thema sein.
Frische Luft
Marienbad am frühen Abend – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Nach dem langen Sitzen im Auto ist mir nach Kenntnis der ersten Planungen nach ein paar Schritten in frischer Luft. Mein Hotel liegt ziemlich zentral in der Nähe der historischen Kolonaden, also nix wie hin. Inzwischen (17.00 Uhr) ist es fast dunkel geworden. Die Temperatur sinkt und die Temperaturanzeige an den Kolonaden, verspricht 0 Grad. Eigentlich klar, denn Marienbad liegt zwischen bewaldeten Hügeln und auf einer Meereshöhe zwischen 560 und 640 Metern. Die kühle Luft ist erfrischend, leichter Dunst zieht herein und die Nacht wird vermutlich neblig.
Novembertemperaturen in Marienbad um 17.30 Uhr – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Selbiges ist angesetzt für die Zeit zwischen 17 Uhr 30 und 20 Uhr. Alle Mahlzeiten finden übrigens in Büffetform statt. Hier muss ich meine erste Lektion lernen: Nicht nur ich, sondern gefühlt alle anderen Bewohner, kommen gegen 18 Uhr 30. Dementsprechend voll, laut und wenig entspannt ist die Sache dann im ziemlich großen Restaurant. Durch die Menge der Menschen kommen fast schon Kantinengefühle auf. Nach 19 Uhr wird es dann wesentlich ruhiger und luftiger. Ich werde morgen erst um 7 zum Essen gehen und hoffe, dass das nicht alle weiteren Gäste ebenfalls beschließen.
Noch ein kleiner Rundgang ums Haus und jetzt sitze ich hier und schreibe. Aber nicht mehr lang, denn jetzt ist Schluss für heute.
Der Wecker klingelt schließlich um halb 6.
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