D-RR News 02.08.21 – Test & Inzidenz / Island / Eurowings / Inselradio

Rüdiger Edelmann

Klar oder nicht klar, das ist derzeit die Diskussionsfrage und ehrlich gesagt verstehe ich die prompt einsetzende Kritik an den aktuellen Entscheidungen nicht so recht. Es kann doch nicht angehen, dass sich Quarantäneregeln nach dem Ermessen der möglichen Erwartbarkeit von Entwicklungen richten. Allein die sprachliche „Verquastheit“ dieses Satzes zeigt doch schon, wie schräg die sofort wiedereinsetzende Kritik, letztlich ist.

Klare Regeln werden verlangt. Wenn es klare Regeln, wie zum Beispiel die generelle Testpflicht bei Einreise nach Deutschland gibt, ist es dann schon wieder kritikwürdig, wenn sich Nachteile für Reisende ergeben könnten. Ja, wir haben eine Krise und ja, die Infektionszahlen steigen gerade wieder. Was bitte ist schlecht an einer Quarantäneverpflichtung für Einreise aus einem Hochinzidenzgebiet? Aus der Kritik, dass die Quarantäne für Familien mit geimpften Eltern und noch ungeimpften Kindern damit unumgänglich sei, spricht doch in erster Linie die Angst vorm wieder einbrechenden Pauschaltourismus in Volumenmärkten.

Reiseverbote gibt es keine mehr. Jeder darf verreisen und muss möglicherweise bei der Rückkehr mit Kontrolle und Quarantäne rechnen. Das soll dem Schutz aller dienen. So what! Die Debatte um Reisefreiheiten, angesichts der stockenden Impfbereitschaft, ist zudem zynisch. Vermutlich haben wir es nicht besser verdient.  

Testpflicht in Kraft

Foto: Bundespolizei

Seit gestern gilt die generelle Pflicht zur Vorlage eines negativen Corona-Tests bei der Einreise nach Deutschland um nicht in Quarantäne zu müssen. Ausgenommen von der Verpflichtung sind Kinder unter 12, sowie geimpfte oder genesene Personen. Die Tests im Ausland sind, wie bisher kostenpflichtig.

Kontrolliert wird flächendeckend bei der Einreise an Airports und Häfen bei der Ankunft per Schiff oder Flugzeug. Wer per Bahn oder mit Bus und Auto nach Deutschland einreist, muss mit stichprobenartigen Kontrollen rechnen. Das teilte das Bundesinnenministerium am Wochenende mit. Schwerpunkte der Kontrollen sind ganz klar die Grenzübergänge aus dem Süden von Österreich, der Schweiz und auch Tschechien.

Wer ohne Test angetroffen wird, muss in Quarantäne und es warten hohe Geldstrafen von bis zu 25.000 Euro.

Reaktionen auf die neuen Risikoeinstufungen

Seit dem Wochenende gilt auch die Neueinstufung für Risikogebiete. Wir haben am Samstag darüber berichtet.

Der Deutsche Reiseverband (DRV) äußert Kritik an der Neubeurteilung und den daraus erwachsenden Folgen, insbesondere für Familien mit Kindern unter 12 Jahren. Die neuen Regeln bei der Einreise aus Hochinzidenzgebieten, wie aktuell auch Spanien oder Portugal, bedeuteten eine Quarantänepflicht von 5 Tagen für Kinder unter 12, selbst wenn die begleitenden Erwachsenen bereits vollständig geimpft seien. Damit hätten Familien einen klaren Reisenachteil, da es zurzeit noch keine Impfmöglichkeit für Kinder unter 12 gäbe.

Verbunden damit ist die Kritik an der Neuordnung in nur noch zwei Risikogebiete. Die Einstufung Hochrisikogebiet startet jetzt bereits bei einem Inzidenzwert von 100 und nicht wie vorher bei 200. Der DRV fordert die Berücksichtigung weiterer Kriterien um die Einstufung realistischer und durchschaubarer zu machen. Die Kritik entzündet sich dabei hauptsächlich an der Senkung des jetzt gültigen Inzidenzwerts.

Neuer Gewerkschaftskrach bei der Bahn

Er wurde ausgelöst durch die Äußerung eines Bahnsprechers, dass die Überprüfung von Negativtests oder Impfnachweisen vom Zugpersonal oder Mitarbeitern des Bereichs „DB-Sicherheit“ überprüft werde. Reisende, die keinen Nachweis vorlegen könnten, würden im Anschluss an die Bundespolizei gemeldet. Dem hat die Bahngewerkschaft EVG jetzt heftig widersprochen. Gewerkschaftsboss Klaus-Dieter Hommel erklärte:

Zugbegleiterinnen und Zugbegleiter sind keine Maskenpolizei und auch keine Corona-Test-Kontrolleure.

Diese Aufgabe müsse von behördlicher Seite, sprich der Bundespolizei wahrgenommen werden. Ärger ist also vorprogrammiert.

Island mit Hochinzidenzzahlen

Die Aufhebung der Corona-Einschränkungen im Alltagsleben liegt noch nicht lange zurück. Jetzt kämpft man auf der Insel wieder mit Inzidenzwerten von rund 280, bezogen auf die Werte innerhalb von 14 Tagen und hunderttausend Einwohner. Die logische Folge ist die Wiedereinführung von Beschränkungen. Kneipen und Clubs müssen ab sofort wieder spätestens um 24 Uhr schließen, ein Sakrileg in Island, wo das Nightlife erst gegen 23 Uhr startet. Weiterhin gelten wieder die Abstandsregeln von mindestens einem Meter und eine Maskenpflicht in öffentlichen Innenräumen. Falls die Werte so bleiben, droht auch Island wieder die Einstufung als Hochinzidenzgebiet.

Teurer durch die Hintertür

Eurowings-Maschine am Flughafen Düsseldorf (Archivfoto)

Das, was gerade in anderen Ländern als Schlag ins Wasser teilweise wieder zurückgedreht wird, soll künftig finanzieller Heilsbringer einer Airline werden. Eurowings hat bekanntgegeben, für den sogenannten „Basic-Tarif“ künftig Gebühren fürs Handgepäck zu erheben. Die Mitnahme des Standard-Handgepäckkoffers (55x40x23 Zentimeter) soll ab 31. August, mindestens 10 Euro kosten, pro Strecke versteht sich. Kleinere Gepäckstücke wie Taschen oder Rucksäcke sollen weiter kostenfrei bleiben. Damit beginnt das große Nachmessen, die Diskussion um Zentimeter und der Ärger beim Kunden. Höhere Tarife, wie „Smart“ und „Bizz“ sind davon nicht betroffen. Der günstigste Tarif wird quasi zum Rechenexempel.

Die Airline begründet das Vorgehen mit der Angleichung an Tarifgebühren anderer Fluggesellschaften. Letztlich ist es die Botschaft besser gleich den teureren Tarif zu buchen, um Diskussionen aus dem Weg zu gehen.

Inselradio feiert Jubiläum

25 Jahre Inselradio: Neue Technik bestimmt das Heute – Foto: Inselradio Mallorca

Die Kolleginnen und Kollegen von „Inselradio Mallorca“ haben allen Grund stolz zu sein. Seit 25 Jahren wird ein deutsches Exklusivprogramm für Mallorca produziert und erfreut sich großen Erfolgs. Bis zu 400.000 Hörer erreicht das Programm jeden Tag.

„Inselradio“ hat sich im wahrsten Sinn des Wortes aus dem anfänglichen „Kellerstudio“ in Palma zu einem hochmodernen Sender mit attraktivem Studio und direktem Blick auf den Yachthafen hochgearbeitet. Seit 2014 produziert man, neben dem Klassiker, zusätzlich das sprachlich internationale „Mallorca Sunshine Radio“. Der Macher und Gründer Daniel Vulic ist heute noch an Bord. Sicher auch ein Garant des Radio-Erfolgs auf der Urlaubsinsel.

Dank neuer Technik und Internetstreaming ist „Inselradio Mallorca“ heute auch fester Bestandteil der Radio-Unterhaltung von Mallorca-Fans in aller Welt.

Ein herzliches „Happy Birthday“ nach Palma!

Inselradio: Die Anfänge vor 25 Jahren Studio im Keller in Palma – Foto: Inselradio Mallorca

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