D-RR News 06.04.22 – Klima & Geschäft / Lockerung & Chaos

Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD

Die Zahlen des Tages (RKI)

1.322,2

(7 Tage Inzidenz pro 100.000 Einwohner)

214.985

(Neuinfektionen innerhalb der letzten 24 Stunden)

340

(Todesfälle innerhalb der letzten 24 Stunden)

130.708

(Todesfälle in Deutschland seit Beginn der Pandemie)


TUI startet früher in Griechenland

Foto: TUI

Die Buchungszahlen beflügeln im wahrsten Sinn des Wortes und Klappern gehört offensichtlich immer noch zum Marketinggeschäft. TUI hat den Saisonstart für Griechenland nicht nur um vier Wochen nach vorn verlegt, sondern zum Start auch gleich eine Maschine ihres Ferienfliegers TUIfly am HER-Airport auf Kreta taufen lassen.

Die griechische Reisebranche zeigt sich dankbar. Tourismusminister Vassilis Kikilias sagte während der Zeremonie:

Wir freuen uns, dass TUI in diesem Sommer einen Gästerekord mit über 3 Millionen Urlaubern für Griechenland aufstellen will und heißen die ersten Gäste, die in diesem Jahr schon vier Wochen früher kommen, ganz herzlich willkommen. Mit TUI verbindet uns seit über fünf Jahrzehnten eine hervorragende und vertrauensvolle Zusammenarbeit. Das stimmt uns optimistisch und wir sehen einer erfolgreichen Urlaubssaison für Griechenland entgegen.

Der Konzern hat sein Griechenlandangebot noch einmal aufgestockt und bietet jetzt rund 4.500 Hotels in 24 Einzeldestinationen. Der angestrebte Rekord hat zweifelsfrei auch seine klimatischen Schattenseiten. Der Gesamtkonzern benötigt für den Rekordversuch von 3 Millionen Urlaubern während der Sommersaison 2022 etwa 40.000 Flüge zu 19 griechischen Airports.

Klima: Vorstellungen, Erwartungen und Forderungen

Frankfurt Rhein-Main, Terminal 2 – Foto: Fraport

In ihrem Klimaschutzprogramm „Fit for 55“ schlägt die Europäische Kommission drei Instrumente für den Luftverkehr vor: die Einführung einer Kerosinsteuer, eine Verschärfung des Emissionshandels (ETS) sowie die Einführung einer ansteigenden Quote für nachhaltige Kraftstoffe (Sustainable Aviation Fuels = SAF). Bis 2050 soll der Luftverkehr CO2-neutral werden.

Nachbesserungsforderung

Die Lufthansa Group, Fraport und die Flughafen München GmbH wollen diese ambitionierten Klimaschutzziele unterstützen. Das wurde in einer gemeinsamen Pressekonferenz am Montag mitgeteilt. Alle drei Unternehmen verfolgten eine klare Klimaschutzagenda und trieben die „Dekarbonisierung“ mit hohen Investitionen voran. Gleichzeitig forderten die drei deutschen Luftfahrtunternehmen eine Klimapolitik, die fairen Wettbewerb mit der Konkurrenz außerhalb Europas sichere und die Verlagerung von Verkehr und CO2-Emissionen ohne Nutzen für das Klima (Carbon-Leakage) verhindere.

Gefordert werden deshalb Korrekturen, die einseitige Kostensteigerungen für europäische Netzwerkairlines und Drehkreuze zur Folge hätten. Man müsse Klimaschutz vorantreiben und trotzdem die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Airports und Fluggesellschaften sichern. Falls die Richtlinien so verabschiedet würden, drohe der Verlust von über 250.000 Arbeitsplätzen und die Flugpreise würden um mindestens 25 Prozent steigen.

Konkurrenz nicht bevorzugen

Da die vorgeschlagenen Vorgaben nur für europäische Fluggesellschaften und Drehkreuze gelten würden befürchtet man eine Verlagerung des Flugverkehrs weg von Deutschland, wenn die EU-Maßnahmen so umgesetzt würden. Dies führe zu einem Ausweichen auf außereuropäische Flughäfen und aufgrund der günstigeren Preise zu unnötigen Zubringerflügen zu Airports wie zum Beispiel Istanbul.

Weltklimabericht

Klimawandel & die Folgen – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD

Ebenfalls am Montag wurde der Weltklimabericht 2022 vorgelegt. Dieser zweite Teilbericht des Weltklimarates (IPCC) über Klimafolgen und Klimaanpassung, der jetzt von den IPCC-Mitgliedstaaten verabschiedet wurde, fordert ein konsequentes und vor allem globales Handeln. Es sei zu spät für die Ziele, wenn der CO2-Ausstoß nicht schneller sinke. Die Verhinderung des durchschnittlichen, weltweiten Temperaturanstiegs um 1,5 Grad sei nur möglich, wenn die Treibhausemissionen bereits ab 2025 kontinuierlich sinken und in nur acht Jahren um 45 Prozent reduziert würden. Dafür müssten alle Wirtschaftszweige ihren Anteil leisten.

Lockerungs-Durcheinander

Die geschnupperte Morgenluft führt ganz offensichtlich zu einem unkoordinierten Lockerungswahn.

Die Maskenpflicht im öffentlichen Raum Deutschlands ist gefallen.

Die Isolierungspflicht nach einer Infektion wurde, kurz vor knapp wieder eingefangen, nachdem sie bereits zum 1. Mai für beendet erklärt worden war.

LH-Chef Carsten Spohr redet von einem Fall der Maskenpflicht an Bord von Flugzeugen im Lauf des Monats Mai.

Foto: Lufthansa

Malta erleichtert die Einreise für nicht geimpfte Besucher ab 11. April. Dann geht die Quarantänepflicht für nicht geimpfte Personen zu Ende und wird durch eine PCR-Testpflicht ersetzt.

Kuba hat die Testpflicht mit Wirkung von heute außer Kraft gesetzt. Sie sollen nur noch stichprobenhaft durchgeführt werden. Auch die Vorlage eines Impfnachweises ist nicht mehr erforderlich. An der Maskenpflicht am Flughafen bleibt aber bestehen.

Oldtimer vor dem Capitol in Havanna – Fotocredit: oldcarshavana.com – Annie Ehringhaus

Die Diskussion um die Impfpflicht treibt offensichtlich politisch-seltsame Blüten ohne Berücksichtigung der Perspektive, was im Herbst bei niedriger Impfquote wieder auf uns zukommen könnte. Man darf auf die politischen Entscheidungen im Bundestag gespannt sein.

EU-Roaming bis 2032 gesichert

Telefonieren und Surfen per Smartphone im europäischen Urlaub ist gesichert. Die bisherige Regelung wäre eigentlich Ende Juni ausgelaufen, ist jetzt aber verlängert worden. Das EU-Parlament hat die Fortsetzung beschlossen. Jetzt müssen die Mitgliedsstaaten noch zustimmen. Dies gilt allerdings als Formsache. Damit bleibt es beim kostenfreien innereuropäischen Roaming in den 27 EU-Staaten, sowie in Island, Liechtenstein und Norwegen.

Portugal: Flughafenstreiks über Ostern

Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD

An den portugiesischen Airports droht ein Streik des Abfertigungspersonals zwischen Karfreitag und Ostersonntag (15. – 17.04.). Die Mitarbeiter der Abfertigungsgesellschaft Portway wurden von der Gewerkschaft Sintac zum Streik aufgerufen. Beim Streit mit der Arbeitgeberseite geht es um nicht gezahltes Urlaubsgeld, aber auch um nicht eingehaltene Regelungen bei der Jobentwicklung und ungerechtfertigte negative Personalbeurteilungen, die die Karriere behinderten. Die Gewerkschaft beklagt insbesondere eine einseitige Benachteiligung ihrer Mitglieder.

“Streifenhörnchen und Zebra”

Neue Livery: Condor Airbus A321 – Grafik: Condor

Die neue „Livery“ voran die Flugzeuglackierung des Ferienfliegers Condor sorgte seit Montagnachmittag für heftigen Meinungsaustausch in den sozialen Medien. Wer seinen optischen Auftritt so radikal verändert muss mit Reaktionen rechnen. Dabei hat die Condor wohl Glück gehabt.

Es gab viel Lob für den neuen Auftritt und damit das klare Bekenntnis zum Ferienflieger. Selbst die verhalten negativen Beurteilungen zollen dem Ferienflieger Respekt für seinen Mut.

Kompliment gehört aber vor allem dem gut geplanten Marketing. Die Neueinführung wurde professionell organisiert und umgesetzt. Gleich ob einem der neue Look gefällt oder nicht. Condor hat Schlagzeilen gemacht und das ist angesichts der harten Konkurrenz am Himmel sicher gut für Image und Geschäft.

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