D-RR News 09.11.20 – US-Wahlen / Einreise / Wirtschaft / Risikogebiete / Tropensturm

Ein ereignisreiches und gleichzeitig sonniges Wochenende liegt hinter uns. Am späten Samstagnachmittag erreichte uns aus den USA die Nachricht vom Sieg des demokratischen Präsidentschaftskandidaten Joe Biden und seiner Vizepräsidents-Kandidatin Kamala Harris. Ich müsste lügen, wenn ich sagen würde, ich hätte mich nicht gefreut.

Vor dreieinhalb Jahren, im Juni 2017 war ich zum letzten Mal in der amerikanischen Hauptstadt Washington. Bereits da hing ein düsterer Schatten über dem Land, trotz sonniger Tage. Die Tourismusbranche diskutierte aufs Heftigste darüber, ob es für die Reisestatistik so etwas wie einen Trump-Effekt gäbe oder nicht. Die offiziellen Vertreter waren mühsam damit beschäftigt, Optimismus zu verbreiten und die zurückgehenden Zahlen auf die Wechselkurse zu schieben. Der Schatten blieb und die Diskussionen gingen weiter. Genügend Anlässe gab es. Jetzt sollen erst einmal die ganz groben und großen Fehler angegangen werden: Rückkehr ins Klimaabkommen von Paris, Ausgleich im Land, Achtung vor Menschenrechten, die auf die ganz eigene amerikanische Weise missachtet wurden. Hoffnung schwebt über dem Land, verbreitet von den Wahlsiegern und den Menschen, die diese Entscheidung möglich gemacht haben. Natürlich ist nicht sofort alles gut. Natürlich wird es viele und lange Diskussionen geben. Hoffentlich wird die Gewaltbereitschaft im Land, das so viel bewegen kann, so viel zu zeigen hat, zurückgehen. Es wird Zeit, aber der Weg dorthin ist, bei allem aufkommenden Optimismus ein steiniger. Jedenfalls kann ich mich jetzt wieder über ein Bild von meiner Segway-Tour vor dreieinhalb Jahren freuen. Auf dass Würde und Menschlichkeit im „White-House“ wieder einziehen.

Juni 2017: Per Segway zum „Weißen Haus“

Einreisebestimmungen aus Risikogebieten

Wir haben schon mehrmals berichtet. Hier in Kürze die Zusammenfassung.

Seit gestern gilt: Alle, die aus einem Risikogebiet nach Deutschland einreisen, müssen sich in eine zehntägige Quarantäne begeben. Ein Corona-Test kann frühestens nach fünf Tagen durchgeführt werden. Ist dieser Test negativ, dann darf die Quarantäne auch vor Ablauf der zehn Tage verlassen werden. Alle Einreisenden sind zudem verpflichtet bei ihrer örtlichen Gesundheitsbehörde auf ihre Quarantäne hinzuweisen. Dafür gibt es jetzt eine digitale Einreiseanmeldung. Diese soll vollautomatisch dort ankommen und die entsprechenden Vorgaben überprüfbar machen. Dort muss auch der Test nach fünf Tagen beantragt werden.

Foto: Lufthansa

Die Umsetzung der generellen Verordnung liegt wieder bei den Ländern, die bereits damit beschäftigt sind ihre Sonderregeln umzusetzen. NRW macht eine Ausnahme bei Vorlage eines Negativ-Tests, der nicht älter als 48 Stunden sein darf. Rheinland-Pfalz behandelt Grenzpendler anders und macht Ausnahmen bei Menschen, die sich auf der Durchreise befinden oder sich nur für maximal 24 Stunden in Deutschland aufhalten. Es entstehen vollautomatisch Fragen. Ein Beispiel: Gilt die NRW-Ausnahme auch für Einreisende, die zum Beispiel ihren Wohnsitz in Niedersachsen oder Hessen haben? Wie schnell werden die Daten erfasst und kann ich deshalb sicher sein, nach fünf Tagen einen Test machen zu dürfen? Wie verlässlich kann die Kontrolle von Reisenden durchgeführt werden? Die Information über die Regeln des eigenen Bundeslandes bleiben weiter unerlässlich.

Luftfahrtgipfel ohne Entscheidungen

Von der pauschalen Finanzunterstützung der deutschen Airports ist nach dem Treffen vom Freitag außer heftiger Diskussion nichts übriggeblieben. Grund dafür ist auch der inhaltliche Streit zwischen Verkehrs- und Finanzministerium. Fest steht zumindest, dass es wohl kaum eine flächendeckende Finanzhilfe für Flughäfen geben wird, da auch vor der Krise viele Regional-Airports nicht kostendeckend gearbeitet haben. Der Flughafenverband ADV konnte sich deshalb mit seiner pauschalen Forderung für Finanzhilfe nicht durchsetzen.

Nicht viel los am Airport Kassel (KSF)

Wirtschaftliche Probleme werden massiver

Die ökonomischen Probleme vieler Betriebe aus der Reise-, Event- und Freizeitbranche werden größer. Nach FTI, dem drittgrößten Reiseanbieter auf dem europäischen Markt, hat jetzt die Reederei AIDA offensichtlich um Finanzhilfe beim Bund nachgefragt. Der NDR berichtete gestern, es gehe um eine Größenordnung von 400 Millionen Euro. AIDA gehört zum italienischen Kreuzfahrtkonzern Costa und beide wiederum zum amerikanischen Konzern Carnival-Cruises.

Costa und AIDA-Chef Michael Thamm spricht inzwischen auch von einer erheblichen Preiserhöhung für künftige Kreuzfahrten. Er nannte deine Größenordnung von 10 bis 15 Prozent.

Foto: Aida-Cruises

Risikogebiete: Bad News-Good News

Aus punktuellen und regionalen Reisewarnungen werden immer öfter wieder pauschale Ländernennungen und Ernennung zu Risikogebieten.

Risikogebiet sind, nach den neusten Meldungen jetzt ganz Italien, das komplette portugiesische Staatsgebiet mit Ausnahme von Madeira und den Azoren. Auch Dänemark ist Risikogebiet. Hier wurden lediglich Grönland und die Färöer-Inseln ausgenommen.

Nordgriechenland und die Provinzen rund um Athen sind Risikogebiet. Dort gilt derzeit aber ohnehin ein strenger Lockdown fürs ganze Land. Auch die Türkei gilt seit heute, ohne Ausnahme, wieder als Risikogebiet und ist mit einer Reisewarnung des Auswärtigen Amts versehen.

In Skandinavien zählt inzwischen auch Schweden wieder zum Risikogebiet (mit Ausnahme der Provinz Västernorrland). In Estland, Lettland und Litauen gibt es weitere regionale Risikogebiete und auch in Norwegen gilt jetzt der Großraum Oslo als Risikoregion.

Mauritius

Bei Ferndestinationen gibt es auch erfreuliche Nachrichten. Thailand hat ein besonderes Touristenvisum eingeführt. Es macht die Einreise in bestimmte Regionen unter strengen Vorgaben wieder möglich. Gute Signale kommen auch von den Seychellen, aus Barbados und Mauritius. Einige Risikogebiete, wie die Malediven lassen sich, trotz Reisewarnung buchen. Mögliche Reisen nach Französisch-Polynesien und Tahiti sind ebenfalls möglich, dürften aber den Reiseetat des Normalverbrauchers erheblich überschreiten.

Die USA, Kanada, Neuseeland oder Australien haben nach wir vor ein touristisches Einreiseverbot.

Tropensturm ETA in Florida

Mit Tropenstürmen und Hurrikans ist nicht zu spaßen – Florida

Nach erheblichen Schäden in den mittelamerikanischen Ländern Nicaragua und Guatemala ist Tropensturm ETA in den letzten 24 Stunden über Kuba hinweggezogen und sorgt jetzt in Süd-Florida für Gefahr. Derzeit tobt der Sturm über den Florida-Keys mit Windgeschwindigkeiten um 100 km/h und heftigen Regenfällen. Die Bahn des ehemaligen Hurrikans verläuft in einem Zick-Zack-Kurs. Nach den Berechnungen des „National Hurricane Centers“ könnte der Sturm jetzt wieder in den Golf von Mexiko ziehen, um anschließend nach Osten in Richtung auf die Westküste von Florida zu ziehen. Sturmwarnungen bestehen für die gesamte Westküste des US-Bundesstaats von Apalachicola im Norden bis nach Naples im Süden.

Reisesafety: Covid-19-Versicherung bei LH-Group

Lufthansa, SWISS und Austrian Airlines bieten ihren Fluggästen neben flexiblen Umbuchungsmöglichkeiten und der Abschaffung der Umbuchungsgebühr nun eine weitere Option. Ab sofort sind zusätzliche Covid-19 Leistungen in den bisherigen Versicherungspaketen enthalten, die vom bestehenden Versicherungspartner der Airlines angeboten werden. Der Kunde hat die Wahl zwischen: „Travel Care“ und „Travel Care Plus“.

Das Versicherungspaket der Travel Care-Option umfasst eine Ausgleichszahlung für den Fluggast, sollte sich dieser wegen einer Covid-19 Infektion an seinem Zielort in Quarantäne begeben müssen. Gleichzeitig beinhaltet die Option eine Reiserücktritts- und Reiseabbruchversicherung. Neben diesen Leistungen übernimmt die Travel Care Plus-Option zusätzlich medizinische Kosten im Falle einer Covid-19 Erkrankung des Fluggastes. Auch ein eventueller medizinischer Notfallrücktransport ist abgedeckt.

Die Versicherungsoptionen sind ab sofort für Fluggäste mit Wohnsitz in Deutschland, Österreich und der Schweiz über die direkten Vertriebskanäle buchbar.

Foto: Lufthansa

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