D-RR News 17.12.20 – Teneriffa / Sachsen / Mecklenburg-Vorpommern / TUIfly

Kanaren müssen weiter warten - Foto: Turismo de Tenerife
Rüdiger Edelmann

Es ist die Zeit der Zahlen. Unternehmen und Organisationen ziehen Bilanz und rechnen nach. 50 Prozent weniger Kunden auf den Bahn-Fernstrecken, 80 Prozent Umsatzeinbruch in der Reiseindustrie. Hoffnung auf Umsatzrückkehr zu 60 Prozent des Jahres 2019, usw. Doch was will uns das sagen? Ich erwische mich dabei hinter den Zahlen Menschen zu sehen. Hinter all diesen Zahlen stecken Schicksale, Menschen und Tragödien.

Ich stelle fest, dass Hilfe versprochen wird, aber Zahlungen ausbleiben und ich erwische mich dabei, dass ich feststelle, dass sich die Reiseindustrie gegenseitig kannibalisiert. Gegenseitige Hilfe wäre angesagt. Stattdessen lese ich von Provisionsrückforderungen, falls künftig flexiblere Tarife zu Stornierungen führen. Was hat das noch mit Solidarität zu tun?

Noch tragischer ist, dass ein Großteil der Menschen inzwischen achselzuckend die tägliche Todesstatistik, heute 698, zur Kenntnis nimmt und immer noch quer gedacht wird in Sachen Gesundheitsschutz. Dass es, nach einem Verbot des Feuerwerksverkaufs, die Leute jetzt dazu bringt, per Bus von Berlin nach Polen zu fahren, um sich dort billig mit Böllern einzudecken, setzt der Ignoranz die Krone auf. Danke für Nix an alle Beteiligten im gesellschaftlichen Gegeneinander.

Das sind die Reiseradio-News des Tages:

Schluss mit Urlaub: Teneriffa als Bauernopfer

Foto: Turismo de Tenerife

Teneriffa wird ab dem Wochenende (Freitag oder Samstag) für touristisch Einreisende gesperrt und ist nur noch mit einem wichtigen Grund gestattet. Der Dies gilt auch für den innerkanarischen Fähr- und Flugverkehr. Eine Ausreise ist möglich.

Nachdem die touristisch große Insel den Inzidenzdurchschnitt der Kanaren sprengte und eine Reisewarnung für die gesamte Inselgruppe droht, hat sich die Regionalregierung dazu entschlossen, Teneriffa für den Tourismus dicht zu machen. Der Inzidenzwert für Teneriffa liegt bei knapp über 100. Die anderen Inseln kommen auf einen Durchschnitt von etwa 20 Infektionen, teilweise sogar darunter. Die Schließung soll zunächst 15 Tage gelten. Urlauber, Reiseveranstalter und Reisebüros haben damit ein neues kurzfristiges Problem.

Eine Reaktion des Auswärtigen Amts auf die Entscheidung der kanarischen Regionalregierung gibt es noch nicht.

Sachsen mit Absperrmaßnahmen?

Elbtal zwischen Dresden und Pillnitz

Das Bundesland mit den höchsten Einzel-Inzidenzzahlen in Deutschland denkt über die Abriegelung von Gemeinden mit besonders hohen Infektionszahlen nach. Die Bewohner dürften danach lediglich aus wichtigen Gründen und nur zu bestimmten Zeitfenstern ihre Kommune verlassen. Eine Leipziger Klinik hat inzwischen die Notaufnahme geschlossen und will sich verstärkt um die Behandlung von Covid-19 Patienten kümmern. Der Landkreis Leipzig sucht händeringend freiwillige Pflegehelfer. Die Stadt Dresden hat die Versammlungsfreiheit weiter eingeschränkt.

Mecklenburg-Vorpommern und die Quarantäne?

Foto: Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern

Das Landeskabinett in Schwerin hat gestern Abend darüber diskutiert, inwieweit die eigenen Bewohner einer Quarantänepflicht unterliegen könnten, wenn Sie, zum Beispiel nach Familienbesuchen in deutschen Corona-Hotspots, nach Hause zurückkehren. Ministerpräsidentin Manuela Schwesig sagte:

Wir wollen nicht die Reisen verbieten. Wir prüfen aber, bei welchen Reisen, wenn man zurückkommt, man selber in Quarantäne muss.

Entschieden ist hier noch nichts. Eine Quarantänepflicht nach Besuchen in Polen gilt bereits.

TUIfly fliegt Fracht

TUIfly mit Fracht und Flugprogramm – Foto: TUI

Der Ferienflieger fliegt inzwischen, ebenso wie Konkurrent Condor, auch Fracht um die Flugzeugkapazitäten zum Geldverdienen zu nutzen. Zwei Dreamliner (Boeing 787-9) sind dafür allerdings nicht umgebaut worden. Lediglich der tatsächliche Frachtraum soll genutzt werden. Die Passagierkabine bleibt unangetastet. Konkurrent Condor hat aus seinen für die Fracht umgebauten 767-300 auch die Kabinenbestuhlung herausgenommen, um mehr Kapazität anbieten zu können. Wie auch immer, zumindest sind Frachtflüge begehrt und bringen etwas Geld in die knappen Kassen.

Gleichzeitig soll heute der TUIfly Winterflugplan 2021/22 vorgestellt werden. Durchgesickert ist außerdem die Realisierung eines zusätzlichen flexibleren Tarifs, der Umbuchungen und Stornierung einpreist, sprich teurer macht.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*