Das mit den Blüten hatten wir schon einmal. Der Dreck auf den Blüten wurde erst später so richtig realisiert. Könnte uns Ähnliches blühen mit: Volldampf voraus, es lebe die Sanierung der Wirtschaft?
Dass es uns gesamtökonomisch derzeit nicht so gut geht, ist zweifelsfrei. Zweifelsfrei ist aber auch, dass es nicht damit getan ist, alle ungeliebten Anstrengungen zurückzufahren, auf andere Pferde zu setzen und schon läufts mit dem Galopp. Fast jeder Wirtschaftsmensch weiß inzwischen, dass dies nicht des Rätsels Lösung sein kann, dafür verändert sich zu viel zu schnell.
Nehmen wir die Elektromobilität. Sie abzuschaffen und zu meinen, damit sei das Problem gelöst ist trügerisch. Nicht umsonst schauen wir etwas neidisch auf E-Autos aus China. Die sind gut und billig. Deshalb kauft „der Chinese an sich“ auch keine europäischen und amerikanischen Verbrenner mehr. Es wäre also nichts schädlicher, als die Elektromobilität schleifen zu lassen und irgendwas von E-Fuels zu labern. Wer schon auf einem Bein hinkt, sollte nicht unbedingt das andere amputieren, oder?
Nehmen wir den Klimawandel und die immer größer werdenden weltweiten Schäden in der Infrastruktur. Was wird wohl auf die Dauer wirtschaftlich besser sein: Ignoranz, auf das die Schäden der Wirtschaft schaden, oder Akzeptanz und Aufbau einer neuen Wirtschaftsstruktur, bei der wir noch die Nase vorn haben könnten, wenn wir jetzt beginnen. Hier ist es für mich ein Trauerspiel, auf einen genialen Erklärer, Kommunikator und Politiker wie Robert Habeck verzichten zu müssen.
Nehmen wir die Reiseindustrie und vor allem die Luftfahrt, die der Klimaneutralität erfolglos hinterherläuft. Was wird der entscheidenden Schritt sein: Weiterforschen, investieren und letztlich weiterkommen oder ignorieren und feststellen, dass gar nichts mehr geht?
Ich frage für keinen Freund, der sich demnächst anschickt uns alle in eine bessere Zukunft zu führen. Apropos „kein Freund“: Die Weltpolitik und unsere Sicherheit steht auf dem Spiel. Schon gemerkt? Lügen erkannt? Festgestellt, dass da zwei Diktatoren beginnen gemeinsam die Welt aufzumischen, finanziert von Milliardären, die sich in der Macht der Politik sonnen. Jetzt versuchen sie gerade den bereits drei Jahre dauernden Krieg in der Ukraine zu ihren Gunsten zu entscheiden. Wenn wir dies und weiteres undemokratisches Machtstreben zulassen, sind wir geliefert. Hier und da und überall. Hat zwei „Vorteile“: Um marode Wirtschaft und kaputtes Klima brauchen wir uns dann auch nicht mehr zu kümmern.
DRV und Politik
Am Tag nach der Wahl, erhob der Lobbyverband der Deutschen Reisewirtschaft seine politische Stimme. DRV-Präsident Norbert Fiebig wird in einer Presseerklärung des Verbands zitiert:
Es ist wichtig, dass sich die Regierungsbildung jetzt möglichst rasch vollzieht und wir einen verlässlichen, zukunftsorientierten Handlungsrahmen bekommen.
Norbert Fiebig, Präsident des Deutschen Reiseverbands – Foto: DRV
Von der künftigen Regierung erwartet der DRV-Präsident, dass sie u.a. das Geschäft mit Auslandsreisen gezielt unterstützt. Der Spitzenverband der Reisewirtschaft fordert zudem eine effektivere Vertretung deutscher Brancheninteressen auf Brüsseler Ebene durch die Bundesregierung. Sie müsse sich gezielt für die Stärkung des Mobilitätsstandortes Deutschland einsetzen. Wenn Deutschland als Luftverkehrsstandort an Attraktivität verliere, habe das direkte negative Folgen auf das Angebot an Urlaubs- und Geschäftsreisen und treibe die Kosten für die Reisenden weiter in die Höhe. Die Politik müsse dringend gegensteuern, um negative Auswirkungen zu verhindern.
Und das Klima?
Immerhin, der DRV misst der Förderung von Forschung und Innovationen zur Herstellung nachhaltiger Kraftstoffe für den Flug- und Schiffsverkehr große Bedeutung zu. Noch ist es in den Köpfen, denn Fiebig sagt auch:
Als Reisewirtschaft wollen wir unseren Beitrag in Sachen Klimaschutz leisten, das ist völlig klar. Die große Herausforderung heißt klimaneutrale Mobilität.
Das Angebot an nachhaltigen Kraftstoffen reiche aber derzeit bei Weitem nicht aus, um die Bedarfe zu decken. Hier müssten internationale Politik und Wirtschaft zusammenarbeiten.
Reiseradio-Kommentar: Gut gebrüllt, Löwe. Ob das Energiekonzerne und „Politiker“ wie Donald und Elon kratzen wird? Bedeutet schließlich Investition statt Gewinnmaximierung.
Streik im öffentlichen Dienst
Foto: Fraport AG
Waren wir erst ziemlich sicher, dass es die Verkehrsbereiche kaum betreffen wird, so sieht die Situation inzwischen anderes aus. Verdi hat auch heute zu Warnstreiks an deutschen Flughäfen aufgerufen. Als Nächstes wird, nach Düsseldorf und Köln/Bonn, am Donnerstag und Freitag der Airport München dran sein. Es werden vermutlich weitere Proteststreiks, zum Beispiel am größten Airport in Frankfurt folgen.
Es streiken Beschäftigte des öffentlichen Dienstes, der Luftsicherheit und auch der Bodenverkehrsdienste. Die Taktik dabei ist klar: Flughafenstreiks sorgen für mehr Schlagzeilen als stehenden Straßenbahnen und Busse (wie heute in Bremen) oder eine kurzzeitig streikende Müllabfuhr.
Noch sind sich die Tarifparteien nicht näher gekommen. Die Arbeitnehmerseite fordert eine Tariferhöhung von 8 Prozent, mindestens aber 350 Euro und drei zusätzliche freie Tage.
Verkehrsstreik in Berlin zur ITB?
S Bahn, Berlin – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Im letzten Jahr war es der Bahnstreik, der zur frühzeitigen „Massenflucht“ von Fachbesuchern der Internationalen Tourismusbörse in Berlin sorgte. Vor Wochen bereits waren die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) bestreikt worden. Auszuschließen ist ein solcher Streik auch diesmal nicht.
Erfahrungswert von bisher 38 ITB-Besuchen: Wenn gestreikt wird, dann sicher während der Messetage. Kommt gut, sorgt für Aufruhr und Schlagzeilen und betrifft Leistungsträger in den Bereichen Verkehr und Tourismus.
PKW Maut in New York
Broadway, Times Square, Manhattan, NYC – Foto: NYC & Company
Neun Dollar hat es seit Anfang des Jahres gekostet, wenn man mit dem Privat-PKW ins Manhattan, südlich des Central Parks einfahren wollte. Das eingenommene Geld sollte benutzt werden um den öffentlichen Nahverkehr zu verbessern.
Die Trump Administration hat verkündet, die Maut wieder abschaffen zu wollen. Die Verkehrsbetriebe denken über ein Klage gegen den, wieder einmal vom Himmel fallenden, Erlass an.
ITB – Berlin
Das Auslassen der Tourismusbörse ist immer noch ein „No Go“ für die meisten Touristiker. Deshalb wird es auf dem Berliner Messegelände in einer Woche auch wieder voll sein.
(c) messe berlin
Das Reiseradio ist selbstredend dabei. Noch sind einige Terminslots offen. Wer also schon immer mal mit mir reden wollte 😉 … – Meldet Euch zeitnah!
Die Ausstellung im amerikanischen Bundesstaat Mississippi entstand begleitend zur Tournee „The Eras Tour“, die Taylor Swift im Dezember 2024 abgeschlossen hat. Im GRAMMY Museum Mississippi zu sehen sind vor allem Instrumente und Kostüme der 14-fachen Gewinnerin der GRAMMY Awards. Getragen wird die Schau mitten in der Blues- und Baumwollregion „Mississippi Delta“ vom Verkehrsbüro des Staates, Visit Mississippi.
Emily Havens, Leiterin des GRAMMY Museum Mississippi, begründet die Verlängerung mit Besucherrekorden seit der Eröffnung am 23. August 2024.
Grammys im Museum – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
19 neue Hochrisikogebiete – Waldbrände ums Mittelmeer und in USA – Impfpflicht für United Airlines-Angestellte – US-Reedereien verschärfen Bordregeln […]
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