D-RR News 30.07.21 – Testpflicht / Condor / Waldbrände / Rotalgenblüte

Test verpflichtend bei Einreise ab Sonntag (01.08.)
Rüdiger Edelmann

Verstehen und sich an Vorsichtsmaßnahmen halten. Dieses Credo funktioniert offensichtlich leider nur, solange wir um unser Leben fürchten. Kommen erste Freiheiten zurück, dann werfen wir schützende Regeln gerne mal über Bord. So geschehen und im ZDF-auslandsjournal in dieser Woche gesehen. Partytime am Ballermann bis zur gewaltsamen Auflösung durch die Polizei. Mit steigender Stimmung und dem Alkohol fallen erst Abstandsregeln und dann die Masken. Aber meckern, weil die Verpflegung im Quarantäne-Hotel zu wünschen übrig lässt. Ich glaube auch nicht daran, dass es sich bei den Party-People überwiegend um Individualtourismus handelt, da sich ja die Pauschaltouristen durchgehend an die Regeln halten; sagen die Veranstalter.

Damit kein falscher Zungenschlag entsteht. Auch Partytime im Feriencamp an der Ostsee ist nicht besser. Täglich testen hilft da nicht weiter, eine Impfung tut es. Aber die Impfquote geht zurück. Muss man das verstehen? Ich jedenfalls kann das nicht nachvollziehen, genauso wenig wie die harsche Kritik an den jetzt anstehenden Testvorgaben. Die vierte Welle wird damit noch wahrscheinlicher. Daran tragen weder Politiker noch Wissenschaftler Schuld. WIR haben es in der Hand und vermasseln es gerade mal wieder.

Testregeln ab Sonntag angestrebt

Corona Test-Kontrolle bei der Wiedereinreise kommt wohl am Sonntag – Foto: Bundespolizei

Die angestrebten Maßnahmen sind klar, wir haben schon darüber berichtet. Noch ist nichts offiziell beschlossen, aber es herrscht wohl jetzt Einigkeit in der Politik nach dem Vorpreschen von Markus Söder zu Wochenbeginn. Die Länderchef-Kolleg*innen tragen das mit. Der Entwurf des Bundesgesundheitsministeriums sieht den Beginn der allgemeinen Testpflicht, nach Rückkehr aus dem Ausland, für übermorgen, Sonntag den 1. August vor.

Alle Einreisenden, ab dem Alter von 6 Jahren aufwärts, werden dann bei Ankunft in Deutschland einen negativen Corona-Test vorlegen müssen, wenn sie nicht nachweislich „Covid-19-genesen“ oder vollständig geimpft sind. Für Flugreisende bedeutet diese Maßnahme letztlich keine Änderung, denn dort war das ohnehin schon vorgeschrieben. Neu ist die Testpflicht jetzt für Reiserückkehrer aus dem Ausland, die mit dem Auto oder der Bahn einreisen. Hier soll / kann nur stichprobenhaft kontrolliert werden, trotzdem will man’s durchziehen.

Endgültige Entscheidung erwartet: Generelle Testpflicht ab 1.8.

Neue Einordnung der Risikogebiete

Bei Reiserückkehr aus Virusvariantengebieten soll die Testpflicht auch für Geimpfte und Genesene gelten. Änderungen könnten auch bei den Gebietskategorisierungen bevorstehen. Künftig würde dann nur noch nach Hochinzidenz- und Virusvariantengebieten unterschieden. Das „einfache“ Risikogebiet entfiele, allerdings würde dann die Kategorisierung des Hochinzidenzgebiets bereits ab einem Wert von 100 gelten.

Daten zu Infektionszahlen im Urlaub

Das Robert-Koch-Institut hat zudem Zahlen vorgelegt, dass rund 12 Prozent aller derzeitigen Neuinfektionen auf eine Ansteckung im Ausland zurückgehen. Im Umkehrschluss heißt das aber auch, dass sich 88 Prozent der Neuinfizierten innerhalb Deutschlands anstecken.

Condor bestellt neue Langstreckenflotte

So soll der A330-900neo bei Condor aussehen – (c) Airbus

Die Übernahme durch Attestor ist unterschrieben. Noch am selben Tag gab die Condor-Geschäftsleitung neue Investitionen bekannt. Die alte und sehr betagte Langstreckenflotte von Boeing 767-300ER soll ersetzt werden. Die Spekulationen im Vorfeld stellten sich als richtig heraus. Die neue Langstreckenmaschine soll von Airbus kommen. Die A330neo-900 soll es werden; ein hocheffizientes und CO2- und kerosinsparendes Flugzeug. Ralf Teckentrup, CEO von Condor, erklärte die Entscheidung:

Mit unserer Flottenmodernisierung erreichen wir einen weiteren Meilenstein in unserer Unternehmensgeschichte und gehen den nächsten Schritt in Richtung Zukunft.

16 Maschinen sind bestellt worden, die erste soll bereits im Herbst des nächsten Jahres eingeflottet werden. Mitte 2024 soll der Umbau der Langstreckenflotte angeschlossen sein. Details zu Verträgen und Kosten sind nicht bekannt.

Tourismusgebiete mit weiteren Problemen

Als wären Corona-Pandemie und Flutkatastrophe in Deutschland nicht genug. In den letzten Tagen gab es auch Meldungen über weitere Probleme für beliebte Urlaubsregionen.

Waldbrände in der Türkei

Zahlreiche Waldbrände in der Türkei bedrohen inzwischen auch Ferienregionen. Die Feuer sind in der Provinz Antalya an der türklischen Riviera,  sowie an der Ägäisküste in der Umgebung von Marmaris und Bodrum ausgebrochen.

Eine direkte Gefahr für Urlaubsorte bestehe aktuell aber nicht, betonen die Behörden.

Florida kämpft gegen Algenblüte

Fort de Soto am Ausgang der Tampa Bay

Die Rotalgenblüte ist insbesondere an der Westküste Floridas nichts mehr Außergewöhnliches. In diesem Jahr mausert sich dieses Phänomen aber zur echten Plage und zur gesundheitlichen Gefährdung. Die Algenblüte ist 17mal stärker als der bisher gemessene Höchstwert. Das Gift, das die Pflanzen freisetzen führt zu starker Geruchsbelästigung und greift Atemwege an.

Betroffen ist ein Küstenstreifen mit einer Länge von etwa 250 Kilometern rund um die Bucht von Tampa. Das Meer hat sich rot verfärbt.

Die eigentliche Katstrophe ist aber das Massensterben von Fischen und Meerestieren wie Manateees, Meeresschildkröten und Delphinen. Tonnenweise werden in den betroffenen Bereichen tote Meeresbewohner am Strand angespült. Bewohner fordern das Ausrufen des Notstands. Dies wird von der Regierung des Bundesstaats, bzw. Gouverneur Ron de Santis verweigert mit der Begründung, dass genügend Geld für Hilfsmaßnahmen zur Verfügung stehe. Man befürchtet aber hauptsächlich das Ausbleiben von Touristen, falls ein Notstand ausgerufen würde.

Grund für die außer Kontrolle geratene Blüte der Rotalgen und die daraus resultierende Katastrophe könnte, so Umweltschützer, das im Frühjahr aufgetretene Leck im Chemikalienbecken einer Düngemittelfabrik sein. Für die Reparatur wurden 1.500 Millionen Liter Phosphat, Nitrat und Ammoniak in Piney Point an der südlichen Tampa Bay ins Meer eingeleitet.

Kalifornien: Wieder Waldbrandkatastrophe  

Redwoods – Riesenbäume in Nordkalifornien

Die jährlichen Waldbrände, insbesondere im Norden des bevölkerungsreichsten US-Bundestaats, beginnen immer früher. Die sonst eher kühlere Region ist von einer extremen Hitzewelle betroffen. Die schon jahrelang herrschende Dürre tut das Übrige.

Seit Tagen kämpfen die Feuerwehren, ziemlich machtlos gegen die ausgebrochenen Brände. Die zerstörte Fläche ist jetzt schon dreimal so hoch wie Ende Juli im bisherigen Rekordjahr 2020. Letztes Jahr wurden knapp 1,7 Millionen Hektar Land durch die Brände zerstört. Wissenschaftler sehen die Ursache von Dürre, Wind und Hitze mit Tagestemperaturen bis 50 Grad im Klimawandel. Bis einschließlich 28. Juli wurden 4.152 Brände registriert.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*