D-RR News 28.07.21 – Heimkehrertests / Impf-Vorteile / Storno / Einschränkungen

Foto: Fraport AG

Politik & Urlaubsheimkehr

Die Diskussion um Testpflichten und Quarantäneregeln nimmt kein Ende. Eher nimmt sie aktuell wieder Fahrt auf. Wir berichteten bereits am Montag über die Forderungen einiger Ministerpräsident*innen in Sachen Verschärfung der Wiedereinreise nach dem Urlaub. Gesundheitsminister Jens Spahn sprach sich gestern für eine Ausweitung der Testpflicht aus. Die CDU/CSU-Länderchefs tagten gestern und bekräftigten die Forderung nach Einführung einer allgemeinen Testpflicht.

Aus Berlin gab es zunächst noch Widerstand aus dem Justizministerium. Ministerin Christine Lambrecht war dagegen, Kanzleramtsminister Helge Braun sprach sich dafür aus. Die sehr unterschiedlichen Meinungen gehen quer durch die Parteienlandschaft.

Testpflicht für fast alle überall und immer

Markus Söder – Foto: Bildarchiv Bayerischer Landtag

Dies scheint, wie auch immer, geklärt worden zu sein. Bayerns MP Markus Söder verkündete dann in den abendlichen Nachrichtensendungen, dass es eine Einigung mit dem Bund gäbe, bereits zum 1. August eine allgemeine Testpflicht bei Einreise bzw. Wiedereinreise nach Deutschland einzuführen. Das wäre bereits in vier Tagen.

Die Regel sei ganz simpel, so Söder in den ARD-Tagesthemen und im ZDF-heute-journal:

Die Regel ist ja relativ einfach, jeder braucht einen Test, der sozusagen wieder anreist, ob er mit dem Auto, der Bahn oder mit dem Flugzeug kommt.

Damit sollen die bisher bis 11. September geltenden Einreiseregeln vorab und schnell geändert werden. Eine offizielle Entscheidung gibt es noch nicht. Offen ist auch die Frage der Kontrollen, wenn jetzt überall ein negativer Test vorgelegt werden soll. Bisher galt die Testpflicht nur bei Einreise mit dem Flugzeug. Dies hauptsächlich deshalb, um Flugpassagieren eine gesundheitlich möglichst sichere Reise zu garantieren.

Was wird aus Corona Test-Kontrolle bei der Wiedereinreise? – Foto: Bundespolizei

Ausnahme für Geimpfte

Wenn die Regeln so umgesetzt werden, wird zusätzlich die Diskussion um die größeren, letztlich aber nur wieder hergestellten Freiheiten für geimpfte oder genesene Personen befeuert. Diese Personengruppe soll nämlich von der Testpflicht ausgenommen werden.

Einreise aus Hochinzidenzgebieten und Regionen mit Virusvariationen

An den Einreiseregeln aus Hochinzidenz- und Virusvariantengebieten soll sich nichts ändern.

Eine kleine Ausnahme gilt aktuell seit heute: Wer aus einem Gebiet zurückgekehrt ist, das während der Quarantäne vom Virusvarianten- zum Hochinzidenzgebiet zurückgestuft wurde, hat jetzt die Chance aufs Freitesten.

Die Sache mit dem Test

Eine GfK-Studie des Labordiagnostikunternehmens „Eurofins“ zu Urlaubsreisen in der Pandemie zeigt, dass Deutschland in Sachen Teststationen sehr gut aufgestellt ist. Rund 75 Prozent der Befragten zwischen 18 und 74 gaben an, ein Testcenter in ihrer Nähe zu haben. Fast die Hälfte der Befragten besucht immer die gleiche Teststation und bleibt damit einem bestimmten Anbieter treu.

Test zuhause – das wär‘s

Die Befragung ergab auch, dass fast die Hälfte der Befragten Bereitschaft für COVID-Tests für Zuhause statt in Teststationen zeigt. Den Komfort sich mit einem Corona-Testkit zuhause testen zu können, ohne eine Teststation aufsuchen zu müssen, würde bei vielen Bundesbürgern auch die Reiseentscheidung beeinflussen. 44 Prozent der Befragten, darunter vor allem Männer, gaben an, eher eine Auslandsreise zu buchen, wenn es die Möglichkeit des Testens für zu Hause gäbe. Eine der Herausforderungen bei Tests für Zuhause ist die Überwachung, ob die Probe von der Person richtig entnommen wurde, weshalb Eurofins momentan verschiedene Verfahren validiert.

Das gewünschte Angebot: Selbsttest – aber zertifiziert ist Zukunftsmusik

Testen im Ausland

Als schwierig erweist sich das Finden einer zertifizierten Teststation am Urlaubsort während des Aufenthalts oder vor dem Rückflug. 76 Prozent der befragten Reisenden informieren sich bereits vor der Reise ins Ausland über Teststationen, um vor der Rückreise bei Bedarf einen Schnell- oder PCR-Test machen zu können. Um das Testen an europäischen Reisezielen zu erleichtern, hat Eurofins im Rahmen einer „Test-Everywhere“-Initiative auf seiner Webseite mehr als 500 COVID-19-Teststationen im In- und Ausland gelistet, in denen sich deutsche Urlauber günstig und zuverlässig testen lassen können. Das Test-Netzwerk soll kontinuierlich im Laufe des Sommers auf 1.000 Stationen ausgeweitet werden.

Die Fragen wurden im Rahmen einer GfK eBUS®-Umfrage gestellt. Dabei handelt es sich um regelmäßig durchgeführte Online-Umfragen mit einer bevölkerungsrepräsentativen Stichprobe von ca. 1.000 Männern und Frauen im Alter von 18-74 Jahren. Für die zitierte Umfrage wurden 999 Personen interviewt, die Befragung fand vom 8.-12. Juli 2021 statt.

Das Problem mit dem Hochinzidenz-Storno

Willi Verhuven, Inhaber von alltours

Seit gestern sind Spanien und die Niederlande Hochinzidenzgebiete. Dazu gibt es auch eine entsprechende Reisewarnung der Bundesregierung. Die Reiseveranstalter gingen bisher mit solchen Warnungen eher kundenfreundlich um. Schlagzeilen machte jetzt der Reiseanbieter Alltours. Über die „Flexibel buchen“-Tarife hinaus soll es dort keine kostenlose Stornierungsmöglichkeit geben.

Alltours-Chef Willi Verhuven erklärte in einem Exklusivinterview mit dem Fachmagazin fvw/Travel Talk, dass er über die Chance bei Abschluss eines flexiblen Tarifs (der teurer ist) hinaus keine kostenfreie Stornierung zulassen werde. Dieser Tarif sieht vor, dass sich ein Reisevertrag bis maximal 14 Tage vor Reiseantritt kostenfrei stornieren lässt. Die Einstufung als Hochrisikogebiet habe sich aber frühzeitig abgezeichnet.

Unter Reiserechtlern ist diese Einschätzung umstritten. Die Wahrscheinlichkeit von gerichtlichen Auseinandersetzungen ist wahrscheinlich.

Nur noch geimpft nach Malta

Malta quasi nur noch für Geimpfte

Als erster EU-Staat ergreift Malta strenge Regeln für die Einreise von Urlaubern. Angesichts der steigenden Infektionszahlen auf den Inseln im Mittelmeer, können jetzt nur noch vollständig geimpfte Personen quarantänefrei nach Malta einreisen. Alle anderen (Nicht Geimpfte oder Genesene) unterliegen einer Quarantänepflicht von 14 Tagen, die in einem staatlich festgelegten Quarantänehotel verbracht werden muss. Dieser Aufenthalt kostet 100 Euro pro Nacht. Damit bewegt sich die Realisierung eines Maltaurlaubs für Ungeimpfte gegen Null.

Aber auch geimpfte Personen müssen ein wichtiges Detail bei der Einreise beachten. Malta akzeptiert ausschließlich den digitalen EU-Impfnachweis bzw. die Vorlage des QR-Codes. Der gelbe Impfpass wird nicht anerkannt. Wer nur diesen vorlegen kann, muss sich vor der Einreise zusätzlich einem kostenpflichtigen PCR-Test unterziehen.

Immerhin erkennt Malta die sogenannte Kreuzimpfung (z.B. 1. Impfung Astra-Zeneca, 2. Impfung Biontech) inzwischen an.

Finnland verlangt wieder Tests

Einreise wieder komplizierter: Fähre nach Finnland

Die Einreise wird dort für Ungeimpfte wieder schwieriger, wenn sie aus Risikogebieten kommen. Nach der finnischen Definition gehört Deutschland zu den Risikoländern. Jetzt sind zwei PCR- oder Antigentests wieder vorgeschrieben. Test Nummer 1 muss vor oder bei Einreise gemacht werden (max. 72 Stunden alt). Test Nummer 2 ist nach drei bis fünf Tagen Aufenthalt verpflichtend.

Für Menschen mit Corona-Genesung oder vollständigem Impfschutz gilt diese neue Regelung nicht.

Condor entspannt

Der Übernahme durch den Finanzinvestor Attestor steht jetzt nichts mehr im Weg. Die noch ausstehende Genehmigung der deutschen Staatshilfen durch die Europäische Union wurde gestern erteilt.

Der Ferienflieger kann damit entspannter in die Zukunft sehen. Attestor wird sich mit 51% Anteilen an Condor beteiligen. Alle 4.050 Arbeitsplätze bei Condor sollen erhalten bleiben. Die übrigen 49% der Firmenanteile will Attestor perspektivisch ebenfalls übernehmen. Diese Anteile werden derzeit noch von der „SG Luftfahrtgesellschaft“ im Auftrag von Bund und Land Hessen gehalten.

Kostenfreier Vorabend Check-In zum Ferienstart im Süden

Condor bietet für das erste Sommerferienwochenende in Baden-Württemberg und Bayern für alle Abflüge ab Stuttgart und München die Möglichkeit zum kostenfreien Vorabend Check-in. Für alle Abflüge am kommenden Freitag, Samstag, Sonntag und Montag können Reisende sich jeweils einen Tag vor ihrem Abflugdatum am Vorabend einchecken, ihr Gepäck aufgeben, die notwendigen Reisedokumente vorlegen und ihre Bordkarte direkt erhalten. Die Gebühr in Höhe von 5 Euro pro Person für den Vorabend Check-in Service entfällt für die Abflüge vom 30. Juli bis einschließlich 2. August an den Aiports in Stuttgart und München.

Jüdische Kultur wird Welterbe in Deutschland

Teil des neuen Welterbes: Friedhof Judensand in Mainz – Foto: DUK / Erik Hartung

Die UNESCO-Kommission tagt noch bis Ende des Monats und gestern eine weitere Ernennung zum Welterbe ausgesprochen. Damit wird im Jubiläumsjahr der jüdischen Kultur in Deutschland ein weiteres und wichtiges Zeichen gesetzt. Die Welterbeauszeichnung geht an die Städte Mainz, Speyer und Worms. Die drei Städte waren im Mittelalter als sogenannte SchUM-Städte eng miteinander verbunden und gaben wichtige Impulse für das jüdische Leben in Deutschland.

Die Präsidentin der deutschen UNESCO-Kommission, Maria Böhmer sagte dazu:

Die drei jüdischen Gemeinden waren Anziehungspunkt für Gelehrte aus nah und fern, sie brachten richtungsweisende Reformen auf den Weg und setzten architektonische Maßstäbe.

Neben den drei Städten wurde auch der Niedergermanische Limes, als ehemalige Grenze des Römischen Reiches von Rheinland-Pfalz entlang des Rheins bis zur niederländischen Nordseeküste zum UNESCO-Welterbe. Diese ehemalige Grenzregion sei ein Zentrum antiker Kultur und städtischer Entwicklung am Rhein gewesen, heißt es in der Begründung.

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