D-RR News 30.10.20 – Protest / Reduzierung / Versprechen / Feiern

Das Robert-Koch-Institut meldet für gestern eine weitere Steigerung der Corona-Infektionszahlen. Sie wird mit 18.681 neuen Registrierungen angegeben. Damit liegt Deutschland schon jetzt dicht an der Zahl von 19.000, die Bundeskanzlerin Merkel vor zwei Wochen für Weihnachten befürchtet hatte. Zu dieser Zeit wurde ihre Berechnung von Skeptikern noch belächelt.

Protest von Verbänden

Touristische Verbände protestieren gegen die massiven Restriktionen im Kampf gegen Corona. Insbesondere einige Hotelbetriebe und DEHOGA-Mitglieder haben bereits mit Klage gegen die Schließungsverfügung gedroht. Der Branchenverband geht davon aus, dass ein Drittel der deutschen Gastronomiebetriebe den zweiten Lockdown wirtschaftlich nicht überleben wird.

Reisebüros überlegen aktuell, wie sie wirtschaftlich besser über die Runden kommen. Die angekündigten Ersatzzahlungen von 75% des Monatsumsatzes aus dem November des Vorjahrs greift nur bei Schließung eines Betriebs. Dies wiederum können sich viele Reisebüros, schon unter Servicegesichtspunkten nicht erlauben. Bleibt das Büro geöffnet gibt es keine Entschädigung.

Hilfszusagen aus dem Verkehrsministerium

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer hat wegen der neuen Corona-Beschränkungen im November Unterstützung für Verkehrsunternehmen zugesagt. Bei einer Sitzung mit seinen Kollegen aus der EU-Kommission, sagte er, Milliardenhilfen für die Deutsche Bahn müssten schnell genehmigt werden. Auch von einer weiteren Hilfe für Fluggesellschaften und Flughäfen war die Rede. In einer Woche soll dazu ein „Luftverkehrsgipfel“ stattfinden.

Flixbus und Flixtrain

Foto: Flixbus

Angesichts von geforderter Mobilitätseinschränkung und Kontaktreduzierung werden Flixbus und Flixtrain ihren Betrieb in Deutschland, Österreich und der Schweiz ab Dienstag den 3. November vorübergehend einstellen. Mitgründer und Geschäftsführer André Schwämmlein sagte gestern, dass er nicht mit einer finanziellen staatlichen Unterstützung rechne. Die Bundesregierung verpasse hier eine Chance, den privaten Mobilitätssektor in der Krise zu unterstützen.

Kreuzfahrten

Die Reaktion auf die Kontaktbeschränkungsmaßnahmen fällt bei den deutschen Anbietern unterschiedlich aus. Aida hat seine Cruises für November erst einmal abgesagt. TUI Cruises will mit seinen Schiffen den Betrieb auf jeden Fall aufrechterhalten.

Die italienische Reederei Costa Crociere sagte eine für 2021 geplante Weltreise der „Costa Deliziosa“ ab. Auch die Karibik-Cruises wurden für die Wintersaison gestrichen. Lediglich die Kreuzfahrten entlang der italienischen Küste will Costa weiter durchführen.

Das Übernachtungsverbot innerhalb Deutschlands gilt auch für Fluss-Kreuzfahrtschiffe. Damit müssen ab Montag alle Kreuzfahrten auf deutschen Flüssen eingestellt werden. Wegen des ohnehin feststehenden Saisonendes dürfte sich der wirtschaftliche Schaden hier in Grenzen halten.

Israel mit ersten Öffnungsversuchen nach Coronawelle 2

Israels Rate positiver Coronavirus-Tests ist nach den aktuellen Daten des Israelischen Gesundheitsministerium auf dem niedrigsten Stand seit mehr als vier Monaten. Jetzt soll es erste Lockerungen des zweiten Corona-Lockdowns geben. Auch Reisen sollen in kontrolliertem Umfeld wieder möglich sein. Dafür hat man am Ben-Gurion-Airport in Tel Aviv Covid 19-Teststationen eingerichtet.

EL AL Dreamliner (DRR-Archivbild)

Beginnen will man beim Tourismus zunächst sehr vorsichtig und nur mit Reisen im Inland. Dabei spielen die Destination Eilat und Umgebung am Roten Meer eine wichtige Rolle. Als nächste Öffnung sollen Geschäftsreisen auch aus dem Ausland wieder möglich gemacht werden. Ein Termin steht noch nicht fest.

Städte-Lockdown in Griechenland

Griechenland ist bisher ziemlich gut durch die Corona-Krise gekommen. Umso intensiver fallen die Maßnahmen der Regierung bei Registrierung von lokalen Hotspots aus. Gestern wurde ein „Lockdown“ für die Städte Thessaloniki, Larisa und Rodopi angeordnet. Alle drei Städte liegen in Mittel- oder Nordgriechenland.

Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen steigen inzwischen auch die griechischen Infektionszahlen. Dies bewegt sich allerdings auf einem sehr niedrigen Niveau. Die Tagesinfektionszahl von Mittwoch lag bei rund 1.500.

Luftfahrt

Green Airlines, die als besonders umweltgerechte Gesellschaft den innerdeutschen Flugbetrieb in der nächsten Woche starten wollten, haben die Premiere, die Verbindung zwischen Karlsruhe/Baden-Baden und Berlin, erst einmal verschoben. Angesichts der staatlichen Auflage sähe man für den Start keine wirtschaftliche Chance.

Lufthansa

Plant eine weitgehend mögliche Reduzierung der Verwaltungstätigkeit im Konzern. Es ist von nahezu hundertprozentiger Kurzarbeit für weite Teile des Verwaltungsbetriebs die Rede.

Rolläden runter?

BER – Eröffnung

Am morgigen Samstag soll der „BER“, Willy-Brandt-Flughafen Berlin-Brandenburg nach mehrjähriger Verspätung endlich eröffnet werden. Die ersten Maschinen werden, quasi symbolisch landen. Der eigentliche reguläre Flugbetrieb beginnt dann eine Woche später, nachdem der Airport in Berlin-Tegel (TXL) am 8. November seinen Betrieb einstellt. Den letzten Abflug vollzieht eine Maschine von Air France.

Morgen wird Lufthansa mit dem Sonderfluges LH2020 an der Eröffnung des BER teilnehmen. Der Airbus A320neo „Neubrandenburg“ soll in München um 12:50 Uhr starten und um 14.00 Uhr am BER landen. An Bord werden, neben dem Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Lufthansa AG, Carsten Spohr, auch rund 40 geladene Gäste sein.

Erneuter Hurrikan in USA

Hurrikan – Symbolbild – Screenshot: National Hurricane Center

Der Wirbelsturm „Zeta“ hat in Louisiana, Mississippi und Alabama schwere Schäden verursacht. Dort wurde der Notstand erklärt, nachdem Zeta mit Windgeschwindigkeiten um 175 km/h über die Region gezogen war. Zwei Millionen Haushalte sind derzeit von der Stromversorgung abgeschnitten. Der Sturm zieht inzwischen, abgeschwächt, weiter nach Nordosten in Richtung Atlantikküste. Dementsprechend werden auch in Georgia und South Carolina hohe Windgeschwindigkeiten und starke Regenfälle erwartet.

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