D-RR Tipp – Lesen-Hören-Sehen: Ausgezeichneter Reisejournalismus 2020/21

Karibik (Symbolbild)
Rüdiger Edelmann

Hier gibt es einen Tipp in halbeigener Sache. Guter Reisejournalismus ist dem Reiseradio ein Anliegen, aber auch der Vereinigung Deutscher Reisejournalisten (VDRJ). Als deren Vorsitzender ist es mir ein persönliches Anliegen, allen Hörern und Lesern des D-RR die Preise näher zu bringen, die wir für den „Corona-Jahrgang 2021 ausgelobt haben.

Das vergangene Jahr war geprägt von heftigen Einschnitten in der Tourismusbranche, aber auch bei Reisejournalisten, mussten wir innerhalb der Vereinigung zur Kenntnis nehmen, dass sich die Arbeit im Reisejournalismus noch einmal verschlechtert hat. Genau in dieser Situation erschien es der VDRJ wichtig, Zeichen zu setzen. Zu zeigen, dass der gute Reisejournalismus nicht tot sein darf, nicht tot ist und weiterleben muss. Die Zahl der Einreichungen erreichte neue Rekorde und gab uns recht. Zusätzlich haben wir die Auszeichnungen diesmal um einen Sonderpreis zu erweitert.

VDRJ-Columbus-Sonderpreis 2020 für die Reisefachmedien

Durch die Ehrung der Chefredakteure der beiden am längsten etablierten Fachzeitschriften, touristik aktuell (gegründet 1969) und fvw (Anfänge 1967) wirft die VDRJ ein Licht auf die Arbeit der Fachmedien im Coronajahr.

Trotz weggebrochener Anzeigen und zeitweise ausgesetzter Print-Ausgaben haben beide Medien unter ihren Chefredakteuren vorbildlich sachlich und gut informiert die Reisebranche über die Entwicklungen auf dem Laufenden gehalten, Wissenslücken geschlossen und Unsicherheiten verringert. Deshalb zeichnen wir Matthias Gürtler und Klaus Hildebrandt, stellvertretend für alle Fachpresse-Kollegen, aus. Sie erhalten den Sonderpreis 2020 für ihre Teams und andere anerkannte Kolleg*innen.

VDRJ-Columbus-Autorenpreise 2020 (Print und Online)

Die Inhalte setzen typische Akzente für das Coronajahr 2020.

Als Autor der besten Reportage wurde Philipp Daum ausgezeichnet. Für „Zeit-Online“ unternimmt er mit seinem Artikel „Das letzte große Abenteuer“ eine virtuelle Reise nach Alaska. Er nutzt die vielfältigen Instrumente, die die Digitalisierung zur Verfügung stellt und setzt seine Idee eines virtuellen Roadtrips mit großem Zeitaufwand, kreativer Recherche und Witz konsequent um. Dabei kommt dem Land per Mausklick so nah, als wäre er tatsächlich dort.

Die beste journalistische Leistung beschäftigt sich mit der Coronakrise in der Hotellerie. Beinahe ein ganzes Jahr lang hat Simon Book die Hotelkette „25 Hours“ durch die Pandemie begleitet. Meisterhaft komprimiert er in seinem Artikel „Umsatz: 51 Euro“ den Überlebenskampf einer ganzen Branche in einer dicht erzählten, intensiv recherchierten Geschichte für den „Spiegel

Den Förderpreis für junge Autoren erhält Paul Hildebrandt für „Ein Schiff wird kommen“ einer Geschichte über Bootstramper auf Gran Canaria für „Zeit-Campus“.

VDRJ-Columbus-Radiopreise 2020 (Radio und Podcast)

Die Jury fragte sich, ob sich dieses alles lähmende Virus quer durch die Einreichungen ziehen würde. Nicht nur, aber auch ist die Antwort. Gerade, dass Corona eine Reise verhindert, war der Stoff aus dem der Goldene Columbus 2020 geschnitzt wurde.

Das Radiostück des Jahres 2020 liefert Felicia Englmann mit ihrer Reportage “Fluch der Karibik“ (Bayern 2, radioReisen). Ein Virus sorgt für die Autorin zur Reflektion der vermeintlich persönlichen Katastrophen des Lebens. Das erzwungene Nicht-Reisen wegen Covid-19-Verdacht liefert trotzdem den Stoff für genialen Reisejournalismus.

Zwei Columbuspreise in Silber wurden bereits vor der Krise recherchiert und produziert. Der Preis für Recherche und Hintergrund geht an Anja Steinbuch und Michael Marek für das Feature „Verordnetes Glück – Bhutan“ (Radio Bremen 2).

Als beste Reisereportage wurde „Belgrad – Bar, eine Zugfahrt von Serbien nach Montenegro“ (Bayern 2 radioReisen) von Tania Palamkote ausgezeichnet. – Die Zahl der eingereichten Podcasts steigt jährlich und macht inzwischen fast ein Drittel der Einreichungen aus.

Den Columbus in Silber für den besten Podcast erhält Hauke Gerdes für „Sayonara Heimat-Hauke wandert aus“ (FYEO-Original-Podcast).

VDRJ-Columbus-Filmpreise 2020 (TV & Web)

Der Jury war schnell klar: Das ist ein gutes Jahr. Die oft komplizierten Produktionsbedingungen haben Kreativität der Filmemacher- und Filmemacherinnen in keiner Weise geschadet. Auffällig waren die vielen Einreichungen mit Zielen in Deutschland.

Der Film des Jahres, von Ann-Christin Krumm und Wolfram Giese, ging deshalb folgerichtig an einen Zweiteiler der herausragte, an dem einfach alles stimmte und es ist schlicht ein Genuss ist sich den Zweiteiler „Der Pfälzerwald rund ums Jahr“ (SWR) anzuschauen.

Der Silberne Columbus-Preise für die beste Regie geht an Thomas Radler für „Nationalparks der Zukunft – Patagonien“ (SR und arte).

Eine Silber-Auszeichnung für Information und Ethik erhalten Hanna Resch und Anne Brier für ihre Reportage „Beirut nach der Explosion – auf der Suche nach Hassan“ (BR24).

Mit dem Silbernen Columbus für Innovation wird das Team Christian Loß, Nico Sobolewski und Claus Möller für ein neues Format der Redaktion WDR-Reisen ausgezeichnet. Der Film „#lookslike: von der Zugspitze bis Neuschwanstein“ wurde ausschließlich für die Veröffentlichung im Netz produziert.

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