DRR Corona-News 17.04.20 – Deutschlandtourismus / Reisehoffnungen

(c) DRR - Rüdiger Edelmann

Erwartbare Reaktionen

Die ersten Lockerungsentscheidungen sind gefallen und die Reaktionen darauf liegen vor. Sie waren zu erwarten. Alle, die von den Lockerungen profitieren begrüßen die Entscheidung. Alle, die weiter warten sollen, sind entsetzt, beklagen die Entscheidungen und weisen auf wirtschaftliche Probleme hin. Hier haben wir großes Verständnis für die Entscheidungen eines Corona-Kabinetts und der bundesdeutschen Ministerpräsident*innen. Sie tragen die Verantwortung. Das nutzt alles Wehklagen von Betroffenen nichts.

Deutschlandtourismus

Urlaub 20 nur in der Umgebung? – Rapsfelder in Nordhessen

Die landesweiten oder auch regionalen Tourismusorganisationen hatten sich mehr erhofft von den Entscheidungen in Berlin, bzw. aus den Videokonferenzen. Nun wird es erst einmal nichts mit der Öffnung von Hotels, mit dem langsamen Start der beginnenden Hauptsaison. Der Tourismus Newsletter Deutschland (TND) zitiert in einem Interview den Geschäftsführer des Landestourismusverbands Mecklenburg-Vorpommern. Tobias Woitendorf weist auf die besondere Situation seines Bundeslands hin:

In Mecklenburg-Vorpommern haben wir eine ganz besondere Betroffenheit. Denn die Abhängigkeit vom und die Wertschöpfung durch den Tourismus ist enorm groß. Auf 1.000 Einwohner kommen in der touristischen Gesamtrechnung mehr als 33.000 Gästeübernachtungen. 12 Prozent der Bruttowertschöpfung werden durch den Tourismus erwirtschaftet. Etwa jeder fünfte Beschäftigte ist in der Tourismuswirtschaft tätig. Aus der Verzweigung der Wertschöpfungsketten der Tourismuswirtschaft mit anderen Bereichen resultieren Wechselwirkungen und gegenseitige Abhängigkeiten in Größenordnungen, die weit über die Einzelbedeutung des Tourismus hinausgehen.

Dies will wohl bedacht sein, gerade im Hinblick auf die gesamtwirtschaftliche Entwicklung. Hier sind selbstredend die bisherigen Spitzenreiter im Deutschland-Tourismus besonders betroffen. Auch Bettina Bunge, Geschäftsführerin der Tourismusagentur Schleswig-Holstein sagt bei TND:

Wir hoffen jetzt auf unsere Hauptsaison von Mai bis Oktober.
Und wir hoffen auf den avisierten Stufenplan bis 30. April, der konkretisieren soll, welche Events und Tagungen in welcher Größenordnung und mit welchen Vorschriften schon vor dem 31. August stattfinden und welche Beherbergungsbetriebsarten wann wieder geöffnet werden dürfen. Klare Perspektiven und konkrete Zeitpläne sind neben der finanziellen Unterstützung für unsere existenziell bedrohte Tourismusbranche dringend gefordert.

Gerade aber diese Zeitpläne sind so gut wie nicht realisierbar, hängen doch weitere Lockerungen von der Entwicklung der Pandemie in Deutschland ab und diese ist kaum kalkulierbar.

Wenn selbst der Bayerische Ministerpräsident Markus Söder keine verbindliche Aussage zur heiligen Tourismuskuh Bayerns, der „Wiesn“, dem Oktoberfest in München machen will bzw. kann, dann spricht das Bände.

Keiner kann es vorhersagen: München 2020 ohne Wiesn?

Deutsche Sommerferien

Der Tourismusindustrie dürfte der aktuelle Denkanstoß von Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble nicht schmecken. Er bringt angesichts der schulischen Situation eine Verkürzung der Sommerferien in die Diskussion.

ARD – Deutschlandtrend

14 Prozent der Wahlberechtigten in Deutschland haben wegen Corona den geplanten Sommerurlaub bereits storniert, weitere 21 Prozent haben angedachte Buchungen verschoben. 28 Prozent der Bürger wollen an ihren Urlaubplänen festhalten. Dies geht aus den Zahlen des von der ARD in Auftrag gegebenen aktuellen Deutschlandtrends hervor. Nur ein Drittel der Befragten sagte, dass die Belastung durch die gegenwärtigen Lebenseinschränkungen sehr groß oder groß sei.

TUI verlängert Stornierungsoption

TUI verlängert die Möglichkeiten gebuchte Reisen umzubuchen oder kostenfrei zu stornieren. Diese Regelung gilt für alle Buchungen für Reisen bis Ende Mai.

Foto: TUI Group

USA / New York: Ausgangsbeschränkungen verlängert

Der US-Bundesstaat New York und insbesondere New York City hat die Ausgangsbeschränkungen bis Mitte Mai verlängert. Die kritische Versorgungslage in den Kliniken ist inzwischen etwas besser geworden. Für eine Entwarnung besteht allerdings kein Grund.

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