DRR News 19.08.20 – Tests & App / Camping / Malta / Eurowings

Foto: Fraport AG

Corona Tests an Flughäfen

Die Pflichttests, nach Rückkehr aus Risikogebieten, werden verstärkt an Flughäfen absolviert. Die Zahl der Testungen ist, insbesondere nach der Reisewarnung für Spanien, stark gestiegen. 10.000 Rückkehrer aus Risikogebieten wurden alleine am Frankfurter Flughafen im vom DRK betriebenen Testzentrum am letzten Wochenende registriert.  Die Prozentzahl der positiven Tests liegt bei etwas über einem Prozent. Die Kapazitäten sind, nach Angaben des Deutschen Roten Kreuzes, zwar noch nicht ausgeschöpft, trotzdem könne es zu längeren Wartezeiten kommen.

Am besten sofort nach Ankunft zum Corona-Test – Foto: Fraport AG

Camping und Corona App

Wie der NDR berichtet, hat der Campingplatz Dyksterhus in Krummhörn im Landkreis Aurich beschlossen, nur noch Gäste aufzunehmen, die die Corona-App auf ihrem Mobiltelefon installiert haben. Die Maßnahme, die seit gestern gilt, soll nach Auskunft des Betreibers alle Gäste und natürlich auch die Betreiber und ihre Mitarbeiter schützen. Gleichzeitig will der Betreiber aber auch bevorzugt Menschen aufnehmen, die die gegenwärtige Lage ernst nehmen. Die Maßnahme findet wohl breite Akzeptanz, nur zwei Gäste seien abgereist und einer nicht gekommen.

Pannen bei Corona App

Immer noch mit Macken: Corona-Warn-App

Gleichwohl ist die Warn-App der Bundesregierung immer noch mit Fehlern behaftet. Das Beispiel eines positiv getesteten Mannes aus Bayern, der vergeblich versuchte, seine Infektionsbestätigung per QR Code in die App einzugeben, spricht für nach wie vor vorhandene Probleme. Entsprechende Software-Updates sollen die unterschiedlichen Probleme beheben. Allerdings machten auch Updates Probleme, bzw. stürzten danach permanent ab.

Ein viel größeres Problem sei aber die Tatsache, dass lediglich 5 Prozent der positiv getesteten App-Besitzer die Infizierung in der App einzutragen, so ein Bericht auf der „heute-Seite“ des ZDF.

Malta – Maßnahmen

Malta mit weiteren Corona-Einschränkungen

Die kleine Inselgruppe hat aufgrund des Anstiegs der Neuinfektionszahlen erhebliche einschränkende Maßnahmen beschlossen. Besonders die Schließung von Bars und Nachtclubs machte Schlagzeilen. Ausgenommen sind nur Einrichtungen, die auch ein Restaurant besitzen. Gesundheitsminister Chris Fearne sind besonders die zahlreich stattgefundenen Bootspartys ein Dorn im Auge. Sie wurden jetzt untersagt. Ansammlungen von Gruppen mit mehr als 15 Menschen sind verboten.

Die Maskenpflicht in allen Räumen von öffentlichen Orten mit Ausnahme von Restaurants sind schon länger vorgeschrieben. Die kleinen Inseln des Archipels sind dicht besiedelt und bieten insbesondere auf der Hauptinsel kaum freie Flächen. Zuletzt wurden täglich um die 70 Neuinfektionen registriert.

Eurowings-Strategie: Mit Sicherheitsangebot Geld verdienen

Aktion freier Mittelsitz – Foto: Eurowings

Wie einige Airlines davor soll bei der LH-Tochter ein freier Mittelsitz jetzt auch online buchbar sein. Allerdings geht das nur kostenpflichtig. Trotzdem sagt Jens Bischof, Chef bei Eurowings:

„Was jetzt gefragt ist, sind Sicherheit, bezahlbarer Komfort und Flexibilität“

Warum also nicht daraus eine zusätzliche Einnahme generieren. Ein solch freier Mittelsitz koste ab 18 Euro pro Strecke. Allerdings gibt auch Bischof zu, dass der Tarif im Falle von hoher Auslastung auch einen dreistelligen Euro-Betrag ausmachen könne. Ob das noch in den Bereich bezahlbar fällt, sei dahingestellt.

Die Online-Vorabbuchung bietet aber einen Vorteil, den andere Gesellschaften, wie beispielweise der Ferienflieger Condor, nicht haben. Dort lässt sich der freie Sitz erst mit dem Check-In buchen. Bei voller Maschine kann das dann aber bereits zu spät sein.

Gleichzeitig will Eurowings eine, ebenfalls kostenpflichtige, Umbuchungsmöglichkeit schaffen. Sowohl Reisetermin als auch Ziel könnten damit kurzfristig geändert werden. Was dieses Paket kosten soll, steht noch nicht fest.

2 Kommentare

  1. Die Pflicht zur Corona-App auf dem Campingplatz ist aus datenschutzrechtlicher Sicht äußerst problematisch: Die Nutzung – so hatte es auch die Bundesregierung vorgesehen – soll ausschließlich freiwillig sein. Wenn nun ein Campingplatzbetreiber daraus eine Verpflichtung macht, ist die rechtliche Basis (aus der DSGVO) der Einwilligung nicht mehr gegeben. allein aus diesem Grund gibt es einige Datenschützer, die das Vorgehen des Campingplatzbetreibers kritisch sehen. Daher würde es mich nicht wundern, wenn die zuständige Aufsichtsbehörde den Fall unter die Lupe nehmen würde.

    Leider hat es die Bundesregierung versäumt, die Nutzung durch ein Gesetz eindeutig zu regeln. Die Grünen hatten hierzu auch einen Gesetzentwurf vorgelegt. Dieser sollte verhindern, dass weder Kunden, noch Arbeitnehmer, zur Nutzung verpflichtet werden können. Warum das sinnvoll gewesen wäre, sehen wir jetzt…

    P.S.: Ich habe die App installiert und aktiviert, trotzdem sollte es m.E. dabei bleiben, dass die Installation und Nutzung der Corona-Warn-App freiwillig beliben sollte.

    • Lieber Ingo,
      aus datenrechtlichen Gründen magst Du recht haben. Ich kann nicht beurteilen, ob Campingplatzbesitzer, wie hier, oder wahlweise auch Hoteliers, Gastronomen etc. dies mit ihrem Hausrecht begründen. Gleichwohl wäre es auch dann eine Benachteiligung. Ich werde das weiter beobachten. Bisher habe ich lediglich die Nachricht weitergereicht, ohne zum Datenschutz Stellung zu nehmen.

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