DRR News 23.06.20 – Ferienhaus & Hotel / Urlaubsziele / LH-Krimi

Ferienhäuser und Ferienwohnungen immer beliebter - Foto: Novasol

Corona Save: Ferienwohnungen und -häuser boomen

An Nord- und Ostsee sind für die Sommerferienzeit, nach Angaben des Deutschen Ferienhaus-Verbands, bereits zu 90 Prozent ausgebucht. Auch das Angebot im Allgäu und der Bodenseeregion ist überdurchschnittlich gefragt. Geschäftsführerin Michelle Schwefel erklärte, gegenüber der Zeitschrift „Stern“:

„Die Deutschen setzen in diesem Jahr sehr stark auf naturnahem Urlaub, der den nötigen Abstand zulässt (…) Freie Unterkünfte gibt es noch in den Mittelgebirgen wie dem Schwarzwald oder dem Hochsauerland und in den Großstädten wie Berlin und München.“

Favoriten, wie die Ostseeinsel Rügen oder Ziele an der Mecklenburgischen Seenplatte, seien fast ausverkauft.

Ansturm auf Ferienwohnungen an Nord- und Ostsee: Rügen in den Sommerferien fast ausverkauft

Hotels: Lockangebote

Der Ferienhausboom geht teilweise zu Lasten von Hotels. Hier versucht man mit attraktiven Angeboten gegenzusteuern. Neben den überdurchschnittlich hohen Anstrengungen in Sachen Hygiene, Social Distancing und Regelungen bei Frühstück und in Restaurants bemüht man sich den Gästen mit Sonderangeboten entgegenzukommen. Leonardo Hotels bietet Kindern bis 14 Jahren zum Beispiel bis Ende August, einen kostenfreien Aufenthalt beim Familienurlaub. Dieses Angebot gilt für 75 Hotels in Europa und für den Aufenthalt der Kids im Hotelzimmer der Eltern. Dieses Angebot ist allerdings nur für Städtereisen interessant, da sich die Häuser von Leonardo meist in Metropolen befinden.

Zimmerausstattung der Marke „Leonardo-Boutique“ – Foto: Leonardo-Hotels

Destinationen

Ähnlich wie uns heute im Landkreis Gütersloh die Corona-Beschränkungen eingeholt haben, treffen auch verschiedene Reiseziele jetzt auch auf die Realität eines immer noch sehr lebendigen Virus.

Bulgarien hat, nach gestiegenen Infektionszahlen, die Rückkehr zur Maskenpflicht in geschlossenen öffentlich zugänglichen Räumen beschlossen. Seit heute gilt wieder Schutzmaskenpflicht in Läden, Theatern, Kinos. Auch Reisen an die Schwarzmeerküste könnten kurzfristig abgesagt werden, berichten bulgarische Medien. Die Saison sollte am 1. Juli starten.

Portugal will seine Gäste per Ampel am Strand und mit zusätzlichen Apps vor der Überfüllung an Stränden warnen.

Portugal mit Ampel gegen Strandüberfüllung: Algarvestrand in der Nebensaison

Auch in Italien soll Online vor Strandüberfüllung gewarnt werden. Als Ausweichangebot bietet man kostenfreie Museumsbesuche.

Zypern wirbt, im Falle einer Krankheit während des Urlaubs, mit kostenfreier Behandlung im Gesundheitssystem.

Das Emirat Dubai öffnet seine Grenzen am 7. Juli. Als Reiseziel kommen die Emirate derzeit für uns nicht infrage, da die außereuropäische Reisewarnung aktuell noch bis Ende August gilt.

Disneyland Paris will am 15. Juli seine Tore wieder öffnen. Gedacht ist an einen gestaffelten Anfang und die Beschränkung der Besucherzahl durch Tickets, die im Vorfeld für einen bestimmten Tag erworben werden müssen.

Für Thailand gibt es zunächst keine touristische Einreisemöglichkeit. Nur Urlauber aus Japan, China und Südkorea sollen zunächst zugelassen werden. Wann es zu weiteren Lockerungen kommen kann, ist unbekannt.

Israel und Südkorea kämpfen aktuell mit den ersten Anzeichen einer zweiten Corona-Infektionswelle. Das Infektionszentrum in Korea liegt in der Hauptstadt Seoul und der näheren Umgebung. Sollten die Infektionszahlen weiter ansteigen drohen in Südkorea wieder Einschränkungen des öffentlichen Lebens.

Wirtschaftskrimi: Lufthansa

Was geht? Wirtschaftskrimi um Lufthansa – Foto: Lufthansa

Nach dem ergebnisoffenen Gespräch des LH-Großaktionär Heinz Hermann Thiele mit Bundesfinanzminister Olaf Scholz gestern, ist immer noch völlig offen, wie das Abstimmungsergebnis auf der außerplanmäßigen Lufthansa-Aktionärsversammlung am Donnerstag aussehen wird. Bisher haben sich zu wenige Aktionäre angemeldet, um die bei Unterbesetzung vorgeschriebene Zwei-Drittel-Mehrheit zu vermeiden. Damit hätte Thiele die Chance den staatlichen Rettungsdeal platzen zu lassen. Wie er sich entscheidet ist nach wie vor unklar. Das Pokerspiel wird also bis zur letzten Minute weitergehen. Potentielle Leidtragende könnten die Lufthansa-Mitarbeiter sein. Kommt das Rettungspaket nicht zustande, könnte das für LH die Insolvenz bedeuten.

Das wäre eine vergleichbare Situation wie beim Ferienflieger Condor, der sich bereits seit der Pleite der Konzernmutter Thomas Cook in einem insolvenzrechtlichen Schutzschirmverfahren befindet. Ob bei einem solchen Verfahren die angestrebte Reduzierung von 22.000 Arbeitsplätzen ausreicht oder ob es noch schlimmer kommt, steht in den Sternen. Großaktionär Thiele wendet sich insbesondere gegen die staatliche LH-Beteiligung von 20 Prozent. Dies würde eine erhebliche Wertminderung seiner Aktien bedeuten.

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