DRR152 „Die Kleinen beißt der Hund“ – Reisebüros und kleine Veranstalter in der Corona-Krise

Immer, wenn scheinbar alles besprochen ist…

Wir haben hinlänglich besprochen und Probleme dargestellt, hier im Reiseradio: Die Tourismusbranche ist nicht zu beneiden. Nix ging in den letzten Monaten. In der letzten Woche wurde nun ziemlich viel Geld ausgeschüttet, schönen betitelt als Konjunkturpaket. Das sollte Grund genug sein, mal in der Branche nachzufragen, wie sich die Situation in der Praxis darstellt.

  • Wie wird es in der Reisebranche weitergehen?
  • Warum ist das gerade bei Reisebüros und kleinen wie mittleren Veranstaltern ein so großes Problem, dass sich die Überlebensfrage stellt?

Die Großen sind versorgt. TUI 1,8 Milliarden Euro und vermutlich reicht das nicht. Lufthansa alles in Allem rund 9 Milliarden. Aber wie ist die Situation für Reisebüros und kleine Veranstalter?

Im Reiseradio-Gespräch: Daniela Köster, Inhaberin von „Genuss Touren“ in München

Ein Reiseradiogespräch mit Daniela Köster, Inhaberin des kleinen Veranstalters „Genuss Touren“ über Tourismus- und Wirtschaftspolitik, über zwangläufige Liquiditätsprobleme, über rechtliche Verordnungen, verständnisvolle Kunden, Lichtstreifen am Horizont, drohenden Vielfaltsverlust in der Reisebranche, sowie über die verzweifelten Versuche, Entscheidungsträgern klar zu machen, was gebraucht wird und was nicht.

Nachschlag:

Dieses Gespräch haben wir gestern (09.06.) am frühen Abend aufgezeichnet. Die Meldung zur Verlängerung der Reisewarnung für alle außereuropäischen Ziele schlug erst danach ein. Gerade Veranstalter, die sich auf außereuropäische Ziele spezialisiert haben, sind jetzt zusätzliche zweieinhalb Monate in Sachen Buchungen und Verkauf eingeschränkt.

Daniela Köster schrieb heute auf ihrem Facebook-Kanal:

„Währenddessen ist Neuseeland Corona frei, Mauritius schon längst, die Seychellen ebenso – wie auch Botswana oder Namibia nahezu. Die Länder entwickeln „clean and safe labels“, schulen ihre Mitarbeiter, checken die Gesundheit der Reisenden bei Ankunft – es ist egal. Es ist gefährlich, da nicht EU/GB.

Und in Deutschland kümmert es keinen, wenn man aus einem Nicht-EU Land einreist, Interkontflüge gehen ja wieder. Es wird nicht kontrolliert, es wird nicht nachverfolgt, man wird zu keiner Quarantäne verpflichtet. Aber natürlich ist es brandgefährlich, in coronafreie Länder außerhalb der EU zu reisen.

Hoffen wir einfach mal, dass zumindest der Topf des Entwicklungshilfeministers aufgestockt wird, damit er die katastrophalen Folgen durch das Ausbleiben der Touristen abmildern kann – wenn es schon mau für die Unterstützung der Tourismusbranche aussieht.“

Das sind deutliche Worte.

 

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