DRR News 24.08.20 – Partyverbot / Mallorca / Werftenkrise? / LH-Rückerstattung

Airbnb – Partyverbot

Die Übernachtungsplattform „Airbnb“ hat für ihre Wohnangebote ein weltweites Party-Verbot erlassen. Grund: Einige Nutzer neigten dazu „dort das für Bars und Clubs typische Verhalten auszuleben“. erklärte Airbnb zum Ende der letzten Woche. Zusätzlich ist jetzt die maximale Zahl der Gäste auf 16 begrenzt. Dies gilt auch für größere Mietobjekte.

Bei Verstößen drohen rechtliche Konsequenzen und der Rauswurf aus der Buchungsplattform. Die Entscheidung dürfte leichtgefallen sein, da schon bisher in 73 Prozent der Angebote Partys und Feiern ausgeschlossen waren.

Reiseänderungen

Tunesien

Ab dem 26. August 2020 wird Deutschland in die „Liste orange“ eingestuft.  Reisende dieser Liste müssen einen negativen PCR-Test vorlegen und sich zudem in Heimquarantäne begeben, teilt das Auswärtige Amt mit.

Litauen / Lettland

Aufgrund der steigenden Infektionszahlen in Deutschland haben die beiden baltischen Staaten, mit Wirkung von heute, die Quarantänepflicht nach Einreise wiedereingeführt. Dies gilt derzeit noch nicht für Einreisen nach Estland.

Vilnius – Rathaus / Litauen

Ägypten

Die Einreise nach Ägypten wird eingeschränkt. Ab dem 1. September muss eine negativer PCR-Test vorgelegt werden. Die Tourismuskonzerne hatten auf einen großflächigeren Reisestart für Herbst und Winter gehofft und sind jetzt sauer. In den letzten Wochen hatte das ägyptische Tourismusministerium mehrfach die Streichung des Landes von der Liste der Staaten mit Reisewarnung gefordert. Jetzt liegt eine neue, andere Entscheidung vor.

Belgien

Seit Freitag gilt eine erweiterte Reisewarnung des Auswärtigen Amts. Nach Antwerpen und Umgebung wurde die Hauptstadt Brüssel zum Risikogebiet erklärt.

Mallorca: Warnung oder was?

Foto: Herbert Bopp

Die missverständlichen Botschaften von Gesundheitsminister Spahn zum Thema Reisewarnung stoßen in der Touristik auf Unverständnis und lösen einen uneinheitlichen Umgang mit dem Thema Reisewarnung aus. Spahn hatte kurz nach der Ankündigung gesagt, dass Reisen „mit Vorsicht“ weiterhin möglich seien. Die Reisewarnung ist zwar kein Reiseverbot, allerdings müssen sich Urlauber bei der Rückkehr testen lassen oder in Quarantäne gehen.

Die Reisebranche ist seitdem gespalten. Einige Anbieter halten ihr Balearen-Programm aufrecht und kündigen damit die stillschweigende Vereinbarung der Branche auf, sich an die Vorgaben des Auswärtigen Amts zu halten und keine Reisen in Gebiete mit Reisewarnungen anzubieten. Thorsten Schäfer, Sprecher des Deutschen Reiseverbands kommentierte in einem Gespräch mit „Business Insider“:

„Das sorgt für Verwirrung und Unsicherheit in der Branche und bei den Kunden. Die Hoheit über die Aussprache von Reisewarnungen sollte ausschließlich beim Auswärtigen Amt liegen. Es darf hier nicht zu einer Verwässerung des Begriffs kommen.“

Kreuzfahrtindustrie mit Finanzproblemen

Die gegenwärtige Krise macht sich inzwischen in der Finanzlage der hinter der Kreuzfahrt stehenden Konzerne bemerkbar. Der Beteiligungs-Konzern „Genting Hong Kong“ hat am Wochenende alle Zahlungen bis auf Weiteres eingestellt. Die gegenwärtigen Schulden werden auf knapp dreieinhalb Milliarden US-Dollar geschätzt. Neben Hotels und Spielcasinos gehören dem Konzern auch die Reedereien Crystal-, Star- und Dream-Cruises.

Werftenkrise im Anmarsch? – Hafeneinfahrt Rostock-Warnemünde

Wirtschaftlich kritisch für Deutschland ist das Engagement des Konzerns in Sachen Werften. Zur Genting-Gruppe gehören die MV-Werften in Rostock, Wismar und Stralsund, sowie Teile der Lloyd-Werft in Bremerhaven.

Delta bleibt beim freien Mittelsitz

Es ist eine löbliche Ausnahme mit marketingtechnischen Hintergedanken. Im Gegensatz zu den meisten US-Fluglinien bleibt Delta Air Lines beim freien Mittelsitz in den weit verbreiteten Dreier-Sitzreihen. Man wolle auch künftig die „Social-Distancing“-Maßnahmen so gut wie möglich umsetzen. Deshalb wurde die Regelung bis zum 6. Januar 2021 verlängert. Delta sieht dies sicher auch als Marketingmaßnahme in Sachen Vertrauen und hofft damit auf künftige und stärkere Kundenbindung.

Lufthansa – Rückerstattungen

Nach reichlich Protesten und Aufforderungen dem Gesetz Genüge zu tun, geht die Lufthansa Group in die Offensive und teilt mit, dass man inzwischen über 2,3 Milliarden Euro an insgesamt 5,4 Millionen Kunden rückerstattet habe. 92 Prozent aller Anträge von Lufthansa Passagieren aus dem ersten Halbjahr seien bislang bearbeitet und ausbezahlt. Die Rückzahlung von 1,4 Millionen Euro steht noch aus. Ziel sei, so LH, auch diese Rückerstattungen im Lauf dieser Woche abzuwickeln.

Foto: Fraport AG

ANA testet neue Türgriffe für Toilettenräume

Corona macht erfinderisch: All Nippon Airways (ANA) hat neue Türgriffe für Kabinentoiletten entwickeln lassen: Zur Öffnung der Türen reicht jetzt der Ellenbogen aus. Ein reduzierter Kontakt mit Türklinken oder Geländern zählt zu den Maßnahmen, mit denen das Ansteckungsrisiko gesenkt werden soll.

Die neuen Türgriffe werden aktuell einem Praxistest unterzogen. Bei Tauglichkeit, könnten sie in den Flugzeugen eingebaut werden, heißt es von Seiten der Fluggesellschaft.

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