DRR NEWS – Hurricane „Dorian“ – Chronik eines Wirbelsturms

Screenshot: National Hurricane Center

„Hurricane-Season“. „Dorian“ hat die Bahamas schwer getroffen und an der US-Ostküste für Zerstörungen gesorgt. Die Schäden dürften in die Milliarden gehen. Die offizielle Zahl der Todesopfer liegt bei mindestens 43 auf den Bahamas und 5 in den USA.

Update 09. September

Wochenendrückblick und Aktuell

„Dorian“ ist als „Category 1-Hurricane“ im Verlauf des Wochenendes an der Küste von New England weiter nach Nordosten gezogen. Es gab in Nova Scotia, Canada einn weiteren Landfall. Dies wurde begleitet von heftigen Regenfällen, Starkwind von 140 km/h und einer erhöhten Flutwelle an den Küsten. Trotz der Zurückstufung zum „Tropischen Wirbelsturm“ im Lauf des Sonntags gab es erhebliche Schäden. Am Sonntag waren rund 375.000 Haushalte in Nova Scotia ohne Strom. „Dorian“ ist inzwischen über Teile Neufundlands hinweg gezogen, befindet sich jetzt auf dem Nordatlantik und wird als Sturmtief vermutlich im Lauf des Donnerstags Irland und Großbritannien erreichen.

An der US-Ostküste haben die Aufräumungsarbeiten begonnen. Städte wie Charleston, Myrtle Beach und Regionen in Florida, Georgia und South Carolina sind wieder kurz vor „Normal“. In North Carolina werden die Aufräumungsarbeiten sicher länger dauern. Die schwer getroffenen „Outer Banks“ sind noch weit vom Normalzustand entfernt.

Bahamas – Hilfsmaßnahmen und Probleme

Die Lage auf den den Inseln der Bahamas ist weiterhin kritisch. Die Zahl von etwa 70.000 Obdachlosen verfestigt sich. Die Zahl der Todesopfer wird mit mindestens 43 angegeben, allerdings werden immer noch viele Menschen vermisst. In den Häfen von Freeport und auf Ababco Island sammeln sich inzwischen Obdachlose und hoffen auf einen freien Platz in einem Boot oder Kreuzfahrtschiff um sich in Florida, zumindest vorübergehend in Sicherheit zu bringen. Häuser und Infrastruktur der am stärksten getroffenen „Abaco Island“ sind zu 90 Prozent zerstört. Rettungskräfte berichten, es sähe aus wie nach einem flächendeckenden Bombenangriff. Die Menschen dort klagen über die Verzögerungen bei der Hilfe. Am Wochenende hat man rund 3.000 Menschen von Abaco nach Nassau evakuiert. 1.400 Menschen haben auf einem Kreuzfahrtschiff Zuflucht gefunden, das seit dem späten Samstagabend in Riviera Beach in Florida fest gemacht hat. Die internationale Gemeinschaft ist inzwischen mit unterschiedlichen Hilfs- und Bergungstrupps zugange. Die US Küstenwache und die US Marine sind im Einsatz.  Bürgerinitiativen in Florida stellen Lebensmittelpakete zusammen, um sie auf die Bahamas bringen zu lassen. Es wird zu Spenden aufgerufen. Insbesondere die Tourismusindustrie greift Bahamas unter die Arme. Kreuzfahrtschiffe liefern Hilfsmaterial und neben Menschen auf. Das „Greater Miami CVB“ hat zusammen mit 14 Initiativen im Großraum Miami eine Spendenaktion ins Leben gerufen. Ihr CEO William D. Talbert hat Hilfe beim Wiederaufbau der Infrastruktur angekündigt.

Fachleute befürchten, dass es Monate bis Jahre dauern könnte, um alle Schäden zu beseitigen und die zerstörten Häuser wieder aufzubauen. Die Situation verschärft sich für die Bahamas auch deshalb, weil der Staat wirtschaftlich zu einem großen Teil von Tourismus abhängig ist. Dies bedeutet: Keine Touristen – keine Einnahmen. – Ein Teufelskreis, der wirtschaftlich und damit auch humanitär nur mit internationaler Wirtschaftshilfe zu durchbrechen sein wird.

Update 07. September, Samstag 11 Uhr

Aktuell

Wie befürchtet, ist „Dorian“ als Kategorie 1-Hurrikan am Freitag an Land gegangen. Dieser „Landfall“ fand auf den bedrohten „Outer Banks“ bei Cape Hatteras statt. Die Outer Banks sind Barriereinseln, die vor der Küste North Carolinas liegen. Auf einer der Inseln (Ocracoke) wurden hunderte Menschen von der Flutwelle eingeschlossen. Af den „Outer Banks herrschten zu dieser Zeit Windgeschwindigkeiten um 150 km/h. Sturm und Überschwemmungsschäden sind erheblich. Die Evakuierungsmaßnahmen für die Eingeschlossenen sind inzwischen fast abgeschlossen. Die Insel wurde komplett überspült und auch nach dem Rückzug der Flutwelle steht die Insel weitgehend rund 60 cm unter Wasser. Es wird Wochen und teilweise Monate dauern, bis die Schäden beseitigt sind.

Nach dem Hurricane: Bahamas & USA

In Florida, Georgia und South Carolina haben indes die Aufräumungsarbeiten begonnen. Die Zahl von Todesopfern ist glücklicherweise bisher nicht mehr gestiegen und liegt bei 5 Menschen, die mittelbar (medizinische Umstände o.ä.) durch die Wettersituation und fehlende Rettungsmöglichkeiten ums Leben kamen.

Die Zahl der Todesopfer auf den Bahamas wird inzwischen mit 43 angegeben. Die Zahl der Vermissten geht in die Hunderte. Erste Rettungsmaßnahmen sind inzwischen angelaufen. Die christliche Hilfsorganisation „Samaritan’s Purse“ hat 16 Ärzte und eine mobile Klinik in Richtung Bahamas auf den Weg gebracht. Hilfsgüter sind auf dem Weg. Da es immer noch keine Landemöglichkeiten für große Flugzeuge gibt, muss das Hilfsmaterial meist auf dem Wasserweg transportiert werden. Auf den Inseln selbst versucht man die Verteilung mit Hubschraubern und, wo möglich, mit Kleinflugzeugen. Wichtigster Auftrag aktuell: Die Bereitstellung von Trinkwasser und Nahrungsmitteln, sowie Schutzzelten.

Der weitere Weg

Hurricane „Dorian“ ist inzwischen weiter aufs Meer hinausgezogen und bewegt sich in nordöstlicher Richtung entlang der amerikanischen Küste. Sturmausläufer und Regenfälle werden im Lauf des Tages New York und danach die Küste der New England-Staaten erreichen. In der kommenden Nacht wird er das kanadische „Nova Scotia“ erreichen. Dort gibt es inzwischen ebenfalls einen „Hurricane Alert“. Die erwarteten Windgeschwindigkeiten könnten im kanadischen Küstenraum immer noch um die 150 km/h erreichen. Im Anschluss führt der Weg dann endgültig hinaus auf den Atlantik in Richtung Europa. In der kommenden Woche warten deshalb stürmisches Wetter auf den britischen Inseln. Mitteleuropa könnten die Ausläufer durch Beeinflussung von Hoch- und Tiefdruckgebieten noch einmal spätsommerliches Wetter bescheren. Das „Dorian“ zu einem der ersten Herbststürme in Deutschland werden könnte, ist unwahrscheinlich.

Update 06. September, Freitagmorgen 10 Uhr

Aktuell

Das Auge von Dorian befindet sich inzwischen etwa 50 Kilometer südlich von „Cape Lookout“ in North Carolina und wird sich im Lauf des Freitags vermutlich, entlang der Küste von North Carolina, weiter in Richtung Nordosten bewegen. Der prognostizierte weitere Weg führt weiter hinaus auf den Atlantik an Long Island und den New England-Staaten in Richtung Nova Scotia, Canada. Dort wird der Sturm dann wohl im Lauf des Samstags eintreffen.

Bedrohte Küste in North Carolina: Dare County Beach – Foto: VisitNC.com

Überschwemmungen und Windstärken um die 170 km/h bedrohen jetzt North Carolina, insbesondere die „Outer Banks“, Barriereinseln, die vor der Küste liegen. In North und South Carolina sind nach wie vor rund 270.000 Haushalte ohne Stromversorgung.

Rettungsmaßnahmen auf den Bahamas

Die Rettungsmaßnahmen auf den Bahamas kommen nur zögerlich voran. Die Schäden, insbesondere auf Abaco Island, sind erschreckend. Abaco Island gleicht in Teilen einem großen „Müllberg“. Auch „Grand Bahama“ wurde schwer getroffen. Die Stromversorgung ist komplett zusammengebrochen. Ein Großteil der Gebäude ist entweder zerstört oder stark beschädigt. Man vermutet, dass die Zahl der Todesopfer weiter steigen wird. Großes Problem ist auch die Versorgung der Menschen mit sauberem Trinkwasser und Nahrungsmitteln. Die Rettungsmaßnahmen werden überwiegends per Hubschrauber durchgeführt, da die Flughäfen überschwemmt oder stark beschädigt  sind. Fachleute sind sicher, dass die Aufräumarbeiten Monate in Anspruch nehmen könnten. Aus eigener Kraft wird das der Inselstaat nicht schaffen können. Die UNO hat die Internationale Gemeinschaft zu Spenden- und Hilfsmaßnahmen aufgerufen.

Kreuzfahrtindustrie hilft auf den Bahamas

Die Reedereien Carnival Cruises, Norwegian Cruise Line, Disney Cruise Line und Royal Caribbean haben jeweils 1-2 Millionen Dollar gespendet. Darüberhinaus schickt man Schiffe mit Hilfsgütern in die schwer betroffenen Regionen. Die Reederei MSC befindet sich im direkten Kontakt mit Hubert Minnis, dem Premierminister der Bahamas, um zu klären, welche Hilfsgüter am dringendsten benötigt werden. MSC will dafür Frachtschiffe einsetzen, die von den USA aus, die Häfen in Freeport (Grand Bahama) und Marsh Harbour (Abaco Island) anlaufen sollen.

Humanitäre Hilfe der Kreuzfahrtindustrie – Foto: Carnival Cruises

Update 05. September, Donnerstagabend 20 Uhr 30

Aktuell

„Dorian“ bewegt sich nur sehr langsam und befindet sich aktuell zwischen Charleston und Myrtle Beach, dicht vor der Küste. Der Sturm gehört jetzt wieder zur Kategorie 2. Allerdings ist der Windunterschied zwischen 110 und 115 Meilen ziemlich unerheblich bei der Entstehung von Schäden. Das Auge des Hurricans ist, nach letzten Berichten von CNN, in den letzten Stunden der Küste gefährlich nah gekommen. Es gibt aber noch keine Meldungen über einen „Landfall“ von „Dorian“. Dies könnte, nach wie vor, im Grenzbereich zwischen South und North Carolina geschehen. Dort wird das Sturmzentrum vermutlich in etwa 12 Stunden erwartet.

Die Innenstadt von Charleston ist inzwischen überflutet. 240.000 Haushalte in Georgia, sowie South und North Carolina haben zur Zeit keinen Strom. Entlang der Küste werden verstärkt Tornados gemeldet. „Emerald Isle“ in North Carolina hat es besonders stark getroffen. Ein Tornado zerstörte ganze Häuserreihen und warf Lastwagen um. In dieser Region regnet es zwar teilweise, der Hurricane ist aber noch garnicht eingetroffen. Meteorolgen sagen, dass das Auftauchen von Tornados im Regenband von Wirbelstürmen durchaus normal sein kann.

Warnungen

„Hurricane Watch“ Warnungen und angelaufene Evakuierungsmaßnahmen werden aus North Carolina gemeldet.

Rettungsmaßnahmen Bahamas

Die ersten Rettungsmaßnahmen sind inzwischen angelaufen. Durch die Überschwemmung und die zerstörte Infrastruktur ist dies ein schwieriges Unterfangen. Fachleute sagen, dass etwa 70.000 (ein Fünftel der) Menschen auf den Bahamas dringend Hilfe benötigen. Der Flughafen ist nach wie vor überflutet.

Update 05. September, Donnerstagmorgen 9 Uhr

Aktuell

„Dorian“ befindet sich aktuell etwa 150 Kilometer südöstlich von Charleston und ist jetzt wieder in die höhere Kategorie 3 gestuft worden. Die Befürchtungen eines Hochwassers und Überschwemmungen in Charleston sind bzw. werden wohl wahr. Die Polizei meldet dort bereits zahlreiche Überschwemmungen und Straßensperrungen. Die Gefahr für die Stadt liegt weniger in Regen und Wind, sondern in der erheblichen Flutwelle von über 2 Metern, die vom Meer aus in die Flüsse und dann in die Innenstadt von Charleston schwappt. Die Region liegt sehr niedrig. Gegenwärtig lädt der Sturm bei einer sehr langsamen Fortbewegung von nur 7 km/h etwa 30 Zentimeter Regen pro Quadratmeter ab. Die Windgeschwindigkeit liegen bei knapp 190 km/h.

Der weitere Pfad von „Dorian“

Die Gefahr, dass „Dorian“ in der Region zwischen Myrtle Beach, SC. und Wilmington, N.C. an Land gehen könnte, ist wegen der geographischen Lage nicht mehr ausgeschlossen. Besonders gefährdet sind jetzt auch die „Outer Banks“, Barriereinseln vor der Küste von North Carolina. Hier könnte die Flutwelle über die schmalen Inseln hereinbrechen und sie komplett überschwemmen.

Update 04. September, Mittwochabend 23 Uhr

Hurricane „Dorian“ zieht inzwischen vor der Küste Floridas gen Norden. Aktuell (23 Uhr) befindet sich der Sturm in Höhe von Jacksonville und zieht weiter in Richtung Georgia. In etwa 12 Stunden dürfte das Zentrum in Höhe von Savannah liegen. Auf eine kritische Situation bereitet sich aktuell die Stadt Charleston vor. Man rechnet dort mit einer extrem hohen Sturmflut, die schlimmstenfalls die historischen Bereiche der Stadt überschwemmen könnte. Zur Zeit ist das Zentrum des Sturms ca. 150 Kilometer vor der Küste auf dem Meer. In Höhe von Charleston dehnt sie sich aber weiter nach Osten aus.

Charleston droht Gefahr durch Flutwelle (DRR-Archivbild)

Es ist noch nicht klar, ob „Dorian“ dem Meer folgt oder in South oder North Carolina doch noch Landberührung bekommt. Dies würde, genau dort, erheblichen Schaden anrichten. Die Behörden in South Carolina haben die Menschen auf jeden Fall aufgefordert, die Evakuierungszonen unbedingt zu verlassen. Die meisten Schulen in den Küstenbereichen sind geschlossen.

Flugverkehr

Die Flughäfen in Daytona Beach, St. Augustine und Jacksonville bleiben vorerst noch geschlossen. Der Internationale Großflughafen in Orlando (MCO) hat vor etwa 6 Stunden den Betrieb wieder aufgenommen. Mit Behinderungen und Flugausfällen ist aber in ganz Florida, Georgia, sowie South Carolina  nach wie vor zu rechnen.

Update Mittwoch 04. September

Aktuell

Die Zahl der Todesopfer auf den Bahamas wird inzwischen mit 7 angegeben. Über die Zahl von Verletzten oder Vermissten gibt es noch keine verlässlichen Angaben. Die Schäden sind unfassbar groß. Niemand hatte damit gerechnet, dass „Dorian“ über der Inselgruppe quasi stehen bleibt. So konnte die zerstörerische Kraft über drei Tage wüten. Aus eigener Kraft werden die Bahamas die dringend notwendige Hilfe nicht organisieren und bewältigen können. Hilsorganisationen wie UN und Rotes Kreuz stehen bereit. Die Hilfe wird demnächst anlaufen. Gestern waren, wegen der immer noch herrschenden Wetterbedingungen, noch keine Hilsmaßnahmen möglich.

Kommt die US-Ostküste mit einem „blauen Auge“ davon?

Florida erwartet Hurricane „Dorian“. Der Sturm wurde inzwischen auf die Kategorie 2 zurückgestuft. Die Windstärken liegen nach wie vor bei etwa 175 km/h. Die Auswirkungen könnten allerdings wesentlich geringersein alsbefürchtet. „Dorian“ hat inzwischen nach Norden abgedreht und es besteht die Hoffnung, dass es, zumindest in Florida nicht zum „Landfall“ kommt. Regen, Sturm und hohe Flutwellen können allerdings durchaus für Schäden an Häusern und für Stromausfälle sorgen. Ob eine Landberührung weiter nördlich in Georgia oder South Carolina stattfinden wird ist noch nicht sicher vorhersehbar. Es bestehen nach Aussagen von Meteorologen aber wohl gute Aussichten, dass der Sturm auf dem Meer bleibt und sich im Sog des „Golfstroms“ nach Norden bewegt und weiter abschwächt.

Häfen und Kreuzfahrten

Geschlossen sind die Kreuzfahrthäfen Port Canaveral und Jaxport in Jacksonville. Die Kreuzfahrthäfen von Miami und Ft. Lauderdale sind seit gestern Abend wieder geöffnet. Details zu Kreuzfahrten und einzelnen Schiffen gibt es auf den Websites von

Flugverkehr und Airports

An der gesamten US-Ostküste ist mit Behinderungen im Flugverkehr zu rechnen. Mehr als 1.600 Flüge wurden inzwischen gestrichen. Geschlossen sind derzeit folgende Flughäfen:

  • Orlando (MCO)
  • Palm Beach Airport (PBI)
  • Daytona Beach Int. Airport (DAB)
  • St. Augustine Airport (UST)
  • Jacksonville Airport (JAX)

Miami Int. Airport (MIA) und Fort Lauderdale Airport (FLL) sind wieder geöffnet. Alle großen Airlines bieten im Moment Informationen und Umbuchungsmöglichkeiten für die betroffene Region, zum Teil allerdings von anderen Airports (z.B. an der Westküste).

Update Dienstag 03. September

Aktuell

„Dorian“ wurde inzwischen um eine Stufe, von der höchsten Kategorie 5 auf 4, heruntergegesetzt. Die Schäden, die der Wirbelsturm auf den Bahamas angerichtet hat, sind erheblich und tiefgreifend. Der starke Wind, Sturmfluten und heftige Regenfälle haben die Infrastruktur stark beschädigt. Teilweise ist Trinkwasser verunreinigt, über 13.000 Häuser wurden zerstört. Überall auf den Inseln steht das Wasser meterhoch dort, wo sonst Straßen sind. „Dorian“ hat bisher mindestens fünf Todesopfer auf den Bahmas gekostet. Der Flughafen der Stadt Freeport ist komplett überschwemmt. Noch ist die Gefahr auf den Bahamas nicht ganz gebannt, da sich der Sturm nach wie vor extrem langsam fortbewegt und den Archipel noch nicht verlassen hat.

Die Meteorologen des „National Hurricane Centers“ rechnen nach wie vor damit, dass „Dorian“ vor Erreichen der US-Küste nach Norden abdrehen wird und an der Ostküste entlang in Richtung Georgia und South Carolina ziehen wird. Dies ist allerdings immer noch nicht wirklich klar. Sollte der Sturm auch von seinem bisherigen Weg abweichen, könnte er auch in Florida oder Georgia auf Land treffen. Dann wären dort erhebliche Schäden vorprogrammiert. Da sich der Sturm nachwievor nur sehr langsam fortbewegt, wird sich sein Weg auch erst in der amerikanischen Nacht, also im Verlauf des morgigen Vormittags unserer Zeit, heraus kristallisieren.

Reiseveranstalter

Deutsche Reiseveranstalter haben Gäste evakuiert. Dies, sowohl auf den Bahamas (nach Grand Bahama und Nassau), als auch in Florida (nach Orlando). Die TUI meldet nur wenige Gäste auf den Bahamas, Thomas Cook teilt mit, man habe dort aktuell keine Gäste. Stärker betroffen ist die DER Touristik, die ihre Bahamas-Gäste nach Nassau evakuiert hat. Alle Veranstalter versichern, dass sie im engen Kontakt mit ihren Kunden sind.

Vorausschau

Inzwischen bewegt sich „Dorian“ auf die US-Ostküste zu. Das „National Hurricane Center“ erwartet die ersten heftigen Sturmböen in Florida im Lauf des heutigen Tages. In Südflorida wird dies für 8 Uhr Ortszeit (= 14 Uhr deutscher Zeit) erwartet. Nordflorida wird von Starkwinden bis spätestens 20 Uhr ( = 2 Uhr Mittwoch 4.9.) erreicht werden. In ganz Florida und nördlich bis „Altamaha Sound“ in Georgia ist „Hurricane Alert“ ausgerufen.

Montag 02. September

Aktuell:

Mit Windgeschwindigkeiten bis zu 300 km/h verwüstet „Dorian“ gegenwärtig große Teile der Bahamas. Erschwerend kommt hinzu, dass sich der Wirbelsturm kaum fortbewegt und seine ganze zerstörerische Kraft quasi „auf der Stelle“ austobt. Die Wanderung des „Kategorie 5-Hurrikans“ ist in den letzten Stunden nur noch mit 7 – 11 km/h angegeben worden.

Trotzdem rechnen die Mitarbeiter des „National Hurricane Centers“, dass der Wirbelsturm im Lauf des morgigen Dienstags die amerikanische Ostküste erreichen wird. Wo der sogenannte „Landfall“ von „Dorian“ stattfinden wird ist schwer vorhersehbar. Die Experten vermuten, dass „Dorian“ vor Florias Küste in Richtung Norden abdrehen könnte. Damit verlagert sich die Hauptgefahr von Florida in Richtung der Bundesstaaten Georgia und South Carolina. – Die Fachleute sagen aber auch, dass selbst kleinste Faktoren, den Weg des Sturms in eine abweichende Richtungen beeinflussen können.

Die Hurricane-Karte des „National Hurricane Centers“

Hurricane-Alert

In allen drei Bundestaaten (Florida, Georgia, South Carolina) gilt Hurricane-Alarm.

Florida:

Tiefer gelegene Regionen und vorgelagerte Inseln im Bereich zwischen Palm Beach im Süden und mindestens Daytona Beach im Norden sollen verlassen werden. 4.000 Nationalgardisten sind in Alarmbereitschaft versetzt. Bewohner flüchten derzeit in Richtung der nicht betroffenen Westküste am Golf von Mexiko.

Georgia:

Die gesamte Region östlich der von Nord nach Süd verlaufenden Interstate „95“ soll evakuiert werden. Diese Maßnahmen haben begonnen. Betroffen davon sind über 500.000 Bewohner.

South Carolina:

Governor Henry McMaster hat die Räumung des kompletten Küstenstreifens angeordnet. Auch hier ist die Evakuierung angelaufen. (Montag 12 Uhr, Ortszeit = 18 Uhr deutscher Zeit). Die Anordnung trifft rund 840.000 Menschen.

Ruhe vor dem Sturm: DRR-Archivbild aus Myrtle Beach, SC an der Ostküste

Die Auswirkungen von „Dorian“

„Dorian“ ist einer der größten Wirbelstürme, die in den letzten Jahren registriert wurden. Zerstörte oder abgedeckte Häuser, Stromausfälle und eine gigantische Sturmflut mit großflächigen Überschwemmungen sind vorprogrammiert. Windstärken von über 250 km/h werden erwartet.

Dazu wird es Regenfälle von 10 bis 12 Inches pro Quadratmeter geben. Dies entspricht einer Regenmenge von ca. 260 bis 300 Litern pro Quadratmeter in kürzester Zeit.

Eingeschränkter Luftverkehr:

Der Luftverkehr wird in dieser Region in den nächsten Stunden fast vollständig lahmgelegt werden. Bereits 600 abgesagte Flüge meldet die Tageszeitung „USA Today“. Am Internationalen Flughafen in Orlando beobachtet man die Wettersituation und wird gegebenenfalls den Flugbetrieb komplett einstellen.

Kleinere Flughäfen wurden bereits geschlossen.

Störungen im Flugverkehr werden erwartet an den Airports von Orlando, Ft. Lauderdale, Miami, West Palm Beach, Daytona Beach, Jacksonville, Charleston, Myrtle Beach, Savannah und Wilmington.

Veranstalterreisen:

Hier folgt eine Pressemitteilung der TUI. Die allgemeinen Ratschläge gelten selbstverständlich auch für alle Urlauber, die sich aktuell in der Gefahrenregion befinden.

TUI empfiehlt ihren Gästen mit Aufenthalten zwischen Fort Lauderdale bis Jacksonville vorsorglich nach Orlando zu reisen. Dafür bietet der Veranstalter kostenfreie Hotelaufenthalte an. Kunden, die vor Reiseantritt bei der Buchung ihre Handynummer hinterlegt haben, werden durch TUI fortlaufend über die Situation vor Ort informiert.

TUI rät allen Urlaubern, die bis zum 8. September eine Reise an die Südostküste der USA ab Fort Lauderdale und nordwärts planen, dringend ihre Reiseabsichten zu überdenken. Aufgrund der aktuell vorliegenden Informationen zu den voraussichtlich schweren Auswirkungen des Sturms kann zum jetzigen Zeitpunkt nicht sichergestellt werden, dass in den Urlaubszielen alle gebuchten Leistungen erbracht werden können. Gäste werden derzeit von TUI kontaktiert und können ihre Reise gebührenfrei umbuchen oder stornieren.

Falls Sie eine Veranstalterreise gebucht haben, setzen Sie sich bitte mit Ihrem Reisebüro oder dem Veranstalter in Verbindung.

Information:

National Hurricane Center, Miami

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