DRR148 – Kreativität gegen Krise: Reisewirtschaft in Not

Foto: EURESAreisen

„Corona“ hat das Reisen und die Tourismuswirtschaft völlig verändert. Insbesondere kleine Reiseveranstalter und Reisebüros verlieren täglich Geld und stehen vor der Pleite. Dazu führen wir ein besonderes Gespräch.

Es geht um die Frage, wie man als Reiseanbieter trotzdem überlebt, was man sich alles einfallen lassen kann, aber auch woran das System kränkelt, wenn es um die Reisevermittler geht. Außerdem lassen wir einen Reisevermittler zu Wort kommen.

Er hat einen persönlichen Gruß an Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier verbunden mit nachdenkenswerten Aspekten zur Krise und dem Wunsch, er möge sich doch damit unbedingt mal auseinandersetzen und daraus Folgerungen ableiten!

In Kurzfassung: Hier kommt der Gruß ins Bundeswirtschaftsministerium.

Im Podcast erzählt er aber auch vom Krisenmodus und den Ideen ein wirtschaftliches Überleben zu sichern.

Das Team von EURESAreisen aus Saarburg – Foto: EURESAreisen

EURESA – Ein besonderes Geschäftsmodell

Dass aus der Idee als Studenten ein wenig Geld zu verdienen im Lauf der Jahre eine mittelständische Firma werden kann, hätten die Betriebswirtschaftler Johannes Nicknig und Gregor Demmer am Anfang sicher nicht für möglich gehalten. Aus einer Consulting GmbH wurde eine Reisevermittlung, ein Reisebüro spezialisiert auf Kreuzfahrten.  Aktuell trotzen auch sie der Krise mit unterschiedlichen Ideen, die vielleicht typisch für Unternehmen sind, die aus Standups entstanden.

Gregor Demmer im Skype-Gespräch…

Mit Gregor Demmer habe ich ein „corona-vorsorge-gesundheitlich-korrektes“ Gespräch per Skype geführt. Darin geht es um neue Ideen, aber auch um die Alltagssorgen, die aktuell alle Reisevermittler mit sich herumtragen.

…mit dem DRR und Rüdiger Edelmann

Konservativ wirtschaften und kreativ gegensteuern

Gregor erzählt im Gespräch, dass es EURESA trotz des Umsatzabsturzes nicht so schlecht geht, dass eine Insolvenz zu befürchten sei. Sie seien immer davon ausgegangen, dass im Reisegeschäft, zumal bei der Spezialisierung auf Kreuzfahrten, mal etwas schief gehen könne und äußere Faktoren den Umsatz drücken. Deshalb habe man immer sehr konservativ gewirtschaftet und deshalb jetzt finanzielle Reserven, die noch mehrere Monate reichten. Gleichzeitig befürchtet er im Moment eine „gewollte Marktbereinigung“ in einem margenschwachen Geschäft. Auch an den Provisionsregelungen lässt er kein gutes Haar. – Selbst Nicht-Fachleute können beim Hören nachvollziehen, woran die Reisebranche und ganz besonders Reisebüros und kleine bis mittlere Veranstalter knabbern. Gleichzeitig fordert Gregor Demmer aber dazu auf, sich nicht einfach von der Katastrophe überrrollen zu lassen. Bei EURESAreisen heißt das aktuelle Projekt-Zauberwort: wegtraeumen.de

Screenshot: wegtraeumen.de

Nachdenken – kreative Ideen entwickeln und kämpfen

Virtuelles Reisen und VR sind seit Wochen mit einem schier undurchschaubaren Angebot in die digitale Welt geworfen worden. Ziel der meisten Angebote: Sehnsucht erzeugen, Buchungen generieren.

„Das ist uns zu wenig und zu billig“, sagt Gregor im Podcast. Selbstverständlich wolle auch EURESA wieder Buchungen generieren, aber die Idee von wegträumen.de geheschon weit darüber hinaus und das Ende der Krativität sei weder umgesetzt noch erreicht. Er erklärt mir sehr genau die Entstehung und die unterschiedlichen Zielsetzungen. Sinn der Übung: Mehrwert für existierende und potentielle Kunden zu bieten. Es ist ein vielfältiges Konzept mit sehr spannenden Ansätzen. Die Bandbreite reicht vom Sehnsuchtsmacher, das – in meinen Augen – wie ein sehr professionell gemachtes „Reise-Instagram“ rüberkommt: Viele Fotos – wenig Text. Allerdings ergeben sich weitere Möglichkeiten die bei der Reisesuche beginnt, Vorbereitung und Reise begleitet und hinterher Erinnerungen für sich selbst und andere Reisende bieten kann. Die Planungen sind noch lange nicht zu Ende, meint Gregor. Daß, was online ist, sei wegträumen 1.0 und da käme noch viel mehr. Reinschauen lohnt aber schon jetzt und künftig soll es auch für alle, die Fotos hochladen, eine Form der Honorierung geben. Ein Infokanal wird auch irgendwann kommen. Letztlich läuft es auf eine Community hinaus, die – man ist ja auch Geschäftsbetrieb – perspektivisch Buchungen für künftige Seereisen akquieren soll.

Aida, eine der Top-Reedereien im Portfolio – Foto: Aida-Cruises

Kreuzfahrt in Nach-Corona-Zeiten

Selbstredend haben wir auch über die Zukunft gesprochen: Über Reisesehnsüchte, über Veränderungen im Geschäftsbetrieb der Reedereien und auch über das Thema „Kreuzfahrt und Umweltbelastung„. Die Erkenntnisse aus unserem Podcast – Gespräch ist interessant für jeden Kreuzfahrtfan und alle, die Cruises als ihre favorisierte Urlaubsform sehen. EURESAreisen sieht sich aber auch für die Zukunft gut aufgestellt und hofft darauf, dass die Erweiterung durch das virtuelle Angebot zukunftsweisend für das eigene Reisegeschäft wird.

Information

EURESAreisen

Wegträumen.de

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