DRR Corona-News 08.05.20 Deals / Demos / Durchstarts

Lufthansa Finanzdeal

Gestern Nachmittag teilte der Staats-Carrier per Medieninfo mit:

Die Deutsche Lufthansa verhandelt mit dem Wirtschaftsstabilisierungsfonds des Bundes (WSF) ein Stabilisierungspaket im Umfang von 9 Milliarden Euro zur Finanzierung der Lufthansa Group. Die Verhandlungen und der Prozess der politischen Willensbildung dauern an.

Die Verhandlungen über Finanzierungsmaßnahmen umfassen neben einer stillen Beteiligung einen besicherten Kredit. Die Konditionen sind Gegenstand dieser Gespräche. Verhandlungsbestandteil ist auch eine Beteiligung des Bundes am Grundkapital der Gesellschaft. In diesem Kontext wird auch über verschiedene Varianten von Kapitalerhöhungen gesprochen, unter anderem auch zum Nennbetrag der Aktie, gegebenenfalls nach Kapitalschnitt, um einen Anteilsbesitz von bis zu 25% plus einer Aktie zu schaffen. Darüber hinaus sind Auflagen gemäß EU Temporary Framework und WSF Gesetz vorgesehen, darunter der Verzicht auf künftige Dividendenzahlungen. Außerdem wird eine Vertretung im Aufsichtsrat seitens des WSF angestrebt.

Diese Info klingt zumindest so, als wenn die kategorische Ablehnung einer staatlichen, finanziellen Beteiligung vom Tisch ist. Die beteiligten Bundesministerien (Wirtschaft & Finanzen) geben sich derzeit wortkarg. Man darf auf das Ergebnis gespannt sein.

LH – Rückzahlungsverpflichtungen

Spannend für die Kundschaft ist die Frage, wie denn fällige Rückerstattungen für gecancelte Flüge gehandhabt werden sollen. Auch LH präferiert die Ausgabe von Gutscheinen. Dies ist aber nach der Entscheidung der EU-Kommission von dieser Woche nicht zulässig. Immerhin stehen da Erstattungen in Höhe von 1,8 Milliarden Euro an. Glaubt man diversen Internetforen, versucht LH diese Problematik derzeit vor sich her zu schieben. Die Klage darüber, dass anerkannte Rückzahlungen schon mehr als sechs Wochen auf sich warten lassen, sprechen dafür. Auch andere Airlines weltweit tun sich schwer mit der inzwischen eigentlich klaren Regelung.

Krise auch bei IAG und Air France/KLM

Die staatlich gestützte Air France und die noch um 4 Milliarden Euro Finanzhilfe verhandelnde KLM haben als Airline-Kooperation Quartalsbilanz gezogen. Sie weist einen Milliardenverlust aus. Bis zur finanziellen Erholung werde es einige Jahre dauern.

Auch die Luftfahrtgruppe IAG (British Airways / Iberia / Vueling u.a.) muss jetzt wohl Staatshilfen beantragen.

Auch IAG, Mutterkonzern von British Airways, braucht Finanzhilfe (DRR-Archivbild)

Luftfahrt – Sanfter Neubeginn

In der ganzen Finanzkrise wird fast übersehen, dass sich einige Fluglinien anschicken, den Betrieb wieder anlaufen zu lassen. Dazu gehören der Billigflieger Wizzair, der am Mitte Mai auch mit neuen Strecken wieder an den Start gehen will. Auch Qatar Airways hat mitgeteilt, den Flugbetrieb Ende Mai wieder zu starten. Im ersten neuen Flugplan finden sich auch Ziele in Deutschland. Auch die LH-Tochter Swiss will im Juni den Betrieb behutsam wieder anlaufen lassen. ZU Beginn setzt man auf ein kleineres Streckennetz und kleinere Flugzeuge. Insbesondere die Maschinen vom Typ Airbus A 220 und A 340-300 (Langstrecke) sollen zum Einsatz kommen. Auch Korean Airlines plant den Betriebsstart zum 1. Juni. Auf der Liste des vorläufigen Flugplans befindet sich auch Frankfurt.

Neustart bei Swiss mit kleineren Maschinen (z.B. A 220)

Neustarts – Hoffnung auf Geschäft

In den Niederlanden gibt es erste Anzeichen für eine Lockerung im Tourismus. Trotzdem werden sich Interessierte noch eine Weile gedulden müssen. Zum 1. Juli soll dann aber das Reisegeschäft wieder anlaufen. Geplant ist wohl zuerst die Öffnung von Ferienparks und Campingplätzen. Auch die Restaurants und Cafés dürfen dann wohl mit reduzierter Kundenzahl wieder öffnen. Die bei uns schon obligatorisch vorgeschriebene Mundschutzpflicht wird in den Niederlanden zum 1. Juni eingeführt und wird sicher auch nach einer touristischen Öffnung in Kraft bleiben.

DER-Touristik setzt in diesem Sommer stark auf deutsche Ziele. Insbesondere an Nord- und Ostsee, sowie im Bayerischen Wald sieht sich der Reisekonzern gut aufgestellt. Harz, Sauerland und Rhön sollen aber ebenfalls profitieren. Das Angebot sei groß, verspricht Dr. Ingo Burmester, CEO der DER-Touristik mit den Marken Dertour, ITS, Jahn-Reisen und ADAC-Reisen.

Arosa will bereits zu Pfingsten die ersten Flusskreuzfahrten auf Rhein und Donau wieder auflegen. Das Konzept ist aber noch in der Entstehungsphase.

Proteste

Die Demonstrationen um Hilfe in der Touristikbranche gehen weiter. Bereits am Mittwoch gab es wieder Demos. Gestern machten 70 Busunternehmer mit 150 Fahrzeugen mit einem Bus-Corso in Hamburg auf ihre wirtschaftlichen Probleme aufmerksam. In der Zwischenzeit mussten aber auch mehrere kleinere Veranstalter den Geschäftsbetrieb einstellen. Dazu gehören u.a. Colibri-Reisen und Asiamar.

Busse wollen wieder fahren

Die Interessensverbände des Busgewerbes (RDA, BDO, GBK) haben gestern die Freigabe zur Aufnahme des Busbetriebs in Deutschland gefordert. Dabei legten sie auch einen Maßnahmenkatalog für Personal wie Passagiere vor. Dazu gehören neben gründlicher Desinfektion auch Gesichtsmasken, Mindestabstände und Einweghandschuhe für das Bordpersonal.

Flixbus in Berlin

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